Eine Position von Aysel Osmanoglu, Vorständin der GLS Bank, zur bevorstehenden Bundestagswahl am 23. Februar 2025
Die Lehren aus der Nazizeit verdichten sich in Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Was bedeutet es, in Würde zu handeln – gerade in Zeiten, in denen Egoismus und Machtpolitik weltweit Oberhand gewinnen?
Ein Blick auf den 29. Januar 2025 im Bundestag genügt: Die AfD verletzt gezielt die Würde des Parlaments – und feiert es. Ihr Ziel ist die Zerstörung staatlicher Strukturen bis hin zum Austritt Deutschlands aus der europäischen EU. In einer Zeit, in der viele Systeme ohnehin kriseln, mag dieses Vorgehen auf manche faszinierend wirken. Doch was bedeutet es konkret für die Menschen?
Würdeloser Überlebensmodus
Unsere Würde ist erneut in Gefahr. Wer heute als Migrant*in lebt, spürt es direkt: Die Forderung nach „Remigration“ signalisiert klar, dass wir nicht erwünscht sind. Die Geschwindigkeit, mit der diese Entwicklungen voranschreiten, drängt unsere Gesellschaft in einen würdelosen Überlebensmodus.
Unsere Würde ist erneut in Gefahr.
Aysel Osmanoglu
Zur nächsten Bundestagswahl werde ich mir drei Fragen stellen:
- Ist meine Wahl gut für kommende Generationen?
- Ist meine Wahl gut für meine und unsere Gemeinschaft, die Menschen um mich herum?
- Ist meine Wahl gut für mich?
Ich werde an die vielen jungen Menschen denken, die noch nicht wählen dürfen, und an die rund zehn Millionen Migrant*innen, die von der Wahl ausgeschlossen sind.
Vieles muss sich ändern. Ich werde mich entscheiden. Aber in Würde.
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