Die Mär vom kostenlosen Girokonto / Teil 2

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Es war 1957 als Geld nicht mehr in Papier eingepackt wurde. Die Arbeitgeber begannen, das Gehalt auf ein Girokonto zu überweisen. Am nächsten Tag standen die Angestellten in der Bank Schlange und ließen es sich auszahlen.

Das Blatt hat sich gewandelt. Heute ist es egal wann und ziemlich egal wo wir sind. Wir können um 20 Uhr unseren Kontostand abrufen. Um 3 Uhr morgens Geld überweisen. Sonntags Bargeld abheben. Über das System namens Girokonto. Kostenlos.

Moment. Wie kann etwas kostenlos sein, das mir 24 Stunden, 7 Tage die Woche zur Verfügung steht? Na gut, auch für den Kunden ist das Girokonto nicht (mehr) überall alles kostenlos. Sie bezahlten Kontogebühren, Transaktionsgebühren, Dispozinsen. Auch bei uns, der GLS Bank.

Aber mein Geld liegt doch auf dem Girokonto und die Bank kann damit „arbeiten“. Warum soll ich dafür noch zahlen? Genau hier liegt ein weit verbreiteter Irrtum. Das Geld liegt auf dem Girokonto ja – allerdings allzeit bereit. Denn das Girokonto ist eine hoch liquide Anlage. Das hier verwahrte Geld müssen Banken dem Kunden jederzeit aushändigen können. Reichen also zwei Euro im Monat, die komplette Infrastruktur kostendeckend zu begleichen?

In der GLS Bank haben wir ein Projektteam gebildet, das sich Gedanken darüber macht, wie wir in Zeiten sinkender Margen und gleichbleibender Kosten das Profil der GLS Bank schärfen können. Das GLS-Profil, das beschreibt in diesem Fall unsere Kernleistungen. Die Tatsache, dass wir Kredite nicht nur ökonomisch prüfen, sondern auch auf ihre sozial-ökologische Wirkung. Dass Sie, die Kunden, entscheiden können, welche Branche zu Ihnen passt. Dass unser Researchteam unser Anlageportfolio im Blick behält und unser einzigartiges Profil ermöglicht. Dass unsere Jungs in der Angebotsentwicklung immer wieder neue Ideen umsetzen, wie Sie und wir mit neuen Angeboten die sozial-ökologische Weiterentwicklung voran treiben können… Mit Kosten für Infrastrukturen eines Kontos etc. hat dies nicht viel zu tun.

Und was sind das dann für Kosten?

  • Eröffne ich ein Konto, wird dies technisch bei einem Rechenzentrum hinterlegt. Ob genutzt oder brach, es ist ein monatlicher Abrechnungsposten seitens des Rechenzentrums.
  • Buche ich Geld hin und her, überweise ich etwas, richte ich eine dieser praktischen Dauerüberweisungen ein: Jede einzelne dieser Aktionen wird der Bank in Rechnung gestellt.
  • Ziehe ich um und teile die Adressänderung mit, berechnet der Dienstleister der Bank diese Anpassung.
  • Hebe ich Geld am Automaten ab, berechnet der Betreiber der Bank mindestens 1,00 Euro.

Kostenempfinden?
Kostensensibilität stärken ist daher eine unserer Ideen. z. B. indem wir die Kosten für das klassische Bankangebot transparent darstellen. Zu zeigen, wo Kosten anfallen, in welcher Höhe. Und natürlich dann auch darzustellen, welche komplexe Infrastruktur dahinter hängt. Was bedeutet das für die grundsätzlichste aller Bankdienstleistungen, das Girokonto?

Bargeld abheben, EC-Karten-Zahlung, Onlinebanking – alles funktioniert jederzeit einwandfrei. Die TAN kommt in Sekundenschnelle an. Dahinter stehen Wartung, Befüllung des Geldautomaten, Server mit speziellem doppelt- und dreifachem Schutz. Komplizierte Programme, die die Überweisungen an den richtigen Ort führen. Und bevor wir die erste Einzahlung auf das Girokonto ausführen können, legen Menschen es an. Sie erstellen eine digitale Akte, prüfen die Legitimation, senden uns PIN und Karte zu. Später helfen diese Menschen uns, wenn wir mal wieder die PIN vergessen haben, die EC-Karte doch mal nicht funktioniert oder in der Überweisung ein Fehler war. Menschen, die darauf achten, dass mit unserem, Ihrem Geld kein Schabernack getrieben wird.

