„Frauen bewegen mich“ – Teil 3 – Janine Steeger

Frauen machen kleine und große Schritte zu einer innovativen zukunftsfähigeren Gesellschaft – häufig bleibt es unbemerkt. Diese Leistungen müssen sichtbar werden, wir müssen institutionelle Barrieren abbauen und brauchen Vorbilder, die zeigen, wie Frauen sich gegenseitig helfen, unterstützen und Türen öffnen.

Genau hierum geht es in der Blogreihe „Frauen bewegen mich“. Unglaublich viele Frauen der GLS Community setzen sich mit ihrer Arbeit für Geschlechtergerechtigkeit ein und reißen uns mit ihrem Engagement mit. Sie gründen, informieren, helfen, reisen, schreiben, arbeiten und leben mit der Mission, die Welt weiblicher/feministischer zu gestalten. Erfahrt mehr über ihren Werdegang, ihre Anliegen und ihre tägliche Arbeit – hier im Blog bei „Frauen bewegen mich“.

Als dritte in der Reihe stelle ich euch Janine Steeger vor, auch bekannt als „Green Janine“.

Janine Steeger beschreibt ihre Wut im Bauch, als sie auf dem Bild der Preisverleihung des „Deutschen Nachhaltigkeitspreises“ 2017 ausschließlich Männer entdeckte. Sie hatte viele Frauen mit Expertise im Nachhaltigkeitsbereich hinter den Kulissen kennengelernt, doch auf der Bühne standen – wie so oft – nur Männer. Mit der Plattform Futurewoman hat Janine einen Weg gefunden, Frauen im Nachhaltigkeitsbereich sichtbar zu machen. Janine rief die Initiative ins Leben, gegründet hat sie allerdings als Team gemeinsam mit Dr. Saskia Juretzek und Sandra Broschat.

Futurewoman ist eine Suchplattform für Veranstalter. Hier finden sich Expertinnen zu allen Themenbereichen der Nachhaltigkeit. Mittlerweile hat sich Futurewoman zusätzlich als Netzwerk weiterentwickelt. Die Frauen lernen voneinander oder gemeinsam in der Futurewoman Academy und entwickeln Ideen für den Kampf für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Der Wandel ins nachhaltige Leben

Für Janine Steeger gehörte der nachhaltige Lebensstil lange Zeit nicht zu ihrem Alltag. Janines Veränderung begann mit der Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima im Jahr 2011, die sie schwanger zuhause im Fernseher beobachtete.

„Vor diesem Erlebnis war Nachhaltigkeit oder Klimaschutz kein Thema für mich. Aber die Fukushima Katastrophe hat mich nachdenklich gemacht. Ich wollte etwas verändern und habe mich mit kleinen Schritten auf den Weg gemacht“,

so Janine. Zuerst kam die nachhaltigere Kaffeemaschine, der Wechsel zum Ökostrom, später der Umstieg vom Auto aufs Lastenrad.

2015 moderierte Janine Steeger ihre letzte Sendung auf RTL.

“Ich wollte nicht länger meine Werte morgens auf dem Weg zur Arbeit abgeben müssen“,

erzählt Janine. Zuvor hatte sie ihre Ideen rund um das Thema Nachhaltigkeit bei verschiedenen Stationen der Sendergruppe gepitcht – damals hatte niemand wirklich Interesse an dem Thema. Heute sieht das ganz anders aus, weiß Janine und freut sich, dass jetzt auch das private Fernsehen Themen wie Nachhaltigkeit bespricht und Ideen dazu entwickelt.

Sie merkte, dass sie zu der Zeit in der Sendergruppe nichts ändern konnte. „Ich wollte weiterhin Moderatorin und Journalistin sein – nur in einer anderen Szene“, berichtet Janine. Nach einem steinigen Weg mit vielen Kritikern, die sich fragten, was denn die Frau vom Privatfernsehen auf einer Nachhaltigkeitsveranstaltung machte, konnte sie als Moderatorin und freie Journalistin in der „grünen Szene“ Fuß fassen. Heute moderiert sie Veranstaltungen rund um das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit – häufig auch bei der GLS Bank.

