Lasst uns über Tiere sprechen!

Lasst uns über Tiere sprechen!

Meist sind wir uns einig in der GLS Gemeinschaft. Wir sind für Ökologie, eine gerechtere Welt und gegen Atomkraft und Massentierhaltung. Ungemütlich kann es aber werden, wenn es ganz grundsätzlich um Tierhaltung geht. Veganer haben dazu deutlich andere Ansichten als beispielsweise Ökolandwirte. Wenn es um Tiere geht wird es schnell emotional und persönlich. Verlassen wir also einmal unsere gemeinschaftlichen Überzeugungen und gehen hinein in diese Kontroverse.

Diskutiert mit uns hier im Blog, hinterlasst uns einen Kommentar mit Eurer Meinung zum Thema Tiere & Ernährung.

 

Auch mich lässt dieses Thema nicht kalt, spätestens nachdem ich letztes Jahr einigen Kindern mal wieder meine Bienen gezeigt habe, drei Völker, die im Garten stehen und fleißig Honig bringen. Eine Wabe hatte ich rausgeholt und die Kinder durften vom Honig kosten. Alle staunten und freuten sich. Dann schritt allerdings eine Mutter ein, eine Veganerin, wie sich herausstellte. „Meine Kinder nehmen den Bienen keinen Honig weg“, sagte sie. Ich war zunächst etwas sprachlos, dass überhaupt jemand auf die Idee kommt, meine schöne Bienenidylle infrage zu stellen. Mit den verbliebenen Kindern machte ich zunächst einfach weiter. Aber danach ratterten mir die Argumente durch den Kopf, warum ich im Recht bin: Es macht den Bienen bestimmt wenig aus, wenn etwas Honig fehlt. Jetzt im Spätsommer hängen die Bienen ohnehin oft in großen Trauben einfach im Stock herum und freuen sich vielleicht sogar, wenn sie die Wabe wieder schön in Ordnung bringen dürfen. Der Übergang von Arbeit zu Spiel ist auch bei Tieren oft fließend. Und überhaupt: Viele vegane Produkte kommen aus der industriellen Landwirtschaft, die unsere Bienen existenziell gefährdet. Die Spritzmittel sind das Problem, nicht das Honigernten. — Solche Gedanken setzten sich allmählich in mir fest und brachten damit wieder Ordnung in mein Weltbild, genauso wie das Bienenvolk wieder in seine Routinen verfiel, nachdem ich den Kasten mit dem Deckel verschlossen hatte.

Dennoch tauchten auch nach Wochen leise Zweifel auf. Nutze ich meine Bienen aus, wenn ich Honig ernte? Mit Blick auf den Bankspiegel musste ich außerdem feststellen, dass wir in den letzten Jahren eine Auseinandersetzung über Tierhaltung möglichst zu vermeiden suchten, nachdem einige Tierrechtler sehr aufgeladene E-Mails und Kommentare geschrieben hatten. Ein Kreditnehmer, der seine Hühner selbst schlachtet, wurde sogar einige Zeit lang beschimpft. Eine ungute Situation. Also machte ich mich auf den Weg.

Erste Station: Ein veganer Brunch

Bochum, sonntags um 13 Uhr. Ich bin mit einem GLS Kollegen verabredet. An der Türe treffe ich zufällig einen weiteren Kollegen und drinnen eine Kollegin. So exotisch sind sie also gar nicht, die Veganer. Jeder hat etwas mitgebracht und kann sich vom selbst gemachten Buffet bedienen. Echt lecker, vor allem die eine Hälfte mit den süßen Sachen. Es geht also auch ohne tierische Produkte.

Die Sitzplätze werden bald knapp. Die meisten hier sind unter 30. Wie die Lebensmittelindustrie auch schon festgestellt hat, strahlt diese Szene ein echtes Potenzial aus. Als ich meinen Notizblock auspacke und sage, dass ich über Tierhaltung schreibe, erhalte ich viel Aufmerksamkeit. Es sind vor allem die persönlichen Geschichten, die mich interessieren. Ein junger Aktivist erzählt, wie er zufällig auf YouTube gesehen hatte, was in einem Schlachthaus passierte. Das schockierte ihn so, dass er sich entschied: „Ich will niemanden mehr dafür bezahlen, dass er für mich intelligente Wesen tötet.“ Solche prägnanten Sätze höre ich dann immer wieder. Schnell wird deutlich, wie konsequent die Leute hier bereit sind, bestimmte Gedanken zu Ende zu denken — auch wenn sie als Folge ihr Leben ändern müssen.

Das ist großartig zu erleben. Und gleichzeitig erschütternd. Denn bin ich selbst ebenfalls dazu bereit? Es gibt auch ganz andere Geschichten, etwa die vom guten Leben. „Vegane Ernährung ist ein Gewinn für mich, kein Verzicht“, so eine Gesprächspartnerin. Der ganze Konsumwahn im Supermarkt kann ihr egal sein, weil sie nur ein paar wenige, qualitativ gute Produkte braucht. Das macht ihren Kopf frei für das, was wirklich wichtig ist im Leben. Ein großes Thema sind auch die ökologischen Folgen des Fleischkonsums: Zum Klimawandel trägt er mehr bei als Flugzeuge, Autos und alle anderen Transportmittel zusammen. Wer sich komplett ohne Fleisch ernährt, verursacht 60 Prozent weniger CO2-Emissionen. Sonst noch Fragen? Eine Ärztin ergänzt schnell im Vorbeigehen, dass laut WHO verarbeitetes Fleisch Krebs auslösen kann. Sie ist Onkologin und muss das wissen. Nach über zwei Stunden und zwölf beschriebenen Blättern meldet sich eine junge Frau, die schon länger schweigend dabeigesessen hat: „Ich will auch noch unbedingt etwas sagen.“ Sie erzählt, dass ein Drittel der weltweiten Getreideernte an Schweine verfüttert wird, mit der Folge, dass die Getreidepreise für die Armen steigen. — Ich bin erstmal bedient, habe keine Fragen mehr, aber großen Respekt vor allen meinen Gesprächspartner*innen.

Zweite Station: Fußgängerzone

Meine nächste Station ist samstagnachmittags in der Fußgängerzone. Hier bin ich mit Nadja Ismail verabredet. Sie organisiert den Cube of Truth, eine Aktion, die sich von Australien aus seit 2017 auch in Deutschland immer weiter ausbreitet. Ein starkes Bild: Zwölf Menschen stellen sich im Quadrat mit dem Rücken zueinander auf, weiß maskiert und schwarz gekleidet. In den Händen halten sie schwarze Tafeln, auf denen „Truth“ und „Wahrheit“ steht, sowie Laptops mit Videos aus der Massentierhaltung und Schlachtung. Die gezeigten Bilder sind schrecklich. „Das soll Fragen provozieren“, sagt Nadja. „Was ist die Wahrheit? Habe ich bisher in Lügen gelebt?“ Die Menschen sollen eine Verbindung zwischen dem herstellen, was in der Fleischindustrie passiert, und dem, was sie ansehnlich verpackt in ihren Einkaufswagen legen.

Nadja ist 19 und hat in Australien den ersten Cube gesehen. Zunächst war sie Vegetarierin. „Mir wurde dann aber deutlich, dass in Milch und Eiern sogar noch viel mehr Gewalt stecken kann als in Fleisch.“ Beim Cube ist sie meistens bei den Outreachern, sie führt also ohne Maske Gespräche mit Passanten. „Wichtig ist mir eine respektvolle Ebene. Niemand ist als Veganer geboren. Wir alle brauchen einen Anstoß, um unsere Gewohnheiten zu ändern.“ Auch die meisten Aktivisten*innen hinter den Masken sind jung. Sie gehören zu der Generation, von der die aktuelle Shell Jugendstudie sagt: Ihr politisches Engagement bringt sie weniger in traditionellen Organisationen ein, sondern in Konsumboykott und anderen Aktionen. Das politische Interesse junger Leute ist demnach seit 2002 von 31 auf beachtliche 40 Prozent gestiegen. Das ist auch hier zu spüren. Man fühlt sich als Teil einer globalen Bewegung. Per Facebook sind die weltweit über 400 Aktionsgruppen bestens vernetzt und unterstützen neue Initiativen. Für Ende Juni ist ein vierundzwanzigstündiger Cube in Berlin angekündigt, vermutlich ein Großevent.

Bleibt noch eine Frage, die mich als GLS Banker besonders umtreibt: „Ist denn Ökotierhaltung okay?“ Nadja antwortet sofort: „Nein!“ Das Töten von Tieren ist in jeder Hinsicht unethisch, „egal wie viel Grün sie vorher gesehen haben. Wir sollten die Tiere einfach in Ruhe lassen“, so Nadja. Auch in dieser Frage zeigt der Cube of Truth also klare Kante.

Dritte Station: Tiere vom Bärenbrunnerhof

Zwei Tage später bin ich unterwegs zum Bärenbrunnerhof, die letzten sechs Kilometer vom Bahnhof zu Fuß auf Wanderwegen durch den schönen Pfälzer Wald mit seinen roten Sandsteinfelsen. Landwirtschaft gibt es hier kaum noch. Die Böden sind zu sauer und die Sommer zu trocken. Wälder und Büsche breiten sich aus. Früher gab es hier überall offenes Weideland mit einer großen Artenvielfalt. Eine interessante Beobachtung: Die durch Tierhaltung entstandene Kulturlandschaft war attraktiv für viele Pflanzen und Wildtiere. Ohne Tierhaltung schwindet die Biodiversität wieder. Ganz andere Probleme waren auf dem Weg hierher zu sehen: großflächig industrialisierte Landwirtschaft, oft tierfrei mit Einsatz von chemischem Dünger. Ist das die Zukunft? Mit Chemie bewirtschaftete Flächen ohne Tiere auf der einen Seite, verwaldete Mittelgebirge mit wenig Vielfalt auf der anderen Seite?