Das sind nur ein paar wenige Beispiele. Warum bekommen einige Banken dies ‚kostenlos‘ hin? Quersubventionierung. Das ist nicht der Ansatz der GLS Bank. Natürlich kann man nicht jeden Klick, jeden Tastendruck, jeden Anruf abrechnen. Das wollen wir nicht. Viel wichtiger ist es wieder ein Gespür für diese unsichtbaren Kosten zu entwickeln. Ein Konto anlegen, das ist auf den ersten Blick kein großer Aufwand. Geld anzunehmen, es verwahren, und jederzeit zur Verfügung zu stellen – das ist eine Dienstleistung.

Lesen Sie auch dazu unseren Artikel: Die Mär von der Kostenlosigkeit von Girokonten / Teil 1

Vanessa Bolmer ist Referentin des Vorstandes und leitet das Projektteam ‚Grundbeitrag‘ (Arbeitstitel).

 

Foto: CC Lizenz von GotCredit

  1. Anonymes GLS-Mitglied

    Ich habe gelesen, dass die Bank bei einer Girocard-Zahlung sogar Entgelte erhält. In dem Glauben die GLS-Bank dadurch zu fördern, habe ich den REWE-Kundenservice gebeten, meine GLS-Karte für Lastschriftzahlungen zu sperren, sodass ich immer per PIN, also „Girocard“ zahle. Wie ist das nun? Kostet uns als GLS eine Buchung beim Rechenzentrum z.B. 5 Cent, wobei es durch die Girocardzahlung 4 Cent an Entgelt gibt, und somit in der Summe z.B. 1 Cent an Kosten übrigbleibt und das natürlich besser ist, als 1€ pro Automatenabhenung? Wenn Sie schon nicht die genauen Entgelte verraten möchten (ggf. aus Vertragsgründen), teilen Sie doch bitte mit, wieviel Überschuss oder Verlust durch solch eine Girocard-Zahlung entsteht.

    • Bettina Schmoll

      Hallo,
      vielen Dank, dass Sie uns beim Kosteneinsparen helfen:-)
      Ich habe in der Fachabteilung nachgefragt:
      Bei einer Bankcardzahlung (oder Girocard) erhält die GLS Bank geringe Centbeträge abhängig vom Umsatz und hat gleichzeitig fixe Kosten. Eine Kartenzahlung rechnet sich daher für uns ab etwa 35 Euro.
      Allgemein gilt, dass die Verfügung am Geldautomaten – und dann ggf Barzahlung – für die GLS Bank teurer ist als die Zahlung mit Karte und PIN.
      Viele Grüße und ein schönes Wochenende
      Bettina Schmoll

  2. Stephan Schliebener

    Guten Tag,
    wenn die Giro-Konten so viel Arbeit und damit Kosten verursachen, warum wollen Sie dann überhaupt Kunden dafür haben? Meine Frau und ich halten Geschäftsanteile der GLS-Bank in vierstelliger Höhe und ansonsten nur Spareinlagen, die gemäß Ihren Ausführungen wenig Arbeit machen. Wir hatten jetzt auch überlegt, unsere Giro-Konten (online geführt) von der Postbank zur GLS-Bank zu verlagern, werden davon aber Abstand nehmen, sozusagen als Förderung der GLS-Bank. Soll doch die „schlechte“ Postbank die Giro-Konten-Last tragen, bislang sogar kostenlos für uns, ab November mit moderaten Gebühren.

    • Christian Eichbauer

      Sehr geehrter Herr Schliebener,
      es wäre ein falsche Deutung anzunehmen, dass die GLS Bank keine Girokonten führen möchte. Im Gegenteil. Die Girokonten gehören zu unserem Geschäftsmodell und auch sie stärken die Bank und ihre Art des Wirtschaftens. Mit Blick auf die sozial-ökologische Kreditvergabe sicher nicht in dem Maße, wie langjährige Sparbriefe das tun. Aber sein Geld sinnvoll einzusetzen, erscheint mir persönlich immer besser, als es einer Großbank anzuvertrauen. Letztlich liegt die Entscheidung, ob Sie mit Ihrem Girokonto zu uns wechseln möchten aber selbstverständlich bei Ihnen.

