Satzungsänderung mit großer Mehrheit beschlossen

Die GLS Bank wird ihr menschliches und werteorientiertes Bankgeschäft auch künftig weiterentwickeln. Auf unserer Generalversammlung am vergangenen Samstag in Bochum haben unsere Mitglieder mit einer großen Mehrheit von 94% für die Einführung einer Dividende zwischen 2 und 4 Prozent auf Genossenschaftsanteile gestimmt.

Mit der Satzungsänderung reagiert die GLS Bank entschlossen auf die regulatorischen Anforderungen an die Höhe des Eigenkapitals aller Banken: „Wir schaffen mit diesem Schritt die Voraussetzung für eine Verbreiterung unserer Mitgliedschaft und damit unseres Eigenkapitals als stärkstem Hebel für unsere zukunftsweisende Bankarbeit“, erläuterte Vorstandssprecher Thomas Jorberg am Samstag. Bereits jetzt wollen etwa 600 Mitglieder ihre Anteile um insgesamt 1 Mio. Euro erhöhen.

Zusätzlich haben wir die GLS Bank Stiftung gegründet, die von der GLS Treuhand verwaltet wird.  Mitglieder, die ihre Dividende auch weiterhin nicht in Anspruch nehmen möchten, bieten wir die Möglichkeit, einen Teil ihrer Anteile samt der Dividende an die Stiftung zu gemeinnützigen Zwecken zu übertragen und gleichzeitig Mitglied der GLS Bank zu bleiben. Zentrale Aufgabe der Stiftung ist es, die Rahmenbedingungen für ein menschliches, an der Realwirtschaft orientiertes, zukunftsweisendes Bankwesen zu schaffen. Dafür sollen auch rechtlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene entsprechende Initiativen gefördert werden. Auch die Förderung von Finanzbildung an Schulen und Universitäten ist zentrales Ziel der Stiftung. Mehr dazu findet Ihr in der Satzung, die auf unserer Internetseite veröffentlicht ist (www.gls.de/glsbankstiftung/).

Überblick zur GLS Mitgliedschaft >>

Jetzt Mitglied werden >>

  1. Pingback: Klartext: Basel III | GLS Bank-Blog: Geld ist für die Menschen da!

  2. Hans Martin

    Ich bin relativ neu bei der GLS-Bank. Natürlich hat es mich erst einmal irritiert, dass es auf der einen Seite viele innovative Ansätze aus der Ocuppybewegung gibt, das Bankensystem komplett umzukrempel, die ZInsen abzuschaffen oder Parallelwährungen einzuführen, auf der anderen Seite gleichzeitig die GLS-Bank anfängt, für die Genossenschaftsanteile Dividende auszuschütten. Allerdings ist es mir natürlich deutlich lieber, wenn das Eigenkapital für BASEL III über die Genossenschaftsanteile bereitgestellt wird, auch wenn Sie dann moderat „verzinst“ werden, als wenn diese Absicherung über Stille Beteiligungen mit 5-7% (?) Renditen laufen. In sofern hoffe ich, dass alle GenossInnen ihre Anteile kräftig aufstocken (ich versuche meine zu verzehnfachen), damit mittelfristig keine Stillen Beteiligungen mit hohen Renditen benötigt werden, denn das sieht dann doch eher wie eine „normale “ Bank aus. Die Fragen von Jan-Peter vom 13.12.2012 fand ich übrigens sehr wichtig. Da ich nicht aus dem Bankenbereich komme hätte ich sie in dieser Klarheit nicht stellen können. Merci
    Hans

