GLS Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand – 35 Perspektiven der Leuphana

Wie steht es um die Nachhhaltigkeit der Kernbereiche des strategischen Managements der ersten sozialen und ökologischen Bank Deutschlands? Dies herauszufinden war das Ziel des diesjährigen MBA Sustainability Management Abschlussworkshops der Leuphana Universität Lüneburg. In einer digitalen Projektwoche arbeiteten 35 Studierende des MBA eine Woche lang gemeinsam mit Kolleg*innen der GLS an Lösungen für eine enkeltaugliche Zukunft.

Die GLS Bank und 35 angehende Nachhaltigkeitsmanager*innen

Nachhaltigkeit liegt in der DNA der GLS Bank. Dabei sind wir mehr als eine Bank. Wir fördern das Bewusstsein für die Wirkung von Geld. Und wir mischen uns ein. Wir fordern von der Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für eine soziale und ökologische Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft. Für uns ist Nachhaltigkeit mehr als eine werteorientierte Ausrichtung. Sie ist unser Kompass, Segel und Wind. Nachhaltigkeit ist bei uns überall verankert – in unserer Strategie, unserer Struktur, unserem Tun und unseren Zielen. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit so zu arbeiten, dass wir der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen gerecht werden.

Und daher wollten wir es vorletzte Woche genau wissen. Wir stellten uns. Und zwar von angehenden Nachhaltigskeitsmanager*innen der Leuphana Universität auf den Prüfstand.

Wie sieht uns diese Generation? Was können wir noch besser machen? Übersehen wir in unserer täglichen Arbeit vielleicht etwas? Sind die Segel richtig gesetzt? 35 Studierende des Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität schauten hin. Analysierten, bewerteten, tauschten sich aus. Untereinander und mit einigen meiner Kolleg*innen. Bewegende Themen gab und gibt es einige. So zum Beispiel „Chancengleichheit und Diversity“, „Modellierung von neuen Geschäftsmodellen“, „Neue Berichterstattungskonzepte“, „Marketing für junge und digitalaffine Zielgruppen“ sowie „GLS Bank für Transformation (?!) „. Aus den Aufgaben ergab sich eine spannende, intensive Woche gegenseitiger Wertschöpfung.

„Nachhaltigkeit ist seit jeher in der ‚DNA‘ der GLS Bank verankert. Gleichzeitig kennt Nachhaltigkeit keine festgeschriebene Ziellinie, sondern ermutigt uns, jeden Tag ein Stück besser zu werden.“
– Dr. Jens Heidingsfelder – Referent Wirkungstransparenz und Nachhaltigkeit GLS Bank –

Feuertaufe und Praxistest für Studierende

Der Abschlussworkshop ist einer der Höhepunkte des Weiterbildungsstudiengangs MBA Sustainability Management an der Leuphana Universität. Die Studierenden wenden die erlernten Konzepte und Methoden an, um für Unternehmen reale Nachhaltigkeitsprobleme zu lösen. Im Idealfall reduzieren die Lösungen nicht nur negative ökologische und soziale Auswirkungen. Vielmehr tragen sie auch positiv zu einer nachhaltigen Entwicklung bei und stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.

nachhaltige digitale Projektwoche Leuphana Universität / GLS Bank
digitale Projektwoche Leuphana Universität / GLS Bank

Einige namhafte, international agierende Unternehmen waren schon dabei. Auch Nachhaltigkeitspioniere wie Bionade, Memo und Werkhaus. In diesem Jahr wählte das Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana die GLS Bank als Kooperationspartner für das anspruchsvolle Lehrformat. Von der Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis profitieren Studierende und Unternehmen gleichermaßen: Für die angehenden Nachhaltigkeitsmanager*innen ist der Workshop eine Feuertaufe, für Unternehmen eine Quelle für Innovationen und Impulse.