      Herzlichen Gruß
      Christian Eichbauer

  3. Andree Ader

    Halo, Herr Mertens, Sie schwimmen. Machen Sie doch einfach eine Schufa -Anfrage sobald Ihr Kunde das Haben verlässt. Spricht ja nix dagegen. Da Sie das Ihren Kunden aber nicht einfach so gestatten (ich sage nur Rücklastschrift wegen 6 Euro Überziehung, und das auch noch versehentlich) Reichtums ja auf diese Naßnahme zu beschreiten wenn sich der Kunde in Ihre Schuld begeben will.
    Beenden wir das Geplänkel hier.
    Ich wünsche unserer Bank eine sinnvolle Zukunft auch in Bezug auf nicht so finanzkräftige Kunden. Das macht Sinn.
    Viele Grüße
    Andree Ader

  4. Andree Ader

    Lieber Herr Mertens,
    Immer wieder weichen Sie der konkreten Beantwortung meiner Frage aus warum SCHUFA – Anfragen bei Konten ohne Dispo bei unserer Bank (als Genosse darf ich das sagen) notwendig sind. Ich zitiere: „Auf die Schufa-Auskünfte greifen wir zurück, weil wir unseren Mitgliedern, die Eigentümer sind, sowie unseren Kunden gegenüber verantwortlich sind. Eine bloße Zusicherung einzelner Kunden nicht aus bzw. eine Differenzierung wäre nicht praxistauglich.“ Das ist keine Beantwortung meiner Frage da im Haben geführte Konten den Genossen ja wohl nicht gefährlich werden können. Bleibt der Punkt der Praxistauglichkeit. Sie nutzen ja anscheinend alle Formulare und Software – Produkte die Ihnen die Volksbanken vorschreiben. Ihre vor Bürokratie nur so strotzenden Formulare sehen eins zu eins so aus wie jene der Volksbank Bochum / Witten und wahrscheinlich aller anderen Volksbanken. Meinen Sie das mit Praxistauglichkeit? Ggf. überdenken Sie mal die Sinnhaftigkeit von so einem bürokratischen Quatsch. Das braucht kein Mensch solange er nicht in Der Schuld der GLS stehen will.
    Ob mir meine Bad-Bank Auskunft über die Mittelverwendung gibt ist mir ziemlich egal, ich nutze da ja nur das Girokonto. Das ist kostenlos. Im Haben. Das kostet der Bank nach Ihrer Aussage ja nur Geld. Das kann sie dann nicht mehr in Rüstungsprojekte oder sonst was stecken. Und die Aktienfonds der GLS-Bank im Depot meiner Bad-Bank gucke ich mir gerne an (welches übrigens auch kostenlos geführt wird und dadurch der Bad-Bank ja auch wohl nur Geld kostet, oder?)
    Mit genossenschaftlichen Grüßen
    Andree Ader

    • Julian Mertens

      Lieber Herr Ader,
      die Antwort ist aus unserer Sicht konkret, weil wir nicht erst eine Schufa-Abfrage machen können, sobald ein Kunde das Haben verlässt. Wir können das Verhalten der Kunden nicht voraussagen. Bei den Formularen arbeiten wir mit unseren Verbundpartnern zusammen. Tatsächlich wirken sich hier auch Folgen von Regulierungen aus. Dort wo wir gestalten können, soll es möglichst einfach sein. Wenn Ihnen ein konkretes Formular auffällt lassen Sie uns das gerne wissen.
      Im Übrigen stimmt es, dass Girokonten ohne Gebühr angeboten werden. Sie sind aber nicht kostenlos, was sich an der Entwicklung in der gesamten Branche zeigt.
      Beste Grüße,
      Julian Mertens