Das Ehepaar Kill hat anderes vor. Auf ihrem Bioland-Betrieb leben 50 Kühe mit Jungvieh, 60 Schweine und 450 Hühner, eine Bilderbuchidylle zwischen aufragenden Felsen. Dazu kommen noch Hütehunde, Pferde und ein kleines Tierheim für Katzen, die im Laufe der Zeit hierher gebracht wurden und zu denen Nina Kill nicht Nein sagen konnte. Als ich ihr von den Cube-Aktivisten erzähle, sagt sie: „Das wäre sicher auch ein Weg für mich gewesen. Aber ich habe mich anders entschieden. Ich will an Alternativen arbeiten.“ Auf die Frage, wie sie Tiere essen kann, die sie vorher gekannt hat, fragt sie zurück: „Wie kannst du Tiere essen, die du nicht gekannt hast?“ Auch ihr ältestes Pferd, das sie von frühester Jugend an begleitet und mit 28 Jahren bald am Lebensende ist, soll geschlachtet werden. „Den Toni gebe ich doch nicht auf den Kadaverwagen. Er ist doch kein Müll.“

Heute ist Schlachttag auf dem Bärenbrunnerhof. Ich gehe mit Nina zum Stall und sie bringt ein Rind auf den Anhänger, ganz unaufgeregt, einer der Hunde bleibt auf Abstand immer dahinter. Die Fahrt im Schritttempo geht nur wenige Meter, denn die Kills haben ihr eigenes Schlachthaus. „Das Tempo bestimmen die Tiere“, sagt Nina, und die Tiere vertrauen ihr. Am Schlachthaus angekommen ist aber spürbar, dass es jetzt ernst wird. Auch Sebastian Kill und ein helfender Metzger sind voll konzentriert. Jetzt darf nichts schiefgehen. Für einige Sekunden ist die Stimmung angespannt, der Bolzenschussapparat wird aufgesetzt, das Rind betäubt, ins Schlachthaus fallen gelassen und durch einen gezielten Stich getötet. Das Blut fließt ab. Mir wird nicht schwarz vor Augen, aber schon etwas schummrig. Hier wurde aus einem Lebewesen plötzlich ein toter Körper, der dann mit handwerklicher Kunst und viel Kraft zerlegt wird.

Nachher spreche ich mit den Kills über diesen Moment. Nina sagt offen: „Je besser ich ein Tier kenne, desto schwerer fällt mir das Schlachten.“ Sebastian bezeichnet es als Scheidepunkt, wenn er im vertrauensvollen, ruhigen Umgang dem Tier plötzlich den Bolzenschussapparat aufsetzt. Spüren sie auch Trauer dabei, jede Woche vertraute Tiere zu schlachten? „Ja“, sagt Nina, „wenn wir viel schlachten, dann kann ich auch an mein Limit kommen.“ Die wirklich dramatischen Todesszenen, die sie schildern, stammen allerdings von kranken oder verletzten Tieren. Der Tod ist selten ein unbeschwertes Einschlafen, auch nicht in der freien Wildbahn. Es ist beeindruckend, wie Nina und Sebastian mit aller Empathie und Fachlichkeit auf ihre Tiere schauen, ihnen das bestmögliche Leben ermöglichen — und aus ihrer Sicht auch das bestmögliche Sterben.

Nach meiner Reise bin ich mir sicher: Unser empathischer Blick auf die Tiere — also versuchen zu verstehen, was sie fühlen, und wie wir verantwortlich mit ihnen umgehen können — wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzenten noch zu einem großen Thema entwickeln.

Die Aktivisten, mit denen ich gesprochen habe, stehen dabei an vorderster Front. Eine solche Entwicklung braucht immer Kämpfer*innen, die kompromisslos für ihre Sache eintreten, wenn nötig auch konfrontativ, immer wieder radikal aus der Perspektive der Tiere geschaut. Was uns die Tiere zur Massentierhaltung sagen würden, ist klar: Das geht gar nicht! Aber wollten die Bärenbrunner Kühe tatsächlich nicht in ihrem idyllischen Tal leben, wenn sie wüssten, dass sie später geschlachtet werden? Und würden meine Bienen akzeptieren, dass für vegane Produkte Chemie auf die Felder kommt, wenn dadurch weniger Schweinemast betrieben wird? Fänden es die Mistkäfer, Tausendfüßler und Schmetterlingsraupen auf einer Kuhweide gut, wenn wir ihren Lebensraum für einen Sojaacker umpflügten? Oder dass daraus wieder Wald wird, weil es keine Tierhaltung mehr gibt?

Die möglichen Antworten zeigen: So schwarz und weiß wie am Cube of Truth ist die Welt nicht ganz. Es gibt auch einige Schattierungen und Farben. Christian Vagedes von der Veganen Gesellschaft Deutschland fragte in einem Interview: „Wie können ehemalige Ausnutz-Tiere Teil einer neuen Kultur werden, in der wir die Tiere in unsere Kommunikation einbeziehen?“

Lasst uns also über Tiere sprechen — und mit ihnen!

Ein Artikel aus dem aktuellen Kundenmagazin der GLS Bank, den ganzen Bankspiegel gibt es hier: ZUM BANKSPIEGEL

Zum cube of truth: anonymousforthevoiceless.org
Zum Bärenbrunnerhof: baerenbrunnerhof.de
Zum Interview mit Christian Vagedes https://www.info3-magazin.de/bio-dyn-trifft-vegan/
Zum Tierzuchtfonds für eine artgemäße Tierzucht www.tierzuchtfonds.de
Zum Fleischatlas: https://www.boell.de/de/fleischatlas
Weitere Artikel im Blog zum Thema: Ernährung

  1. Gereon Janzing

    Zur Massentierhaltung: 1. Sie verschwendet Ressourcen und nur eine Überflussgesellschaft kann sie sich leisten. 2. Sie hängt in der Regel von importierter Soja von desaströsen Feldern in Argentinien ab. 3. Ihre Vertreter kennen die Nutztiere nur als anonyme Masse, nicht indivduell. 4. Sie zerstört die artenreichen Ökosysteme, die der Weidehaltung zu verdanken sind. All diese Punkte hat die Massentierhaltung nicht mit der Weidetierhaltung gemeinsam. Aber all diese Punkte hat die Massentierhaltung sehr wohl mit dem Veganismus gemeinsam. Massentierhaltung und Veganismus sind einander viel ähnlicher, als viele glauben.

    Was mich an vielen Veganern stört, ist, dass sie sich für den Mittelpunkt der Welt halten, dass sie – oft noch aggressiver als die Zeugen Jehovas – für sich in Anspruch nehmen, die alleinige Heilslehre zu haben. Sie glauben, da sie sich so kasteien, müssten sie keine Rücksicht nehmen, weder auf die Natur noch auf die Gesellschaft, die sie trägt, aber alle müssten sich nach ihnen richten.

    Ich leite geobotanische Exkursionen auf einer Mittelmeer-Insel, deren Landschaft stark von Schaf- und Ziegenweide geprägt ist. Die Weidewirtschaft hat hier arten- und strukturreiche Ökosysteme geschaffen. Einmal führte ich eine Gruppe von Veganern. Sie waren in meiner ganzen Laufbahn die einzige Gruppe, die keinerlei Interesse an der heimischen Kultur und an ökologischen Fragestellungen hatte. Sie wollten ausschließlich wissen, welche Pflanzen zum Essen und für Tee brauchbar waren. Kein Interesse daran, wem wir die Landschaft mit diesen Pflanzen zu verdanken haben, dass die Hirten mit ihren Herden die Vegetation geschaffen haben. In Form der durch Beweidung geförderten Pflanzen essen sie, ohne sich dessen bewusst zu sein, Produkte der Weidewirtschaft, aber eben nur solche, die sie gratis haben können. Sie waren nur an der Ausbeutbarkeit der Natur interessiert, nicht an ihrer Pflege. Ist das nicht sehr egoistisch? Eine Teilnehmerin schaute, als ich ihr gestand, dass ich lieber echtes Joghurt esse als das Imitat aus Gensoja, mich an, als wäre ich von einem fremden Planeten, und fragte verwundert: „Ach so, isst du Tierprodukte?“ Das auf einer Insel mit großer Milch- und Käsetradition. Kann sie da von vornherein erwarten, dass ein Geobotaniker ihrer veganen Sekte angehört?

    Ich habe verschiedenste Veganer kennen gelernt, sympathische und tolerante ebenso wie aggressive und sehr intolerante, etliche, die mit neurotischer Eintönigkeit von ihrer geliebten Massentierhaltung reden und die in ihrem Alltag sichtbare Weidehaltung gar nicht wahrnehmen. Aber eines hatten alle Veganer gemeinsam: Sie hatten keinerlei Interesse an Ökologie.

    Meine Schwester hatte mal einen Veganer in ihrer Familie einquartiert. Er war sehr respektvoll. Aber sie stellte fest, dass sie in jener Zeit viel mehr Produkte mit großen Transportwegen kaufte. Das Ego des „Ich bin Veganer“ ist für Veganer eben immer wichtiger als die Rücksichtnahme auf ökologische Belange, als die Konzentration auf lokale Produkte.