  3. Übertragung von Anteilen auf die Stiftung,
    Hallo Frau Schneeweiß, in ihrer Antort zur Übertragung von Genossenschaftsanteilen die Stiftung schreiben Sie, dass dieses dauerhaft geschieht. Auf der Generalversammlung gab es nach der Abstimmung verschiedene Tische mit Diskussionthemen. Ich war am Stand der GLS-Bank Stiftung und habe zugehört, wie das Thema diskutiert wurde, ob es möglich sei die Dividende seiner Anteile zu stiften. Ein GLS-Mitglied, der aus auch in Steuerfragen beruflich involviert ist, schlug vor dies als sogenanntes „Nießbrauchrecht“ auszugestalten. Thomas Jorberg als Vertreter des Vorstands antwortete dort, dass die GLS-Bank auch davon ausgehe, dass es ein erhebliches Interesse geben wird, die Dividende zu spenden, ohne dass gleich die die Anteile komplett gespendet werden. Stand der Diskussion am 3.12. war laut Thomas Jorberg, dass die GLS-Bank Stiftung für Mitglieder mit solchen Wünschen die Rückübertragung von Stiftungsanteilen ermöglichen könnte.
    Ich ich gehe auch davon aus , dass eine solche Lösung on einer sehr großen Zahl von Mitgliedern begrüßt werden würde. Daher bitte ich um eine Antwort, ob es für diesen Fall schon eine Regelung gibt.

    Mit besten Grüßen
    Jan-Peter

    • Eva Schneeweiss

      Für diesen Fall gibt es eine Regelung: Mitgliedern, die ihre Anteile nicht an die GLS Bank Stiftung übertragen möchten, bieten wir die Möglichkeit, nur die Dividende zu spenden.
      Beste Grüße aus der GLS Bank

    • Hallo Eva,

      auf den Seiten zur GLS Bank Stiftung habe ich bisher keinen Hinweis zur Möglichkeit, nur die Dividende zu spenden, gefunden. Hier wären entsprechende Informationen sicherlich hilfreich. Oder muss ich die Dividende jeweils jährlich „manuell“ spenden?

      Auch die Informationen zur Mitgliedschaft bei der GLS-Bank empfinde ich als relativ unübersichtlich. Von Klick auf „Mitgliedschaft“ wird man über http://www.gls.de/service-portal/mitgliedschaft.html direkt auf das „Kaufformular“ gleitet, hier wären vorgeschaltete Informationen zur Rechten und Pflichten der Mitgieder meiner Meinung nach eine hilfreiche Ergänzung.

      Viele Grüße
      Matthias

    • Bettina Schmoll

      Hallo Matthias,
      danke für deine Anregungen.
      Das Formular für die Spende der Dividende an die GLS Bank Stiftung ist gerade in Arbeit. Sobald es fertig ist, stellen wir es auf der Internetseite ein und überarbeiten dann auch die Seiten zur GLS Bank Stiftung und zur Mitgliedschaft. Bis dahin weisen wir am Ende der Seite zur GLS Bank Stiftung http://www.gls.de/die-gls-bank/ueber-uns/gls-bank-stiftung.html auf die Möglichkeit der Spende hin.
      Ausführliche Informationen zur Mitgliedschaft findest Du unter http://www.gls.de/unsere-angebote/mitglieder.html (linke Navigationsspalte/ „Angebote“). Im Service-Portal (brauner Kasten in der rechten Spalte) haben wir „schnelle“ Links direkt zur Auftragserteilung und zu Informationsmaterial zusammengestellt.

      Viele Grüße
      Bettina

    • Hallo Bettina,

      danke! Aufträge & Anfragen – direkt & schnell – steht da ja sogar drüber.

      Unter http://www.gls.de/unsere-angebote/mitglieder.html sind die für mich als erstes wesentlichen Punkte unter „Mitgestalten“ zusammengefasst. Hier finde ich ich die Überschrift nicht 100%ig passend, und hätte diese zentralen Themen auch nicht erst an dritter Stelle erwartet.
      Insgesamt fand ich die Informationen etwas zu „versteckt“.

      So, das war’s an Kritk, viele Grüße und schöne Urlaubstage! :)
      Matthias

    • Bettina Schmoll

      Hallo Matthias,
      konstruktive Kritik. ist uns immer willkommen und wir bemühen uns ständig, die Website zu verbessern, die mittlerweile ein bisschen „in die Jahre“ gekommen ist.
      Im neuen Jahr wird es deshalb neue Mitgliederseiten geben.

