Bankenlexikon: Was ist eigentlich ein Treuhanddarlehen?

Direktdarlehen, durchlaufendes Darlehen, Treuhanddarlehen?

Abteilungsleiterin und Branchenkoordinatorin Cornelia Roeckl erklärt, was hinter diesen Begriffen steckt.

In den Anfangsjahren der GLS Bank spielten sogenannte Direktdarlehen oder durchlaufende Darlehen eine wichtige Rolle. Anlegerinnen und Anleger aus dem unmittelbaren Umfeld z. B. einer Freien Schule stellten in Form von Direktdarlehen Mittel für Investitionen zur Verfügung, die GLS Bank übernahm die vertragliche und buchhalterische Verwaltung. Da die Anlegerinnen und Anleger auch das Risiko im Fall des Scheiterns trugen, wurden in der Regel Beträge von 5.000 bis 10.000 Euro vergeben.

In den vergangenen Jahren geriet dieses Instrument langsam in Vergessenheit. Aufgrund ihres Wachstums konnte die GLS Bank viele Investitionen ihrer Kreditnehmer ohne durchlaufende Kredite finanzieren. Nun wurde diese besondere Art der Finanzierung „wachgeküsst“ und an heutige rechtliche Anforderungen angepasst, um sie künftig — unter der korrekten Bezeichnung Treuhanddarlehen — für größere Vorhaben anzubieten.

Anlegerinnen und Anleger, die Beträge ab 200.000 Euro direkt in ein Unternehmen oder Projekt investieren wollen, werden zum Treugeber und beauftragen die GLS Bank mit der Kreditverwaltung. Diese Treugeber erhalten Einblick in die Jahresabschlüsse und Planung des Kreditnehmers sowie in die Einschätzung der Bank. Auf dieser Grundlage sowie gegebenenfalls in einem persönlichen Gespräch mit dem Kreditnehmer treffen sie eine eigenständige Kreditentscheidung.

Die GLS Bank wiederum sucht Treugeber als Finanzierungspartner, wenn sie von Kompetenz und Konzept eines Kunden überzeugt ist, das Risiko aber nicht alleine tragen kann. GLS Bank und Treugeber können so gemeinsam finanzieren, was einer alleine nicht schafft. Die Bank übernimmt den Service von der Unterlagenaufbereitung bis zur Verwaltung der Kredite und Sicherheiten.

Aufgrund gesetzlicher Anforderungen – Stichwort Verbraucherschutz – müssen Treuhanddarlehen einen Mindestbetrag von 200.000 Euro aufweisen. Nach oben wird die Grenze bei ca. 20 Millionen Euro liegen. Treuhanddarlehen eignen sich daher für vermögende Privatpersonen und institutionelle Anleger, die eine besonders transparente, direkte Geldanlage suchen und über die Kompetenz zur Kreditentscheidung verfügen.

Grafik: Wie funktioniert ein Treuhanddarlehen

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