Das Foto zeigt eine Gruppe von Menschen in Bochum, die beim letzten globalen Klimastreik der Fridays for Future protestiert haben.

Wir schalten nach Dubai: Schickt uns eure Fragen zur Klimakonferenz!

Ende November ist es wieder soweit: Die Staaten der Welt treffen sich zur COP28, dieses Mal in Dubai. Kurz vor Schluss schalten wir live dorthin: Die Journalisten Jörg Staude und Christian Mihatsch von Klimareporter° berichten am 11. Dezember aus dem Pressezentrum über COP-Ereignisse, -Eindrücke und -Ergebnisse. Das Beste aber ist: Sie beantworten eure Fragen. Also: Schreibt uns, was ihr über die Klimakonferenz wissen wollt!

Die 28. Conference of the Parties (Konferenz der Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention), kurz COP28 oder UN-Klimakonferenz genannt, läuft vom 30. November bis 12. Dezember 2023. Gastgeber sind die Vereinigten Arabischen Emirate – und als solche haben sie bereits im Januar 2023 bekannt gegeben, wer Präsident des Gipfels werden soll: der Chef der staatlichen Ölgesellschaft ADNOC, Sultan Ahmed al-Dschabir. Bei der COP27 in Ägypten war die Enttäuschung groß gewesen, dass keine Abkehr von fossilen Brennstoffen erzielt werden konnte. Die Staaten bekräftigten lediglich ihren schrittweisen Ausstieg aus der Kohle.

Einen Tag vor dem Abschlussplenum in Dubai, am Montag, 11. Dezember, schalten wir um 18.30 Uhr per Livestream in das Pressezentrum der COP28. Die beiden Klimareporter Christian Mihatsch und Jörg Staude sind dann bereits zwölf Tage vor Ort und werden ihre Eindrücke von der diesjährigen Klimakonferenz mit uns teilen. Ihr könnt euch auf einen spannenden Einblick freuen – und auf professionelle journalistische Einschätzungen zum Verlauf der Klimaverhandlungen.

Mailt uns eure COP-Fragen bis zum Nikolaustag

Im Gegenzug freuen wir uns über viele Fragen von euch zur COP28. Wollt ihr zum Beispiel wissen, wie die Stimmung in Dubai ist? Wie lang der längste Verhandlungsmarathon war? Oder ob es bei einem heiklen Thema doch noch zum Durchbruch kommen kann? Was immer euch bewegt: Schreibt uns bis zum Nikolaustag am 6.12. an blog@gls.de. Aus allen Einsendungen werden wir die wichtigsten und spannendsten Fragen auswählen.

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Und nun stellen wir euch die beiden Klimareporter vor, die eure eingereichten Fragen in Dubai beantworten werden.

Klimajournalist Jörg Staude aus der Lausitz

Jörg Staude ist Lausitzer, geboren in Cottbus, und zunächst aufgewachsen in einem Ort am Rande des Spreewalds, des berühmten Binnendeltas der Spree. Nach dem Abitur absolvierte er ein Volontariat bei der noch heute existierenden Regionalzeitung „Lausitzer Rundschau“, auf das ein Journalistik-Studium an der Uni Leipzig folgte. Danach ging er zunächst zur „Lausitzer Rundschau“, später nach Berlin zum damaligen „Neuen Deutschland“ (heute das genossenschaftliche Blatt nd). Nach der Jahrtausendwende war Staude über zwei Legislaturperioden im Bundestag als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Seit gut zehn Jahren ist er nun freiberuflicher Journalist. Derzeit schreibt er vor allem für Klimareporter°, aber auch für eine Reihe anderer Publikationen. Er berichtet und kommentiert über Themen aus Wirtschaft, Energie, Klimawandel und Umwelt.

Das Foto zeigt den Journalisten Jörg Staude in einer Straße.
Journalist Jörg Staude

Fragen an Jörg Staude zur Klimakonferenz

Wie oft waren Sie schon auf einer COP?

Meine erste Klimakonferenz war die COP21, die 2015 in Paris stattfand. Danach habe ich die Verhandlungen in Bonn (2017), Katowice (2018), Glasgow (2021) und Sharm el Sheik (2022) verfolgt.

Wie haben Sie sich im Anschluss meistens gefühlt?

Meist recht müde und ausgeschrieben. Auf einer COP vor Ort besteht das Leben aus Arbeiten, Essen und Schlafen. Man verbringt die allermeiste Zeit auf dem Konferenzgelände, von den Städten und Ländern bekommt man kaum etwas zu sehen.

Was ist das Spannende an Ihrem Job als Journalisten auf der Konferenz?

Einmal im Jahr kommen für zwei Wochen mehrere tausend Menschen, darunter mehrere hundert Journalist*innen aus aller Welt zusammen, die irgendwie mit dem Thema Klima zu tun haben und den Klimaschutz auf die eine oder andere Weise voranbringen wollen. Wer es feierlich inszenieren will, schreibt dann meist: Eine Gemeinschaft, in der alle Länder und viele Völker vertreten sind, arbeitet daran, dass der Planet Erde der Menschheit weiter so günstige Bedingungen bietet.

