Der Wirtschaftsteil :: kompakt Nr. 304 – Thema Radwege

Traditionell kommt das Thema Rad hier im Sommer häufiger vor als im Winter, es erscheinen in den helleren Monaten einfach mehr beachtenswerte Artikel zum Thema. Wie gerade in der FR, da geht es um die aufgemalten Radstreifen auf Straßen, der Einstieg in den Text ist ebenso drastisch wie angemessen:

Auf vielen Frankfurter Straßen befindet sich am rechten Fahrbahnrand ein schmaler, durch eine gestrichelte weiße Linie von der Fahrbahn getrennter Streifen. Autofahrer glauben, es handele sich dabei um einen Parkplatz, Taxifahrer glauben an einen Wartebereich, Brummifahrer an eine Be- und Entladezone und Motorradfahrer an eine Ampelstau-Überholspur. Radfahrer glauben, es sei ein Radweg. Juristisch sind die Radfahrer im Recht und können sich das bei Bedarf auf den Grabstein meißeln lassen.

Ebenfalls drastisch und deutlich, auch an die Nerven gehend, wird das in einem ZDF-Film dargestellt: “Muss Radfahren so gefährlich sein?”

Wie es aussieht, wenn der Radverkehr vernünftig und gründlich geschützt wird, das kann man bei SPON nachlesen: “Im Berliner Bezirk Mitte entsteht ein Radfahrstreifen, der in Deutschland seinesgleichen sucht. Auf der Karl-Marx-Allee, einer der bekannteren und breiteren Straßen der Stadt, bekommen Radfahrer auf 800 Metern Länge eine bis zu vier Meter breite Extraspur. Diese wird durch einen Sicherheitsstreifen, Poller und parkende Pkw komplett von der Fahrbahn für Autos, Lkw oder Motorräder separiert. Vor wenigen Wochen haben die Bauarbeiten begonnen.

Man kann mittlerweile auch auf ausländische Erfolgsgeschichten hinweisen, ohne ständig zwanghaft Kopenhagen oder Amsterdam dabei zu erwähnen. “Das Unvorstellbare ist geschehen, mitten in Madrid. Wo sich jahrzehntelang dicht an dicht Blechkolonnen über sechs Spuren wälzten, sollen nun auch Fahrradfahrer entspannt entlang der Hochhäuser aus verschiedensten Stilepochen pedalieren. Die Gran Vía, Prachtstraße und Objekt des Nationalstolzes in einem, wird umgebaut, und zwar radikal. 

Zum Schluss aber noch etwas anderes: Einige Anmerkungen zur rasanten Entwicklung der Geräte, mit denen man Radwege befährt, die nämlich an Komplexität und technischer Abhängigkeit gerade signifikant zunehmen: “Wer die Neuheiten durchstöbert, welche die Fahrradindustrie gerade vorstellt, bekommt das Gefühl: Als innovativ gilt ein Rad erst dann, wenn es sich mit einer App verbindet, den Pulsschlag mit dem Elektromotor koppelt und die Wettervorhersage in den Helm ausspielt. Dieser ist dann am Besten irgendwie mit einem Display ausgestattet und muss dann mindestens dreimal wöchentlich aufgeladen werden.

Der Wirtschaftsteil „kompakt“ ist eine Kolumne aus kuratierten Beiträgen der Wirtschaftsgazetten und Blogs von Maximilian Buddenbohm, diesmal mit dem Thema Rad und Radverkehr.

 

Foto: bobsairport

  1. Sehr schöner passender Text. Radwege sind immer noch ungeliebte Stiefkinder der Kommunen!

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