Zwei Studentinnen, eine sitzt traurig am Boden, die andere will ihr helfen.

Gutes tun in wenigen Minuten: 12 Ideen, die immer gehen

Du möchtest die Welt verbessern, aber Dir fehlen die Ideen und auch die Zeit? Hier findest Du zwölf Inspirationen, die zeigen: Es kann ganz einfach sein, etwas Gutes zu tun, und manchmal ist es schon in zwei Minuten geschafft. Womit möchtest Du starten?

1. Jemandem Hilfe anbieten

Du kannst die ältere Nachbarin fragen, ob sie etwas aus dem Supermarkt braucht oder einem überlasteten Kollegen anbieten, die nächste Präsentation zu übernehmen: Wenn Du mit offenen Augen durch die Welt läufst, findest Du schnell Ansatzpunkte, jemandem etwas Gutes zu tun. Oft sind es für Dich selbst nur kleine Dinge, die für andere Menschen viel bedeuten. Vielleicht kostet es manchmal Überwindung, Deine Hilfe anzubieten – oder für die andere Person, sie anzunehmen. Doch am Ende gewinnen beide Seiten.

2. Nachhaltig unterwegs sein

Wir wissen alle, wie sehr die CO2-Belastung durch Verbrenner-Motoren den Planeten belastet. Willst Du im Alltag etwas Gutes tun, steig aufs Rad, in den ÖPNV oder in das Auto der Kollegin, die den gleichen Weg hat. Werde dabei gern kreativ. Es gibt keine direkte Bahnverbindung zu Deinem Ziel? Vielleicht ergibt sich dadurch ein spannender Zwischenstopp. Die Zugfahrt dauert länger als die Strecke mit dem Auto? Dann nutze die Zeit für Dich. Du kannst zur Motivation online leicht nachrechnen, wie viel CO2 du einsparst, wenn du das Auto stehen lässt. Bei einer Strecke von 30 Kilometern sind es zum Beispiel 5,8 Kilogramm.

3. Weniger und bewusster shoppen

Fast Fashion ist eine riesige Belastung für die Umwelt, genau wie die ständige Anschaffung neuer Elektrogeräte. Wusstest Du zum Beispiel, dass in einem Smartphone etwa 60 verschiedene Rohstoffe stecken, darunter verschiedene seltene Erden, die nur sehr begrenzt verfügbar sind? Trau Dich, weniger zu konsumieren und achte dabei auf eine faire und nachhaltige Produktion. Es gibt so viele Fair-Fashion-Shops oder tolle Second-Hand-Läden. Hier zu shoppen, kann zu einer echten Leidenschaft werden.

4. Dein Geld sinnvoll anlegen

Was passiert mit Deinem Geld bei Deiner Bank? Unterstützt Du damit die Atom- und Rüstungsindustrie oder stellst Du sicher, dass Du mit Deinem Geld etwas Gutes tust? Ein Konto – besser noch: eine Mitgliedschaft – bei der GLS Bank gibt Dir genau diese Möglichkeit. Als sozial-ökologische Bank investiert die GLS in nachhaltige Unternehmen, Projekte und Fonds. Hier steht nicht der maximale Gewinn, sondern das Wirken für eine gerechte Gesellschaft im Fokus. Dein Geld bewirkt in sechs verschiedenen Lebensbereichen Gutes: im Wohnen, bei den erneuerbaren Energien, in Bildung & Kultur, Soziales & Gesundheit, in der nachhaltigen Wirtschaft und der Ernährung.

Soziale Verantwortung übernehmen

Du möchtest mehr darüber erfahren, welche Werte die GLS Bank vertritt, zu welchen Branchen sie klar NEIN sagt und wie soziale Verantwortung konkret gelebt wird? Dann findest Du auf der Website der GLS Bank alle Informationen auf einen Blick.

5. Auf Ökostrom setzen

Du kannst etwas Gutes tun, während Du Dein Handy lädst oder das Licht einschaltest: indem Du für die Stromversorgung in Deinem Zuhause erneuerbare Energien nutzt. Falls Du es noch nicht getan hast, lohnt es sich also, zu einem nachhaltigen Stromanbieter zu wechseln. Hier könnten EWS oder Naturstrom spannende Anbieter für Dich sein. Willst Du einen Schritt weiter gehen, kannst Du den Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen auch durch die Beteiligung an Bürgerstromprojekten unterstützen. Das Ziel hinter solchen Projekten ist eine dezentrale Energieversorgung durch erneuerbare Energien, bei der die Bürger*innen selbst mitentscheiden.

6. Aussortieren und weitergeben

Wie viele Dinge hast Du zuhause, die Du nicht mehr brauchst, die aber für andere Menschen einen echten Unterschied machen könnten? Vermutlich eine ganze Menge. Am besten hörst Du nun auf damit, diese Gegenstände zu horten und startest eine große Aussortier-Aktion. Bring Elektroschrott und alte Smartphones zu einer passenden Sammelstelle, damit die enthaltenen Rohstoffe weiterverwendet werden können. Gib Pullover und Jeans in die Kleidersammlung und verschenke alte Möbelstücke über Kleinanzeigen. Du hast Bücher im Schrank, die Du nicht mehr liest? Pack sie in öffentliche Bücherschränke – und vielleicht findest Du dort einen spannenden Titel, den Du im Gegenzug mitnimmst.

