Illustration mit einer Faust, die von den europäischen Sternen umkreist wird mit dem Logo Wero darüber

Finanzielle Souveränität: Europas Aufbruch in die Unabhängigkeit

… und welche Rolle Wero spielt

Bei Computern wissen wir, dass wir mit US-Konzernen verdrahtet sind. Das Stichwort lautet digitale Souveränität. Doch wie sieht es eigentlich in unserem Geldsystem aus? Auch hier ist die Abhängigkeit von US-Konzernen groß. Das Bezahlsystem Wero kann eine wichtige Rolle einnehmen.

Der Einfluss von US-Dienstleistern in Deutschland ist groß. Nein, gewaltig. Allein über internationale Systeme wie Visa und Mastercard laufen laut EZB rund 65 Prozent der Kartenzahlungen in Europa. Während wir uns freuen, dass wir seit der Corona-Pandemie beim Bäcker mit Karte zahlen können, freuen sich US-Konzerne über die Daten der Verbraucher*innen. Win, win? Wohl kaum. Hinzu kommen Paypal, Aktien, Fonds, Pensionskassen, Ratingagenturen. Die USA bilden den größten Kapitalmarkt. Es gibt alles in europäisch – aber den Markt dominieren US-Konzerne. Noch. Denn die Themen digitale und finanzielle Souveränität werden vermehrt diskutiert.

Ausschluss vom digitalen Leben: Richter Nicolas Guillou

Mittlerweile ist klar: Wer politisch in Ungnade fällt, kann von heute auf morgen vom digitalen Leben ausgeschlossen werden. So wie Nicolas Guillou, Richter am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), der den Haftbefehl gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu wegen Kriegsverbrechen unterzeichnete. Die Folge: Er wurde sanktioniert und seine Konten bei US-Plattformen gesperrt – quasi im gesamten Internet. Der Richter beschrieb in einem Interview mit der französischen Tageszeitung „Le Monde“ sein Leben wie einen Rückschritt in die 90er Jahre. (ZDF Heute beleuchtete den Fall des Richters im Dezember 2025 ausführlich.)

Guillous Geschichte kann uns allen als Warnung gelten. Wollen wir unsere Demokratie aufrechterhalten, brauchen wir (auch) im Finanzsektor dringend Alternativen wie den digitalen Euro. Daneben gibt es eine weitere hoffnungsvolle Entwicklung: Wero.

Wollen wir unsere Demokratie aufrechterhalten, brauchen wir im Finanzsektor dringend Alternativen wie den digitalen Euro.

Mehr Infos

Auf der offiziellen Wero-Website erfährst Du stets, welche weiteren Schritte das europäische Projekt macht und was geplant ist.
Alles zu Wero bei der GLS Bank findest Du unter diesem Link:

Wero kann dem US-Anbieter Paypal ernsthaft zur Konkurrenz werden

Wero ist ein digitales, europäisches Zahlungssystem und bereits jetzt für alle GLS Bank Kund*innen verfügbar. Mit Wero können sich dessen Nutzer*innen binnen Sekunden Geld senden. Dafür brauchen sie nur die jeweilige Handynummer oder E-Mail-Adresse. Ganz ähnlich wie bei Paypal, das aber von Elon Musk und Peter Thiel gegründet wurde, die beide aktiv an der Entwicklung einer faschistischen Regierung in den USA mitgearbeitet haben.

Immer mehr Onlinehändler*innen nehmen Wero als Zahlungsmethode auf. 2027 soll es voraussichtlich möglich sein, stationär damit zu zahlen. Dafür haben sich Zahlungsanbieter aus Italien, Spanien, Portugal und Skandinavien zusammengeschlossen. Das unterscheidet Wero von gescheiterten Projekten wie Giropay, die vor allem national geplant waren.

Finanzmarktexpert*innen sehen den größten Vorteil darin, dass mit Wero ein System entsteht, das Bargeld und Kartenzahlung sinnvoll ergänzt. Für Verbraucher*innen bedeutet das: mehr Auswahl, mehr Datenschutz, weniger Abhängigkeit von US-Konzernen.

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14 Kommentare zu „Finanzielle Souveränität: Europas Aufbruch in die Unabhängigkeit“

  1. Avatar von Anuschka Schaffner
    Anuschka Schaffner

    Ich habe gesehen, dass bereits viele Kommentare sich auf den Wunsch beziehen, WERO auch ohne Smartphone, über das Online-Banking-Portal im Browser nutzen zu können.
    Auch ich würde das gerne tun (und schreibe den Kommentar nur, weil ich hoffe, dieser Forderung größeres Gewicht verleihen zu können). Schließlich habe ich ja auch keine PayPal-App auf dem Smartphone installiert!

    1. Avatar von Rouven Kasten
      Rouven Kasten

      Hallo Anuschka, das können wir nachvollziehen und haben es auch schon mehrfach an den Dienstleister weitergegeben. Lieben Gruß aus Bochum

      1. Avatar von Anja Feierabend
        Anja Feierabend

        Wer ist denn der Dienstleister? Vielleicht können wir ihm auch direkt schreiben 🙂
        Ich streube mich auch gegen Kontodaten auf dem Handy und würde das gern nutzen.

        1. Avatar von Rouven Kasten
          Rouven Kasten

          Hallo Anja, hinter Wero steht die European Payments Initiative, kurz EPI. Das ist ein Zusammenschluss europäischer Banken und Zahlungsdienstleister mit Sitz in Brüssel. Wero ist also kein Produkt eines einzelnen Kreditinstituts. Grüße aus Bochum

  2. Avatar von Dorothea Hübl
    Dorothea Hübl

    Ich würde Wero ja gern nutzen, aber nicht vom Handy aus. Meine Zahlungen mache ich grundsätzlich vom PC ausm ist das bei Wero möglich oder gehen Zahlungen nur über die Handy APP?

    1. Avatar von Silke Bender
      Silke Bender

      Liebe Dorothea Hübl, im Onlinebanking am Desktop ist die Nutzung von Wero leider nicht möglich…
      Viele Grüße aus Bochum

  3. Avatar von Markus Stadler
    Markus Stadler

    Grundsätzlich guter Ansatz. Allerdings scheitert man als GLS-Kunde bei der digitalen Unabhängigkeit bereits an der TAN-App SecureGo, die auf einem „googelfreien“ Smartphone leider nicht funktioniert. Ist hier vielleicht bald eine saubere Lösung in Sicht?

    1. Avatar von Silke Bender
      Silke Bender

      Lieber Markus Stadler,
      ja, die aktuelle Situation ist leider nicht zufriedenstellend, das sehen wir genauso. Wir können Ihnen nur versprechen, bei dem Thema dranzubleiben. Wir werden weiterhin versuchen, bezüglich einer anderen Lösung auf unseren genossenschaftlichen IT Dienstleister einzuwirken.
      Herzliche Grüße, Silke Bender

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