    Oft maßen sich Veganer aus ihrer Überflussgesellschaft heraus ein Urteil an, dass Viehhaltung Ressourcenverschwendung sei. Wenn nicht nur die Massentierhaltung, sondern auch die Weidehaltung Ressourcenverschwendung wäre, wie hätte sie sich dann über Jahrtausende, auch in Zeiten von Knappheit, gehalten? Dieses Urteil der Konsumgesellschaft über eine jahrtausendealte Wirtschaftsweise erscheint mir maßlos arrogant. Und da bläst auch dieser Artikel in dasselbe Horn mit dem stereotypen Abwickeln der Argumente der Veganer, ohne Differenzierung zwischen den verschiedenen Tierhaltungsformen. Am Ende werden die stereotypen Argumente ein wenig relativiert. Aber eben nur ein kleines wenig und sehr zaghaft und halbherzig. Warum nicht mal eine klare Aussage, dass der Veganismus ein persönliches Hobby ist ebenso wie das Esperantosprechen, in das auch manche bis heute naive Heilserwartungen stecken?

    Man kann sich – zumindest vorübergehend – ohne Tierprodukte ernähren. Ja. Man kann auch eine Geschichte ohne den Buchstaben e schreiben. Wenn man das aber nicht als Kunstwerk tut, sondern daraus ableitet, der Buchstabe e müsse abgeschafft werden, dann kreiert das soziale Spannungen.

  2. Sehr guter Artikel. Sehr interessante Kommentare. Ich füge mal ein paar Gedanken hinzu.

    Ich bin 44 und seit 32 Jahren Vegetarierin, nach einem Schlachthofbesuch mit der Schulklasse. Habe auch vorher laut meiner Mutter nur püriertes Fleisch gegessen (Fleischwurst, Leberkäs, Salami, Frikadellen) … scheinbar war da schon immer eine gewisse Abneigung vorhanden. Meine Mutter (im Krieg als Kleinkind mit der Mutter nach Deutschland geflüchtet) hat dies jahrelang in keinster Weise verstehen können, für Sie ist Fleisch immer noch „was Gutes“ das man nicht ablehnt … sie wird dieses Jahr 76 und fängt so langsam an mit mir darüber zu reden und sich für die andere Seite zu interessieren …

    Ich nehme Fleisch als Tierleiche war, es ekelt mich an, daher fällt mir der Verzicht nicht schwer, es ist ja kein Verzicht für mich, sondern eine logische Schlussfolgerung. Es gibt für mich ja keine Alternative. Ich kann gut kochen, habe Gemüse schon immer geliebt, daher ist das alles auch sehr unkompliziert für mich.

    Vor 4 Jahren habe ich auf Pflanzenmilch gewechselt, was ich körperlich weiterhin sehr positiv warnehme … Käse esse ich noch zweimal die Woche ca. … Hätte man mir vor 30 Jahren gesagt dass ich mich 2018 immer noch erklären muss (bin die einzige Vegetarierin in meinem Freundeskreis, plus meinem Mann) hätte ich dies nicht geglaubt.

    Es ist gut dass man, zumindest in Großstädten, inzwischen sehr viel Auswahl hat um essen zu gehen.
    Es ist gut dass sehr viel mehr darüber berichtet wird.

    Es ist schade dass viele Veganer jeden nicht 100%igen angehen, anstatt sich zu freuen dass es mehr wird. Mir ist klar warum sie dies tun, man versteht es ja wirklich nicht warum „die anderen“ nicht drauf kommen, aber mit Aggressivität kommt man nicht weiter, dies provoziert nur Ablehnung.

    Es ist traurig dass so wenige bereit sind es zumindest mal für einen Monat zu versuchen, wenn schon nicht den Tieren zuliebe, dann der Gesundheit (dieser Aspekt kam bei mir erst später dazu, aber was sich am und im Körper verändert wenn man nicht mehr jeden Tag einen halben Liter Milch trinkt ist wirklich beeindruckend)

    Es macht mich wütend wenn jemand seinen Hund, seine Katze, sein Pferd abgöttisch liebt und mir davon berichtet, während er in seine Bratwurst beisst.

    Ich habe 30 Jahre lang vegetarisch gelebt ohne missionarisch tätig zu sein, bin immer davon ausgegangen dass die anderen schon drauf kommen … hat nicht geklappt. In den letzten 2 Jahren merke ich, dass ich dies nicht mehr kann. Seitdem werde ich zunehmend deutlicher in meiner Argumentation, wenn es Gesprächsbedarf gibt (Warum ich nicht in ein bestimmtes Restaurant gehe, wieso ich andauernd Sport machen kann ohne danach k.o. zu sein, etc.) … Bin sehr gespannt wie es weitergeht.

  3. Ein wahnsinnig toller Beitrag. Was mcih jedoch an vielen Veganern stört ist dieses agressive und militante Verhalten was einige an den Tag legen und alle die sich nicht vegan ernähren sind schlechte Menschen, das sind so meine Erfahrungen. Wir achten sehr darauf woher wir unsere Lebensmittel beziehen und kaufen Fleisch, Milch, Eier usw nur bei Bauern aus der Region. Massentierhaltung lehnen wir grundsätzlich auch ab aber ich sehe das Problem doch da das es in meiner Kindheit nicht immer Fleisch gab weil es finanziell nicht drin war, dann wurde Fleisch immer billiger weil der Markt es verlangt hat. Wir alle als Gesellschaft sind doch daran schuld. Es ist wie mit allen anderen „Produkten“ auch, steigt die Nachfrage werden Möglichkeiten geschaffen diese bis zur Übersättigung zu stillen nur das in diesem Fall Tiere leiden müssen.

    • Hallo Jan,

      > Was mcih jedoch an vielen Veganern stört ist dieses agressive und militante Verhalten was einige an den Tag legen und alle die sich nicht vegan ernähren sind schlechte Menschen

      Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass dieses als aggressiv empfundene Verhalten meistens bei Neu-Veganern zu beobachten ist. Und dort ist es auch nur eine kleine (aber als laut empfundene) Minderheit. Wenn es in einem Gehirn irgendwann „klick“ macht und der Mensch erkennt, was die Tierproduktproduktion für die betroffenen Lebewesen wirklich bedeutet, dass man selber eigentlich niemandem Unschuldigen etwas zuleide tun will und dass der menschliche Verzehr von Tierprodukten entgegen der anerzogenen Vorstellungen gar nicht nötig ist, dann wollen einige dieser Menschen ihr Umfeld wachrütteln. Das ist aus psychologischer Sicht natürlich kontraproduktiv. Dennoch finde ich es wichtig, aus Gerechtigkeitsüberlegungen gegenüber den Tieren und den Menschen, die keinen Zugang zu einem Bauernhof um die Ecke haben, nur die maximal nötige Menge an Tierprodukten zu konsumieren bzw. keine mehr.

      > Wir achten sehr darauf woher wir unsere Lebensmittel beziehen und kaufen Fleisch, Milch, Eier usw nur bei Bauern aus der Region. Massentierhaltung lehnen wir grundsätzlich auch ab.

      Das finde ich sehr interessant, denn Menschen, die sich tiefere Gedanken um die Folgen der Produktion ihrer Nahrungsmittel machen, gibt es, zumindest gefühlt, eher selten. Daher würde mich interessieren, wie Sie folgende praktische Fragen aus Ihrem Erfahrungsbereich beantworten würden:

      1) Da Sie regelmäßig Fleisch, Milch und Eier einkaufen, gehe ich davon aus, dass Sie für sich herausgefunden haben, dass Sie ohne diese Produkte kein gutes Leben führen können. Oder, dass es zu schwierig ist, darauf zu verzichten. Oder dass das Leid der Tiere für die eigene geringe Menge gerechtfertigt ist. Oder aufgrund des sozialen Umfeldes oder der Gesellschaft. Trifft eine dieser Annahmen zu? Was ist die Hauptmotivation für Ihren Tierproduktkonsum? Konsumieren Sie aus Ihrer Sicht genau die richtige Menge an Tierprodukten, um gesund zu bleiben oder mehr oder weniger? Könnten Sie noch weiter reduzieren, als Sie es jetzt schon tun?

      2) Sie lehnen Massentierhaltung grundsätzlich ab. Dieser Grundsatz wird beim eigenen Kaufverhalten für zuhause konsequent umgesetzt. Wie sieht es in Situationen aus, wo Sie die Herkunft der Tierprodukte nicht unter Kontrolle haben und die Produkte garantiert nicht vom Klein-Bauern um die Ecke kommen? Ich denke da zum Beispiel an die Kantine, die Mensa, unterwegs, auf Reisen, im Restaurant, im Cafe, beim geselligen Abenden bei Freunden, beim Grillen auswärts, bei Familiengeburtstagen, beim Kuchen-Snack auf Veranstaltungen etc.

      3) Fleisch: Schlachten Ihre Bauern selber (so wie der Bärenbrunnerhof) oder werden die Tiere in ein anonymes Schlachthaus verschafft?

      4) Milch: Welche Kuhrassen werden eingesetzt? Wieviel Kraftfutter bekommen die Tiere zu fressen? Was passiert mit den männlichen Kälbern? Werden die Tiere künstlich besamt? Wurden die Kühe enthornt?

