Der Wirtschaftsteil

Am

Wirtschaftsteil

Man muss nur lange genug herumjammern, dass keine spannenden Nachrichten zur alternativen oder wenigstens mutigen, kreativen und nachhaltigen Wirtschaft in Deutschland zu finden sind, schon findet man nach wenigen Wochen – oder waren es doch eher Monate? – doch noch etwas. Köln baut einen Fahrrad-Highway, na also. Halleluja! Geht doch! Immerhinque! Und die zahllosen Radenthusiasten in diesem Land, sie schaffen sogar einen ganz neuen Markt, nämlich einen für abgedrehte Designräder.  Die Entwicklung führt im Moment sogar schon so weit, dass es erste Menschen gibt, die in Erwägung ziehen, Liegeradfahrern mit Verständnis zu begegnen, eine wirklich verblüffende Eskalationsstufe.

Wobei, schon klar, die Gesamtsituation des Radverkehrs in Deutschland eher kein Anlass für Jubelschreie ist. Wir wollen ja realistisch bleiben.

Dass es mit dem Rad noch besser gehen könnte, man nimmt es noch mit Fassung zur Kenntnis. Erstaunter guckt man schon, wenn man die Nachrichten durchklickt und liest, dass Jugendliche beim Containern verhaftet werden. Also weil sie Lebensmittel einer sinnvollen Verwendung zuführen, bevor sie vernichtet werden. Man kann das wohl nicht oft genug sagen, wie hoch der Anteil der vernichteten, vergeudeten Lebensmittel ist. Ein Drittel der weltweiten Produktion. Man kann das übrigens auch in Energie umrechnen, was da über den Jordan geht. Zum Beispiel hier. Da schwächelt doch etwas, wenn Jugendliche an Containern verhaftet werden, da stimmt etwas nicht. Sei es das Rechtssystem, sei es die Gesellschaft, sei es unser Moralempfinden, irgendwas ist kaputt.

Die Kölner Staatsanwaltschaft geht währenddessen gegen  Reverse Graffiti vor, das ist womöglich genau so absurd. Da geht es um die “ungefragte Veränderung des Stadtbildes”. Vor diesem Hintergrund kann man aber vielleicht ganz anders mit dem Oberbaudirektor seiner Heimatstadt umgehen, das könnte man glatt als Hoffnungsschimmer sehen.

Apropos Stadtbild, da streuen wir doch gleich ein paar Bilder ein: verlassene Einkaufszentren in den Gegenden der USA, denen es offensichtlich nicht mehr ganz so gut geht. Nein, da geht es offensichtlich deutlich abwärts. Woanders geht es dafür selbstverständlich aufwärts, und sei es nur, was die Bevölkerungszahl betrifft. Etwas wissenschaftlicher als in plakativen Bildern kann man das hier nachlesen, mit ein paar ziemlich unheimlichen Filmen zur Stadtentwicklung.

Städte wachsen aber nicht immer so organisch anmutend wie in den Filmen eben dargestellt, manchmal entstehen sie auch am Reißbrett. Und dann kann man auch innovative Entscheidungen treffen! Man kann sich zum Beispiel entscheiden, das Heizsystem der Häuser mit Pistazien zu befeuern. Warum auch nicht.

Im Kulturteil wenden wir uns zuerst dem Design zu und sehen uns an, wie bieder heute ein Elektromotorrad aussieht. Oh! Sieht ja doch recht modern aus.

Modern ist auch der richtige Begriff für die Seite “Krautreporter”, da geht es um journalistische Projekte die, wie sagt man, gecrowdfunded werden. Das sind interessante Projekte, die man da finden kann, manchmal denkt man spontan: oh ja, würde ich gerne sehen/lesen. Und dann kann man ein paar Euro in eine ganz private Kulturförderung stecken, wenn man den Journalismus überhaupt als Teil der Kultur betrachtet. Fraglos bleibt es jedenfalls sinnvoll, die Frage nach den Daten und den Algorithmen nicht nur den sich zuständig fühlenden Giganten zu überlassen.

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