Biogas-Anlagen in Kenia: Ein Projekt mit vielen Gewinnern

Biogas-Anlagen in Kenia: Ein Projekt mit vielen Gewinnern

In ländlichen Regionen Kenias gibt es keinen Strom und somit auch keine Elektroherde. Frauen müssen stundenlang Feuerholz suchen und mühsam auf ihrem Rücken nach Hause tragen. Die Folgen sind unter anderem Entwaldung durch Abholzung, aber auch Gesundheitsprobleme durch das Einatmen von giftigem Rauch. Hier setzt die Arbeit der kenianischen Organisation SACDEP an: Kleinbäuer*innen werden an die Nutzung von Biogas-Anlagen herangeführt. Das Klimaprojekt wird aus Mitteln des GLS Bank Klimafonds gefördert.

Die GLS Investments, eine Tochter der GLS Bank, die sich der Entwicklung nachhaltiger Fondskonzepte widmet, verzichtet seit Auflage des GLS Klimafonds auf einen Teil ihrer Einnahmen. Das Geld fließt stattdessen in Klimaprojekte wie zum Beispiel die Biogas-Anlagen in Kenia. Der Kontakt zu diesem Projekt kam durch die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung zustande. Bereits 2021 konnten einige kenianische Kleinbäuer*innen gefördert werden. Mit der Unterstützung aus Bochum kommen in diesem Jahr 20 weitere Biogas-Anlagen hinzu.

Stiftung mit viel Erfahrung

Die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung fördert zahlreiche innovative Projekte, die soziale Aspekte mit Klimaschutz verbinden. Die Stiftung hat fast 40 Jahre Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit, unterstützt 77 Projekte in 18 Ländern weltweit und kooperiert jeweils mit lokalen Projektpartnern. Die gemeinnützige Organisation SACDEP ist bereits seit über 20 Jahren Partner der Stiftung. In verschiedenen Regionen Kenias verfolgt die Organisation einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz: Sie schult Gruppen von Kleinbäuer*innen über mehrere Jahre hinweg in verschiedenen Themenbereichen der nachhaltigen Entwicklung. Dazu zählen der ökologische Landbau, das Wassermanagement, Tierzucht und Tierhaltung sowie die Wiederaufforstung.

Kuhdung und Gartenabfälle liefern Biogas

Auch bei dem Umstieg auf kleine Biogas-Anlagen wird SACDEP aktiv. Das Prinzip dahinter ist simpel: Im sogenannten Biogas-Dom wird organische Materie wie Kuhdung oder Gartenabfälle zersetzt. Es entsteht Methangas, das direkt in die Haushalte der Kleinbäuer*innen fließt und zum Kochen sowie für die Beleuchtung zur Verfügung steht. Die wertvollen Pflanzenreste bleiben dem Gartenkreislauf nach der Biogasfermentierung über den Kompost erhalten.

Im Projekt extra ausgebildete Techniker*innen betreuen die Bauvorhaben. Sie nehmen eventuelle Wartungsarbeiten und Instandsetzungsmaßnahmen vor. Das Projektteam kümmert sich um die Finanzierung der Material- und Baukosten sowie um einen Gasherd und eine Lampe für jeden angeschlossenen Haushalt. Die Kleinbauernfamilien wiederum beteiligen sich als Eigenleistung am Bau der Anlage. Sie kommen auch für die Kosten der Verlegung für die notwendigen Gasleitungen auf.

Das Projekt hat viele verschiedene sozial-ökologische Vorteile und kennt daher viele Gewinner:

  • der Wald, der weniger für abgeholzt wird,
  • die Bäuer*innen, die nicht länger den giftigen Rauch ihrer Holzfeuer einatmen müssen,
  • die Frauen, die ihre Zeit sinnvoller nutzen können als für das Suchen von Feuerholz und
  • der lokale Arbeitsmarkt, auf dem Jobs für Anlagentechniker*innen geschaffen werden.

Glücklich über die Förderung aus dem Fonds

Annette Massmann, Vorständin der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung, ist begeistert von dem Projekt: „Die Investition in eine Biogas-Anlage ist für die Kleinbauernfamilien zu groß, um sie selber leisten zu können. Sobald sie jedoch eine solche Anlage nutzen können, steigen das Produktionsvermögen ihrer Farmen, ihr Einkommen, ihr Vermögen zu reinvestieren, die Gesundheit und der Bildungsstand in den Familien merklich an. Wir sind sehr glücklich über die Förderung aus dem GLS Bank Klimafonds, dank derer immer mehr Familien eine solche Anlage nutzen können.“

Der GLS Klimafonds hat 2021 erstmals die 200-Millionen-Euro-Marke überschritten und lag zum Ende des Jahres bei einem Volumen von rund 289 Mio. Euro (Stand 30.12.2021).

Findet ihr dieses Projekt aus unserer Reihe “Geförderte Klimaschutzprojekte” ebenso sinnvoll wie wir? Schreibt uns gerne eure Meinung oder einfach eure Likes in die Kommentare!

Über diese Projekte haben wir bereits berichtet: Westwind in Hamburg bringt Menschen aufs Fahrrad und Geoscopia ist besser als viele Bücher.

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