Katharina Riehl ist Mitglied im neuen GLS Zukunftsrat, der seit 2026 neue die Perspektive junger Menschen in die Bank einbringt. Die Schülerin darüber, warum sie mitreden möchte.
Interview und Redaktion: Zoran von Waldenfels
GLS Zukunftsrat
Der neue GLS Zukunftsrat besteht aus sieben Mitgliedern. Das Gremium trifft sich regelmäßig und bringt Perspektiven und innovative Impulse ein. Dadurch erhält die Bank Anregungen, um frühzeitig Entwicklungen zu verstehen und ihr Angebot für junge Generationen anzupassen. Der Rat wurde für zwei Jahre durch eine interne Jury gewählt. Jedes Mitglied erhält 200 Euro im Monat.
Für alle jungen Menschen, die ebenfalls Zukunft gestalten wollen, gibt es jetzt den Newsletter:
„Warum sollte eine Bank zuhören, wenn eine 18-Jährige etwas sagt? Das fragten mich meine Mitschülerinnen, als ich ihnen erzählte, dass ich jetzt in der GLS Bank im neuen Zukunftsrat arbeite. Ich bin Katharina Riehl, gehe noch anderthalb Jahre zur Schule und bin in der 12. Klasse. Drei Mal pro Woche mache ich Judo, ich singe im Chor, treffe Freunde – und bin seit Januar 2026 Zukunftsrätin der GLS Bank.
Der GLS Zukunftsrat ist eine Arbeitsgruppe von sieben jungen Menschen. Wir bringen viele verschiedene Perspektiven mit. Ich bin Schülerin, ein anderer leitet
ein Unternehmen mit 30 Angestellten, andere haben eine handwerkliche Ausbildung gemacht oder studieren nachhaltiges Wirtschaften.
Wir wissen, was junge Menschen zur finanziellen Orientierung brauchen und welche Wünsche sie an eine Bank haben. Finanzbildung muss alltagsbezogen sein und dort stattfinden, wo wir sind: In der Schule oder auf Social Media. Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe.
Ein klärendes Gespräch kann viel bewirken
Viele junge Menschen legen ihr Geld bei Banken an, die Zerstörung finanzieren – aber nicht aus einem bösen Motiv heraus. Mit diesen Menschen müssen wir sprechen. Dann können wir verstehen, was sie dazu bringt, und versuchen, sie für nachhaltiges und faires Wirtschaften zu begeistern.
In meiner Schule hat einmal ein Junge sehr verächtlich über homosexuelle Menschen geredet. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht okay finde – auch wenn es für mich nicht leicht war. Es stellte sich heraus, dass es gar nicht seine Absicht war, jemanden zu verletzen. Er ist mit der Sprache aufgewachsen. Da habe ich gemerkt: Ein klärendes Gespräch kann mehr bewirken, als wenn man die Person dann fertigmacht. Zur eigenen Meinung zu stehen, kann uncool wirken. Aber es macht mir Mut, dass es geht.
Ich wünsche mir eine Zukunft, in der wir andere Charaktere und Personen mehr akzeptieren. Und uns trauen, off en über Geld und seine Wirkung sprechen. Das möchte ich in der GLS Bank und dem Zukunftsrat einbringen und anpacken.“
Zukunftsmut

Um in einer bedrückenden Gegenwart eine gute Zukunft zu gestalten, brauchen wir Zukunftsmut! Die GLS Bank versteht darunter die Fähigkeit trotz Gegenwind entlang der eigenen Werte zu handeln. Wie wir das schaffen? Dieser Frage sind wir in unserem Schwerpunkt mit Mutmacher*innen aus unserer Community nachgegangen.
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