Die Vorstellung, dass man für ein nachhaltiges Leben immer nur verzichten muss, hält sich hartnäckig in der Bevölkerung.

„Das Weglassen von Häufigkeiten bedeutet ja nicht Verzicht, sondern kann dir an anderer Stelle einen Zugewinn bescheren“,

sagt Janine. Für sie ist klar, dass wir viel mehr positive Geschichten über das nachhaltige Leben erzählen müssen. Man muss nicht von vornherein perfekt sein. Am besten fängt man niederschwellig an und erlebt dann, wo die Veränderungen das Leben vielleicht sogar einfacher gestalten. In ihrem Buch “Going Green: Warum man nicht perfekt sein muss, um das Klima zu schützen“ erzählt Janine genau diese Geschichten.

Auch bei Futurewoman werden bei den Future Talks im Rahmen von After-Work-Events bei Gastgeberunternehmen immer wieder interessante Themen aufgegriffen. Hier können die Frauen Kontakte knüpfen, Zukunftsgeschichten spinnen und sich zu ihren Spezialgebieten positionieren.

Sind Frauen nachhaltiger veranlagt?

Die These, dass Frauen nachhaltiger veranlagt sind kennt auch Janine: „Wir reden viel darüber, aber bisher hat niemand es richtig belegt.“ Futurewoman untersucht daher gerade genau diese Frage im Rahmen einer Studie: Was zeichnet Frauen aus, die sich dem Thema Nachhaltigkeit nah fühlen und sich dafür engagieren? Noch gibt es keine Ergebnisse zu der Studie, aber Janine glaubt, dass sie vor der diesjährigen Bundestagswahl etwas zum Mehrwert von Frauen bei Nachhaltigkeitsthemen zu berichten haben werden. Es sei unsinnig, auf die Kompetenz von Frauen gerade bei diesen großen, zukunftsbedeutenden Fragen in Entscheidungsgremien und bei der Entwicklung von öffentlichen Meinungen zu verzichten. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Studie!

Wie werde ich eine Futurewoman?

Grundvoraussetzung für die Aufnahme in das Futurewoman Netzwerk ist, dass man Expertin in einem Themenbereich der Nachhaltigkeit ist und gerne dazu öffentlich sprechen möchte. Wenn Du also auch dabei sein möchtest, sende einfach eine Nachricht an post@futurewomen.de. Janine Steeger oder eine ihrer Mitgründerinnen, Sandra Broschat und Dr. Saskia Juretzek, melden sich dann bei Dir, um bei einem gegenseitigen Kennenlernen rauszufinden, wie gut ihr zusammenpasst. Hoffen wir, dass das Netzwerk der Futurewoman und damit die Teilhabe von Frauen im Nachhaltigkeitsbereich weiterwächst.

Bereits hier im Blog erschienen „Frauen bewegen mich“ – Teil 2 – Dr. Anette Massmann

„Frauen bewegen mich“ – Teil 2 – Dr. Annette Massmann

  1. Urs E. Gattiker, #drkpiPageTracker

    DAnke für diesen interessanten Beitrag.
    Die Idee eine Datenbank/Liste zu haben mit Expertinnen in Sachen Nachhaltigkeit finde ich natürlich toll und hilfreich für Veranstalter.
    Eine Frage hätte ich noch: Wann kommt die Website für futurewomen.de ?
    Ist eine geplant?
    Herzlichst
    Urs
    #drkpi

    • Bettina Schmoll

      Hallo Urs,
      die ist bereits online https://www.futurewoman.de/
      Viele Grüße
      Bettina

    • Urs E. Gattiker, #drkpiPageTracker

      Bettina
      Gestern war das wo ich den Kommentar geschrieben habe nicht so.
      Das heisst, keine Website kam…. sie stand für 800 Euro zum Verkauf :-)
      Zum Glück ist dem nicht so.
      Die Seite ist aber auch erst am Anfang… da braucht es noch mehr Substanz. Aber das kommt sicher gut.
      Herzlichst
      Urs
      #drkpi

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