Bio

Unsere Wahl: Mehr Bio!

Wir brauchen mehr Bio – Landwirtschaft und mehr Bio – Lebensmittel. Die Politik muss mehr tun.

Bei der Ernährung sind alle mitverantwortlich. Aber die Verbraucher*innen will billige Lebensmittel. Der Discounter will seine Rendite, genauso wie der Verarbeiter. Und auch der Bauer erwartet seinen Gewinn.

Nikolai Fuchs, Vorstand der GLS Treuhand

Dass dabei im Normalfall die Umwelt Schaden nimmt? Geschenkt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Kosten übernehmen unser Kinder und Enkel. Sie müssen sich damit beschäftigen, wie sie mit vernutzten Böden und giftigem Trinkwasser umgehen. Die sind die Folge der einseitig spezialisierten, industriellen Landwirtschaft. „Das ist wie beim Diesel und der Luft. Ich nenne das den unlauteren Generationenvertrag“, sagt Nikolai Fuchs, Vorstand der GLS Treuhand.

Das Problem: Die Folgen von Überdüngung und intensiver Nutzung von Pestiziden finden sich nicht im Preis wieder. Die Kosten gehen jedes Jahr in die Milliarden. „Das ist ein klares Marktversagen. Darum braucht es ein Korrektiv“, erklärt Fuchs.

Die GLS Bank fordert: „Wir brauchen eine konsequente Abgabe auf die Nutzung von Pestiziden und Stickstoffdünger. Maßgeblich müssen die Kosten sein, die durch Reinigung und Aufbereitung zukünftig entstehen. Wer Wasser und Boden verschmutzt, muss dafür die Verantwortung tragen.“

Die Hoffnung dahinter: Nur dann sagen die Preise die ökologische Wahrheit. Und dann wäre Bio, das mit weitgehend geschlossenen Kreisläufen wirtschaftet, auch wettbewerbsfähig.

Das wollen die großen Parteien

  • Die Union setzt auf „sattellitengestützte ‚Präzisionslandwirtschaft‘“, um „Millionen Tonnen Düngemittel“ einzusparen und Umweltschäden zu vermeiden.
  • Die SPD will „Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger“ auf das „unbedingt notwendige Maß reduzieren“.
  • Die Grünen planen ein „Programm“, das Pestizideinsatz eindämme und Pestizidabgabe enthalte. Mit „Sofortmaßnahmen“ soll die „flächendeckende Vergiftung und Überdüngung“ eingedämmt werden.
  • Die Liberalen betonen: „Der Grundsatz einer bedarfs- und standortgerechten Nährstoffversorgung der landwirtschaftlichen Kulturen bleibt für uns auch in Zukunft der Maßstab der Düngung.“ Pflanzenschutzmittel müssten ausreichend verfügbar sein.
  • Die Linke sieht eine „Reduzierung des Schadstoffeintrags durch Düngemittel und Pestizide“ vor. „Wir fordern ein sofortiges Verbot von besonders umweltschädlichen Pestiziden wie Glyphosat und Neonikotinoiden.“
  • Mehr Infos bei Bioland.

Fazit: Wir brauchen mehr Bio. Nicht nur auf dem Wahlzettel, sondern auch in unserem Alltag. Legen wir los!

Foto: Strohballen; Pixino // Nikolai Fuchs; Frank Rogner

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