Der Wirtschaftsteil :: kompakt Nr. 258 – Zum Jahresanfang, Thema Stau

Der Wirtschaftsteil „kompakt“ ist eine Kolumne aus kuratierten Beiträgen der Wirtschaftsgazetten und Blogs von Maximilian Buddenbohm heute zum Thema Stau und Auto.
Es ist wahrscheinlich, dass er ein nicht unerheblicher Teil der Leserschaft über die Feiertage ein wenig Zeit im Stau verbracht hat. Da passt es vielleicht gut, sich etwas zum Thema Stau durchzulesen, inklusive einer Formel, bei deren Anblick man sich wie damals im Physikunterricht fühlt – der Text ist aber auch ohne diese Formel komplett verständlich. Es ist einleuchtend und im Grunde ganz einfach, was da erklärt wird: „Die einzige Möglichkeit, Staus effizient zu bekämpfen wäre eine Verringerung des Straßenverkehrs. Dies ist aus ökonomischen Gründen dringend notwendig.“

LKW schuld am Stau?

Auch in der FAZ geht es um den Stau, ausgehend von einer simplen Frage: “An den zahlreichen Staus auf deutschen Straßen sind vor allem die Lastwagen schuld. Warum verlagert die Politik den Gütertransport nicht auf die Bahn?”

Es geht also um weniger Autos auf den Straßen, es geht um “Verringerung”, um einen Begriff, den viele für ein böses Unwort halten. Damit sind wir dann wieder bei der Kernfrage “Wohlstand oder Umweltschutz”, zumindest werden sämtliche Verzichtserwähnungen gerne in diese Richtung diskutiert. Ernst Urich von Weizsäcker findet im Interview mit der SZ zu einer vergleichsweise saloppen Formulierung, die zeigt, dass einige Fragen vielleicht nicht mehr so kompliziert sind, sondern im Grunde längst geklärt: Ein wichtiger Punkt ist es, den Naturverbrauch teurer zu machen. Stattdessen wird alles getan, um ihn billig zu halten. Hunderte Milliarden Dollar Steuergelder werden allein dafür verwendet, damit Energie billig bleibt. Das murkst das Interesse der Wirtschaft ab, effizienter damit umzugehen.”

Der Wirtschaftsteil „kompakt“ ist eine Kolumne aus kuratierten Beiträgen der Wirtschaftsgazetten und Blogs von Maximilian Buddenbohm heute zum Thema Stau und Auto.

Photo by Jens Herrndorff on Unsplash

  1. Erheblich weniger von dem, was Automobil genannt wird, würde sehr viel mehr Verkehr, Mobilität Leben, Lebendigkeit, Grün, Autonomie, Sicherheit, Ruhe, Kinderspiel und vielem mehr auf den Straßen ermöglichen!* Was in diesem Zusammenhang noch viel wichtiger wäre zu thematisieren: Erheblich weniger Autos würde die hohen und höchsten Opferzahlen an Verletzungen, Krankheit und Tod durch Unfälle, Feinstaub und Lärm ebenso erheblich und effektiv reduzieren! Es sterben, erkranken und verletzten sich durch Feinstaub, Lärm und Unfälle von PKWs weit mehr Menschen als durch alle Kriege und Gewaltverbrechen zusammengenommen.**

    Dass also erheblich weniger PKW nicht nur sehr viel mehr Freiraum, Lebensqualität, Mobilität und Verkehr ermöglichen würden, sondern auch die Unversehrtheit und das Leben so vieler Lebewesen und Menschen, ist auch der GLS-Bank trotz so vieler Hinweise erneut keine Beachtung wert.

    * https://www.fuehlenunddenken.de/2011/02/16/peak-car/
    ** https://www.zdf.de/nachrichten/heute/studie-millionen-tote-wegen-umweltverschmutzung-schlimmer-100.html
    https://www.welt.de/gesundheit/article146534810/Mehr-Tote-durch-verpestete-Luft-als-durch-Unfaelle.html
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-138148105.html

  2. In dem erwähnten Artikel in der SZ sagt von Weizsäcker: „In Österreich hat die ökologische Landwirtschaft praktisch gesiegt.“
    Echt? Was meint er damit? Und wie haben die das gemacht?
    Könnte der GLS Blog dazu mal einen Beitrag bringen?

  3. Wolfgang Remmler

    Die Bahn hat selbst kräftig dazu beigetragen, dass Güter auf die Straße verlagert werden.
    In ihrem Auftrag ist auch die größte Lkw-Flotte unterwegs.
    Hat sie überhaupt Interesse daran Güter mehr auf die Schiene zu verlagern?

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