  5. Andree Ader

    Hallo, Herr Mertens,
    Sie beantworten Fragen mit globalen Statements. Erklären Sie bitte ganz konkret welchen Sinn das macht bei jedem Kunden eine SCHUFA-Anfrage auszulösen obwohl der Kunde in keine Schuld bei Ihnen treten will. Erklären Sie warum ohne SCHUFA-Auskunft keine Bankkarten ausgestellt werden obwohl jede Girocard immer direkt mit dem Kontostand des Kunden abgeglichen wird.
    Erklären Sie warum die GLS kosten für Bargelabhebungen laut Ihren Aussagen in den Gebühren für Bankkarten versteckt statt direkt zu berechnen.
    Antworten Sie bitte auf die Frage wie Abhebungen von Onlinekonten ohne Bankkarte funktionieren sollen wenn Sie ohne SCHUFA keine Bankkarte ausstellen.
    Sorry, aber mir kommt Ihre Bank immer mehr wie ein Institut für wohlsituierte Menschen vor welches den Blick für die ökonomische Wirklichkeit großer Teile des Bevölkerung verloren hat.
    Ach ja, da Sie ja Girokonten nicht kostendeckend führen können habe ich mein Girokonto nun wieder zu einer Bad-Bank verlegt. ich will Sie ja nicht belasten. Ihre Aktien-Fondsvch ich da übrigens auch kaufen.
    Viele Grüße
    Andree Ader

    • Julian Mertens

      Lieber Herr Ader,
      zunächst einmal bedaure ich Ihren Wechsel, danke aber für die Konkretisierung Ihrer Fragen, die ich gerne beantworten will.
      Auf die Schufa-Auskünfte greifen wir zurück, weil wir unseren Mitgliedern, die Eigentümer sind, sowie unseren Kunden gegenüber verantwortlich sind. Eine bloße Zusicherung einzelner Kunden nicht aus bzw. eine Differenzierung wäre nicht praxistauglich. Wir stehen für einen sinnstiftenden Umgang mit Geld, das schließt Risikobewusstsein mit ein. Wir finden nicht, dass dies unserem Anspruch widerspricht, dass bei unserem Bankgeschäft der Mensch mit seinen Bedürfnissen nach Wohnen, Ernährung, Bildung, Energie etc. im Mittelpunkt steht.
      Die seit 2003 nicht mehr veränderte Kontoführungsgebühr deckt aus unserer Sicht Grundleistungen ab, wie Bargeldabhebungen oder Online-Banking. Das sichert unseren Kunden, dass sie die wichtigsten Leistungen immer nutzen können. Der Blog-Text sollte deutlich machen, dass diese nicht kostenlos sind. Vielleicht darf ich fragen, ob Ihre „Bad Bank“ Ihnen hier bessere Auskünfte macht, auch im Hinblick auf die Verwendung Ihrer Mittel?
      Beste Grüße,
      Julian Mertens

  6. Danke für Ihre Antworte. Es liest sich so, als ob eine Spareinlage (in einer kleiner Summe) für die GLS-Bank nicht günstig, da diese nur Kosten verursacht.

    • Bettina Schmoll

      Hallo Jens,
      entschuldige, da habe ich mich vielleicht etwas verkürzt ausgedrückt. An erster Stelle steht für uns, angelegte Gelder in Form von Krediten für sinnvolle, ökologische, soziale und kulturelle Projekte und Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Viele kleine Beiträge zusammen ergeben auch eine große (Kredit)Summe und schaffen für uns als Bank sogar eine gewisse Stabilität und Kalkulierbarkeit, da sie eher nicht alle gleichzeitig fällig oder abgerufen werden. Es entstehen also nicht nur Kosten für ein Sparkonto (z. B. für die Kontoverwaltung bei einem Rechenzentrum), sondern auch Einnahmen. Wobei die Zinsmarge durch die Niedrigstzinsen in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen ist. Als GLS Bank ist uns weiterhin jeder Sparer willkommen, der sein Geld sinnvoll verwendet wissen will und damit das sozial-ökologische Bankgeschäft unterstützt.
      Viele Grüße
      Bettina Schmoll
      Online Redaktion

  7. Hallo,
    hier wied von transparenten Kosten gesprochen. Wo finde ich die?
    Was kostet es die GLS wenn ich 100,- € in bar bei einer Volksbank abhebe, was kosten 500,- € in bar. Was kostet es wenn ich 50,-€ Tankrechnung mit Karte und Pin zahle, was kostet ein 20,-€ Einkauf im Supermarkt mit Unterschrift. Was kostet eine Überweisung von 80,- €, was eine Lastschrift ????
    Wenn Bargeld die GLS mindestens 1,-€ je Abhebung kostet bin ich ein Minuskunde – jede Woche 100,- € in bar – soll ich besser 400,- für den Monat abheben?
    Ein Kostengefühl zu entwickeln heist für mich, mich mit solchen „Kleinigkeiten“ zu beschäftigen.
    Gruß
    Holger

