re:cycle your session :: Die Nominierungen

Update 19.04.2016: Die Sessions sind bereits ausgewählt. Infos und Tickets gibt es unter: http://bit.ly/GLSRMS2016.

In wenigen Tagen ist es soweit. In Berlin öffnet am 2. Mai die zehnte re:publica ihre Tore. 3 Tage spannendes Programm warten auf die Besucherinnen und Besucher. Hochkarätige Sprecherinnen und Sprecher aus unterschiedlichsten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen werden in der Station in Berlin zu Gast sein.

Viele der eingereichten Session-Vorschläge haben es nicht ins Programm der re:publica geschafft. Angesichts der Masse der eingereichten Themen ist das kein Wunder. Mit re:cycle your session bieten wir als GLS Bank nun einigen der abgelehnten Vorschläge eine zweite Chance. Und ihr könnt entscheiden, welche drei Themen ihr euch am Abend des 3. Mai in unserer Berliner Filiale anhören/ansehen möchtet. Wir sind gespannt. Kostenlose Tickets gibt es hier.

Auf unserem Umfrageserverver könnt ihr ab sofort bis zum 20. April um 0:00 Uhr für eure drei Lieblings-Sessions abstimmen. Das Ergebnis werden wir im Anschluss unmittelbar bekanntgeben.

Hier nun die Kurzinfos zu den bei uns eingereichten Vorschlägen in der Reihenfolge ihres Eingangs bei uns:

Anleitung zum Macht-Eliten Hacking

Gunnar Sohn, Patrick Breitenbach

Wie lässt sich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mitgestalten, wenn man nicht zu ihren ausgewählten Vertretern zählt? Durch gezieltes „Macht-Eliten-Hacking“. Wir besetzen diesen Begriff und füllen ihn mit Leben. Dafür suchen wir nach intelligenten Formen, wie Macht-Eliten mit den relevanten Memen unserer digitalen Zukunft infiltriert werden könnten. Wer macht das? Wie geht das? Was bringt das? Wir präsentieren Antworten – und fangen gleich mit unserem Publikum an.

Deutsche Politiker verharren in Angststarre vor Flüchtlingsströmen. VW-Manager reagieren betroffen auf vorsätzlichen Kundenbetrug. FIFA-Funktionäre stehen vor dem Scherbenhaufen penetranter Ignoranz durch Machtüberhang. Immer mehr Entscheider in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sind geblendet von Problemen, verkennen die Signale, verheddern sich in Aktionismus. Sie ziehen sich zurück in die mentalen Trutzburgen geistiger Engstirnigkeit und verharren in ihren Silos hoffend auf bessere Zeiten. Und der Zugang zu ihren Netzwerken bleibt versperrt [Castell 2001].

Was kann helfen? Wir setzen auf „Macht-Eliten-Hacking“, dem gezielten Unterwandern dieses Gebarens. Ein Beispiel? Der Philosoph Karl Popper pflegte eine intensive Beziehung zum kürzlich verstorbenen Altkanzler Helmut Schmidt. Das hat den früheren Regierungschef stark geprägt. „Popper war indirekt ein Hacker der politischen Elite“, so Soziopod-Blogger Patrick Breitenbach. Die Werkzeuge der Informationsgesellschaft bieten einen Köcher an Möglichkeiten, um Macht-Eliten kognitiv zu hacken. Und ihnen wahlweise zu helfen oder sie vorzuführen. Die Aktivitäten von „Anonymous“ zeigen extreme Formen dieses Hackings. Es geht auch pragmatischer – mit der Allmende der Wissensgesellschaft: Facebook, Twitter, PowerPoint. Nicht der Besitz der Werkzeuge entscheidet das Spiel. Sondern die Virtuosität, ihre Klaviatur zu spielen. Je stärker das Internet die Vernetzung vorantreibt, desto mehr wird jeder zum Sender. Und das kann der Macht-Elite zusetzen. Wenn nämlich Denk-Meme eindringen in die innere Welt der Cliquen und Klüngel von Entscheidungsträgern. Man muss Gegen-Narrative in den Organisationen platzieren.