      5) Eier: Welche Lege-Hennen-Rassen werden eingesetzt? Selbst die meisten Demeter-Hühner kommen z. B. von Lohmann und die Elterntiere dort haben – auch weil das Gesetz dort schwächer ist – ein sehr schlechtes Leben.

      6) Eier: Woher kommen die Küken? Viele Landwirte können aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht selber züchten und müssen auf Zuchtbetriebe zurückgreifen. Dort herrschen in der Regel die schlimmsten Zustände. Kennen Sie die genaue Herkunft der Küken und die Umstände der Aufzucht?

      Auf eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

      > in meiner Kindheit nicht immer Fleisch gab […] Wir alle als Gesellschaft sind doch daran schuld. […] steigt die Nachfrage werden Möglichkeiten geschaffen

      Mich würde dabei interessieren, ob Sie dann heute mehr oder weniger Fleisch konsumieren als in früheren Zeiten? Den Zusammenhang, dass die Nachfrage das Angebot schafft, kann ja heutzutage eigentlich jeder einzelne ausnutzen und sich freiwillig dazu entscheiden, auf Tierprodukte wo es geht zu verzichten. Die Gesellschaft bildet sich ja aus der Summe der einzelnen Mitglieder und die Menschen mit Einsicht sind die, die als erstes handeln sollten.

      Viele Grüße

  4. Christine H.

    Mit Interesse habe ich diesen Artikel und einige der bereits veröffentlichten Kommentare gelesen.
    Ich selbst finde es ebenfalls dringend notwendig, das Bewusstsein für das Tierwohl weiter zu schärfen, nicht nur für die Lebensumstände der „Schlachttiere“, sondern auch für alle anderen Tiere z.B. in Zoos, in Haushalten, in der Natur.
    Es wäre meiner Meinung nach viel geholfen und würde von der teilweise recht dogmatischen Diskussion wegführen, wenn wir Menschen der Natur insgesamt mit viel mehr Respekt begegnen würden, und damit meine ich den anderen Menschen, den Tieren, den Pflanzen, der Luft, den Böden und Gewässern.
    Dass Fleischkonsum allein aus ökologischen Aspekten auf ein Minimum reduziert werden sollte, ist das eine. Andererseits müssen wir uns ernähren, und Pflanzen sind auch Lebewesen. Und nur weil wir Menschen uns im allgemeinen einbilden, dass Pflanzen „niedere“ Lebewesen ohne Rechte sind, weil sie ja angeblich keine Schmerzen empfinden, dann fallen mir in diesem Zusammenhang viele Beispiele von inzwischen zum Glück widerlegten Behauptungen uns früheren Zeiten ein, wer angeblich keine Schmerzen empfindet und daher bei Operationen u.ä. nicht betäubt werden muss (Säuglinge) oder „niedere“ Tiere.
    Wo ziehen wir denn die Grenze? Bei Säugetieren, bei Fischen oder erst nach den Insekten und Würmern, die ja als gute Eiweißquelle in Teilen dieser Erde gelten?
    Ein letzte Sache möchte ich noch zu bedenken geben: sind die vielen Nahrungsergänzungsmittel und Convenience-Produkte für Veganer wirklich eine Alternative oder gar ein Gewinn? Letzteres sicher für die Hersteller, für die Erde sicher nicht. Da treibt die dogmatische Einstellung ganz seltsame Wurzeln.

    • > Wo ziehen wir denn die Grenze?

      „Klare Grenzen zu ziehen und Kategorien zu bilden, ist nicht einfach, da eine eindeutige Trennung oft nicht möglich oder sinnvoll erscheint. Eines ist jedoch sicher: Die Grenze zwischen Mensch und Tier ist eine willkürlich vom Menschen gezogene Grenze, die nicht rational begründet werden kann. Wer andere Lebewesen konkret schützen will, wird mit Kategorienbildungen eher sparsam umgehen und versuchen, so wenig Leid zu verursachen wie möglich. So kann davon ausgegangen werden, dass zumindest Tiere mit einem zentralen Nervensystem dazu fähig sind, Schmerzen zu empfinden.“ (vebu.de)

      Brauchen wir wirklich einer Hühner-Eier und Kuh-Milch im Kuchen? Brauchen wir wirklich Kuh-Milch im Kaffee-Latte? Brauchen wir wirklich Kuh-Milch-Schokolade? Bei „so wenig wie möglich“ ist bei uns noch viel Luft nach oben, bevor wir anfangen müssen, uns über solche Grenzen zu streiten.

      > oder erst nach den Insekten und Würmern, die ja als gute Eiweißquelle in Teilen dieser Erde gelten?

      Hier könnte man z. B. nach dem „Jeder nach seinen Bedürfnissen“-Prinzip vorgehen. Warum sollten wir hierzulande (industrialisierte Welt) weiterhin mit unserer Konsum-Nachfrage die Herstellung von Tierprodukten forcieren nur weil anderswo in der Welt die Menschen ganz andere Probleme haben als wir?

      > Andererseits müssen wir uns ernähren, und Pflanzen sind auch Lebewesen.

      „Aus ethischer Sicht sollte man selbst unter der Annahme eines Schmerzempfindens von Pflanzen darauf verzichten, Tiere zu essen. Denn durch den Konsum tierischer Produkte werden viel mehr Pflanzen verbraucht, als es bei einer pflanzlichen Ernährung der Fall ist. Somit würde man ganzheitlich betrachtet durch den Konsum pflanzlicher Produkte am wenigsten Leid erzeugen.“ (vebu.de)

      > sind die vielen Nahrungsergänzungsmittel und Convenience-Produkte für Veganer wirklich eine Alternative oder gar ein Gewinn?

      Die meisten dieser Produkte werden von „Flexitariern“ konsumiert. Die Veganer sind zwar oft die Buh-Leute, aber nicht immer an allem Schuld ;-). Was ist daran schlecht, Convenience-Alternativen für Convenience-Tierprodukte zu haben? Es erleichtert Menschen den Weg in einen tierprodukt-reduzierten Konsum.

  5. Annika Bromberg

    Trotz aller Diskussionen in den vorausgegangenen Beiträgen, wollen wir doch sicher alle das Gleiche: keine Tiere mehr in einer nicht tiergerechten Haltung. Schweine müssen im Stroh, besser noch in der Erde wühlen können und sollten nicht auf Spaltenböden stehen. Kühe brauchen kein Soja zu fressen, sie brauchen „nur“ Gras, Heu, Wasser und gegebenenfalls etwas Getreide und sie wollen sich bewegen können. Vieles muss in der Tierhaltung anders werden – dafür sollten wir uns gemeinsam einsetzen!
    Allerdings müssen wir uns auch von der Vorstellung lösen, die Tiere würden in der Natur bis zum Alterstod auf der Weide stehen. Bei Wildtieren erreichen die wenigsten Tiere das ihnen mögliche Höchstalter, sondern sie werden vorher von Raubtieren oder Parasiten zur Strecke gebracht.
    Auch wurden viele artenreiche Gebiete wie die Heide oder Kalkmagerrasenflächen, durch die von Menschen gelenkte Beweidung von Tieren erst erschaffen. Werden sie nicht weiterhin gepflegt wachsen sie wieder zu, verbuschen zunächst und werden dann zu Wald. Dies hat direkten Einfluss auf die Biodiversität (ein Beispiel dazu: https://www.nzz.ch/schweiz/die-gruenerle-erobert-die-alpen-1.18130369). Wir benötige also Tiere die diese Flächen pflegen. Der Landwirt, der wiederum die Tiere pflegt, braucht aber auch ein Einkommen (nur von guten Tarten alleine, kann man leider nicht leben). Entweder durch den Verkauf von Tieren (sprich Fleisch) oder durch Subventionen. Die heutige Subventionierung der Landwirte hat aber leider dazu geführt, das reiche Landwirte noch reicher werden und die, die etwas für den Naturschutz tun, wenig von den Geldern abbekommen. Hier ist die Politik gefragt, die aber anscheinend oft die Interessen der großen Landwirte vor die Interessen der Allgemeinheit stellt. Naturschutzmaßnahmen und eine möglichst naturnahe Landbewirtschaftung sollten aber gefördert werden (weitere Infos hier: http://www.arc2020.eu/)

    • > Der Landwirt, der wiederum die Tiere pflegt, braucht aber auch ein Einkommen (nur von guten Taten alleine, kann man leider nicht leben). Entweder durch den Verkauf von Tieren (sprich Fleisch) oder durch Subventionen.

      Bei gutem Willen, Tiere so weit wie möglich zu schonen, gibt es noch mehr Alternativen. Zum Beispiel diese hier:

      – Die Pflege der Tiere könnte auf den Verkaufspreis der pflanzlichen Produkte umgelegt werden.

      Was ist an sinnvoll gestalteten Subventionen schlecht? Der arm/reich- und groß/klein-Konflikt muss nicht zwangsläufig auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werden.

      Das Schlachten von Tieren mit rein wirtschaftlichen Motiven zu rechtfertigen, hält keiner ganzheitlichen ethischen Betrachtung stand und ist sogar gesetzeswidrig. Z. B. schreibt die Bundestierärztekammer 2015 in einer Stellungnahme zur Versorgung von Bullenkälbern der Milchviehrassen: „Die Bundestierärztekammer weist darauf hin, dass sowohl die systematische Vernachlässigung als auch das Töten ohne vernünftigen Grund – und wirtschaftliche Ineffizienz ist kein vernünftiger Grund – nicht nur unmoralisch ist, sondern auch einen Straftatbestand darstellt.“

  6. Karlheinz Jahraus

    Sehr geehrter Herr Zientz,

    Zu Ihrem Beitrag über Tiere möchte ich einige persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Zusammenleben und Arbeiten mit Tieren schildern.
    Ich habe zwanzig Jahre lang in der Biologisch-dynamischen Landwirtschaft (BDLW) und weitere 15 Jahre als Landschaftsgärtner gearbeitet und viele Erfahrungen mit Tieren gemacht.

