Der Wirtschaftsteil

Wirtschaftsteil

Es gibt Themen, an die man sich nicht gerne erinnert, bei denen man vielleicht hofft, dass es in letzter Zeit irgendwie besser geworden ist,  wodurch auch immer.  Etwa die Herstellungsbedingungen in Bangladesch. Aber nein, die sind nicht besser geworden.

Ein Modekonzern, der in den Medien manchmal auch mit den Zuständen in der Textilwirtschaft dort in Verbindung gebracht wird, wurde gerade gleich doppelt wegen seiner aktuellen Werbung an den Pranger gestellt, zum einen aus feministischer Sicht, zum anderen auch wegen des Umgangs mit etwas größeren Größen, die so groß gar nicht sind.

Man muss aber bei dem erwähnten Konzern nicht stehenbleiben, man kann ruhig andere Werbekampagnen vor diesen Hintergründen noch einmal ansehen und sich fragen, welches Bild da eigentlich wem und wozu vermittelt werden soll. Immer interessant, wenn man so durch die Stadt geht. Und während wir noch Texte über die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in armen Ländern verlinken, ist dort auch die Arbeit an sich mittlerweile bedroht – der Text ist übrigens trotz der vollkommen absurden Überschrift (geht’s noch?) interessant. Aber da geht es um die Zukunft. In der Gegenwart lohnt vielleicht eher die Beschäftigung mit fairem Handel, in diesem Artikel etwa geht es im letzten Absatz um die Auswirkungen eines faireren Lohns auf den Endpreis, der Prozentsatz wird vielleicht doch überraschen.

In der taz wird das noch etwas näher erläutert, es geht tatsächlich um eine Summe von z.B. 14 Cent pro T-Shirt. Mehr nicht.

Zwischendurch kann man sich aber auch erinnern, dass man tatsächlich etwas tun kann, dass man gar nicht zwingend zu einem Konsum mit fatalen Folgen beitragen muss. Man kann zumindest ein wenig vom Durchschnittskonsum abweichen, das ist nicht schwer, das klingt auch zumutbar. Noch etwas mehr dazu bei jetzt.de: Hört auf mit dem Gejammer.” Und bei Sina Trinkwalder heißt das: “Lieblingsstück statt Wegwerfmode”.

Bevor wir zu nachhaltiger Mode kommen, kurz der Kulturteil – heute mit der Geschichte des Herrenanzuges.

In einigen Bundesländern sind schon fast wieder Herbstferien, wen es da in die Natur verschlägt, der greift zur Outdoormode. Und die gibt es mittlerweile auch in ökologisch vertretbarer Form.

Wobei man wie immer über vertretbare Formen auch debattieren kann. Die einen streben z.B, an, Merinowolle nachhaltig in Deutschland zu produzieren, die anderen haben etwas gegen Merinowolle an sich und wollen sie ersetzen, es ist kompliziert und jeder muss selbst definieren, was er richtig findet. Und landet dann vielleicht bei weiteren Ersatzprodukten, die auch nur auf den ersten Blick seltsam wirken. Schuhe aus Tee? Na, wenn es doch funktioniert.

Ganz zum Schluss noch ein Blick in ein Schaufenster auf einen Schuh. Er ist schon etwas älter, und über die Herstellungsbedingungen ist nichts bekannt, Chemie enthält er aber sicher nicht. Und er wirkt überraschend tragbar. Auch noch nach 2.000 Jahren.

 

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