      Dir auch schöne Feiertage, viele Grüße
      Bettina

    • Julian Gröger

      Lieber Jan-Peter,
      ich habe mir gerade deine ganze Diskussion vom Dezember/Januar durchgelesen und fand als GLS-Mlitglied viele hilfreiche Infos, die ich in Broschüren oder ähnlichem nur schwer gefunden hätte. Danke Dir für Dein Nachfragen und Deine Sorgen um unsere Bank! Mir ist dadurch auch klar geworden, wie wichtig ein Mitgliederforum fürs Qualitätsmanagement und für die Einhaltung der hohen Transparenzansprüche unserer Bank ist. Ich möchte deinen Wunsch nach solch einem Forum unterstützen und dir Mut geben, weiterhin so höflich und direkt Fragen zu stellen. DANKE für dein Engagement!
      Julian

  4. Bankenrettungen, Schuldenbremsen (also Sparpakete) und die Macht der Finanzmärkte stehen dieser Tage im Zentrum der politischen Diskussion. Ein Bankensystem, für das weder der Markt gilt (systemrelevante Banken dürfen nicht in Konkurs gehen) noch die Demokratie (Rettungspakete werden ohne Auflagen geschnürt), wird mit allen Mitteln am Leben erhalten.

    Das für die „systemrelevanten“ Großbanken eingesetzte Kapital fehlt für die soziale Grundversorgung, ökologische Nachhaltigkeit und die regionale Wirtschaft. Zu allem Überdruss wird behauptet, zur gegenwärtigen Politik gäbe es keine Alternative.

    Banken wie die GLS und andere sind ein gutes Vorbild für Gemeinwohl-Wege…

    Mit herzliche Grüße
    Himmelsbach B.

  5. Fragen zur Eigenkapitalstruktur der GLS-Bank

    Hallo GLS-Bank Team,
    Da sich die GLS-Bank der Transparenz verschrieben hat, würde ich mich als aktives Mitglied freuen, wenn das Thema Eigenkapital transparenter dargestellt wird. Auf der Generalversammlung am 3.12. war ich ich überrascht zu sehen, in welchem Verhältnis stille Einlagen zu Genossenschaftsanteilen stehen.

    Bis zur besagter Generalversammlung gab es die ja, Regel, dass Halter von Genossenschaftsanteilen nicht am Gewinn beteiligt werden, was sich ja ab dem 1.1.2012 ändert.

    Dies wurde lange u.a. mit damit begründet, dass eine Mitgliedschaft bei der GLS-Bank nicht primär aus Renditegründen erfolgen sollte, sondern die Genossen mit dem Verzicht auf Rendite Geld für die sozial ökologischen Projekte der GLS-Bank bereitstellen.
    Bereits nach dem Jahre 2000 zeichnete sich allerdings ab, dass die GLS-Bank schneller wächst, als neue Genossenschaftsanteile gezeichnet werden. Dies führte dazu, dass in den nachfolgenden Jahren das genossenschaftliche Eigenkapital durch stille Einlagen ergänzt wurde. Im Unterschied zu den renditelosen Genossenschaftsanteilen werden gibt es für die stillen Einlagen ein Basiszins von 4,8 % und nochmals einen variablen Zinsanteil obendrauf, sodass sich eine Gesamtrendite zwischen 5% – 7% ergibt.
    Im Vergleich zu den renditelosen Genossenschaftsanteilen ist das ein erheblicher Unterschied, der auf den ersten Blick konträr zum Geschäftsmodell der GLS-Bank erscheint. Pikanterweise sind die stillen Einlagen in den letzten Jahren immens angewachsen und haben im Volumen die Genossenschaftsanteile deutlich überflügelt.

    Bezüglich der Eigenkapitalgeber der GLS-Bank hatten wir bis zum Beschluss der Generalversammlung quasi eine Zweiklassengesellschaft:
    – ca. 20.000 Mitglieder die auf eine Rendite verzichten
    – Eine unbekannte Zahl nach außen anonymer stiller Einleger, die 5% – 7% Rendite erwirtschaften und die deutlich mehr Eigenkapital als die Mitglieder bereitstellen.