    Die BDLW wurde von Rudolf Steiner entwickelt, wobei er, wie in der gesamten Antroposophie, spirituelle, also übersinnliche Aspekte, wesentlich miteinbezogen hat.
    Er weißt darauf hin, daß eine gesunde Landwirtschaft, ohne eine vernünftige Tierhaltung, nicht möglich wäre. Meine jahrzehnte-langen Erfahrungen in der Arbeit mit der Natur haben das bestätigt.

    Da die Frage nach dem Schlachten von Tieren eine wesentliche ist,möchte ich zunächst darauf eingehen.
    Ich habe selber Kleintiere geschlachtet und war oft beim Schlachten von Schafen, Schweinen und Rindern dabei.
    Eine ganz entscheidende Erfahrung, die m.E. Aspekte zeigen, wie diese Frage auch aus der Sicht der Tiere beantwortet werden könnte, möchte ich Ihnen schildern.
    Ich spreche ganz bewußt auch die spirituellen Aspekte an, da ich meine, daß ohne diese eine umfassende Antwort auf diese Fragen nicht möglich ist.

    Zu Beginn meiner landwirtschaftlichen Laufbahn war ich zu Besuch bei einem Kleintierzüchter, der drei Gänse schlachten wollte.
    Da er nicht in der Lage war, sie einzufangen, bat er mich,
    ihm dabei zu helfen. Am nächsten Tag wollten wir die Gänse gemeinsam schlachten.
    Ich erinnerte mich dann an Aussagen R. Steiners, daß auch Tiere eine Geistseele haben, ähnlich wie der Mensch einen Wesenskern, also sein Ich, hat. Nur eben nicht in ihrem irdischen Tierleib bewußt anwesend.
    Das wollte ich ganz ernst nehmen und dieses “ Gruppen-Ich“ der Gänse persönlich ansprechen. Am Abend ging ich zu den Tieren
    und sagte ihnen ganz einfach: “ Ihr werdet morgen geschlachtet, damit die Menschen euch essen können, denn sie haben Hunger.
    Eure Seele wird dann in ihre geistige Heimat zurückkehren.“

    Es war hier schon interessant zu beobachten, mit welch zugewandter
    Aufmerksamkeit mir die drei Gänse lauschten.
    Was dann am nächsten Morgen passierte,hielt ich eigentlich nicht für möglich.
    Ich ging in aller Frühe alleine zu den Gänsen. Sie standen schon bereit und ließen sich in aller Ruhe von mir nehmen. Als ich sie zur „Schlachtbank“ trug,waren sie ganz entspannt,aber hoch aufmerksam. Dann geschah etwas völlig unerwartetes, aber für mich zutiefst Bewegendes:
    jede einzelne Gans hielt mir ihren wunderschönen, schneeweißen Hals hin……..und zwar so,daß ich sie ohne Umstände schlachten konnte !
    Ich spürte auch, wie die ganze Zeit über, eine außer-gewöhnliche,feierliche Stimmung über dem Garten lag.
    Für mich war klar, die Tiere sind völlig damit einverstanden, daß wir sie töten und essen!
    Die Haltung und Schlachtung der Tiere muß aber respektvoll, wesensgemäß, in Dankbarkeit und in einem persönlichen Verhältnis geschehen.In der Massentierhaltung ist das nicht möglich.

    Ich habe mehrere Arten des Tötens von Tieren erlebt,auch im Schlachthof.
    Die Erlebnisse, die die Tiere dort oft haben ( Angst,Streß, Fluchtinstinkt,und ein deutlich erkennbarer Wille leben zu wollen )konnte ich genau so auch in Kenia, in freier Wildbahn,
    bei einem Büffel wahrnehmen, der von einem Löwinnenrudel gerissen wurde.

    Da wurde mir schlagartig klar, daß wir Menschen das Schlachten kultivieren können, so wie ich es mit den Gänsen erlebt hatte.

    Ich höre immer öfter von Demeterbetrieben, die ihre Tiere auf das Schlachten vorbereiten, teilweise mit richtigen Ritualen.
    In alten Kulturen war dies ja auch üblich.
    Heute müßte dies bewußt ergriffen werden, was eine tiefere Erkenntnis dieser Fragen erfordert.

    Seit ein paar Jahren gelingt es mir hin und wieder eigene übersinnliche Erfahrungen zu machen.
    So durfte ich,mehr als drei Jahrzehnte nach dem Erlebnis mit den Gänsen,eine bewußte Begegnung mit dem Geistwesen einer Nutztierart haben.
    Dabei wurde mir u.A.gezeigt, daß dieses Wesen von Herzen gerne seine irdischen Leiber für uns „hingibt“!
    Mir ist natürlich klar, daß in der heutigen, sehr materialistisch geprägten Zeit, die meisten Leute so was für Spinnerei halten.
    Wer mehr über diese Begegnung wissen möchte, kann sich gerne direkt an mich wenden.

    Wenn man Schlachten für unethisch hält, müßte man sich dann nicht die Frage stellen, ob Kulturen wie die Eskimos oder Massai eine Existenzberechtigung haben ?

    Müßte man sich dann nicht auch die Frage stellen, ob es vertretbar ist, Pflanzen zu essen, denn auch sie werden, spätestens in unserer Verdauung, abgetötet und können so nicht mehr ihrem natürlichen Tot entgegen gehen ?

    Ich habe nicht die geringsten Zweifel, daß auch die Wesen der Pflanzen voll damit einverstanden sind, daß wir ihre, im Irdischen erscheinenden Leiber, töten und von ihren Kräften leben.

    Es ist ein Unterschied, ob ein Mensch, ein Tier, oder eine Pflanze getötet wird.
    Das Wesen des einzelnen Menschen – sein Ich -, das seinem irdischen Leib braubt würde,hätte keine Möglichkeit mehr auf der Erde wirksam zu werden.
    Das wäre erst mit einer neuen Inkarnation wieder möglich.

    Das Wesen des Tieres, das gar nicht als individuelles Wesen im einzelnen Tierleib, sondern in allen Tieren einer Art – als seinem Organismus – lebt, kann in diesem Organismus weiter auf der Erde wirksam werden. Es muss nur dafür gesorgt sein, daß immer genügend Nachkommen da sind.
    Erst wenn eine Tierart ganz ausgerottet würde, könnte man von Tod sprechen, so wie man vom Tod bei einem Menschen spricht.

    Der Tod bei den Pflanzen ist nochmal etwas anderes.
    Im Unterschied zu Tier und Mensch ist bei ihnen alles das, was Wahrnehmung und Empfindung ermöglicht, nicht in ihrem Leib drinnen,sondern wirkt von außen ein.
    Sie haben deshalb z.B. kein Schmerzempfinden.
    Das Wesen der Pflanzen ist auch nicht in den physischen Pflanzen anwesend, sondern wirkt aus noch größerer „Entfernung“ als bei den Tieren, auf die irdischen Pflanzen ein.

    Wenn auch mein Beitrag nun recht lange wird, möchte ich doch noch den Aspekt der Evolution von Mensch und Natur kurz ansprechen.

    All die Wesen, die sich in der Natur in einen bestimmten Zustand begeben haben (Mineral, Pflanze, Tier) können keine „Höherentwicklung“ durchmachen. Aus einer Pflanze kann kein Tier entstehen usw.Die Natur kann sich immer nur im Kreise drehen und sich selber reproduzieren.
    Mit der Agrarkultur, also dem Bearbeiten der Natur durch uns Menschen, wird das aber anfänglich möglich.

    Bei der Züchtung von Pflanzen wird das Seelische stärker in den Pflanzenleib hineingezogen.Schön zu sehen ist das beim Obst,
    wo z.B.aus dem steinharten, grünen, geschmacklosen Holzapfel ein farbiger,süßer, aromatischer, essbarer Apfel gezüchtet wurde.

    Bei der Kultivierung der Wild- zu den „Haustieren“ hilft der Mensch den Tieren das Trieb- und Instinktleben, wenigstens anfänglich, zu überwinden.
    Eine Arbeit, die sonst nur der Mensch bewußt an seinem Seelenleben tun kann – aber nicht muß, wir sind da heute relativ frei ( wenn man von gesellschaftlichen Zwängen absieht).
    Das Tier erfährt hier (unbewusst), wie „Ich-Kräfte“ auf das Seelische einwirken.
    Das sind natürlich die Ich-Kräfte des Menschen, noch nicht des einzelnen Tieres, aber ich glaube, daß diese Erfahrung für die Tiere auf lange Sicht von Bedeutung ist.
    Ich denke, Antoine de Saint-Exupéry hat das geahnt, läßt er doch den Fuchs zum Kleinen Prinzen sagen: „ Bitte zähme mich“ !

    Da liegt noch eine große Aufgabe vor uns, die bewußt ergriffen werden müßte, wo auch ich noch viele Fragen habe.

    Ich halte es auch für sinnvoll, die Tiere direkt mit Worten anzusprechen.
    Anfangs war ich verblüfft, daß sie darauf antworteten – nicht mit Worten, aber mit Taten !

