GLS Mitglied Erhard Renz – Sonnenflüsterer

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Mitglied sein bei der GLS Bank macht Sinn. Weshalb erzählt uns Erhard Renz im Interview. Er wohnt in Bürstadt (Hessen) und ist seit 2003 Mitglied der GLS Bank. Seit fast 30 Jahren engagiert er sich für regenerative Energien.

Erhard Renz, GLS MitgliedErhard Renz, auch bekannt als „Sonnenflüsterer“, war acht Jahre lang Stadtverordneter. Er rief zahlreiche Initiativen zur Bürgerenergie und zur dezentralen Energiewende ins Leben. Im Jahr 2013 erhielt er den Sonderpreis für persönliches Engagement von Eurosolar.

Wie kamen Sie zur GLS Bank?
Ich war Kunde bei Ökobank. Mit der Übernahme der Ökobank kam ich zur GLS Bank. Die kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht. Heute bin ich fanatischer Anhänger der GLS Bank.

Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten?
Ich finde den genossenschaftlichen Gedanken toll! 2006 habe ich zusammen mit Burkhardt Flieger eine der ersten Energiegenossenschaften gegründet, die Solarbürgergesellschaft. Im gleichen Jahr wurden drei, vier weitere Energiegenossenschaften gegründet und leiteten einen neuen Genossenschaftsboom ein.
Auch der Name gefällt mir gut. Wenn ich jemandem sage, meine Bank ist die „Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken“, da guckt mich jeder mit großen Augen an. Aber ich finde es einfach gut, dass wir hier unser Geld, wenn wir einmal zu viel davon haben, anderen Menschen zur Verfügung stellen, die es gerade brauchen, und das zu angemessenen Konditionen. Dass das Geld der Wertmaßstab in unserer Gesellschaft ist, finde ich schade. Da gibt es doch andere Werte, zum Beispiel wie sich Menschen engagieren.

Woher nehmen Sie Ihre Energie?
( lacht) Ich hab ja erneuerbare.
Ich wohne acht Kilometer neben dem Kernkraftwerk Biblis. Tschernobyl hat mich gravierend beeinflusst. Ich habe umgeschwenkt, zuerst im privaten Bereich, mit meinem ökologischen Hausbau, und dann bin ich bei den Erneuerbaren aktiv geworden.
Mit Freunden zusammen habe ich 2003 eine der damals weltgrößten Solaranlagen bauen können. Ich brauchte zwei Jahre, bis der Dachbesitzer die „verrückte“ Idee akzeptierte. Mit 23 Millionen Euro Investitionssumme war es auch eines der ersten Großprojekte auf fremden Dachflächen. Zur Einweihung im Jahr 2005 schloss ich mit dem damaligen CDU Landrat eine Solarwette ab. Bei mit geht es ja immer ein bisschen lustig zu. Der Landrat – er hatte ja selbst zwei AKW im Landkreis – musste innerhalb eines Jahres mehr installierte Solarthermieleistung nachweisen als die 5-Megawatt-Anlage an Strom. Wir wollten den Landkreis so in der Solarliga pushen. Der Verlierer musste in der Paella Pfanne 300 Spiegeleier braten. Und der Verlierer war ich.

Wie sieht für Sie eine gute Energieversorgung der Zukunft aus?
Ich will 100 % Erneuerbare. Jetzt haben wir in Deutschland 25 %. Das ist noch nicht vorbildhaft. Aber wir sind weiter gekommen als wir vor 10 Jahren dachten. 100 % Erneuerbare bedeutet natürlich auch das Ende der Großkonzerne und hin zur Bürgerenergie. Und dass wir über die Art der Versorgung und über die Preise miteinander vor Ort reden können. Beim Ölpreis geht das nicht.

In diesem Jahr wird die GLS Bank 40 Jahre alt. Was wünschen Sie der Bank zum Geburtstag?
Natürlich weitere 40 Jahre. Und das 40fache an Mitgliedern.

Sie werden in diesem Jahr 60. Welchen Geburtstagswunsch haben Sie?
Dass am 28. Juni die Sonne scheint, da werde ich heiraten.

Mehr von Erhard Renz erfahrt ihr auf seinem Blog www.sonnenfluesterer.de/

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