Der Wirtschaftsteil

Am

Wirtschaftsteil

Eine etwas abstraktere Ausgabe des Wirtschaftsteils, es geht um die Theorie. Zu Anfang erst einmal eine auflockernde Knallernachricht: Deutsche Manager handeln immer unmoralischer. Das sagen Leute, die dafür bekannt sind, stets nur die Wahrheit – und nichts als die Wahrheit – von sich zu geben, nämlich Unternehmensberater. Die müssen es ja wissen, wird der eine oder andere da zweifellos denken, die ausgerechnet. Aber dennoch, ein wenig überlegen kann man schon, ob die Moral wirklich immer mehr baden geht.

Der Zusammenhang zum nächsten Text ist vielleicht nicht auf den ersten Blick deutlich, aber dennoch folgt jetzt ein Artikel über die nicht mehr ganz zeitgemäße Wirtschaftslehre an Universitäten. Lernt man dort gar nicht mehr das Richtige, ist also auch die Ausbildung der künftigen Manager schon so angelegt, dass es geradezu zwingend ein Problem mit der Wirklichkeitswahrnehmung gibt? Dazu gleich noch ein Text.

Und es ist wohl schon so, dass dieser Zusammenhang zwischen Lehre und Moral ein wichtiges Thema ist.

Und da ist man dann schon nahe an der generellen Systemkritik, an den Zweifeln, mit denen man den wirtschaftlichen Vorgaben begegnen kann oder muss. In der Zeit findet sich das Zitat: Auch wenn niemand eine Antwort auf die Frage hat, was nach dem Kapitalismus kommen könnte, sollte man sich trotzdem mit seinem Niedergang beschäftigen.” Das Zitat ist aus einem Artikel über eine Veranstaltung mit Sarah Wagenknecht. Die Dame polarisiert bekanntlich heftigst, der Text ist dennoch allemal interessant, auch wenn man mit ihr oder ihrer Partei rein gar nichts anfangen kann.

Und selbstverständlich können wir von da aus den Bogen zu einer nachhaltigeren Wirtschaft schlagen. In dem folgenden Text finden sich wieder Ansätze zur Erklärung unseres Verhaltens in der Wirtschaft: “Die Freiheit, sich selbst zu entfalten wird in der kapitalistischen Marktgesellschaft damit konnotiert sich ökonomisch entfalten zu können, also über mehr materielle Güter stärker am Leben teil zu haben. Das sind Aspekte, die über Jahrzehnte ganz tief in die kulturelle DNA unserer Gesellschaft eingegangen sind.”

Die Freiheit sich selbst zu entfalten, das ist für viele auch die Freiheit, sein Ding zu machen, nicht wahr? Einmal mit allem bitte, auch mit scharf. Dazu lang und lesenswert Nils Markwardt: “Einmal Leben mit Happy End, bitte.” Der Titel klingt unpassend, der Inhalt gehört hier dennoch her.

Und wenn wir schon Texte mit Kapitalismuskritik verlinken, dann passt noch ein neuerer Begriff, den vermutlich noch nicht jeder kennt, der “kognitive Kapitalismus”. Der hat laut einem Artikel in der SZ wiederum etwas mit einem Thema zu tun, das bei uns auch gelegentlich vorkommt, nämlich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen. Da geht es um die Frage, warum gewisse Firmen das ganz gut finden und ob deren Motive wohl in Ordnung sind, da sind wir quasi inhaltlich auch wieder beim ersten Link ganz oben gelandet. Es bleibt ziemlich kompliziert.

Und weil es so kompliziert ist, werden einfache Lösungen auch nicht unbedingt die richtigen sein, auch nicht die von gewissen neuerdings erstaunlich populären Parteien. Die sind zwar nicht gerade für ihr Wirtschaftsprogramm bekannt und wohl auch nicht ausdrücklich deswegen gewählt worden, sie haben aber doch eines. Der Spiegel hat da einmal genauer hingesehen. Mit schön knapper Zusammenfassung am Ende des Textes.

Und in der nächsten Woche geht es dann wieder um greifbarere Themen, versprochen.

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