    Wenn man „Nutziere“ mit Herz und Verstand hält, hat nicht nur der Mensch einen Nutzen davon, sondern auch die Tiere.

    Sie werden nicht nur vor Raubwild und Witterung geschützt, oder mit Futter versorgt, sondern wir ermöglichen ihnen, das rein Tierische zu überwinden.

    Der Nutzen, den die Natur in der Agrarkultur haben kann, droht heute von zwei Seiten her verloren zu gehen.
    In der industriellen Landwirtschaft steht nur noch der Nutzen des Menschen im Fordergrund – die reine Ausbeutung der Natur.

    Auf der anderen Seite führt ein Naturschutzgedanke, der die Natur erhalten will, wie sie ohne den Menschen wäre, für die Natur in eine Sackgasse.
    Ein falsch verstandenes Mitgefühl mit den Tieren führt oft zu der Forderung, keine Nutztiere mehr zu halten.
    Das würde die Tiere wieder vom Menschen entfernen, sie würden wieder in die „Wildheit“ verbannt werden.

    Ganz kurz noch einige andere Aspekte:
    krank vom Fleischkonsum wird man nur, wenn man zu viel davon ißt, oder die Qualität nicht stimmt.
    Beides ist heute sehr oft eher die Regel, als die Ausnahme.

    Die Bodenfruchtbarkeit entwickelt sich am besten mit einer standortgerechten Tierhaltung.Das ist meine eigene Erfahrung und in wissenschaftlichen Arbeiten auch bestätigt ( siehe z.B. http://www.forschungsring.de/ ).

    Im Landwirtekurs von R. Steiner wird auf die zentrale Bedeutung des tierischen Dungs, insbesondere der Kuh, für die Qualität der pflanzenlichen Lebensmittel hingewiesen.

    Da gibt es viele Hinweise und noch viel zu erforschen.
    Siehe z.B. http://www.lebendigeerde.de/index.php?id=heft_2011_6

    Eine gesunde Landwirtschaft, auch mit Tieren, hilft das Klima zu schützen – im Gegensatz zur industriellen LW.
    Mehr hierzu z.B.in dem Buch von Anita Idel „ Die Kuh ist kein Klimakiller.

    Schöne Pfingstgrüße

    • Nathan V.

      Sehr geehrter Herr Jahraus,
      es ist sehr spannend die Sicht eines Demeter-Landwirten zu lesen. Einen solchen Einblick hatte ich bisher noch nicht. Für meine folgende Frage gehe davon aus, dass die biologisch-dynamischen-Prinzipien in Europa flächendeckend zur Ernährung der Menschen eingesetzt wird. Wäre es dann aus Ihrer Sicht möglich, die Schlachtzahlen der Tiere soweit zu reduzieren (indem z. B. die Tiere länger leben gelassen werden als bisher aus wirtschaftlichen Erwägungen üblich und indem keine Milchviehhaltung betrieben wird, die meines Wissens nur aufgrund der Kundennachfrage von außen nötig ist), dass nur noch so viele Tierprodukte produziert werden, dass allein die Landwirte und ihre Familien dieses Fleisch verwerten können und somit alle anderen Menschen in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft keine Tierprodukte essen müssen, um diese Form der Landwirtschaft nachhaltig zu gestalten?

      Oder haben alle Menschen in den hoch-entwickelten europäischen Gesellschaften sogar eine moralische Pflicht, ihren Anteil an Tieren und Tierprodukte zu essen? Mein Gefühl würde das verneinen. Wie sehen Sie das?

      Herzliche Grüße

    • Damian P.

      Sehr geehrter Herr Jarhaus,

      vielen Dank für Ihre Ansicht und Erfahrungen.
      Aus meiner Sicht kann man die Erfahrungen, die sie mit Tieren gemacht haben, jedoch auch anders interpretieren. Die Tiere haben sich Ihnen nicht geopfert, sondern im Vertrauen an Ihren Guten Willen Ihnen ihre Hälse hingehalten. Welchen Sinn hätte denn in diesen Fall ein Kampf ergeben?
      Ich würde auch wiedersprechen, dass Tiere nur ein Gesamtbewusstsein haben. Das Bewusstsein von Menschen und Nicht-Menschlichen Tieren wurde z.B. 2012 in der „ Cambridge Declaration on Consciousness“ verglichen und festgestellt, dass wir Menschen nicht einzigartig in unserem Empfinden von Bewusstsein sind:
      „Convergent evidence indicates that non-human animals have the neuroanatomical, neurochemical, and neurophysiological substrates of conscious states along with the capacity to exhibit intentional behaviors. Consequently, the weight of evidence indicates that humans are not unique in possessing the neurological substrates that generate consciousness.“

      Quelle: http://fcmconference.org/img/CambridgeDeclarationOnConsciousness.pdf

      Ich glaube die meisten Menschen, die Kontakt mit Tieren haben oder hatten, sei es auf einem kleinen Hof, ein Lebenshof mit Haustieren oder auch beim Kontakt in der Wildnis, würden auch wiedersprechen, dass Tiere keine eigene Persönlichkeit besitzen. Es gibt ängstliche, verspielte, neugierige, usw. Tiere. Ob menschlich oder nicht Menschliches-Tier keines ist komplett wie das andere ?.
      Die Landwirtschaft kann im Zweifel auch weiterhin Mist und Gülle verwendet werden, hierfür können die Tiere mit den Menschen leben ohne von Ihnen geschlachtet und gegessen zu werden. Ich schließe mich der Meinung vom Nobelpreisträger George Bernard Shaw an:
      „Animals are my friends and I do not eat my friends“
      Best Grüße

  7. Isolde R

    Hier noch mehr Informationen zur Kuhhaltung in Deutschland:

    ttps://vebu.de/tiere-umwelt/massentierhaltung-ausbeutung-von-tieren/kuehe-kuhhaltung-in-der-milchproduktion/

    oder zur Schweinehaltung, gelesen in:

    https://vebu.de/tiere-umwelt/massentierhaltung-ausbeutung-von-tieren/schweinemast-schweine-in-schweinehaltung/

    oder ist es wirklich so, dass nur „etwas Honig fehlt…“

    https://vebu.de/tiere-umwelt/massentierhaltung-ausbeutung-von-tieren/bienen-bienensterben-industrielle-bienenhaltung/

    etwas zu Hühnern:

    https://vebu.de/tiere-umwelt/massentierhaltung-ausbeutung-von-tieren/huehner-in-huehnerzucht-und-huehnerhaltung/

    gelesen in der Website von proveg:
    „Die meisten Sojabohnen werden zu 80 % Sojaschrot beziehungsweise -mehl und knapp 20 % Sojaöl verarbeitet. Der proteinreiche Schrot wird fast ausschließlich als Tierfutter verwendet. Nur 2 % des Schrotes dienen direkt der menschlichen Ernährung, etwa als Backzutat oder für vegan-vegetarische Fleischalternativen. Sojaschrot als Futtermittel hat somit nicht nur mengenmäßig den größeren Anteil an der Bohne, sondern mit bis zu 75 % auch an ihrem Wert. Das Öl ist längst nur noch das Nebenprodukt des Futtermittelanbaus.“
    Es ist also nicht nötig „einen Lebensraum fu?r einen Sojaacker umzupflu?gten…“
    Gäbe es weniger Nutztiere bräuchte es weniger Soja.

    Für die Natur, die Artenvielfalt:
    mehr dazu:
    https://vebu.de/tiere-umwelt/umweltbelastung-durch-fleischkonsum/

  8. Jörg Binder

    Ich habe gerade Ihren Artikel „Lasst uns über Tiere sprechen!“ in der Bank Spiegel Ausgabe 1/2018 gelesen. Leider verstehen auch Sie nicht, um was es bei Tierrechten geht und was für ein Potential in der veganen Lebensweise steckt. Sie suchen förmlich eine Entschuldigung oder Rechtfertigung zum Tiere essen und ausbeuten. Der Gaumenkitzel ist für Sie entscheidend und das Lebensrecht der Tiere zweitrangig! Sie stellen die Notwendigkeit des Tötens von fühlenden Lebewesen zur Fleischgewinnung als unausweichliche Tatsache dar, die erforderlich ist, damit die Natur im Gleichgewicht bleibt.

    Was sollen diese nichtssagenden Floskeln am Ende Ihres Artikels? Die Frage ist nicht, ob die Kühe lieber auf dem Bärenbrunnerhof leben würden oder in einem dunklen Stall mit hunderten anderer Tiere. Genauso könnte ich Fragen, ob Kinder die als Sklaven arbeiten müssen, lieber in einem Haus mit Wasser und Heizung oder in einer löchrigen, kalten Hütte leben wollen! Die entscheidende Frage ist doch, ob die Kühe geschlachtet werden wollen oder Leben möchten? Bitte entschuldigen Sie meine Direktheit, aber haben Sie sich einmal überlegt, das etwas mit einem Menschen nicht stimmen kann, wenn er „seine“ Tiere liebt und sie dennoch aus Profitgier einfach töten lässt und dann trauert? -Wie krank müsste ich sein, wenn ich das mit meinen Hunden machen würde!- Oder finden Sie das moralisch korrekt? Was glauben Sie denkt die Kuh? ….“Danke das Du mich umbringst, gerne lass ich mein Leben für einen Gaumenkitzel!“…Landwirte die davon leben, Tierprodukte zu verkaufen, können keine Tierfreunde sein. Egal ob Bio-Bauer oder Konventionell. Der Literatur-Nobelpreisträger Georg Bernard Shaw sagte einmal: „Tiere sind meine Freunde – und ich esse meine Freunde nicht.“

    Warum sollen für vegane Produkte Chemikalien auf die Felder ausgebracht werden? Sie haben wohl noch nicht von der bioveganen Landwirtschaft gehört. Warum soll Schweingülle besser sein?