Die etablierten Eliten sind von Ja-Sagern umgeben, gefangen in „kognitiver Dissonanz“ [Festinger 1957]. Ihnen fehlen die Korrektive. Wie wäre es also mit einer subversiven Injektion für kritisches Denken? brightONE-Analyst Stefan Holtel glaubt, dass die Macht von Sprachmetaphern dramatisch unterschätzt wird. „Welche Emotionen entstehen, wenn ich von einer ‚Flüchtlingswelle‘ höre? Die Wahl meiner Metapher verändert das Denken und steuert subliminal Diskurse und politische Entscheidungen.“
Wir sollten Digitalisierung und Vernetzung instrumentalisieren, um Plattformen und Formate zu nutzen sowie kollaborativ neue Denk-Meme zu etablieren. Taktisch haben die etablierten Machtzirkel im Nutzen des Neulands Internet kräftig zugelegt. Ihre digitale Kompetenz bleibt dennoch überschaubar. Das bleibt noch eine ganze Weile unsere Chance. Im Diskurs möchte ich mit Euch Ideen fürs Machteliten-Hacking entwickeln – man hört, sieht und streamt sich in Berlin.

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Navigieren in der VUKA-Welt: Wie Menschen widerstandsfähig werden

Petra-Alexandra Buhl

Wir leben in der VUKA-Welt und sie bringt einen massiven Veränderungsdruck mit sich: Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (Mehrdeutigkeit) prägen unseren Alltag. Wir brauchen handfeste Methoden, um aus der „Problem-Hypnose“ herauszukommen und mutig neue Experimente zu starten.

Ich möchte eine praxisorientierte Session machen und zeigen, wie Menschen trotz großem Druck und Belastungen handlungsfähig bleiben. Die Formel VUKA kann ja genauso gut für verrückt, umdeuten, kreativ und anfeuern stehen. Die Frage ist, ob wir den Fokus auf die Probleme richten oder aktiv nach Lösungen für den Umbruch suchen. Wer enthusiastisch und flexibel bleibt, kann die VUKA-Welt für sich gestalten. Klarheit bringt die Kraft für eine Veränderung.

Inhalte:

  • sich selbst fokussieren und mit (Existenz-)Ängsten anders umgehen
  • Hebel für Veränderungen/ Verbesserungen im eigenen Arbeitsumfeld
  • eigene Entwicklungs-Ziele klären
  • Kollaboration und Vertrauen in Teams schaffen

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Familie, Geschlecht und Normalität im Wandel

Jochen König, Sarah Wiedenhöft

In Feuilletons, Talkshows und auf der Straße wird heftig um vermeintliche Normalität in Bezug auf Geschlecht und Familie gestritten. Sarah lebt in Hamburg und ist alleinerziehende queere Mutter eines Schwarzen Kindes. Jochen lebt mit seinen beiden Kindern in Berlin. Seine große Tochter nennt ihn „Mama“, die kleine ist Teil einer Co-Eltern-Familie mit zwei weiteren Müttern. Sarah und Jochen sprechen über Geschlechterrollen, Familienkonstellationen, Kindeswohl und die Reaktionen auf ihre Familien.

Es gibt keine traditionelle und natürliche Familienkonstellation. Und es gibt auch keine natürlichen Geschlechterrollen. Beides unterliegt einem ständigen Wandel. Auch wenn das Familienbild in der Öffentlichkeit nach wie vor stark von der Konstellation „Mama, Papa, Kind“ geprägt ist und sich auch die Familienpolitik noch immer offensichtlich an diesem Ideal orientiert, ist die Realität schon lange um einiges vielfältiger. Rund jede fünfte Familie ist eine Familie mit einem alleinerziehenden Elternteil. Es gibt Patchworkfamilien, es gibt Regenbogenfamilien, Trans*Eltern, Co-Eltern-Familien.

Aktuelle Bilder von Familie, Geschlecht und Normalität sind das Resultat eines gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses. Wie schaffen wir es, dass zu den Themen nicht immer nur die gleichen Leute sprechen dürfen, gehört werden und ihre Gesichter in die Kamera halten? Was passiert, wenn Sarah und Jochen mit ihren Familiengeschichten in die Öffentlichkeit gehen? Und wie können wir in Zukunft möglichst viele unterschiedliche Menschen am Aushandlungsprozess um Familie, Geschlecht und Normalität beteiligen?

Angela Merkel antwortete vor der letzten Bundestagswahl auf eine Frage zum Thema Adoptionsrecht von gleichgeschlechtlichen Paaren: „Ich bin unsicher, was das Kindeswohl anbelangt.“ Was hat es mit diesem Kindeswohl auf sich? Und wie geht es Kindern, deren Eltern das eigene Familienmodell als „natürlich“ und „normal“ propagieren, und die diesem Ideal selbst nicht entsprechen können oder wollen? Wie geht es den Kindern, die mit ihren Geschichten und Familienkonstellationen nicht in den gängigen Kinderbüchern auftauchen?

