7 Gründe gegen Atomkraft, die wir nie wieder besprechen wollten

Atomkraft ist zwar teuer und tödlich für die Umwelt, hat aber eine starke Lobby. Vor allem in Frankreich wird versucht, die Technologie als nachhaltig zu verkaufen. Deswegen erleben wir gerade auf EU-Ebene neue Forderungen nach kleinen Atomkraftwerken, sogenannten Small Modular Reactors (SMR). Wir nennen 7 Gründe, die gegen Atomkraft sprechen.

1. Kernkraft ist tödlich, für Menschen und Umwelt

Mit den Katastrophen Tschernobyl und Fukushima haben wir gesehen, was passiert, wenn Atomkraftwerke versagen. Die fehlerhaft austretenden Strahlen sind radioaktiv und verseuchen alles, was sie umgibt. Unmittelbare Folgen mit Strahlen lösen diffuse Krankheitsbilder aus: Haarausfall, unkontrollierte Blutungen, ein zerstörtes Knochenmark, Koma, Kreislaufversagen, Schilddrüsen- oder Blutkrebs. Wälder streben, Wasser wird giftig.

2. Atomenergie macht uns politisch erpressbar

Für Atomkraftwerke braucht man Uran. Dieser wird vor allem in Russland, Kasachstan, Namibia, Niger und Australien abgebaut. Länder, die auf Atomkraft setzen, machen sich politisch und wirtschaftlich von diesen Staaten abhängig.

3. Atomkraft ist ein Sicherheitsrisiko bei kriegerischen Angriffen

Russland hat zu Beginn seines Krieges das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja besetzt. Das Werk hat ein Fünftel des Stroms für die gesamte Ukraine geliefert. Die Ukraine ist damit zur geopolitischen Geisel geworden.

4. Die Lüge der Renaissance von Atomkraft

Immer mehr Staaten bauen Atomkraftwerke ab. Außerhalb Chinas gibt es einen Netto-Rückgang von 47 Kraftwerken. Es gibt zwar Pläne für neue Kernkraftwerke, aber diese werden bisher nicht gebaut.

5. Die Kosten der Kernenergie tragen die Steuerzahlenden

Kernenergie ist die teuerste Form der Stromerzeugung. Ohne staatliche Garantien würde keine Versicherung und kein Investor auf Atomkraft setzen. Ein drastisches Beispiel: Eine Megawattstunde Energie kostet in Deutschland und Frankreich 100 Euro, in Spanien aber nur 14 Euro. Warum? Weil das Land schon früh massiv auf den Ausbau der Erneuerbaren gesetzt hat. Wieso sollte die Gemeinschaft für weitere fossile Projekte zahlen, wenn es sicherer und günstiger geht?

6. Erneuerbare Energien sind günstiger

Die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sind heute deutlich niedriger als für Atomstrom. In Deutschland liegen sie teilweise unter 3 Cent pro Kilowattstunde, während Atomstrom zum Beispiel in Großbritannien mit 15 Cent pro Kilowattstunde subventioniert wird.

7. Mit Erneuerbaren dem globalen Investitionstrend folgen

Erneuerbare Energien setzten sich weltweit durch. Begonnen als Nischentechnologie, die auf staatliche Förderung angewiesen war, fließt aktuell der größte Teil der Investitionen im Energiesektor in die Erneuerbaren – weltweit! Die Investitionen bringen somit nicht nur den Klimawandel voran, sondern sind nebenbei ökonomisch. Wer sollte sich also hier der Marktlogik entgegensetzen?

8. Frankreich braucht Steuergelder für alte Atomkraftwerke

Der französische Kraftwerkspark ist komplett überaltert. Die Betreiber mussten vom Staat gerettet werden, damit sie nicht in Konkurs gehen. Nun ist unklar, wie diese saniert werden und vor allem – von welchem Geld? Zeitgleich verkündet EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen 200 Millionen Euro Garantien für Atomkraft. Das lässt aufhorchen.

Fazit

Wir als GLS Bank verfolgen die Debatten (mit Verwunderung). Und freuen uns über den Anstieg der Investitionen in Wind- und Solarkraft sowie Speicherlösungen. Investitionen in Atomkraft oder die Finanzierung von Atomkraftanlagen schließen wir in unseren Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen aus.

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Für eine sichere, bezahlbare, unabhängige Versorgung mit Energie

Es macht einfach keinen Sinn, auf eine Energiekrise, die durch die Abhängigkeit von fossilen Energielieferungen in Kriegszeiten entsteht, mit Subventionen oder gar dem Ausbau eben dieser fossilen Energien zu reagieren. Doch genau so handelt die Bundesregierung, das Bundeswirtschaftsministerium und die EU-Kommissionspräsidentin, wenn sie von einer Renaissance der Kernenergie spricht. Doch viele Menschen sind jetzt streikbereit und wollen die Energiewende verteidigen.

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