Der Wirtschaftsteil :: kompakt Nr. 301 - Technik- und Klimafragen

Der Wirtschaftsteil :: kompakt Nr. 301 – Technik- und Klimafragen

Michael Seemann hat für Golem einen langen Artikel über Co-Working geschrieben, in dem es darum geht, wie sich Arbeit heute umgestaltet. Das hat einen starken technischen Aspekt, es geht z.B. auch um Firmen als Plattformen. Man beachte bitte den letzten Absatz, man wird sich fragen müssen, ob man das alles so will. Aber der Text fängt mit einem Blick zurück an: “Als ich mich vor zwölf Jahren das erste Mal mit dem Thema Coworking beschäftigte, war nicht abzusehen, was daraus einmal werden würde. Wir dachten noch in Utopien von neuer Arbeit, jenseits der fremdbestimmten Festanstellung. Wir träumten davon, wie das Internet die Beziehung von Unternehmen und Einzelnen zugunsten einer neuer Selbstbestimmung austarieren würde.

Jetzt ein Text, der die Frage, ob man das alles so will, noch einmal aufgreift. Wir hatten  einen Artikel in ähnlicher Ausprägung vor längerer Zeit schon einmal, diesmal sind mehr Details dabei. Es geht um die Amish People, der Text ist aber nicht wegen der Religion interessant. Sondern wegen der Fragen, die sie an die Technik stellen. Das kann man aus unserer Sicht seltsam finden – aber andererseits muss man ihnen zugestehen, dass sie wenigstens überhaupt Fragen stellen. Was als Grundhaltung vielleicht nicht ganz verkehrt ist (englischer Text): “It’s not that the Amish view technology as inherently evil. No rules prohibit them from using new inventions. But they carefully consider how each one will change their culture before embracing it. And the best clue as to what will happen comes from watching their neighbors.

Thema Zwei – die Klimafragen

Eine moralische und vielleicht auch naheliegende Frage – warum gibt es eigentlich keine Elternbewegung gegen den Klimawandel? Martin Oetting dazu: “Aus meiner Sicht müssten — wenn wir es mit den Kindern und ihrer Zukunft wirklich ernst meinten — alle Eltern der westlichen Welt gemeinsam die massivste und unüberhörbarste Bewegung gegen den Klimawandel bilden, die die Welt je gesehen hat. Und dabei so viel brachiale Wirkung auf die Politik erzeugen, dass der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen eine Frage von Monaten ist. Aber genau das passiert nicht. Warum nicht?

Ja, warum eigentlich nicht, das fragt auch Georg Diez, warum weckt “der mögliche Untergang der Menschheit” so seltsam wenig Interesse? “Die Antwort auf diese Frage ist dabei ziemlich klar, sie ist intellektuell, politisch und menschlich frustrierend. Es ist eine Antwort auf verschiedenen Ebenen, und die deprimierendste davon ist die der aktuellen Politik, Denn die ist eben vor allem Politik- und Lösungs-Theater, ein Phantasma der Machbarkeit und Beherrschbarkeit, das sich in Begriffen wie „Obergrenze“ abbildet.

Nicht verschwiegen werden soll eine Reaktion auf Diez, die kommt von Axel Bojanowski im gleichen Medium und zeigt, wie schwierig die Meinungsbildung und die Wahrheitsfindung sein können: „Die Debatte steckt in einem Dilemma: Nur wer sich mit Hysterie nach vorne drängelt, erntet Beachtung.“

Der Wirtschaftsteil „kompakt“ ist eine Kolumne aus kuratierten Beiträgen der Wirtschaftsgazetten und Blogs von Maximilian Buddenbohm. Diesmal mit dem Thema Technik- und Klimafragen.

 

Photo by Helena Lopes on Unsplash

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