Sarah und Jochen beschäftigen sich in ihren Blogs und im Rahmen ihrer Recherchen mit unterschiedlichsten Familien(-konstellationen). Sie berichten von ihren Begegnung mit anderen Familien, von den Strategien ihrer Kinder im Umgang mit sexistischen, homophoben und rassistischen Kommentaren und Fragen und von ihren eigenen Kämpfen in Kindergärten und Redaktionen.

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LARP in der politischen Bildung. Wieso sich syrische Aktivistinnen für Rollenspiele begeistern ließen.

Tina Leipoldt, Jens Scholz

Tina Leipoldt und Larson Kasper haben im August 2015 in Gaziantep/Türkei eine Mini-LARP Veranstaltung mit und für Syrische AktivistInnen veranstaltet. Wir wollen konkret über diese Veranstaltung sprechen und darüber, wie Live-Rollenspiel und seine Methoden Menschen helfen können, Extremsituationen zu begegnen, Kommunikation und Austausch zu entfachen und Verständnis für vermeintlich unvereinbare Positionen zu schaffen. Aber wir wollen auch ein Mini-LARP mit den Teilnehmern spielen.

August 2015, Gaziantep in der Türkei. Tina Leipoldt und Larson Kasper führen einen mehrtägigen Mini-LARP Workshop mit Syrischen AktivistInnen durch, in dem Methoden des Live-Rollenspiels erklärt und geübt wurden, um dann in Spielsessions Erfahrungsräume zu öffnen.

Jens Scholz führt ins generelle Thema ein und Tina Leipoldt erzählt, wie diese Veranstaltung geplant und erfolgreich durchgeführt wurde, welche Reaktionen es seitens der TeilnehmerInnen gab und welche Chancen LARP und seine Methoden bieten, Menschen unterschiedlichster Herkunft, Bildung und Religion gemeinsame Erfahrungen und damit Empathie und Verständnis füreinander zu verschaffen.

LARP verbindet man hierzulande vor allem mit lustig verkleideten Fantasy-Nerds, die durch den Wald laufen und sich mit Gummischwertern prügeln. Bestenfalls. Es halten sich aber auch hartnäckig Vorurteile, wie sie auch Computerspieler kennen: Jugendliche flüchten in alberne Parallelwelten, entfernen sich von der Realität und ergeben sich einer romantisierten patriarchalen, wenn nicht faschistoiden Fantasievergangenheit. Inzwischen ist LARP aber auch zu einem mächtigen Instrument für die politische Bildung geworden.
Wenn LARPs Romane zum Mitspielen sind, sind Mini-LARPs Kurzgeschichten zum Mitspielen. Es geht darum, sich in Situationen zu begeben, die Dilemmas, Konflikte und andere Situationen beinhalten. Nicht, um sie zu lösen oder zu bewältigen, sondern um sich selbst um Erfahrungen zu bereichern: Was fühlt man als Soldat im 1. Weltkrieg, wenn man in einer Stunde hingerichtet wird? Wie entwickelt sich die Geschichte eines Künstlerviertel in Paris, wenn man sich nur mit Liedern, Gedichten, Tanz und Farben kommunizieren kann? Welche Entscheidungen treffe ich (oder treffe sie nicht), wenn einem Raumschiff die Luft ausgeht und die Brücke und der Maschinenraum nur Funkkontakt haben, am Ende aber höchstens einer von beiden überleben kann? Oder wie groß ist der Spaß, den man bei einem Banküberfall hat, der durch einen Laborunfall immer und immer wieder abläuft, aber in ständig wechselnden Zeitepochen?
Wir möchten nicht nur erzählen, welche Möglichkeiten LARP für politische Bildung, Interaktions-Trainings und Schaffung von Verständnis und Empathie bietet, sondern auch mit interessiertenTeilnehmerInnen eine oder mehrere Spielsessions durchführen.

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Soziale Arbeit 4.0: Wie Sozialarbeiter und -träger digitale Kommunikation nutzen können

Christian Müller

Digitale Kommunikation wirkt sich heute auf alle Lebensbereiche und zwischenmenschliche Beziehungen aus. Kaum ein Arbeitsbereich ist davon stärker betroffen als die Soziale Arbeit im Umgang mit ihren Klienten und Adressaten.

