Eine starke Zivilgesellschaft braucht verlässliche Finanzpartner*innen. Die GLS Bank bietet daher mehr als nur Banking: Sie ist eine Gemeinschaft, die Verantwortung übernimmt, Zukunft gestaltet und sich dafür eine eigene, werteorientierte Bank geschaffen hat.
von Sanika Hufeland und Christian Eichbauer
- Die GLS Bank wurde gegründet, um Initiativen aus der Zivilgesellschaft zu ermöglichen.
- Heute eröffnen 75 gemeinnützige Organisationen pro Monat ein GLS Konto.
An einem normalen Montagmorgen gehen bei der GLS Bank tausende Überweisungen ein. Eine freie Schule bezahlt ihre Gehälter. Eine Energiegenossenschaft begleicht die Rechnung einer Solarfirma. Ein Kulturverein organisiert Essen für ein Festival und eine Pflegeeinrichtung überweist einen Teilbetrag der neuen Ausstattung. Was für eine Bank gewöhnliches Geschäft ist, ist für Menschen viel mehr: Hinter jeder Transaktion stehen Personen, die Verantwortung übernehmen und Werte miteinander teilen. Menschen, die etwas aufbauen, umsetzen und verändern wollen. Leute, die sich fragen: Wie können wir unsere Gesellschaft gerechter und ökologischer gestalten? Genau mit dieser Frage begann auch die Geschichte der GLS Bank.
Von der Gründungsidee zur Bank für die Zivilgesellschaft
1974 gründeten engagierte Bürger*innen in Bochum eine Bank, die nicht nur Geld verwalten, sondern gesellschaftliche Entwicklung ermöglichen sollte. Seitdem erzählt die GLS Bank eine besondere Geschichte: Es ist die Geschichte einer Bank, die nicht bei Zahlen beginnt, sondern bei der Frage, wie Menschen gut zusammenleben können. Damals, in den Siebzigern, gab es kaum Finanzierungsmöglichkeiten für freie Schulen, Bürgervereine, ökologische Landwirtschaft, soziale Einrichtungen oder gemeinschaftliche Wohnprojekte. Vorhaben wie diese galten als zu riskant, zu klein – schlicht nicht finanzierbar. Die GLS Bank entschied sich, gerade diese Initiativen zu begleiten. Nicht, weil das einfach gewesen wäre. Im Gegenteil! Sie tat es, weil gesellschaftlicher Wandel so notwendig war, wie er es heute noch immer ist.
Aus der kleinen Initiative ist in fünf Jahrzehnten eine sozial-ökologische Genossenschaftsbank geworden, die Zivilgesellschaft in vielen kleinen und großen Initiativen möglich gemacht hat – Tag für Tag, mit jedem GLS Konto, jeder Finanzierung, jedem Gespräch.
Heute eröffnen 75 gemeinnützige Organisationen ein GLS Konto – jeden Monat! Oft sprechen wir auch über Kredite. Damit Engagement nicht an Geldfragen scheitert, hat die GLS Bank neue Formen der Finanzierung für unter anderem freie Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen, Kulturzentren, Energiegenossenschaften und NGOs entwickelt. So ist die GLS Bank heute verlässliche Finanzpartnerin für eine lebendige Infrastruktur der Demokratie und die Zivilgesellschaft.
Zwischen Wertekompass, Regulierung und der Erwartung der Gemeinschaft
Diese Rolle bringt Verantwortung mit sich, schließlich bewegt sich die Bank im Spannungsfeld zwischen dem eigenen Wertekompass, den Erwartungen der GLS Kund*innen und staatlichen Vorgaben (Regulatorik). Solange sich die GLS Bank an die regulatorischen Vorgaben hält, kann sie diese Rolle zuverlässig ausfüllen. Andernfalls kann das Aus drohen.
Die kürzliche Debatte rund um einzelne Kontokündigungen hat dieses Spannungsfeld sichtbar gemacht. Viele Menschen haben sich in dieser Zeit an uns gewandt. Sie haben Fragen gestellt, Kritik geäußert oder ihre Sorgen geteilt. Die Gespräche waren nicht immer einfach, aber sie waren wichtig. Sie haben uns einmal mehr gezeigt, wie engagiert die Kund*innen und Mitglieder der GLS Bank sich für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Speziell mit der Roten Hilfe haben wir eine Lösung für die weitere Zusammenarbeit gefunden. Wir stehen in einem guten Austausch. Sie können auf der Homepage der Roten Hilfe nachlesen, was sie jetzt bezüglich ihrer Konten anders machen. Zu konkreten Details können wir uns aufgrund des Bankgeheimnisses leider weiterhin nicht äußern.
Gleichzeitig haben uns die vergangenen Monate noch einmal deutlich gemacht, dass transparente Kommunikation und direkte Beziehungen unverzichtbar sind – gerade in komplexen Situationen. Wir waren transparent, wo wir es sein konnten. Einzelne Gesetze machen es uns auch weiterhin unmöglich, auf Details bei konkreten Vorgängen einzugehen.
Für die ganze GLS Gemeinschaft
Die GLS Bank ist für viele Menschen, Organisationen und Bewegungen eine Partnerin, die zuhört, erklärt, Unsicherheiten aushält und gemeinsam Lösungen sucht. Als GLS Kund*in hast Du eine Bank gewählt, die sich nicht hinter Floskeln versteckt, die ansprechbar ist und die sich die Zeit nimmt, auch komplexe Sachlagen anzusehen.
Kein Wunder, dass sich über 60 gemeinnützige Organisationen beim Gutes-Morgen-Festival am 6. und 7. Juni 2026 in ihren Tätigkeiten zeigen. Die GLS Bank richtet das Festival für über 10.000 Menschen im Rahmen ihrer Jahresversammlung aus. Auf dem Festival finden sich unter anderem (in alphabetischer Reihenfolge) Namen wie:
Und in Zukunft?
Die GLS Bank ermöglicht gesellschaftliches Engagement, indem sie finanzielle Souveränität stärkt, Beziehungen pflegt und Verantwortung übernimmt. Um das allen über 350.000 GLS Kund*innen und über 150.000 GLS Mitgliedern zu ermöglichen, schützen wir die Grundlage all dessen – unsere Gemeinschaftsbank.
Der Kern unserer Geschichte bleibt unverändert: Die GLS Bank ist die genossenschaftliche Bank für die Zivilgesellschaft. Sie ist weit mehr als ein Finanzinstitut. Sie ist eine Partnerin für die Menschen, die mit ihrem Geld sozial und ökologisch gestalten wollen.
Nur so kann die GLS Bank auch in Zukunft das bleiben, was sie seit über fünf Jahrzehnten ist: eine starke, verlässliche Verbündete für Menschen und Organisationen, die unsere Gesellschaft verändern wollen. Und genau das werden wir auch in Zukunft bleiben!





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