    • Bettina Schmoll

      Hallo Holger,
      danke für deine Rückmeldung. Für jede Bargeldverfügung eines GLS Bank Kunden an einem Geldautomaten einer Volksbank übernimmt die GLS Bank in der Regel einen Betrag von rund 1 Euro. Da diese Gebühr unabhängig von der Höhe des betrags sondern pro Abhebung berechnet wird, ist es aus Sicht der Bank sinnvoller, wenn der Kunde seinen Bedarf einmal im Monat deckt, anstatt wie beschrieben, wöchentlich kleine Beträge abhebt.

      Bei den anderen angefragten Zahlungsarten fallen sowohl Buchungspostengebühren bei unserer Rechenzentrale, Gebühren bei den in den Zahlungskreislauf einbezogenen Zentralbanken sowie Transaktionskosten der Kartengesellschaften bei Kartenzahlungen (PIN oder Lastschrift) an.
      Viele Grüße
      Bettina Schmoll
      Online Team

  8. Hallo, wie sind eigentlich die Kosten bei einen reinen Sparkonten. Ich habe bei Euch nur ein GLS-Sparkonto.

    • Bettina Schmoll

      Hallo Jens,
      ähnlich wie beim Girokonto entstehen auch beim Sparkonto direkte Kosten für die Kontoanlage und die Kontoführung, die uns von unserem Rechenzentrum berechnet werden. Im Vergleich zu einem Girokonto fallen diese wegen den in der Regel wesentlich weniger – kostenverursachenden- Buchungen geringer aus.
      Viele Grüße
      Bettina Schmoll
      Online Team

  9. Birte Burgänger

    Bei Banken, die dicke Geschäfte mit Steuerbetrug und Nahrungsmittelspekulationen machen, hätte ich kein schlechtes Gewissen mit einem kostenlosen Konto. Und ich bin sicher, die machen auch noch damit ihren Schnitt, sonst würden sie es nicht anbieten. Ich zahle hier Kontoführungsgebühren und finde das okay.

  10. Andree Ader

    Hallo,
    Ich glaube Ihnen in Bezug auf die notwendigen Kosten zur Verwaltung Ihrer Girokonten ja kein Wort. Sie führen die hohen Kosen des Rechenzentrums an. Warum bleiben Sie den dann bei dem Rechenzentrum? Bei 188.000 Kunden könnte ja auch ein eigenes Rechenzentrum möglich sein. Junge Fintech – Banken, leider ohne jeglichen ökologisch-ethischen Anspruch, schaffen das ja auch. Beispiel Bankkarte: So ein Ding kostet in der Produktion 1,50, nochmal 3,50 für das Handling macht 5 Euro. Sie nehmen dafür 15. Macht doch schon mal 1,8 Mio. Gewinn. Und Sie stellen die Karten nicht mal jedes Jahr neu aus. Wenn Sie an Ihren Dienstleister dafür mehr Geld bezahlen – selber Schuld. Oder Ihre SCHUFA – Gebühren. Warum müssen Sie jedes Mal mit der SCHUFA ins Bett gehen wenn ein neuer Kunde erscheint? Nach Ihrer Selbstauskunft werden die meisten Konten als Guthaben-Konten geführt. Technisch wird doch sowieso jede Buchung sofort gegen das Konto gebucht. Wenn kein Geld mehr da gibt es auch keine Buchung/Zahlung. Ich weis aus eigener Erfahrung mit Ihnen das sie geduldete Überziehungen restriktiv behandeln. Warum also SCHUFA-Ausgaben?
    Mir kommt es eher so vor also ob Sie Strukturen die sich seit den 70er Jahren bei Ihnen eingeschlichen haben nicht mehr reflektieren und als Gottgegeben hinnehmen.
    Nebenbei: ihr Onlinebanking wirkt auf mich ziemlich muffig, Ihre Produkte wie z.B. ihre Bankkarte nicht besonders innovativ.
    Viele Grüße
    Andree Ader