    Aus Gründen der Transparenz erwarte ich als aktives Mitglied folgende Aufklärung:

    – Wer sind die stillen Einleger und wie groß sind ihre jeweiligen Einlagen
    – Falls es Einzelpersonen gibt, die Stille Einlagen halten: Gibt es Personen, die gleichzeitig eine Funktion bei der GLS-Bank innehaben ?
    – Nach welchen Kriterien werden potentielle Geber von stillen Einlagen ausgesucht ?
    – Wer spricht die potentieller Geber an und macht die Verträge mit Ihnen ?
    – Wirkt die GLS-Bank darauf hin, dass stille Einlagen in Genossenschaftsanteile gewandelt werden ?
    – In welcher Größenordnung (grobe Schätzung) erwartet die GLS-Bank die Umwandlung stiller Einlagen in Genossenschaftsanteile in 2012 ?

    Beste Grüße
    Jan-Peter

    • Hallo Hannes und Jan-Peter,

      danke für euere ergänzenden Informationen. Jetzt finde ich die Entscheidung gut nachvollziehbar.

      Ich habe noch eine Frage zur Übertragung der Anteile an die Stiftung:
      Überträgt man die Anteile dauerhaft oder nur befristet? D.h. stiftet man sie komplett oder kann man sie sich irgendwann „zurückholen“?

      Viele Grüße
      Matthias

      Viele Grüße
      Matthias

    • Eva Schneeweiss

      Lieber Matthias,

      die Anteile werden dauerhaft auf die Stiftung übertragen.

      Viele Grüße!

    • Eva Schneeweiss

      Lieber Jan-Peter,

      herzlichen Dank für den ausführlichen Kommentar und Deine Fragen. Wie wir auf unserer Generalversammlung im Dezember ausführlich dargestellt haben, ist der Anteil der stillen Beteiligungen an unserem Eigenkapital derzeit noch höher als die Genossenschaftsanteile. Aber nicht zuletzt deshalb haben wir auf der Generalversammlung beschlossen, das Verhältnis von (künftig verzinsten) Genossenschaftsanteilen und den Stillen Beteiligungen wieder umzudrehen. Das Verhältnis wird künftig 65:35 zugunsten der Genossenschaftsanteile sein. Ob uns das bereits 2012 gelingt, wird man sehen.

      Zu den stillen Beteiligten, die im Vergleich zu den Genossenschaftsmitgliedern keine Stimmrechte besitzen, gehören private und institutionelle Anleger, die sich unserem Ziel eines bewussten, menschlichen Umgangs mit Geld verbunden fühlen. Dazu gehören z.B. viele Stiftungen, die laut Gesetz verpflichtet sind, ihren Kapitalstock zu erhalten und die zugleich ihre Geldanlage mit ihren gemeinnützigen Stiftungszwecken in Einklang bringen möchten. Aufgrund des Bankgeheimnisses können wir nicht offenlegen, wer unsere Stillen Beteiligten sind – dafür bitten wir um Verständnis.

      Wir möchten an dieser Stelle nochmal auf unsere Generalversammlungen hinweisen. Die nächste findet in Bochum in einem halben Jahr, am 15. und 16. Juni 2012, statt. In diesem Forum für Mitglieder können alle Fragen persönlich gestellt und diskutiert werden, dazu laden wir schon jetzt sehr herzlich ein. Zudem planen wir für das kommende Jahr eine eigene Internetseite für GLS Mitglieder und Menschen, die Mitglied werden wollen. Diese wird sukzessive auch mit Netzwerk- und Kommunikationsfunktionen ausgestattet, sodass das starke GLS Mitgliedernetzwerk sichtbar wird und Mitglieder miteinander kommunizieren und sich informieren können.