Für engagierte Klimajournalist*innen gibt es meiner Meinung nach keine interessantere und intensivere Zeit im Jahr.

Was ist in diesem Jahr spannend für Sie, was erhoffen Sie sich?

Ich bin gespannt darauf, ob endlich ein wirklicher Durchbruch bei der globalen Minderung der Treibhausgas-Emissionen gelingt. Und dabei, die Erderwärmung nicht viel über 1,5 Grad steigen zu lassen, denn das Zeitfenster dafür beginnt sich zu schließen.

Es kann gut sein, dass die Vertreter*innen der teilnehmenden Länder weiter auf Pseudolösungen setzen. Dazu zähle ich die Kompensation von CO2, Kernkraft und Kernfusion, aber auch CCS, das für Carbon Capture and Storage steht und die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid meint. Die so genannten Brückentechnologien wie Erdgas oder blauen Wasserstoff zählen für mich zu dieser Kategorie dazu.

Am wichtigsten aber wird die Frage sein, ob der Weltklimagipfel angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt überhaupt zu einem konstruktiven Miteinander findet.

Klimajournalist Christian Mihatsch aus Basel

Christian Mihatsch ist 51 Jahre alt und in Basel aufgewachsen. Er hat Wirtschaft studiert und als Unternehmensberater in Zürich gearbeitet. Als Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) hat er Kriegsgefangene in Afghanistan betreut, Flüchtlingslager in Angola versorgt und den Suchdienst für die Eltern von verloren gegangenen Kindern in Liberia organisiert. Zurück in der Schweiz hat er als Wirtschaftsredakteur der Basler Zeitung gearbeitet, bevor er nach Thailand auswanderte und seitdem von dort aus als „Korrespondent für globale Fragen“ über Klima und Umwelt, Handel und Rohstoffe schreibt.

das Foto zeigt en Journalisten Christian Mihatsch.
Journalist Christian Mihatsch

Mihatsch hat seit dem Treffen in Kopenhagen im Jahr 2009 nahezu jede UN-Klimakonferenz besucht. Im Jahr 2020 hat er die Website showyourbudgets.org lanciert – zusammen mit einem Team und dem Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Die Website zeigt für alle Länder, wann sie CO2-neutral sein müssen, wenn sie ihre CO2-Budgets nicht überziehen wollen.

Wie Christian Mihatsch die diesjährige UN-Klimakonferenz einschätzt

“Die COP28 wird besonders schwierig, da es primär um Geld geht“, sagt Christian Mihatsch. Als da wären:

  • Geld für den Fonds für Verluste und Schäden
  • Geld für den Ausbau der Erneuerbaren in Entwicklungsländern und
  • Geld für eine Aufstockung der 100 Milliarden Dollar Klimahilfen, die den Entwicklungsländern jährlich zur Verfügung gestellt werden.

“Bei allen drei Themen stellt sich die Frage, ob auch wohlhabende Entwicklungsländer mit hohen Emissionen Mittel beisteuern müssen. Die Industriestaaten bestehen darauf, doch die Entwicklungsländer lehnen das mit Verweis auf die UN-Klimakonvention strikt ab. Zusätzlich könnte das schwierige geopolitische Umfeld die Verhandlungen erschweren.”

Schicke uns deine Fragen!

Bis zum 6. Dezember 2023 an blog@gls.de. Die eingehenden Fragen werden wir thematisch bündeln und die daraus entstehenden TOP 10 während des Livestreams direkt von Jörg Staude und Christian Mihatsch beantworten lassen.
Du willst dich zum Livestream anmelden? Dann geht es hier zur Veranstaltungsseite.

Den Bericht von der COP27 von Klimareporter° Jörg Staude findest du hier auf unserem Blog.

Journalist Christopher Schrader hat von der Klimakonferenz COP26 für uns berichtet. Er titelte: „Ein Ziel ohne einen Plan ist bloß ein Wunsch“.


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2 Antworten zu „Wir schalten nach Dubai: Schickt uns eure Fragen zur Klimakonferenz!“

  1. Avatar von Sophie Haas
    Sophie Haas

    |

    Ich bin gespannt darauf, mehr über die Diskussionen und Entscheidungen auf der Konferenz zu erfahren. Euer Beitrag ermutigt dazu, dass jeder von uns einen Beitrag leisten kann, sei es durch Fragen, Diskussionen oder bewusstes Handeln. Vielen Dank für euer Engagement und die Möglichkeit, an diesem wichtigen Gespräch teilzunehmen!
    Herzliche Grüße,
    Sophie

  2. Avatar von Helmut Steckenbiller
    Helmut Steckenbiller

    |

    Liebe Aktivistinnen,

    vielen Dank für euer Engagement.
    Leider ist es schon zu spät, um große Klimaveränderungen zu verhindern. Nicht eine „relativ geringfügige“ Erwärmung wird das große Problem sein, sondern die dadurch ausgelösten Wetterextreme. Wir erleben es immer mehr.
    Meine Generation, die Babyboomer, hat hier versagt.

