Über Geld spricht man nicht? Wir schon, denn Geld ist ein gesellschaftliches Gestaltungsmittel und sollte in Gesprächen kein Tabu sein. Deshalb fragen wir in dieser Rubrik regelmäßig Menschen danach, was sie über Geld denken und wie sie es ausgeben. Hier antwortet Dominik Eulberg.
1. Mit wem sprichst Du über Geld (außer mit uns)?
Mit meiner Frau, meinem Manager und meinem Therapeuten.
2. Was bedeutet Dir Geld?
Geld ist eine Form der Wertschätzung, aber nur eine. Man braucht in dieser Welt ein gewisses Maß davon, um eine gewisse Form von Sicherheit zu haben.
3. Sparen oder ausgeben?
Das Wort „currency“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „laufend“ oder „im Umlauf sein“. Ich brauche eine gewisse Form von Reserve – der Rest sollte im Fluss sein.
4. Wofür gibst Du gerne Geld aus?
Für gute Ferngläser und Synthesizer. Zudem versuche ich, so viel Land wie möglich aufzukaufen, um es sinnvoll für die Natur zu gestalten.
5. Was ist das Schönste, das Du Dir je gekauft hast?
Eine prachtvolle Schmetterlingssammlung.
6. Was würdest Du tun, wenn Du wüsstest, dass Du morgen all Dein Geld verlieren würdest?
Ich würde ein einfaches, suffizientes Leben in der Natur führen und mich jeden Tag an der atemberaubenden Schönheit der größten Künstlerin von allen erfreuen, kontemplativ lauschen und beobachten – wie Thoreau.
7. Wie viel Geld ist genug?
Wenn man keine realistische Existenzangst hat, wenn man sich gute Lebensmittel und medizinische Versorgung leisten kann.
8. Was sollte sich jede*r leisten können?
Ökologisch verträglich produzierte Lebensmittel, die ohne Ackergifte angebaut wurden.
9. Was müssen wir tun, damit alle genug haben?
Gemeinwohlorientierte Handlungen systemisch bevorteilen, Lobbyismus verhindern und für eine gerechtere Verteilung von Reichtum sorgen: Aktuell besitzen die reichsten 0,001 Prozent, was weniger als 60 000 Menschen weltweit entspricht, mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der Menschheit.
10. Stelle Dir vor: Du darfst eine Million für gemeinwohlorientierte Zwecke ausgeben. Was machst Du?
Ich würde die Ökosystemdienstleistungen der ausgestorbenen Megaherbivoren durch ganzjährige, extensive Beweidung mit alten Rinder- und Pferderassen ersetzen. So betreiben wir Biodiversitätsschutz, gleichzeitig Klimaschutz und schaffen Erholungsorte, die uns glücklich machen, wenn wir über die großen und kleinen Wunder der Natur dort staunen.
Zukunftsmut steht auf dem Programm: Am 6. und 7. Juni veranstaltet die GLS Bank das Gutes Morgen Festival in der Bochumer Jahrhunderthallte. Die Besucher*innen erwarten spannende Zukunftstalks mit u.a. Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck, HateAid-Gründerin Anna-Lena von Hodenberg und Influencer Fabian Grischkat. Music Acts wie Alice Merton und Stina Holmquist sorgen für den passenden Sound. In seiner Biodiversitätsshow vereint Dominik Eulberg Musik mit Wissen. Den Rahmen bilden die Generalversammlung der GLS Bank und eine Nachhaltigkeitsmesse mit GLS Kund*innen wie Ecosia, Voelkel und Greenpeace sowie Workshops und Mitmachangebote. Es gibt eine Streetfood-Meile und Kinderbetreuung. Alle Menschen sind eingeladen: Das Programm ist kostenlos.
Zur Person
Dominik Eulberg ist ein deutscher DJ und Produzent, seine Diskografie umfasst mehr als hundert Veröffentlichungen. Er hat Ökologie studiert und setzt bei seinen Kompositionen auch Naturgeräusche wie Vogelstimmen ein. Darüber hinaus ist er Autor mehrerer Bücher, zuletzt erschienen: „Prachtliebe & Wunderfakten“. Dominik Eulberg tritt am 7. Juni mit seiner Biodiversitätsshow beim Gutes Morgen Festival der GLS Bank in Bochum auf.
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Wir müssen über Geld reden, Sebastian Klein!






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