      Herzliche Grüße aus der GLS Bank

    • Hallo Eva,
      Danke, dass ihr meine Frage freigeschaltet und eine erste Antwort geliefert habt. Das mit dem Bankgeheimnis kann ich nicht ganz nachvollziehen. Schließlich veröffentlicht die GLS-Bank im Bankenspiegel auch ihre Kreditnehmer, was von jeder anderen Bank mit Verweis auf das Bankgeheimnis abgelehnt werden würde. Desweiteren habe ich einige Fragen gestellt, die ohne Nennung von Namen beantwortet werden können:

      Gibt es stille Einleger, die gleichzeitig eine Funktion bei der GLS-Bank innehaben ?
      – Nach welchen Kriterien werden potentielle Geber von stillen Einlagen ausgesucht ?
      – Wer spricht die potentieller Geber an und macht die Verträge mit Ihnen ?

      Als Mitglied kann ich halbwegs gut damit leben, wenn stille Einlagen von Stiftungen gezeichnet werden, deren Stiftungsziele der sozial ökologischen Entwicklung unserer gesellschaft dienen. Dann hat erfüllen die Zinsen einen Sinn.
      Die Vergabe von stillen Einlagen an anonyme Privatpersonen in einem nicht transparenten Verfahren sehe ich als Mitglied ziemlich kritisch.

      Ich als Mitglied habe bisher auf Rendite verzichtet, muss aber im Fall einer Insolvenz meine Mitgliedsanteile abschreiben und bin darüber hinaus in der Höhe meiner Anteile Nachschusspflichtig. (Bis max. 50 Anteile)

      Sowohl ich als Mitglied als auch der stille Einleger sind somit unternehmerisch an der GLS-Bank beteiligt. Letzterer bekommt allerdings eine oderdentliche Rendite.

      Die mehr oder weniger freihändige Vergabe von stillen Einlagen an Privatpersonen fördert letztlich die Vermögensvermehrung dieser Privatpersonen und macht sozial ökologisch gesehen keinen Sinn.

      Daher bitte um die Beantwortung der genannten Fragen.

      Weiterhin möchte ich Fragen ob es möglich, dass die GLS-Bank ihre stillen Einleger fragt, ob sie einverstanden sind, wenn ihr Stiftungs- oder Privatname in einer Übersicht zur Eigenkapitalstruktur GLS-Bank aufgeführt werden.

      Viele Grüße
      Jan-Peter

    • Eva Schneeweiss

      Hallo Jan-Peter,

      die Einführung von Stillen Beteiligungen wurde am 8.Juni 2002 auf unserer Generalversammlung von den Mitgliedern mit einer Mehrheit von 96% beschlossen. Zuvor hatten alle Mitglieder die Beschlussvorlage sowie Vorabinformationen erhalten. Auch auf der Generalversammlung selbst wurde die Form der Stillen Beteiligungen, die Verzinsung und Laufzeit ausführlich dargestellt. Die Stillen Beteiligungen wurden – von den Mitgliedern getragen – eingeführt, um das Eigenkapital aufstocken und damit die Bank weiterentwickeln zu können. Damit haben wir gemeinsam die Grundlage unseres werteorientierten Bankgeschäfts verstärkt.

      Die Stillen Beteiligungen sind ein Angebot unserer Vermögensberatung. Beschlossen wurde 2002 auch, dass sie – dem höheren Risiko entsprechend – auch höher verzinst werden sollten als z.B. Spareinlagen, aber kein Stimmrecht enthalten. Sie sollten vorrangig institutionellen Anlegern, wie z.B. Stiftungen, aber auch in größeren Tranchen (ab 100.000 Euro) Privatpersonen angeboten werden. Demzufolge haben wir diese Möglichkeit mit einer den Marktgegebenheiten entsprechenden Kondition angeboten. Bei diesen von uns festgelegten Konditionen gibt es auch in Einzelfällen keine Ausnahme. Die Stillen Gesellschafter haben durch ihre Einlagen die Entwicklung der GLS Bank mit ermöglicht. Sie sind daher in hohem Maße sinnvoll und notwendig.

      Im Bankspiegel 2/2002 haben wir über die Beschlussfassung berichtet. Darüber hinaus wurde das Volumen der Stillen Beteiligungen seither in allen Geschäftsberichten veröffentlicht. Derzeit betragen die Stillen Beteiligungen derzeit ca. 73 Mio. Euro von 215 Zeichnern. Auch zu den Zinszahlungen an die Stillen Gesellschafter machen wir in unseren Geschäftsberichten jedes Jahr genaue Angaben.