    Warum um Himmelswillen sollen Weiden für Sojafelder geopfert werden? Rinder könnten auch auf Weiden leben, ohne das wir Menschen sie dafür töten oder ausbeuten. Die Existenz eines Tieres definiert sich nicht darüber, dass es als Nahrung für den Menschen dient. Schon gar nicht in der heutigen Zeit. Genauso wie der Mensch hat auch das Tier ein angeborenes Recht auf Leben.

    Vegan bedeutet nicht, nur noch Soja zu essen. Sie bedienen mit Ihren Aussagen die Vorurteile gegenüber der veganen Ernährung!

    Und warum wäre es verkehrt, wenn unsere Wälder wieder größer würden?

    Alles in allem ist Ihr Artikel sehr enttäuschend!

    Eine biovegane Landwirtschaft ist die machbare Alternative! Alles andere ist ein Verrat an den Tieren, der Natur und der nachfolgenden Generationen.

    Die GLS-Bank ist für mich die Alternative zu den unethisch arbeitenden Banken. Meine Hoffnung ist das die GLS-Bank sich weiterentwickelt und in naher Zukunft die vegane Lebensweise favorisiert.

  9. JP Hofmann

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel!

  10. Nathan V.

    Vielen Dank für Ihren Artikel zu dem Thema, das leider noch viel zu selten auf der Tagesordnung ist.

    Ich finde es sehr gut, dass Sie Fragen zum Nachdenken stellen. Wie schon in dem Kommentar vorher angemerkt, sticht eine Frage besonders hervor: „wu?rden meine Bienen akzeptieren, dass fu?r vegane Produkte Chemie auf die Felder kommt, wenn dadurch weniger Schweinemast betrieben wird?“ –> Diese Frage stiftet aus meiner Sicht große Verwirrung, da sie den „vegan = Chemie“-Tenor impliziert, der immer noch verbreitet wird. Den möglichen falschen Schluss könnte man direkt in einem nächsten Satz entlarven, denn Pflanzen und Getreide („vegane Produkte“) können auch mit ökologischer Landwirtschaft ganz ohne Pestizide angebaut werden. Es besteht also gar kein Konflikt; vegane Produkte und Naturschutz gehen Hand in Hand.

    „Fänden es die Mistkäfer, Tausendfu?ßler und Schmetterlingsraupen auf einer Kuhweide gut, wenn wir ihren Lebensraum fu?r einen Sojaacker umpflu?gten?“ –> Sollte man direkt im nächsten Satz klären. Das meiste Soja geht derzeit in die Tiermast. Die Frage ist daher schnell beantwortet: Mistkäfer, Tausendfüßler und Schmetterlingsraupen würden sich sehr freuen, wenn der Großteil der industrialisierten Menschheit vegane BIO-Produkte nachfragen würde.

    „Oder dass daraus wieder Wald wird, weil es keine Tierhaltung mehr gibt?“ –> Eine spannende Frage! Dazu finde ich folgende Frage spannend: „Wieviele Tierprodukte muss man pro Jahr in Deutschland als Einzelner mindestens essen, damit eine nachhaltige Landwirtschaft inklusive Landschaftfspflege weiterhin möglich ist?“ 16 kg (statt über 80 in Europa) Fleisch und 33 kg (statt über 250 in Europa) Milchprodukte pro Jahr wie es Greenpeace derzeit vorschlägt? Vermutlich wären wesentlich weniger nötig. Ich schätze die nötigen Verbrauchszahlen derer, die selber keine Tiere halten, ist nahe Null. Was sagen anerkannte Experten zu dieser Frage?

    Toll finde ich, dass Sie den Bärenbrunnerhof besucht haben, wo selber geschlachtet wird; wenn auch schweren Herzens. Im Artikel stand nicht, in welchem Alter die Tiere dort geschlachtet werden. Meinen bisherigen Recherchen zufolge geschieht das meist weit vor Ende der natürlichen Lebenserwartung. Wie macht das der Bärenbrunnerhof? Und dabei würde ich gerne wissen: Auf welche Art könnte man den Menschen dort helfen, so dass sie die Tiere bis zum maximal möglichen Alter leben lassen können (vielleicht sogar auf natürliche Weise sterben lassen?), bevor es ins Schlachthaus geht? Welche grundsätzliche Hindernisse stehen dem Lebenlassen im Weg oder würde es nur an Geld fehlen, weil dann weniger Fleisch teurer verkauft werden müsste?

    Herzliche Grüße

  11. Mariel Davies

    Herr Zientz,

    vielen Dank für diesen wirklich gut geschriebenen Artikel. Was mich etwas verdutzt hat, ist die Überlegung dass eine vegane Ernährungsweise eine großflächige industrielle Landwirtschaft mit Einsatz von chemischem Dünger fördern würde.

    aus dem Artikel:
    „Ganz andere Probleme waren auf dem Weg hierhier zu sehen: größflächig industrialisierte Landwirtschaft, oft tierfrei mit Einsatz von chemischem Dünger.“
    „Würden meine Bienen akzeptieren, dass für vegane Produkte Chemie auf die Felder kommt, wenn dadurch weniger Schweinemast betrieben wird?“

    Vielleicht kommt der Gedanke aus dieser Überlegung: Würden viele Menschen keine Tiere mehr essen, würde weniger Gülle produziert, ein biologischer Dünger und somit der Verbrauch von chemischen Dünger gefördert.
    Das Gegenteil ist der Fall. Denn wofür werden die meisten „veganen Produkte“, also Getreide und Hülsenfrüchte, in industriell angebaut und verbraucht? Für Tiere. Schweine, Hühner und auch Kühe bekommen Soja, Mais und andere Getreide verfüttert.
    Würden viele Menschen keine tierischen Produkte mehr essen, bräuchten wir somit weltweit weniger Acker, Monokultur, Dünger allgemein und es würde vermutlich eine freundlichere Welt entstehen für Ihre Bienen.

    • Hallo Mariel Davies, danke für Deine gute Rückmeldung. Dieser Punkt ist tatsächlich im Artikel nicht ganz klar geworden: Die Mehrzahl der als vegan ausgezeichnete Produkte werden mit chemischen Spritz- und Düngemitteln in „ausgeräumten“ Landschaften hergestellt. Viele Veganer legen allerdings Wert auf Öko-Lebensmittel, und biovegan ist unserer Wahrnehmung nach immer stärker gefragt. Aber es gibt (noch) wenige biovegane Höfe und die Bodenfruchtbarkeit ohne tierischen Dung zu verbessern ist deutlich aufwändiger bzw. es gibt auch die Meinung, dass dies nur im Kleinen, nicht aber großflächig für die Welternährung möglich ist. Eventuell können Leser*innen eigene Erfahrungen dazu einbringen. Einstweilen ist es so, dass viele als vegan ausgezeichnete Lebensmittel dadurch für Tierleid sorgen, dass die industrialisierte Landwirtschaft Lebensräume von Singvögeln, Wildtieren, Insekten, u.a. zerstört. Das ist eine der vielen Widersprüchlichkeiten, in denen wir alle leben. Biovegan wir hoffentlich immer mehr zu einer Lösung. Rouven Kasten für Falk Zientz

    • Nathan V.

      Sehr geehrter Herr Kasten,

      die Widersprüchlichkeiten, in denen wir leben, sind speziell im Bereich des Tierkonsums gar nicht so groß als es mit dem „Vegan = Industrie und Chemie und auch schlecht für die Insekten“-Bild, mit dem Sie Ihre Argumentation untermauern, suggeriert wird. Mir ist aufgefallen, dass in den Texten immer wieder Begriffe vermischt oder nicht scharf genug getrennt werden. Dadurch redet man aneinander vorbei und eine saubere Argumentation wird erschwert. Ich habe einmal versucht, die betreffenden Begriffe herauszuarbeiten:

      „Bio-Produkt“ = ein Produkt aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft; je nach Kriterienkatalog EU-Bio, Bioland, Naturland oder Demeter („bio-dynamisch“)

      „vegan“ = „Veganism is a way of living which seeks to exclude, as far as is possible and practicable, all forms of exploitation of, and cruelty to, animals for food, clothing or any other purpose.“ (https://www.vegansociety.com/go-vegan/definition-veganism)

      „Veganes Produkt“ = ein Produkt, das veganen Kriterien entspricht; im Allgemeinen hat das Produkt keine Zutaten tierischen Ursprungs. Über die Form des Düngers in der Landwirtschaft wird derzeit eher selten eine Aussage getroffen.

      „als vegan ausgezeichnetes Produkt“ = ein Produkt, dass ein Vegan-Label hat. Davon gibt es verschiedene. Gemeinsamkeit: das Produkt hat keine Zutaten tierischen Ursprungs. Die meisten Labels machen gar keine Aussage über die Landwirtschaft, die die nicht-tierischen Zutaten erzeugt hat. Dies ist eine kleine Teilmenge von „veganen Produkten“ und daher für Argumentationen allgemeiner Art ungeeignet.

      „Bio und veganes Produkt“ = Kombination aus „Bio-Produkt“ und „Veganes Produkt“, z. B. Kartoffeln aus Bioanbau, mit oder ohne Tierhaltung für die Düngung.