    Nach langem Überlegen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass nur eine Veränderung des Bewusstseins von Milliarden Menschen zu den dringend notwendigen Aktionen führen kann.
    Dem steht entgegen, dass das Verhalten von mehr als der Hälfte aller Menschen, also mehr als 4 Milliarden Christen, Moslems und Hindus, durch den Glauben an einen Gott oder mehrere Götter bestimmt wird.
    Sie glauben, dass ein ALLMÄCHTIGER GOTT „Himmel und Erde“, also das gesamte Universum, erschaffen hat, weil sein Ziel, der Mensch als sein Ebenbild, als „Krone der Schöpfung“, war.
    So verhalten sie sich auch.
    Wir wissen seit Jahrzehnten, dass das Universum ca. 13,8 Milliarden Jahre alt ist.
    Menschen gibt es seit maximal 10 Millionen Jahren.
    Den Menschen, wie er in der Bibel beschrieben wird, gibt es seit ca. 10 Tausend Jahren. Sesshaft mit Ackerbau und Viehzucht und Glauben und Kultur usw.
    In einem linearen Zeitmaßstab mit 138 cm für 13,8 Milliarden Jahre sind 1 Milliarde 10 cm, 100 Millionen 1cm und 10 Millionen Jahre 1 Millimeter, 10 Tausend Jahre 1 Mikrometer.
    Auf der Länge von 138cm ist die Zeitspanne der Menschheit somit ca. die Breite eines Haares.
    Das sollte sich jede eimal mit einem Meterstab/Zollstock veranschaulichen.
    Warum hat Gott den Menschen erst nach 137,999 cm erschaffen, wo er doch ALLMÄCHTIG ist und sein Ziel die Erschaffung des Menschen ist?
    Die Erde ist 4,5 Milliarden Jahre alt, also erst nach 9,2 Milliarden Jahren von Gott erschaffen worden.
    Warum ein ALLMÄCHTIGER GOTT sich 9,2 Milliarden Jahre Zeit nimmt, bis er alle chemischen Elemente erschaffen hat, die er für die Erde braucht, erklärt keine Glaubensrichtung.
    Dass der ALLMÄCHTIGE GOTT sich dann noch einmal 4,5 Milliarden Zeit lässt, bis er den Menschen erschafft, der in der Bibel das Ziel seiner Schöpfung ist, widerspricht meiner Logik.
    Im Vergleich zu diesem Ignorieren der Fakten ist es geradezu RATIONAL, wenn ein Mensch im Alter von 50 Jahren noch an Nikolaus, Christkind und Osterhase glaubt, weil das bequemer für ihn ist und er/sie dann immer beschenkt wird und keine Geschenke für andere besorgen muss.
    Wir werden wahrscheinlich 4 Milliarden, geschweige denn 8 Milliarden, Menschen, die ihr leben so irrrational leben, nicht dazu bringen, sich wegen den bevorstehenden Klimaveränderungen rational zu verhalten.
    Man könnte auch sagen, der allmächtige Gott hat erkannt, dass seine Schöpfung MENSCH sich in die falsche Richtung entwickelt hat und eine Korrektur nötig ist. Siehe die Geschichte von Noah.
    Ich bin der Meinung, die Gesetze der Evolution werden, wie immer seit der Entstehung des Lebens auf dieser Erde, Fehlentwicklungen korrigieren und das Leben wird sich nach der Korrektur neu organisieren.
    Welche Rolle dann Menschen spielen, werde ich nicht mehr erleben.
    Auch entsprechende Änderungen im Verhalten der „irrationalen Menschen“, um die Veränderungen des Klimas zu beschränken, sind aus meiner Sicht sehr unwahrscheinlich.
    Wir, „in der westlichen Welt“, leben in der „goldenen Zeit“ der Menschheit, hinsichtlich Lebensumstände und Wohlstand.
    Wie lange das noch so sein wird, bis sich die Lebensverhältnisse deutlich verschlechtern, werden wir sehen.
    Ich persönlich glaube, es wird viel schneller kommen, als bisher prognostiziert.
    Vielleicht finden Sie einen Weg, das Bewusstsein von sehr vielen Menschen sehr schnell zu verändern. Ich hoffe es.
    Ich weiß leider nicht, wie man zum Beispiel das Bewusstsein von 1 Milliarde „Hindus“, in deren aktueller Lebenssituation, kurzfristig so verändern kann, dass die Klimaveränderung gestoppt werden kann.
    Ich wünschen Ihnen von ganzem Herzen viel Erfolg, damit die „goldenen Zeiten“ für möglichst viele Menschen noch möglichst lange dauern.

    Herzliche Grüße,
    Helmut Steckenbiller

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