      Wir machen unsere Arbeitsweise, unsere Aufwendungen und Erträge, insbesondere aber die Geldverwendung transparent. In unserem Magazin „Bankspiegel“ veröffentlichen wir alle neu vergebenen Kredite. Darlehen an Privatpersonen jedoch nur in Anzahl, Gesamtsumme und Verwendungszweck (z.B. Baufinanzierungen). Wir haben dabei schon immer die Abwägung gemacht zwischen dem berechtigten Interesse unserer Einleger, die sinnvolle Verwendung der Einlagen nachvollziehen zu können, und dem Schutz der Privatsphäre eines einzelnen Menschen. Auch auf unserer Einlagenseite können sich unsere über 100.000 privaten Kunden darauf verlassen, dass ihre Kontobewegungen, Einlagenhöhen und gewählten Angebote nicht veröffentlicht werden.

      Herzliche Grüße aus Bochum

    • Hallo Eva,
      Vielen Dank für deine Antwort vom 19.12. Generell kann ich nachvollziehen, dass ihr die Privatsphäre der Personen schützt, die stille Einlagen bei euch zeichnen. Andererseits zeigt sich gerade in der Struktur und der Entwicklung des Eigenkapitals, wer informell in der Bank das Sagen hat.
      Als Mitglied finde ich die Transparenz im Bereich Eigenkapital nach wie vor ungenügend. Um andererseits dem Schutz der Privatsphäre gerecht zu werden, möchte ich meine Fragen etwas anders formulieren:
      – Welchen Anteil an den stillen Einlagen haben Stiftungen ?
      – Welchen Anteil an stillen Einlagen haben institutionelle Anleger, die nicht als Stiftung organisiert sind ?
      – Welchen Anteil an den stillen Einlagen haben Einzelpersonen ?
      – Welchen Anteil an den stillen Einlagen haben zusammen Einzelpersonen, die im Vorstand oder Aufsichtsrat der GLS-Bank sind ?
      – Wie hoch sind die drei größten Beteiligungen und welche Rechtsform haben diese Beteiligungen (Stiftung, andere institutionelle Rechtsform, Einzelperson)

      besten Dank und schöne Feiertage
      Jan-Peter

    • Eva Schneeweiss

      Hallo Jan-Peter,

      wir schützen nicht nur die Privatsphäre, sondern geben grundsätzlich keine Auskünfte, die in der Absicht erfragt werden und dazu geeignet sind, Rückschlüsse auf einzelne konkrete Einrichtungen, Personen oder Stiftungen zu ziehen.

      Die Transparenz der GLS Bank bezieht sich auf die Geldverwendung. Daher veröffentlichen wir die vergebenen Kredite und unsere Eigenanlagen. Dies ist im berechtigten Interesse der Einleger und Mitglieder, die nachvollziehen möchten, ob ihre Gelder sinnvoll verwendet werden. Wir würden allerdings kaum noch Kunden, Mitglieder oder Stille Beteiligte finden, wenn wir veröffentlichen würden, wer wie viel Geld wie bei der GLS Bank angelegt hat.

      Übrigens sind alle unsere Aufsichtsräte Mitglieder und Kunden der Bank, mit unterschiedlichen Beträgen. Dies ist Voraussetzung, formal wie inhaltlich, um im Interesse von Mitgliedern und Kunden den Vorstand mit kritischer Aufsicht und Rat zu begleiten.

      Viele Grüße und ein frohes neues Jahr!

    • J. Homann

      Hallo Eva,
      Vielen Dank für die öffentliche Antwort zu meiner letzten Frage. Es war ausdrücklich nicht meine Intention eine Frage zu stellen, die Rückschlüsse erlaubt, welche Einzelperson oder welche Stiftung wie große Anteile an der GLS-Bank halten.
      Wir hatten auf der letzten Generalversammlung allerdings die Diskussion, ob es eine Begrenzung der Anteile geben soll, die ein einzelnes Mitglied halten kann.
      Die Diskussion verlief so, dass wir als Mitglieder keine Begrenzung auf z.B. 10% aller Anteile eingeführt haben, damit insbesondere die GLS-Bank Stiftung auch höhere Anteile halten kann.

