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Der Wirtschaftsteil :: kompakt Nr. 314 Fortschritt

Der Wirtschaftsteil :: kompakt Nr. 311 - FinnlandFelix Schwenzel schreibt auf t3n über die Beschleunigung als Grundkonstante des Fortschritts und der Menschheitsgeschichte: “Das Muster, der rote Faden, ist immer gleich gestrickt: Wir schaffen und verbessern Technologien, mit denen wir unsere Lebensweise beschleunigen, bequemer und günstiger gestalten können. Machen sich negative Folgen dieser Beschleunigung bemerkbar, versuchen wir technologisch und gesellschaftlich gegenzusteuern – unter anderem mit mehr, mit schnellerer, mit besserer Technologie.

Bitte beachten Sie, mit welchem inhaltlichen Dreh die Kolumne von Felix Schwenzel endet, man kann da mitmachen. 

Das Thema der Technologiefolgen, die durch Technologie aufgefangen werden sollen, es bewegt auch Christian Uhle, der das am Beispiel der Mobilität durchdenkt: “Es ist keineswegs ausgemacht, dass die neuen Mobilitätsdienstleistungen zu weniger Pkw auf der Straße führen. Denn wenn der motorisierte Individualverkehr durch Carsharing, autonome Autos oder durch günstige Fahrdienste wie Uber immer attraktiver gemacht wird, könnten Menschen nicht nur auf die Anschaffung privater Autos verzichten – wie deren Befürworter argumentieren –, sondern unterm Strich dazu führen, dass Pkw häufiger als zuvor genutzt werden.

Kirche digital

Wenn der Fortschritt bei alten Institutionen ankommt, wirkt das manchmal etwas seltsam, vielleicht auch unfreiwillig komisch. Oder wie soll man es finden, wenn etwa in der Kirche lustig blinkende Segensroboter stehen? “Die Pastorin selbst lässt sich vom Roboter segnen. Erst wählt sie die passende Sprache und dann das Thema. Zwei metallene Arme mit weißen Leuchten erheben sich und ein Segensspruch ertönt. Dann senken sich die Hände wieder, ohne das traditionelle Kreuz zu schlagen. Die Gemeinde begleitet es mit gelöster Heiterkeit.” Wobei die Frage, wie man es finden soll, natürlich der Sinn der Aktion war, um das noch aufzulösen.

Etwas weniger erheiternd sieht es – nicht nur bei der Kirche – aus, wenn es ums Geld geht, da wirken die Geräte gleich viel seriöser. Und warum soll man nicht auch den uralten Klingelbeutel in die Gegenwart holen und zukunftstauglich machen? “Auf die Idee für ihren digitalen Klingelbeutel kamen die Kirchen-ITler selbst. Man habe festgestellt, wie problematisch es ist, die Kollekte in Bargeldform bei Banken abzugeben. „Gerade im ländlichen Bereich gibt es erhebliche Herausforderungen: lange Wege zu den Annahmestellen, Fahrkosten, Einzahlungsgebühren und Verwaltung – all das schmälert jeden Kollektenbetrag empfindlich“, so der IT-Leiter Fabian Kraetschmer.

Podbike?

Das bis hierhin ein seltsamer Themenmix, Fortschritt und Mobilität und Kirche, bekommen wir das irgendwie zusammen? Vielleicht mit einem Artikel in der Zeit, bzw. mit dem dort eingebetteten Foto. Da geht es um Podbikes, schon wieder ein neues Wort, wenn Sie auf diesen Link klicken, dann sehen Sie sofort, was das ist. Der Artikel ist keine Satire, es geht da um nachvollziehbar sinnvolle Produkte, die bei der Mobilitätswende sicher eine Rolle spielen werden, aber das Bild darf man doch vielleicht amüsant finden.

Und es passt eigentümlich gut zum Segensroboter der Nordkirche aus dem Artikel oben – beide Erfindungen sehen auf den ersten Blick so aus, als seien sie Requisiten aus dem nächsten Theater, vielleicht aus einem Weihnachtsmärchen.

Der Wirtschaftsteil „kompakt“ ist eine Kolumne aus kuratierten Beiträgen der Wirtschaftsgazetten und Blogs von Maximilian Buddenbohm.

Photo by Alex Knight on Unsplash

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