Ganz oder gar nicht: Diese Einstellung lebt Hartmut Bay, ein Rundum-Werber aus dem Schwabenland. Der Dialog ist für ihn der Schlüssel für eine gute Gesellschaft und er findet das Genossenschaftssystem großartig. Hartmut will Teil eines Netzwerks sein und gemeinschaftlich etwas erreichen. Und genau deshalb ist er Mitglied bei der GLS Bank.
Hallo Hartmut, schön Dich kennenzulernen! Wer bist Du?
Ich bin Hartmut Bay und habe ursprünglich eine Ausbildung und die Meisterprüfung als Schilder- und Leuchtreklamehersteller gemacht. Heute betreibe ich eine Zwei-Mann-Agentur, die sich als Rundum-Werber positioniert hat. Wir verstehen uns als handwerkliche Gestalter und pflegen eine enge, persönliche Zusammenarbeit mit unseren langjährigen Kunden. Mein Zuhause liegt im Remstal, in Plüderhausen, unweit von Stuttgart.
Kannst Du uns einen Einblick in Deinen Alltag geben?
Für mich sind Freizeit und Arbeit eng miteinander verknüpft. In der Ortsgesellschaft bin ich gut vernetzt, und bei Gesprächen geht es mal um die Arbeit, mal um persönliche Themen – für mich gibt es hier keine strikte Trennung. Wohnung und Firma befinden sich unter einem Dach, was das Zusammenwirken verstärkt. Für mich steht im Vordergrund, ganzheitlich zu leben. Meine Mittagspause zum Beispiel, mit frisch zubereiteten Gerichten, ist mir sehr wichtig. Meine Frau und ich legen viel Wert darauf, uns zu beteiligen und auszutauschen. In unserem Naturgarten und bei Wanderungen sammeln wir frische Impulse.
Wie bist Du zur GLS Bank gekommen?
Zu der Zeit, als ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich mich immer öfter gefragt, wofür unser Geld eigentlich verwendet wird. Meine damalige Bank, mit der ich eigentlich zufrieden war, konnte mir meine Fragen nicht verständlich beantworten. Deswegen habe ich mich nach Banken umgesehen und in Stuttgart die GLS Bank entdeckt. Der persönliche Kontakt und die klare, einleuchtende Auskunft haben mich letztlich überzeugt. Wenig später bin ich mit meinem Privat- und Geschäftskonto umgezogen.
Für manche Menschen wirkt die nachhaltigkeitsorientierte Sicht auf die Welt und die Wirtschaft oft wie unrealistische Träumerei. Die GLS Bank aber ist bodenständig und macht klar, dass man wirtschaftlich erfolgreich und trotzdem sozial-ökologisch sein kann. Das eine schließt das andere nicht aus.
Warum bist Du Mitglied?
Mitglied bin ich, weil mir das Genossenschaftssystem gefällt. Und vielleicht liegt es auch daran, dass ich Schwabe bin: Entweder wir machen etwas ganz oder gar nicht. Ich bin auch Mitglied bei anderen Genossenschaften. Gemeinschaftlich etwas erreichen und Teil eines Netzwerks zu sein, finde ich wichtig. Deshalb engagiere ich mich auch sehr bei mir im Ort. Man kann gemeinsam viel mehr bewirken als allein.
Was wünschst Du Dir für die Gesellschaft?
Ich halte nicht viel von unrealistischen Träumereien. Ich denke, wir brauchen einfach eine stärkere Mitmach- und Beteiligungskultur, zum Beispiel mehr Bürgerbeteiligungen. Dabei ist Mitmachen nicht nur fordern, sondern auch geben. Wir müssen erkennen, dass wir sowohl Rechte als auch Pflichten haben in dieser Gesellschaft.
Extremes und radikales Verhalten lehne ich ab. Wir sollten andere Wege finden, miteinander zu kommunizieren: Im Dialog liegt der Schlüssel für eine gute Gesellschaft. Insgesamt bin ich aber zuversichtlich und denke, dass wir in einer guten Welt leben.
Im Bereich Politik wünsche ich mir, dass die Wissenschaft mehr Gewicht bei politischen Entscheidungsprozessen bekommt.
Möchtest Du sonst noch etwas mit uns teilen?
Ja, zwei Bücher, die ich wirklich nur weiterempfehlen kann: „Menschenschutzgebiet“ von Ulli Burchardt und „Hoch die Hände, Klimawende“ von Gabriel Baunach. Ersteres behandelt die Frage, wie Städte und Natur zusammen funktionieren und Menschen mit der Natur in Einklang leben können. Zweiteres erklärt, wie persönlicher Klimaschutz geht und macht Lust auf Zukunft. Mehr will ich nicht verraten.
Hartmut Bay ist eines von aktuell knapp 154.000 Mitgliedern (Stand 31.12.2025), die mit ihren Genossenschaftsanteilen das Bankgeschäft tragen. Das Geld unserer Kund*innen können wir nach Vorgabe der Bankenaufsicht BaFin nur als Kredite vergeben, wenn wir genug Eigenkapital vorweisen können. Jeder Anteil ermöglicht einen neuen Kredit in mindestens siebenfacher Höhe. Deshalb sind die GLS Bank Anteile die wirkungsvollste Anlagemöglichkeit: Bis zu 3 Prozent Dividende sind möglich. Als Eigentümer*innen der Bank bestimmen Mitglieder zudem mit und genießen spezielle Konditionen.

Kunst und Integration: Die Künstlerin Frauke Frech betreibt mit Kolleg*innen aus aller Welt den „Grand Beauty Salon“ im Leipziger Stadtteil Grünau. Dahinter steckt weit mehr als ein übliches Kosmetikangebot: ein mutiges Kunstprojekt, das Menschen in Begegnung bringt.

Mitglied: Unser Mitglied Annika bringt mit ihren „Sound Baths“ Entspannung in den urbanen Raum. Warum sie sich nach Jahren im Medienbereich dem Thema Klang verschrieben hat, was ein Bad im Klang mit dem Nervensystem macht und wie sie zur GLS Bank gekommen ist, erfährst Du im Interview.

GLS Klimaspende: Bei all den schlechten Nachrichten, die uns täglich über unsere Nachrichtenkanäle erreichen, gerät eines leicht in den Hintergrund: Wie viele engagierte und kluge Menschen es da draußen gibt, die sich Tag für Tag gemeinschaftlich dafür einsetzen, unseren Planeten als einen lebenswerten Ort zu bewahren. Wir stellen Euch Menschen und Projekte vor.





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