Nicht nur die Kommunikation ihrer Themen und Anliegen, sondern auch der direkte Kontakt mit ihren Klienten und Ansprechpartnern verändert sich für Mitarbeiter im Sozialbereich durch digitale Kommunikationsmöglichkeiten. Dennoch stehen viele Träger und Einrichtungen dieser Entwicklung skeptisch gegenüber. In der Session zeige ich anhand mehrerer Praxisbeispiele, wie Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Träger und Einrichtungen digitale Kanäle und Prinzipien nutzen und in erfolgreiche Projekte und Arbeitsansätze überführen können.

Die Beispiele dienen als Impulse, alle Teilnehmer sind zur Diskussion und zum Einbringen ihrer Erfahrungen eingeladen.

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Widewide wie sie mir gefällt …

Jürgen Haslauer

Personalisierung ist eine tolle Sache. Sie ermöglicht, neue Informationen auf der Basis unserer bisherigen Aktivitäten zu erhalten. Durch sie entsteht auch das Phänomen der „Filterbubbles“, das dazu führen kann, dass wir uns intellektuell isolieren. Ein Talk über die Entstehung und Auswirkungen von Filterbubbles und dem Aufruf, diese auch bewusst zu verlassen. Mit CatContent und Quokkas.

Das Internet ist mit ambitionierten Zielen gestartet: Dezentral, keine Hierarchien, freie Information für Alle. Social Media versprach uns mehr Partizipation, mehr Eigenverantwortung und Meinungsvielfalt. Die digitale Revolution versprach: „Jeder ist Sender und Empfänger gleichzeitig“. Doch was ist davon geblieben? Haben wir heute noch diese Freiheiten, oder sind wir gefangen in unseren Filterblasen?

Unsere Informationsgrundlagen bilden dabei immer mehr die Quellen, die uns ein Algorithmus vorsetzt und uns in unserem Meinungsbild bestärkt. Medien wie Vice zeichnen ein Abbild unserer Gesellschaft: Oberflächlich klicken wir uns durch das Netz in einer Mischung aus Empörung über politische Themen, CatContent und Pornografie. Alles in schnell konsumierbaren Informationshäppchen. „Oh, ein Eichhörnchen!“

Wir sind aufgebracht und shitstormen – Aber nur für einen Tag, denn schon drei Postings weiter lauert das nächste interessante Thema in unseren Newsfeeds. Gesteuert werden diese Newsfeeds durch die Algorithmen der Betreiber. Doch führt das Ziel, eine möglichst hohe Verweildauer auf der jeweiligen Plattform zu bekommen, nicht auch zu einer Wohlfühlwelt, die uns intellektuell isoliert? Und wollen wir tatsächlich die Art und Weise, wie wir als Gesellschaft Informationen konsumieren, den neuen Gatekeepern wie Facebook, Google, Amazon, Apple und Microsoft überlassen?

Doch was können wir dagegen tun? Neil Postman hat schon 1991 vom Zeitalter des Technopols gesprochen. Also von der „Unterwerfung aller Formen des kulturellen Lebens unter die Vorherrschaft und Technologie“. Sind wir 26 Jahre nach diesen Thesen dort angelangt? Sind wir in unseren Filterblasen nur „Alone Together“ wie die Soziologin Sherry Turkle meinte: „Das Internet hat uns vieles gebracht. Leider auch die Möglichkeit, nicht zu denken.“?

Ein Talk über die Entstehung und Auswirkungen von Filterbubbles und dem Aufruf, diese auch bewusst zu verlassen. Mit CatContent und Quokkas.

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Von wegen „nur Spielzeug“: Videospiele als Ideologieträger

Dr. phil. Rudolf Inderst, Arno Görgen

Als Schiller festhielt, dass der Mensch nur da Mensch sei, wo er spiele, hatte er die eine Milliarde US-Dollar Umsatz, die GTA V in 72 Stunden erzielte (noch) nicht im Auge. Dass digitale Spiele aber auch ihre eigenen streitbaren Ideologien mitbringen, wird außerhalb vom Fachkreisen kaum wahrgenommen oder diskutiert. Schlagworte wie Agenda-Setting oder Moral-Choice-Systeme bilden daher einige der Eckpunkte unseres kontroversen Ausflugs in die (Spiel-)Welt moderner Video- und Computerspiele.

