Der Wirtschaftsteil

Am

Wirtschaftsteil

Eine ganz kleine Ergänzung zur letzten Woche, in der es um TTIP ging. Da gab es heute eine Meldung mit einem Kritiker, der vermutlich nicht auf der neulich thematisierten Demo war, aber doch einiges auszusetzen hat. Zumindest der Stil der Verhandlungen gefällt ihm nicht. Dem Herrn Bundestagspräsidenten.

In der taz gab es außerdem einen Artikel über einige der Standardthemen hier, über Konsum und Minimalismus und Upcycling. Man beachte bitte die schön kleine Pointe am Ende, wenn die konsumflüchtenden Minimalisten ihre Haltung selbst zum Produkt machen – Wirtschaft hat manchmal auch ihre ganz eigene Komik.

Man könnte es als ein Paradox bezeichnen, wenn Minimalismus sich verkauft und damit natürlich auch wieder eingespart werden kann. Und über das Paradox gibt es in der brandeins einen langen, faszinierenden Artikel. Er ist vielleicht sogar etwas länger als die hier sonst üblichen Artikel, wir sparen dafür einfach einen anderen Link ein – denn dieser Text macht schon Spaß.

Es geht da in dem langen Text unter anderem auch um Wirtschaftsunterricht an Schulen, und es ist ein eher wilder Zufall, dass das Thema in dieser Woche sogar Schlagzeilen machte: „Arbeitgeber-Lobby stoppt Unterrichtsbuch“. Aber es passt natürlich ausgezeichnet zusammen.

Sicher kein Schulthema sind „Susus“, obwohl man an denen durchaus etwas lernen kann. Über Geld, Vertrauen und Soziologie, doch, eigentlich sind Susus ein ziemlich einladendes Thema. Aber hätte es nicht in der Zeit gerade einen Artikel darüber gegeben, das Wort würde hier weiterhin kein Mensch kennen.

Bei Susus geht es um Bargeld und Garantien, die nur mündlich verhandelt werden. Dieses System würde in einer bargeldlosen Wirtschaft nicht funktionieren, da es dann zwangsläufig offiziell wäre. Andreas von Gunten hat etwas länger über die bargeldlose Wirtschaft nachgedacht, auch die im Text verlinkte Antwort von Felix Schwenzel ist interessant.

Zum Schluss wie fast immer der Link für den Freundeskreis Fahrrad. Diesmal eine sehr schöne und wieder angenehm sinnbefreite Sache, es geht sowohl um Fahrräder als auch um Elefanten bei Nacht. Die Kombination findet man auch nicht gerade jeden Tag.

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Kommentar zu Der Wirtschaftsteil

  • Maximilian Buddenbohm

    Natürlich wollte ich darauf nicht den einzigen Fokus legen, aber auf die kleine Pointe kann man auch einmal hinweisen, denke ich. Andere Aspekte des Minimalismus werden hier ja öfter thematisiert, in zwei Tagen übrigens schon wieder :-)

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  • Gabi Raeggel

    Diejenigen, die Minimalismus zum Produkt machen – klar, die gibts. Trotzdem greift dies ein wenig kurz, wenn Sie nur darauf Ihren Fokus legen. Minimalismus bedeutet letztlich nichts anderes, als Konsum zu reduzieren, bewusst zu konsumieren und die Unterscheidung zwischen „brauch ich das“ oder „will ich das nur haben“ zu finden. Angesichts der ökologischen Situation unseres Planeten, sowie die vielen Menschen aus sog. „3.Welt-Ländern“ auf deren Kosten und Rücken wir konsumieren, finde ich konsumreduzierende Ansätze wie den Minimalismus keinesfalls nur das beschriebene wirtschaftliche Paradox erwähnenswert. Hier in Deutschland konsumieren übermäßig, unser ökologischer Fußabdruck ist ein einziges Desaster. Daher macht es durchaus Sinn, die größer werden Zahl an Menschen, die ihren bewusst Konsum reduzieren und minimalisieren ernst zu nehmen. Nicht alle laufen als Digitalnomaden mit einem Rucksack und max. 100 Teilen durch die Gegend, nur die wenigsten machen daraus ein Geschäft, schon gar nicht der von der TAZ interviewte Michael Klumb. Die meisten Minimalisten sind höchst unauffällig, gehen „normalen“ Jobs nach und erst bei genauerem Hinschauen dürfte auffallen, dass sie ihren Konsum deutlich zurück gefahren haben. Wenn wir unsere soziale und ökologische Situation verbessern wollen, müssen wir irgendwo anfangen. Auch Niko Paech beschreibt Suffizienz als einen wichtigen Schritt im Rahmen der Postwachtumsökonomie. Irgendwo sollten wir anfangen – ganz konkret, ganz praktisch.

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