      „Als veganes ausgezeichnetes Bio-Produkt“ = Kombination aus „Bio-Produkt“ und „als vegan ausgezeichnetes Produkt“, z. B. Kartoffeln mit V-Label (habe ich zwar noch nicht gesehen, aber das ist ja denkbar) oder ein veganes Bio-Tiefkühlfertiggericht. Dies ist eine kleine Teilmenge von „Bio und veganen Produkten“ und daher für Argumentationen allgemeiner Art ungeeignet.

      „Bio-veganer Landbau“ = Landwirtschaft, die ohne Züchtung von Wirbeltieren auskommt, siehe http://biovegan.org/

      Demnach muss es nicht gleich der noch fern liegende „Bio-vegane Landbau“ sein, um für Mensch, Tier und Umwelt hierzulande einen Weg aus der pestizid-behafteten und tierausbeuterischen Sackgasse aufzuzeigen. Mit „Bio und veganen Produkten“ auf unserem täglichen Speiseplan haben wir jetzt und heute schon greifbare Werkzeuge, um einen Riesenschritt vorwärts zu kommen.

      Viele Grüße

  12. Keith Gelfert

    Ein gute Ausrede, trotz aller Erkenntnisse dann doch Tiere zu Essen, gibt es ja immer.

    Zitat: Wenn es um Tiere geht wird es schnell emotional und persönlich.

    Das stimmt, denn für die Tiere ist es immer emotional und was mit Ihnen passiert ist für sie sehr persönlich.

    Zitat: Es gibt auch einige Schattierungen und Farben

    Stimmt auch. 2 % ist ja Bio, also nur 98% Massentierhaltung. Übrigens haben die 2% Bio-Haltung mit dem Bericht und der Bauernhofromantik vom Bärenbrunnerhof nichts zu tun.

    Schöne Schattierung.

  13. Aksel Uhl

    Danke für diesen Beitrag!
    Diese authentische, offene, kontroverse Auseinandersetzung brauchen wir: Eine dialogische Auseinandersetzung unterschiedlicher Perspektiven auf Augenhöhe und mit klarem Bewusstsein über unseren eigenen Schmerz.
    Wenn uns am Ende noch ein solcher Dialog mit dem konventionellen Massentierhalter gelingt, dann könnte Wandlung im Gange sein… ; )

    • Keith Gelfert

      Dialog auf Augenhöhe lässt leider die Tier und Umwelt außen vor, denn die stehen offensichtlich ganz weit unter uns.

  14. Danke für den Artikel, der Fragen zu diesem auch für mich wichtigen Thema aufwirft und die Farben offen lässt.

    Klar ist für mich ein empathischer Umgang mit den Tieren.

    Mir ist es dabei wichtig, das gesamte Leben zu betrachten, auch von uns Menschen. Dabei ist die sogenannte „Massentierhaltung“ weder für die betroffenen Tiere schön, noch bringt es für uns einen Mehrwert. Doch wenn wir kleinere Hofeinheiten betrachten, wie im Artikel beschrieben, oder die Haltung von paar Bienenvölkern oder aber auch manche Formen der Jagd, sieht es anders aus: Dann fehlt mir etwas in der Betrachtung, wenn ich einfach antworte „leben lassen“. Nehmen wir dafür an, dass die gesamte Welt auf eine vegane Lebensweise (nicht nur Ernährung) umschwingt und so kein Tier mehr bewusst getötet wird. Einige Ernährungsgrundlagen würden uns verloren gehen: Alle Pflanzen und Kleintiere, die wir Menschen nicht direkt essen können, namhaft in Form von Grünland (Kühe/Schafe/Ziegen), einzelne Körner/Kleinsttiere (Hühner), Algen/Plankton (Fische) oder Bäume (Rehe) und Eicheln (Wildschweine). Muss denn überhaupt alles genutzt werden? Bei der aktuellen Anzahl an Menschen bin ich der Meinung, dass jedenfalls nur beschränkt Potential aufgegeben werden sollte. Hier geht es für mich um ein weiteres ethisches Gut, die Sorge um die Menschen. Weitere Effekte würden auftreten: Wenn wir z.B. in unserer vom Menschen geprägten Landschaft Rehe laufen lassen, verringert sich die Baumarten-Anzahl (und damit Biodiversität) im Wald und die Masse an nachwachsendem Holz geht zurück – ist das nicht ein wichtiger Rohstoff einer nachhaltigen Zukunft? Eventuell tritt irgendwann tatsächlich eine natürliche Regulierung ein – das wäre eine Seuche oder Verhungern durch Nahrungsmangel, doch damit ist in meinen Augen weder den Wildtieren noch uns Menschen geholfen.

    Speziell mit den letzten Sätzen möchte ich an dieser Stelle meiner Verantwortung als Forst-Ingenieur und Jäger gerecht werden und vor zu einseitige Betrachtungen warnen. Wer aktives Töten ohne Kompromiss ausschließt, sollte sich der Konsequenzen auf eine lebenswerte Welt bewusst sein. Zum Leben gehört nämlich auch immer Vergehen dazu, damit Neues entstehen kann.

    • Nathan V.

      Hallo Tobias,

      sehr schön, hier die Perspektive eines Forst- und Jagd-Experten zu lesen. Ich selber konsumiere seit 7 Jahren möglichst nur noch vegane Produkte und ecke in Diskussionen derzeit manchmal bei meinen Umweltschutz- und Naturschutzfreunden an, wegen der Punkte, die du angeführt hast. Mich interessiert nun Folgendes. Tierhaltung zur landwirtschaftlichen Produktion und Landschaftspflege sind für mich die eine Seite. Das, was man sich als Durchschnittsverbraucher in den Einkaufswagen legt, eine andere. Wenn wir industrialisierten Menschen in Deutschland oder Europa nun…

      1. nur noch die Tiere halten, die für eine nachhaltige Wirtschaftsweise nötig sind;
      2. diese aber dann so spät wie möglich töten (z. B. keine gesunden Kälber, Lämmer etc. und ausgewachsene Tiere nicht schon nach 2 Jahren);
      3. und dabei nur so viele Wild-Tiere jagen, wie es mit gutem Willen höchstens nötig ist zur Pflege der Landschaften…

      …Würden dann überhaupt noch nennenswerte Mengen an Milchprodukten für den Massenmarkt produziert?
      …Wieviel kg Fleisch ständen jedem Bürger des Landes im Durchschnitt pro Jahr zur Verfügung?
      …Bliebe überhaupt noch Fleisch für die Menschen hier übrig, da derzeit ja ein große Menge Fleisch, das auch Menschen essen könnten, in Form von Katzenfutter an unsere vielen Hauskatzen verfüttert wird?

      Über Ihre Einschätzung würde ich mich sehr freuen.

    • Hallo Nathan,

      belastbare Zahlen, wie viel kg Fleisch erzeugt werden könnten, kann ich nicht bieten. Wie ich sehe, haben Sie / hast Du weiter oben Ergebnisse einer Greenpeace-Studie vorgestellt. Vielleicht haut das hin, möglicherweise sind die Mengen noch geringer. Klar ist: Mit den aktuellen (durchschnittlichen) Ernährungsgewohnheiten hier in Deutschland hätte auch mein Szenario nichts mehr zu tun. Es passt auch nicht in eine Wirtschaftsweise, die finanzielle Ergebnisse vordergründig bedient, vor menschlichen Bedürfnissen.

      Daher habe ich nichts gegen vegane Gerichte, sondern versuche, mal erfolgreicher, mal weniger, mich selbst überwiegend vegetarisch oder vegan zu ernähren. Es ist eher der absolute Anspruch im Veganismus, mit dem ich nicht mitgehen kann, nicht die grundsätzliche Richtung. Ich würde auf dem Weg früher anhalten.

      Zu den Haustieren: Da bin ich persönlich der Meinung, dass wir sowieso versuchen sollten, deren Anzahl insgesamt zu verringern. Mein Eindruck ist, dass sie vermehrt zur „Nähe“ gehalten werden. Mir wäre es lieber, wenn wir sie durch mehr zwischenmenschliche Kontakte und Nähe erreichen.
      Das ist natürlich eine Paradoxie: Aus Tierliebe viele Haustiere (Katzen/Hunde) halten und denen Fleisch anbieten. (Nein, mit Gemüse würde ich keinen Hund ernähren; doch dadurch steigt natürlich die nachgefragte Fleischmenge.)

  15. Guter Artikel und sehr schön geschrieben. Als Journalisten schätze ich die Betrachtung aus verschiedenen Perspektiven und die Offenheit Ihrer selbst, sich dem Thema „neu“ anzunähern. Als Tierrechtsaktivistin widerspreche ich den Grauzonen. Wir können über Religion, Politik und persönliche Vorlieben in der Mode über die Farben streiten. Kommt es jedoch zu lebenden Wesen dann ist es egal, ob sie nach 9 Monaten oder 10 Jahren oder 28 Jahren getötet werden. Fakt ist, dass wir für 5 Sekunden Geschmack einem Tier das Leben nehmen. Und das obwohl es keinerlei gesundheitlichen Mehrwert bietet. Im Gegenteil. Am Ende des Tages stehen wir vor einer Entscheidung und warum sollten wir den Bolzenschuss wählen, wenn wir die Tiere stattdessen einfach mit Liebe begegnen und sie leben lassen können.

  16. Julius A.

    Sehr gut geschrieben!!

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