      Während ich das Fehlen einer Grenze der gehaltenen Anteile für die GLS-Bank Stiftung für sehr sinnvoll halte, sehe ich das bei Einzelpersonen anders. Ich werde auf der nächsten Generalversammlung dazu einen Antrag einbringen.

      Ich vermisse übrigens sehr stark die Möglichkeiten nur unter Mitgliedern zu kommunizieren, um z.B. gemeinsam Anträge für die Generalversammlung vorzubereiten. Ist es richtig, dass die GLS-Bank an einer Online Plattform für Mitglieder arbeitet ?
      Falls ja, für wann ist der Start geplant ?

      Beste Grüße
      Jan-Peter Homann

    • Johannes Korten

      Hallo Jan-Peter,

      wir arbeiten an einer neuen Seite rund um das Thema Mitgliedschaft. Für Mitglieder, aber auch für Menschen, die noch Mitglied werden wollen. Wann und in welchem Umfang wir die Seite um Funktionen in Richtung Community erweitern, ist zurzeit noch offen. Dies setzt zunächst den Aufbau interner Strukturen voraus, denn ein solches Angebot bedarf einen guten und umfassenden Betreuung von Seiten der Bank. Wir denken in diese Richtung, können aber noch nicht sagen, wie eine genau Lösung aussehen, oder wann sie konkret stehen wird.

      Zurzeit beabsichtigen wir, dazu auf der nächsten Generalversammlung einen Workshop für Mitglieder anzubieten. Auch um zu eruieren, ob es diesen Bedarf zum Austausch gibt und wenn ja, was die Anforderungen der Mitglieder wären. Vielleicht gibt es ja auch Mitglieder, die sich einbringen möchten.

      Herzliche Grüße aus der GLS Online-Redaktion,
      Johannes

    • J. Homann

      Hallo Johannes,
      Danke für die Antwort zum Thema Seite / Community für die Mitgliedschaft. Interpretiere ich die Antwort richtig, dass es vor der nächsten Generalversammlung voraussichtlich keine Möglichkeit gibt, dass Mitglieder unter einander und mit den Mitarbeitern der GLS-Bank Anträge zur Generalversammlung online diskutieren können ?
      Im Übrigen gehe ich davon aus, dass eine Online-Community für Mitglieder auf große Resonanz stoßen wird.
      Ich habe jedenfalls diverse Wünsche zur Weiterentwicklung der GLS-Bank, die ich gerne diskutieren würde.

      Gruß
      Jan-Peter

  6. Florian Keller

    Ich fände es erstrebenswert, wenn solche wegweisenden Veränderungen wie die Einführung einer Dividende VOR ihrer Umsetzung in diesem Blog kommuniziert und ggf. diskutiert werden könnten. Die bei der GLS-Bank vielbeschworene Transparenz ist da m. E. noch ausbaufähig.

  7. Hallo GLS,

    ich finde die Einführung einer Dividende gut. Wenn wir mit dem GLS-Modell wachsen möchten und VOrbild sein wollen für eine „andere Wirtschaft“, sollte das für die Investoren zumindest kostenneutral sein. Sprich: Ich sollte für meine Einlagen (die ja auch mit einem Risiko belegt sind!) zumindest einen Inflationsausgleich erhalten. Ohne diesen Ausgleich, sprich ohne die Dividende spende ich de facto die Erträge an die Bank. Das ist nicht per se schlecht, aber jetzt kann man tatsächlich investieren. Und das mit gutem Gewissen. Super! Ich werde meine Anteile erhöhen.