Als Weltentwürfe oder Weltmodelle bilden digitale Spiele mittels Regeln Wirklichkeit ab oder stellen diese sogar her. Somit transportieren und kommunizieren sie Bedeutung. Sie bieten Projektionsflächen mittels derer Spiel-Teilnehmer Weltanschauungen bestätigen und einüben, jedoch auch hinterfragen und verwerfen. Gleichzeitig sind sie ebenso Kulturtechniken, also Medien, die erlebbare Wirklichkeit von Kulturen konstituieren. Aufgrund der einsetzenden und immer stärker werdenden  Medienkonvergenz erweitern sich diese Weltentwürfe digitaler Spiele transmedial, das heißt, in etwa, durch „den Film, Roman oder das Comic zum Spiel“.

Darüber hinaus bilden Spiele einen milliardenschweren Markt: allein in den USA – der bedeutendster Absatzregion – lag der Umsatz 2013 bei 22 Milliarden US-Dollar. Und die Autorin und Spieledesignerin Jane McGonigal merkt an, dass weltweit wöchentlich drei Milliarden Stunden digital gespielt wird. Es gibt also verdammt gute Gründe mit einem kulturkritischen und technoskeptischen Auge auf das Phänomen Video- und Computerspiel zu blicken. Doch wir sind keine moralinsauren Spießer: Wir sind selbst Spieler aus Leidenschaft – und das seit Jahrzehnten.
Doch das bisher Dargelegte sollte bereits gezeigt haben, dass Spiele mehr „als nur Spiel“, mehr als „lediglich Spaß und Unterhaltung“ sind. Sie tragen minütlich und global ihre offensichtlichen und versteckten Botschaften in unsere Haushalte. Als erwachsene und mündige Spieler ist es daher an der Zeit, kritische Fragen zu stellen: Welche Agenda wird hier (unabsichtlich?) verkauft? Welche Weltbilder werden hier gefördert oder als selbstverständlich genommen? Es ist an der Zeit, Spiele als Medium ernst zu nehmen. Und das tun wir. Mit unserem Talk.

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All hail our robot overlords

Nicolai Schwarz

Computerprogramme werden immer schneller, besser und mächtiger. Demnächst werden sie uns nicht nur die Arbeit erleichtern, sondern sie gleich ganz übernehmen.

Künstliche Intelligenzen drängen sich langsam, aber unaufhaltsam in unser Leben. Am bekantesten sind digitale Assistenten wie Apples Siri, Google Now, Micrsofts Cortana oder Amazons Echo. Sie alle verstehen unsere Anfragen immer genauer und geben immer bessere Antworten. Der Skype Translator übersetzt bereits einige Sprachen im Chat oder Videoanruf in Echtzeit. Autonome Fahrzeuge werden Taxifahrer ersetzen.

Etwa die Hälfte aller Jobs ist in Gefahr in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren wegzufallen, darunter sind Kreditsachbearbeiter, Bibliothekare, Taxifahrer, Übersetzer – aber auch kreative Berufe sind
gefährdeter als manche glauben. Künstliche Intelligenzen schreiben bereits kleine Sport- oder Börsennews, komponieren Musikstücke oder malen Bilder. Die Software »The Grid« schickt sich an, Websites komplett vom Computer erzeugen zu lassen. Das System muss nur noch mit Inhalten
gefüttert werden. In Amerika unterstützt IBMs Supercomputer Watson bereits Ärzte bei der Arbeit. Und auch in Anwaltskanzleien sind heute Computer am Werk und durchsuchen Tausende Seiten juristischer Dokumente nach Präzedenzfällen oder entwerfen Verträge.

Bei den Aussichten sind Jobs wie Friseure sicherer als einige höher angesehene Berufe.

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Nutze die Macht! Blogge!

Meike Rensch-Bergner

Lasst uns über das Bloggen reden. Immer noch und immer wieder! Blogs sind lebendig und zahlreich.
Es gibt viele Blogosphären, ja viele und das ist gut so. Wir sind die Produzentinnen, wir sind
das Netz! Was kümmern uns Klischees, Normen und Erwartungen – wir bloggen, wir sind autonom.
Blogs funktionieren individuell und kollektiv. Blogs sind Raum für Entwicklung und Haltung. Bloggen
ist rumnerden und die Welt verändern. Bloggen ist DIY. Lasst uns bloggen, denn Bloggen ist
Selbstermächtigung!

