Michael Ahlers
ist seit Januar 2023 Mitglied der Geschäftsleitung der GLS Bank und seit 2025 einer von drei Vorständen. Er ist verantwortlich für die Bereiche Recht, Gesamtbanksteuerung und Kreditsicherung. Seine Karriere begann er mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei der GLS Bank. Bei seiner Arbeit sind ihm das Miteinander und gegenseitiges Vertrauen wichtig. Unter Kolleg*innen wird er für seine klare und offene Kommunikation geschätzt.
Die GLS Bank spricht 2026 über Zukunftsmut. Angesichts der aktuellen Weltlage mag sich das naiv anfühlen. Für uns ist es genau der richtige Zeitpunkt. Wir sind überzeugt: Auch in einer bedrückenden Gegenwart, können wir eine lebenswerten Zukunft gestalten. Dabei geht es eben nicht um blinden Optimismus, sondern um die Fähigkeit, trotz Unsicherheiten mit Mut und Zuversicht zu gestalten.
Wie schöpfen wir Zukunftsmut? 3 Fragen an Michael Ahlers, Vorstand der GLS Bank

Was macht Dir Zukunftsmut?
Ich war immer schon ein Zahlenmensch. Häufig sind Menschen irritiert, wenn ich für Zahlen, Daten, Fakten schwärme. Doch die Klarheit der Zahlen gibt mir besonders in unsicheren Zeiten unwahrscheinliche Ruhe. Sie schaffen einen Rahmen, den ich überblicken und innerhalb dessen ich Handlungsschritte, Perspektive, ja letztlich Zukunft entwickeln kann. In meiner Rolle als „Zahlenvorstand“ ist das mein Alltag. Als sozial-ökologische Bank können wir nur dann gestalten, wenn unsere Genossenschaft ökonomisch tragfähig ist und das auch bleibt. Mit diesem Fokus blicke ich auf unsere Gemeinschaft im Heute und Morgen. Im Bankjargon nennt man das: Risikomanagement.

Warum erfordert Risikomanagement Mut?
Mut heißt in dem Zusammenhang für mich, Risiken weder zu ignorieren noch sie komplett zu vermeiden. Ich analysiere sie sorgfältig, gehe sie bewusst ein, steuere sie und lerne daraus – mit dem Ziel, für das Gemeinwohl zu gestalten. Aus meiner Perspektive bedeutet Zukunftsmut, dass wir in unserer Bankbilanz soziale, ökologische und ökonomische Ziele gezielt verknüpfen. Bei alldem geben Zahlen uns Orientierung und Klarheit.

Wie kann das konkret aussehen?
Wir setzen uns so wie andere Banken auch ökonomische Ziele, zum Beispiel wollten wir 2025 unser Eigenkapital steigern und mehr Kredite vergeben. Beides ist gelungen. Bei uns ist der ökonomische Erfolg aber nicht der Geschäftszweck, sondern das Mittel, um für das Gemeinwohl zu wirken. Deshalb vereinbaren wir soziale und ökologische Wirkziele, die wir erreichen wollen. Für das Jahr 2025 hatten wir uns beispielsweise vorgenommen, 4.400 neue oder bestandsgesicherte Bildungsplätze zu finanzieren. Diese konkrete Zielgröße ist fest in unsere Steuerungsprozesse integriert. Rückblickend konnten wir dieses Ziel in der Branche Bildung sogar übertreffen und haben 2025 als Gemeinschaft 13.831 neue oder bestandsgesicherte Bildungsplätze finanziert.






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