Wirtschaftsteil

Der Wirtschaftsteil

Es regnet, es wird kälter, es wird immer später hell. Zeit für die neue Übergangsjacke. Zeit, die Sommermode wieder in die hintersten Fächer zu sortieren. Dabei könnte man noch einmal ein wenig über die Textilindustrie nachdenken, nicht wahr, während man so herumräumt. Der letzte Fabrikeinsturz ist schon eine Weile her, da lässt die Aufmerksamkeit immer so schnell nach. Obwohl Aufmerksamkeit doch hilft und obwohl sie doch weiter dringend nötig ist.

Vielleicht können Sie sich aber auch gar kein neues Übergangsjäckchen leisten? Weil das Einkommen einfach nicht ausreicht? Da haben wir einen tollen Trost: Armut ist zwar unangenehm, liegt aber immerhin im Trend.

Die drohende Armut war auch ein Thema für die Angestellten der Schlecker-Kette. In der Zeit gibt es ein Artikel über ehemalige Verkäuferinnen, die sich irgendwie gerettet haben. Oder auch nicht.

Und wenn wir schon bei Arbeit und Beruf sind, können wir auch einmal einen Blick auf die Bufdis werfen, damit beginnt heutzutage für viele das Berufsleben. Man mag es gesellschaftlich für einen Fortschritt halten, dass es jetzt nur noch Bufdis gibt und keine Zivis mehr, immerhin wurde dafür die Wehrpflicht erledigt. Ob die Abkürzung aber auch ein Fortschritt ist – ich weiß ja nicht. Hätte man nicht auch “Mutterlandfreiwilligendienst” nehmen können? Mufdi? Oder Deutschlandfreiwilligendienst? Dufdi? Verpasste Gelegenheiten!

Und wir können noch einen Link zur letzten Woche nachreichen, immer gut, wenn ein Thema weiter und weiter verzweigt und vertieft wird. Diesmal hat Stevan Paul noch etwas zum Brot geschrieben, das kam hier kürzlich bereits mehrfach vor. Und ich habe so eine Ahnung, es wird noch öfter vorkommen. Unseren wöchentlichen Brotlink gib uns heute – bitte sehr. Oh, und siehe dazu auch eine Meldung im Supermarktblog, das Sie alle hoffentlich sowieso immer lesen. Der Text enthält den schönen Begriff Backvollzugsanstalten, wenn das kein Anreiz ist.

Ja, wir landen hier immer wieder bei den ganz einfachen Dingen. Bei den Anfängen des Konsums, der Nahrung, der Kleidung, bei den simplen Produkten. Woher kommt die schlichte Milch? Wo kommt das Gemüse her? Aus dem Garten natürlich. Woher denn sonst? Na, vielleicht kommt es gar nicht mehr aus dem Garten, sondern aus dem Konferenzraum. Oder aus der Westwand des nächsten Bürogebäudes? In Japan gibt es da einen äußerst interessanten Bau. Beachten Sie auch den Link zu weiteren Bildern am Ende des Artikels. Das hat was. Vielleicht sollte man doch nicht unterschätzen, wie unsere Gebäude und Städte sich noch verändern können.

Apropos Konferenzraum. Wenn Sie das nächste Mal beruflich hinter Ihrer eigenen Bestform herhinken, Ihre Kollegen oder Ihr Chef Sie dafür anpfeifen, die Kunden Ihnen einen Vogel zeigen oder die Konkurrenz Sie auslacht, und wenn Sie das alles völlig kaltlässt und Sie sich geistig auf ein entschlossenes, wenn auch nur geflüstertes “Ihr mich auch” zurückziehen – dann nennen Sie das doch bitte nicht mehr Egalhaltung, das ist so dermaßen Neunziger. Reden Sie von Resilienz. Näheres dazu im Smalltalklink der Woche, aber erst ganz am Ende des Textes. Aber lesen Sie ruhig alles, es lohnt sich.

Ja, der Text war jetzt ganz schön lang, der in der brand eins da. Haben Sie den gelesen? Ganz? Oder stehen Sie mehr auf die kurzen Schnipsel aus leichter verdaulichen Meldungen? Da könnten Sie auch einmal drüber nachdenken, das hat womöglich etwas mit unserer Gesellschaft zu tun. Das gilt ja überall, das wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, dass wir die Nachrichten vor lauter Meldungen nicht verstehen. Oder das Klima nicht vor lauter Wetter. Oder so. Wobei der Begriff “Global Weirding” im Artikel natürlich auch ein ganz wunderbarer ist, der bestimmt auch in Ihrem Arbeitsalltag sinnig eingeführt werden kann.

Und was fehlt noch? Der Designlink der Woche. Was soll es denn diesmal sein? Architektur? Produktdesign? Ach was, lassen Sie uns lieber einmal albern sein. Albern macht kreativ, und wer würde das in seinem Beruf nicht brauchen? Bitte sehr.

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