Todgesagte leben länger. Hinz und Kunz bloggt, denn Bloggen ist im Mainstream angekommen und das ist gut so! JedeR kann ProduzentIn von Inhalten werden, seien sie auch noch so speziell. In den Weiten des Internets finden sich Fans und bilden sich Nischen – gut funktionierende Ökosysteme, tausenderlei „Darkwebs“, gut versteckt und wenig beachtet. In Themenblogs wird gnadenlos herumgenerdet. Schaut hin, denn es lohnt, mal über den Tellerrand zu schauen. In Themenblogs geht es um mehr, als um Themen.

Es geht um Menschen! Ohne Türsteher bloggen die unterschiedlichste Menschen, stellen sich in Bezug zu ihrem Thema und lassen andere an ihrer Entwicklung teilhaben. Das ist großartig, denn zur ProduzentIn zu werden, macht unabhängig, stark und selbstbewusst. Das gilt bei DIY-Blogs im doppelten Sinne. Dinge für sich selbst zu produzieren, sich zu trauen, sich im Zusammenhang mit den Werken im Internet zu zeigen, sich miteinander zu vernetzen, gemeinsam Themen weiter zu denken, schafft nicht nur Inhalte sondern ganz nebenbei eine Haltung. Unabhängig von vorgegebenen Normen und Werten, gut vernetzt und in großer Zahl – im konstruktiven Miteinander schaffen wir unsere eigene Welt. Wertschätzendes Klima macht es uns möglich, uns zu zeigen, uns zu verändern und gemeinsam etwas ganz Neues zu schaffen. Wir sind eine Bewegung.

Lass dich von den DIY-Blogs inspirieren, denn es geht es um weit mehr, als nur um schöne Klamotten: eine Kultur des Miteinanders macht es möglich, ein Selbstbild zu produzieren, das sich von den medialen Vorbildern deutlich unterscheidet und Kraft zu entwickeln, die sich in andere Lebensbereiche überträgt. Sei Pippi statt Annika, nutze die Macht, raffe dich auf und blogge auch mal wieder.

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Web-Kommunikation für NGOs

Ben Harmanus

Nahezu jeder Mensch nutzt das Internet, um berufliche Ziele zu erreichen. Wir verkaufen Produkte und Dienstleistungen oder vermarkten diese, indem wir Webpages und Content erstellen. Oder wir sitzen auf der anderen Seite des Bildschirms und suchen Angebote, die unser Arbeitsleben erleichtern. NGOs starten Online-Kampagnen, um Befürworter oder Spender für ihre Zwecke zu gewinnen.

Was auch immer die Mission ist, sie wird täglich schwerer. Der Kampf um Aufmerksamkeit und Traffic hat ein neues Level erreicht und dein Vorhaben droht in einem Meer von (Content-)Angeboten unterzugehen. Das Web ist kein Spielplatz mehr.

Immer mehr Interessenparteien nutzen das Web für eigene Interessen (Politische Parteien, Unternehmen, NGOs, Business-Blogger). Lange Zeit galt die größte Aufmerksamkeit der Suchmaschinenoptimierung. Hauptsache mehr Traffic. Mit dieser falschen Strategie wird Zeit und Geld verschwendet, das Wunschziel nicht erreicht.

Egal, welche Zielgruppe die Webpräsenz ansprechen soll. Egal, welches ultimative Ziel die Webpage verfolgt: Es geht nicht darum, immer mehr Besucher auf die Seite zu bekommen, sondern nur diejenigen, die mit der höchsten Wahrscheinlichkeit Interesse am Angebot haben.

Leider sind die meisten Webauftritte nicht für die Zielgruppe optimiert. Das fängt schon dabei an, dass die Page den Nutzen der eigenen Existenz nicht prägnant und verständlich kommuniziert.

In diesem Workshop lernen die Zuschauer/Teilnehmer, wie:

  • man die Kommunikation von E-Mails, Social Media Posts und Anzeigen auf das Webpage-Angebot abstimmt
  • Webinhalte so optimiert werden, dass mehr User in Kunden/Unterstützer konvertieren

Ob Blogger, professioneller Marketer oder Community Manager, für jeden Web-User sind sofort umsetzbare Techniken dabei, um den eigenen Webauftritt für die Conversion zu optimieren.

Aber noch hat jeder genug Zeit sich beruflich neu zu orientieren…

Für diesen Sessionvorschlag abstimmen.


>> Weiter zur Abstimmung über die Nominierungen!

 

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