    • Julian Mertens

      Lieber Herr Ader,
      danke für Ihre kritischen Worte, auf die wir gerne eingehen. Wir benötigen ein Rechenzentrum, um all unsere Bankdienstleistungen aus einer Hand anbieten zu können. Von der Kontoführung über Datenverwaltung bis zum Zahlungsverkehr. Und noch vieles mehr. Alle Universalbanken nutzen solch eine Infrastruktur, die auch Sicherheit und Stabilität gewährleistet. Wir nutzen als Mitgliederbank die Infrastruktur der Volks- und Genossenschaftsbanken, so können wir z.B. die Abhebung an den über 19.600 Geldautomaten anbieten. Das heißt natürlich nicht, dass wir technische Neuerungen ablehnen oder ausschließen. Allein schon, weil wir effizienter werden wollen und unsere Prozesse immer wieder auf den Prüfstand stellen. Wir verfolgen technische Entwicklungen für unsere Angebote, z.B. für Crowdinvesting oder Zahlungsverkehr. Hier werden wir uns auch verändern.
      Auch die Bankkarte ist nicht einfach nur ein einmal zu produzierendes Stück Plastik. Zum Beispiel verursacht schon jede Barabhebung Kosten. Hinzu kommt auch Personal, z.B. die Menschen die helfen, wenn eine Karte verloren geht. Die vor Missbrauch schützen. Die die neueste Technik ermöglichen oder Limits setzen.
      Die Schufa nutzen wir, weil wir als sozial-ökologische Genossenschaftsbank unseren Einlagekunden und Mitgliedern in der Verantwortung stehen. Genauso wie wir sinnstiftend mit den Geldern umgehen, müssen wir auch risikobewusst sein. Hierzu dienen uns Schufa-Auskünfte, um gute Entscheidungen treffen zu können. Das hindert uns nicht daran, die Bedürfnisse des Menschen bei den Finanzierungen im Mittelpunkt stehen zu lassen. Alternativ gibt es hier Konten auf Guthabenbasis, aber eben nur ohne Bankkarte.

    • Birte Burgänger

      Wie geht denn eine Guthabenkonto ohne Bankkarte bei einer reinen online-Bank?? Barabhebungen sind ja nur gegen horrende Kosten über die Reisebank möglich.

    • Julian Mertens

      Liebe Frau Burgänger,
      da die GLS Bank dem BankCard ServiceNetz (BSN) sind Abhebungen kostenlos an über 19.600 Automaten möglich. Fast alle Volks- und Raiffeisenbanken gehören dazu, auch viele Sparda-Banken. Mit der Reisebank kooperieren wir bei Einzahlungen von Bargeld.
      Beste Grüße,
      Julian Mertens

  11. Ludger Kotulla

    Guten Morgen,
    wenn ich etwas schätze, dann ist es mir auch etwas wert und ich bin bereit, dafür einen Betrag zu zahlen. Dies gilt besonders dann, wenn der ganze Weg des Betrages transparent ist und ich weiß, wer am Ende vom möglichen Gewinn profitiert. Darüber hinaus denke ich, dass die Kosten für ein Girokonto bei der GLS-Bank dafür sorgen, dass sich Menschen bewusst für unsere Bank entscheiden.
    Liebe Grüße, LGK

  12. Rainer Langweg

    Hallo,
    eine sehr aufschlussreiche Aufstellung der tatsächlichen Aufgaben einer Bank.
    Richtig ist, das Sicherheit und Verfügbarkeit ihren Wert haben und diese Kosten auch einer Gegenfinanzierung gegenüberstehen müssen.
    Allerdings nimmt der „Home-Banker“ den Finanzinstituten einen großen Teil des „Papierkrams und der Finanzinformation“ durch Eigeninitiative und Recherche ab. Die Qualität der „unvoreingenommenen Beratung“ hat in den letztz Jahren leider abgenommen, so dass der berechtigte Grund für ein „kostenpflichtiges“ Girokonto verloren gegangen ist. Würden Bankgeschäfte transparenter und ehrlicher wäre das Verständniss für die Kosten sicher höher.

    • Vanessa Bolmer

      Hallo Rainer und danke für deine Gedanken!

      Onlinebanking nimmt uns etwas Arbeit ab, ja. Aber: Ein Homebanker möchte dann und wann Bargeld abheben und jederzeit auf sein Konto schielen können. Die Infrastruktur eines Girokontos ist also gearde in diesem Beispiel die gewünschte Leistung. ;)

  13. Pingback: Die Mär von der Kostenlosigkeit von Girokonten / Teil 1 | GLS Bank-Blog

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