„Immer mehr Banken bieten nachhaltige Finanzprodukte und digitale Dienstleistungen an. Nachhaltige Entwicklung der Finanzbranche umfasst jedoch mehr als zusätzliche Produkte und neue Vertriebsformen. Daher hat es mich besonders gefreut, mit den MBA-Studierenden den diesjährigen Abschlussworkshop des MBA Sustainability Management bei einem Nachhaltigkeitspionier unter den deutschen Banken durchführen zu dürfen.“
– Prof. Dr. Stefan Schaltegger, Centre for Sustainability Management (CSM) Leuphana Universität Lüneburg –

Im Rahmen ihres digitalen Abschlussworkshops erarbeiteten die Student*innen der Leuphana eine Woche lang in Teams fundierte, praxisorientierte Analysen und Lösungen. Einige meiner Kolleg*innen standen ihnen dabei als Themenpaten zur Seite.

„Beeindruckt hat mich die Transparenz und Offenheit der GLS Bank, die den MBA-Studierenden und uns einen sehr lehrreichen Einblick in die aktuellen Entwicklungen in der GLS Bank gegeben hat, das ehrliche Interesse und die Aufgeschlossenheit gegenüber den Ideen der MBA Studierenden – und natürlich die tolle Begleitung und Unterstützung vor und während des Workshops!“
– Katharina Guhl, Centre for Sustainability Management (CSM) Leuphana Universität Lüneburg –

Chancengleichheit und Diversity

Seit August 2019 arbeiten mehrere Kolleg*innen der GLS Bank zum Thema „Frauen und Geld“. Impulsgeberin war Aysel Osmanoglu, Vorständin der Bank. Mittlerweile haben sich drei Untergruppen entwickelt. „Chancengleichheit“, „Angebotsentwicklung“ sowie „gesellschaftliche Relevanz“.

„Unsere Analyse zeigt eine in jeder Hinsicht spannende Ausgangslage bei der GLS Bank in punkto Diversität & Inklusion: Eine Graswurzelbewegung, die das Themenfeld Diversität & Inklusion treibt, die bereits erstaunliche Erfolge verbuchen konnte und die ein vielfältiges und damit deutlich über Gender hinausgehendes Verständnis von Diversität entwickelt.“
– Arne von Hofe, Student Leuphana Universität Lüneburg-

Die Gruppen „Chancengleichheit“ und „gesellschaftliche Relevanz“ bilden mittlerweile eine Gruppe, die den Blick sowohl nach innen wie nach außen richtet. Diese Gruppe stand im Fokus der Projektwoche. Die angehenden Nachhaltigkeitsmanager*innen durchleuchteten ihre Ziele und Visionen. Auch die bisher eingeschlagene Strategie und die Erfolge wurden unter die Lupe genommen.

GLS Bank für Transformation (?!) – Begleitung von Projekten und Unternehmen in der nachhaltigkeitsorientierten Transformation

Die GLS Bank legt sehr strenge Kriterien an die Finanzierung von Unternehmen und Projekten. Aktuell fokussiert sie sich damit eher auf die „Nachhaltigkeitspioniere“ und auf bestimmte, von der GLS Bank definierte Branchen. Wir sind die erste Bank, die gemessen hat, dass ihr gesamter Kreditbereich im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen ist. Und dennoch haben wir noch viel mehr vor. In 2021 willen die GLS Bank auch größere Unternehmen finanzieren, die sich auf den Weg der nachhaltigen Transformation machen.

„Aus dieser intensiven Woche nehme ich besonders die Team-Erfahrung mit. Für meinen beruflichen Alltag ist die Erkenntnis besonders wertvoll, dass es sich lohnt interdisziplinär zu arbeiten und trotz allem Zeitdruck sich immer genügend Raum für Detailfragen, Diskussionen und persönlichen Austausch zu nehmen.“
– Jennifer Pauli, Studentin Leuphana Universität Lüneburg-

Mittwochabend konnten die Studierenden ein wenig durchatmen. Ein virtueller Kaminabend mit GLS Vorstand Dirk Kannacher stand an, bei dem Vorstand und Student*innen persönlich ins Gespräch kamen. Unter anderem fand ein reger Austausch hinsichtlich werteorientierter (Unternehmens-)Führung statt.

Geschafft! / die neuen Nachhaltigkeitsmanager*innen / Absolvent*innen des MBA Sustainability Management 2019 / © Anna Lorscheider Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand der Leuphana
Geschafft! Absolvent*innen des MBA Sustainability Management 2019 / © Anna Lorscheider

Am Ende der Woche war es dann soweit. Die angehenden Nachhaltigkeitsmanager*innen präsentierten ihre Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der unternehmensintern und -extern besetzten Expertenjury.

