Illustration von verschieden farbigen Händen von Frauen, die ihre Fäuste nach oben recken

Frauenstreik am 9. März: „So nicht mehr!“

Am 9. März 2026 wird es laut. Aber auch still. Laut, weil Frauen streiken und das auf den Straßen, in Parks, im öffentlichen Raum zeigen. Still, weil viele von ihnen an diesem Tag ihre Arbeit niederlegen – im Büro, im Supermarkt, im Hörsaal, im Homeoffice, in der Pflege, in der Sorgearbeit. Der Frauenstreik folgt direkt auf den internationalen Frauentag. Frauen legen bezahlte und unbezahlte Arbeit nieder und zeigen sich bei vielfältigen Protestformen und Aktionen.

Der 8. März steht seit über hundert Jahren für den Kampf um politische Teilhabe, um das Wahlrecht, um gleiche Bezahlung, um Selbstbestimmung. Dieses Jahr fällt der internationale Frauentag auf einen Sonntag. Montag, der 9. März, soll nun zeigen, was passiert, wenn Frauen ihre Arbeit – bezahlt wie unbezahlt – kollektiv unterbrechen. Es ist eine machtvolle Idee, die international längst erprobt wurde, von Island über die Schweiz bis Spanien. Und sie gewinnt auch hierzulande an Kraft. Dabei hat dieser Streik viele Mütter. Unterschiedliche Organisationen, Bündnisse und Initiativen rufen dazu auf, aus verschiedenen Traditionen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, mit je eigener Geschichte. Bereits im Sommer ging das Bündnis Enough! an den Start. Inzwischen mobilisieren weitere feministische Netzwerke über soziale Medien und in lokalen Plenen. Frauen machen deutlich, dass Ausbeutung, Rassismus und Sexismus oft zusammenwirken. Junge Aktivistinnen verbinden feministische Forderungen mit Klima- und Sozialprotesten. Manche legen den Fokus auf die Lohnlücke und prekäre Beschäftigung, andere auf Gewalt gegen Frauen, wieder andere auf reproduktive Rechte oder die Situation von Alleinerziehenden. Das spiegelt Lebendigkeit – feministische Bewegungen waren immer vielfältig – und genau darin liegt ihre Stärke.

Konkrete Forderungen betreffen Grundpfeiler unserer Demokratie

Die Organisator*innen eint die Überzeugung, dass patriarchale Strukturen nicht mit höflichen Bitten verschwinden. Es gibt konkrete Forderungen: gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, bessere Bezahlung in sozialen Berufen, wirksamer Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt, verlässliche Kinderbetreuung, eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit, sichere Aufenthalts- und Arbeitsbedingungen für migrantische Frauen. Forderungen, die die Grundpfeiler unserer Demokratie und unseres Sozialstaats betreffen.

In vielen Städten sind Demonstrationen, Kundgebungen und kreative Aktionen geplant: Flaggenhissung mit Mitbringbuffet, Performances, Frauen/FLINTA-Vollversammlung oder Klangkunst. Sich zeigen, Forderungen und Einschätzungen deutlich machen, aber auch Räume für Musik, Kunst und Entspannung öffnen – alles ist dabei, manchmal ist es miteinander verbunden.

Feministische Bewegungen waren immer vielfältig – und genau darin liegt ihre Stärke.

Du willst mehr wissen?

Zum Beispiel Infos von töchterkollektiv? Das ist eine bundesweite, intersektional feministische Bewegung.

Oder schaue nach bei „Rausgegangen„, um von Aktionen in vielen deutschen Städten am 9. März 2026 zu erfahren.

Im Campact-Artikel über den Frauenstreik werden auch die historischen Hintergründe dargestellt.

Die offizielle ENOUGH-Seite mit Infos, Materialien, Events und Streik-Aufruf zur globalen Aktion findest Du hier:

Eine Chance für Sichtbarkeit und Solidarität

Der Tag ist eine Chance für Sichtbarkeit, für Solidarität, für einen neuen gesellschaftlichen Konsens darüber, was Arbeit wert ist und wessen Stimmen gehört werden. Der 9. März 2026 wird zeigen, dass rassistische und geschlechtsspezifische Ungleichheit nicht länger als normal gelten dürfen. Veränderung wird möglich, wenn viele gleichzeitig sagen: „So nicht mehr!“

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5 Kommentare zu „Frauenstreik am 9. März: „So nicht mehr!““

  1. Avatar von Felix Pfeifer
    Felix Pfeifer

    Ich finde das ganze Thema braucht eigentlich noch mehr Tiefe. Wertschätzung von Care-Arbeit ist nicht nur an Geschlecht gebunden, sondern daran, dass die Geldverdiener*innen gesellschaftlich einen höheren Stellenwert haben, als Care-Arbeiter*innen. Emanzipation, das hat für mich inzwischen nur noch teilweise mit Geschlecht zu tun. Das heißt nicht, dass ich nicht anerkenne, dass in der Regel Frauen benachteiligt sind. Das ist Fakt. Für mich heißt Emanzipation auch, dass Leute die Toiletten reinigen genausogut bezahlt werden, wie die, die diese Toiletten benutzen. Und da sind wir gesamtgesellschaftlich noch weit davon entfernt und das würde ich persönlich gerne weiter in den Fokus rücken. Denn wenn wir nur das Geschlecht als Maßstab ansetzen, übersehen wir die Tragweite meiner Meinung nach.

    1. Avatar von Silke Bender
      Silke Bender

      Lieber Felix Pfeifer,
      herzlichen Dank für Deinen Kommentar, den wir von ganzem Herzen bestätigen können.
      Viele Grüße vom GLS Bank Team

  2. Avatar von Helga
    Helga

    Nicht erst seit 50 Jahren überfällig !!!

  3. Avatar von Frank Warneke
    Frank Warneke

    Ist die GLS-Frauschaft dabei?, Kollektiv?

    1. Avatar von Silke Bender
      Silke Bender

      Ja! Wir können aber nicht für alle sprechen… 😉
      Viele Grüße aus Bochum

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