Der Wirtschaftsteil :: kompakt Nr. 259 – Thema Fahrrad

Der Wirtschaftsteil :: kompakt Nr. 259 - Thema Fahrrad
In Darmstadt gibt es ein neues Projekt, das sicher bald bundesweit Nachahmer finden wird, denn wenn man die Verkehrswende ernst nimmt, wird man so etwas brauchen, irgendwie muss das ganze Zeug ja transportiert werden: “
Darmstadt startet demnächst das Projekt „Heiner-Bike“: Fünf elektrisch betriebene Lastenräder können kostenlos ausgeliehen werden.

Apropos Verkehrswende, dabei kann es dann zu einem Problem kommen, dass viele bisher nicht eingeplant haben: Man findet eventuell auch mit dem Fahrrad keinen Parkplatz. “Verlässliche Stellplätze, an denen Fahrräder sicher und zu fairen Preisen untergebracht werden können: Für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC ist das Thema wichtiger denn je. „Fehlende Abstellmöglichkeiten sind eines der Hemmnisse beim Vorhaben, mehr Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad zu bewegen“, sagt Daniel Wegerich.

Fahrradparkplatznot also, wir hatten hier auch schon einmal den Fahrradstau – es bleibt dennoch dabei, dass Verkehr, wenn man ihn nicht nur als Autoverkehr betrachtet, besser läuft, wenn mehr Fahrräder ermöglicht werden und erwünscht sind. Siehe etwa in London: “The new protected cycle lanes that opened last year in London can move five times as many people per hour as a main carriageway lane in the most congested parts of our city. At peak times, the new cycling infrastructure moves an average of 46% of people along the route despite occupying only 30% of the equivalent road space. Just two weeks after opening, the east-west and north-south cycle superhighway roads were moving 5% more people per hour than they could without cycle lanes – and that number is increasing as more cyclists are attracted to the routes.

Und diese Radfahrer geben dann auch noch Geld aus, wenn sie da so durch die Gegend fahren, eine vollkommen überraschende Erkenntnis. Nein, natürlich nicht. Aber offensichtlich muss man es weiter wiederholen: “Radfahrer erreichen das Zentrum kostenlos, weil sie nichts für Busse oder Parkplätze ausgeben. Etliche Stadtbewohner besitzen gar kein Auto. Auch das spart Geld. Sie können es in andere Dinge investieren. Die Biker strampeln direkt von der Haustür zum Laden. Sie müssen keinen Parkplatz suchen und keine weiten Wege gehen. Dabei sind Radfahrer langsam genug unterwegs, um im Vorbeifahren in Schaufenster zu sehen und schnell anzuhalten. Das flapsige Fazit: Die bequemsten Einkaufskörbe sind laut Studie der Gepäckträger und die Satteltasche.

Zum Schluß noch eine Meldung aus dem letzten Herbst, der man hervorragend entnehmen kann, warum Änderungen in der Verkehrspolitik hier nicht so einfach sind, da könnte ja jeder kommen: “Blaue Fahrradstraße – dürfen die das?

Der Wirtschaftsteil „kompakt“ ist eine Kolumne aus kuratierten Beiträgen der Wirtschaftsgazetten und Blogs von Maximilian Buddenbohm heute zum Thema Fahrrad.

Photo by Tobias Cornille on Unsplash

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