Auch ich konnte bei einer der Prüfungen dabei sein. Ich traf auf engagierte Menschen, die für ihre Themen brennen. Für eine lebenswerte, enkeltaugliche Zukunft. Das macht mir Hoffnung. Gemeinsam schaffen wir das! Die Segel sind gesetzt!

Wir bedanken uns nochmals herzlich bei allen Student*innen und dem Betreuungsteam des Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg für diese wertschöpfende Woche voller Anregungen und Impulse!

Auch interessant zum Thema Nachhaltigkeit, hier bereits im Blog erschienen:

Nachhaltigkeit. Warum sollte ich? Und vor allem, wie?

Fotos: Header ‚Gruppenfoto Studierende des 18. Jahrgangs des MBA Sustainability Management‘ © Leuphana / Patrizia Jäger (Vor der Pandemie aufgenommen.)

  1. Super Projektwoche und schön geschriebener Blogbeitrag!

  2. Joachim Friedrich

    Vielen Dank für diesen Bericht – es macht Mut, dass das Thema Sustainability Management gerade von jungen Menschen aufgenommen wird und Gegenstand der Ausbildung ist. Welche Impulse hat die GLS von dieser Zusammenarbeit mitgenommen für ihre eigene Tätigkeit ? oder anders gefragt: Waren die jungen Manager 100% mit der GLS zufrieden oder sehen sie Verbesserungspotential ?

    Vielen Dank im Voraus !

    Joachim Friedrich

    • Sonja Strahl

      Lieber Joachim

      vielen Dank für Dein feedback und Deine Nachfrage, welche ich gerne wie folgt beantworte:

      Die angehenden Nachhaltigkeitsmanager*innen teilten sich während der Projektwoche in verschiedende Teams auf.

      Team „Integrierte Berichterstattung“: Hier wurden wir durch die Studierenden und ihre Ergebnisse darin bestärkt, unseren Nachhaltigkeitsbericht und unseren Jahresabschluss im nächsten Schritt stärker zu verzahnen und als integrierten Bericht zu denken. Die MBA Studierenden haben zudem den innovativen Ansatz der Kapitalarten, welchen wir für unseren integrierten Bericht verwenden werden, auf Herz und Nieren geprüft und uns damit geholfen, Schwachstellen zu überwinden.

      Team „Diversität und Inklusion“: Neben vielen wertvollen inhaltlichen Denkanstößen und Ideen haben die Studierenden ganz konkret ein Kollaborationsinstrument für uns aufgesetzt, welches uns erlaubt, unsere vielfältigen Teilprojekte im Hinblick auf Diversität und Inklusion noch besser zu managen. Außerdem können interessierte Kolleg*innen mithilfe des neuen Zusammenarbeit-Instruments leichter zu den Projekten hinzustoßen und sich schneller und einfacher einbringen.

      Team „Transformation“: Diese Gruppe hat sich u.a. konstruktiv-kritisch mit unseren internen Überlegungen und Positionierungen zum Thema Transformation von Wirtschaft, Finanzwesen und Gesellschaft auseinander gesetzt. Ganz konkret konnten wir viele Anregungen der Studierenden in den Prozess der Positionierung hinsichtlich Transformation einfließen lassen. Damit haben die Studierenden uns wertvolle Impulse für unseren Strategieprozess geliefert.

      Da Nachhaltigkeit kein finaler Zustand ist, sondern immer eine Wegbeschreibung, hatten die Studierenden natürlich viele Anregungen, wo wir als GLS Bank noch besser werden können. Oder anders formuliert: Als GLS Bank sind wir die Referenz für nachhaltiges Bankwesen. Da wir Nachhaltigkeit aber als kontinuierlichen Lern- und Verbesserungsprozess begreifen, wollen wir unsere hohen Ansprüche und Standards weiter steigern. Genau dafür war der externe Blick der Studierenden so wertvoll, damit wir zusätzliche Impulse erhalten, wo wir noch „eine Schippe“ drauf legen können.

      Herzliche Grüße

      Sonja

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