    Weiter so und Gruß
    Hannes

  8. Hallo Matthias,
    Ich bin aktiver Genosse der GLS-Bank und habe bei der Generalversammlung auch für die Ausschüttung einer Dividende gestimmt. Ich selber habe derzeit 10 Genossenschaftsanteile, von denen ich 5 der Stiftung übergeben habe, damit die Dividende dort für die Stiftungszwecke genutzt werden kann.
    Eine Dividende, die im Bereich der Inflation oder knapp darüber liegt, halte ich nicht für problematisch. Wenn sich die Bilanzen der letzten 10 Jahre anguckt, so hat sich gezeigt, dass es wesentlich weniger Genossen gab, die komplett auf ihre Dividende verzichtet haben, als s proportional Anleger gab, die sparen wollten oder Kredit-Interessenten. Der Anteil des Eigenkapitals von den Genossen ohne Dividende war für Sparer und Kredite zu gering. Dieses fehlende genossenschaftliche Eigenkapital wurde in den letzten Jahren durch Stille Einlagen von z.B. Stiftungen ergänzt, die höher verzinst sind als die Dividende, die es jetzt auf die Genossenschaftsanteile gibt. Mit der Bankenregulierung nach Basel 3, dürfen die stillen Einlagen in den nächsten Jahren immer weniger zum Eigenkapital beitragen. Das war für die GLS-Bank ein „heilsamer Schock“, weil jetzt wieder die Genossen (bzw. Mitglieder) allein die Bank tragen. Vor die Alternative gestellt, sich in eine winzige Nischenbank mit reiner Lehre eines dividenlosen Eigenkapitals zurück zu verwandeln oder weiteres Wachstum , um mit moderater Dividende mehr gesellschaftlich zu bewegen, finde ich auf jeden Fall die zweite Alternative die bessere.

    Mit genossenschaftlichen Grüßen
    Jan-Peter

  9. Dankeschön für die schnelle uns ausführliche Antwort! :)
    Ist die aktualisierte Satzung schon online?

    Viele Grüße
    Matthias

  10. Hallo zusammen!

    „Sie ist ausschließlich sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen verpflichtet. Diese Werteorientierung der GLS Bank wird durch die dividendenfreien Genossenschaftsanteile sichergestellt.“ (Aus dem Eintrag: Die GLS Bank als Genossenschaftsbank“)

    Wie passt das denn mit der Einführung der Dividende zusammen? Ich hatte mich gefreut, bei einer „Non-Profit-Bank“ Kunde zu werden und bin nun – sagen wir mal „irritiert“.

    Viele Grüße
    Matthias

    • Eva Schneeweiss

      Hallo Matthias!

      Unser vorrangiges Ziel ist auch nach der am letzten Samstag beschlossenen Änderung des von Dir genannten Passus‘ weiterhin die „gegenseitige Hilfe und nicht die Gewinnerzielung für das einzelne Mitglied“, wie es weiterhin in unserer Satzung heißt. Grundsätzlich erachten wir einen Gewinn immer als Ergebnis von gelungener Arbeit, nicht aber als das höchste Ziel. An erster Stelle steht für uns, mit unserer menschlichen und ökologisch zukunftsweisenden Bankarbeit gemeinsam eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung voranzutreiben. Wenn wir diese sozial-ökologischen Ziele gut erfüllen und den Bedürfnissen der Menschen dienen, erzielen wir als Resultat einen Gewinn.

      Aufgrund der gestiegenen regulatorischen Anforderungen an die Höhe und die Ausgestaltung des Eigenkapital aller Banken, werden wir unser sogenanntes hartes Kernkapital in den nächsten Jahren erhöhen müssen. Die Voraussetzungen dafür haben wir nun, mit breiter Unterstützung von unseren Mitgliedern, geschaffen. Was sich nun ändert ist, dass jedes Mitglied das Recht hat, am Jahresüberschuss teilzunehmen. Dabei ist das erste Ziel der Anteilszeichnung aber weiterhin die Weiterentwicklung der GLS Bank und unseres werteorientierten Bankgeschäfts. Deshalb wird es Aufgabe künftiger Generalversammlungen sein, die Beschlüsse über die Höhe der Dividende so maßvoll zu gestalten, dass diese entsprechend der Möglichkeit der Bank eine angemessene, aber nicht maximale Höhe hat.

      Herzliche Grüße aus der GLS Bank!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.