7. Müll aufheben statt liegenlassen

Wusstest Du, dass in Deutschland pro Stunde 320.000 Einwegbecher für Kaffee und Co. über die Ladentheke gehen? Viele davon landen leider später in der Natur. Mach Dir die Mühe, solchen und anderen Müll kurz aufzuheben, damit er nicht dort verrottet. Bei Plastikdeckeln wird das niemals vollständig passieren: Sie können nur zu Mikroplastik werden, das ins Wasser und in die Nahrungskreisläufe gelangt. Trägst Du dazu bei, Abfälle in den Mülleimer zu werfen, tust Du wirklich etwas Gutes. Noch besser ist es, wenn Du durch den Boykott von Einwegbechern selbst dafür sorgst, dass weniger Müll entsteht.

8. Geld spenden – an Dein Lieblingsprojekt

Wie wäre es, regelmäßig Geld für tolle Zwecke zu spenden, ohne dass Dir dabei spürbar etwas fehlt? Wenn Du Geld in einem GLS Projektsparbrief anlegst, gehen die Zinsen, die Du normalerweise erhalten würdest, an ein wertvolles Projekt Deiner Wahl. Du bekommst eine Spendenbescheinigung, die Du steuerlich absetzen kannst und nach einer Laufzeit von fünf Jahren erhältst Du das angelegte Geld zurück. Klingt gut? Dann musst Du nur noch entscheiden, was Du unterstützen möchtest: die Förderung von sauberem Trinkwasser, die Unterstützung von jungen Musiker*innen oder die Entwicklung von Saatgutfonds? Hier findest Du alle Möglichkeiten, die zur Auswahl stehen. Um Gutes zu tun, kannst Du natürlich auch an andere Organisationen spenden, die Dich beeindrucken, oder Du verschenkst über GLS Treuhand ganz einfach 10 Euro an ein Projekt Deiner Wahl.

Dein Konto bei einer nachhaltigen Bank

Wenn Du möchtest, dass Dein ganzes Geld sozial und ökologisch wirkt, eröffne ein Girokonto bei einer nachhaltigen Bank.

9. Besser essen: Für Dich und die Umwelt

Du kannst etwas Gutes tun, während Du es Dir schmecken lässt: Wer auf regionale, biologisch und fair erzeugte Lebensmittel setzt, kann viel bewirken. Das hilft nicht nur unserem Planeten und den Menschen, die an der Erzeugung Deiner Nahrungsmittel beteiligt sind, sondern auch Deiner Gesundheit. Und zeitaufwändig ist es auch nicht: Das Einkaufen und Essen von Bio-Produkten dauert genauso lange wie immer – und wenn Du wenig Zeit zum Kochen hast, gibt es auch in diesem Segment eine große Auswahl an vorbereiten Gerichten, die schnell gemacht sind.

10. Einen Kaffee spendieren

In vielen Cafés kannst Du einen Kaffee zum Preis von zwei kaufen – und den zweiten bekommt eine Person, die selbst viel weniger Geld hat als Du. Das geschieht zum Beispiel in Form von kleinen Gutscheinen, die im Café aufgehängt werden und die sich bedürftige Personen dort nehmen können. Schau Dich in Deiner Gegend um, welches Café so etwas anbietet oder rege selbst dazu an. Dann kannst Du von Tag zu Tag entscheiden, ob Dein Budget heute reicht, um anderen Menschen eine Freude zu machen.

11. Zeige Haltung – auf der Straße oder digital

Trau Dich, Deine Stimme zu erheben – für das, was Dir wichtig ist. Aktuell gibt es in Deutschland eine große Demonstrations- und Aktivismus-Kultur, Du kannst leicht Teil davon werden. Je mehr Menschen für eine gute Sache auf die Straße gehen, desto sichtbarer wird das Anliegen und desto größer ist die Chance, dass sich wirklich etwas ändert. Der Besuch einer Demonstration ist Dir zu aufwändig? Es gibt auch viele digitale Möglichkeiten, um Dich zu engagieren. Unterzeichne Online-Petitionen oder zeige auf Social Media, welche Themen Dir wichtig sind. Du kannst in eigenen Beiträgen Deine Stimme erheben oder Postings von anderen Menschen teilen, die Du unterstützen möchtest.

12. Gehe freundlich durchs Leben

Egal, wie groß die Krisen um uns herum sind oder wie stressig der Tag ist: Wir können immer etwas Gutes bewirken, indem wir freundlich sind. Hast Du schon einmal vom „Random Act of Kindness“ gehört – also von zufälligen Nettigkeiten? Bedanke Dich öfter, lächle die Mitarbeitenden im Supermarkt an, schicke Deiner Schwester eine positive Nachricht oder sag einem Kollegen, wie sehr Du seine Arbeit schätzt. Studien zeigen, dass solche Nettigkeiten glücklich und dankbarer machen – und zwar nicht nur die Personen, die sie empfangen, sondern auch Dich selbst, wenn Du einen „Random Act of Kindness“ in Deinen Tag integrierst.

Deine Checkliste to go

Zeit und Engagement (Ehrenamt)

  • Hilfe aktiv anbieten (Nachbar*innen, Kolleg*innen)
  • Aussortieren und Dinge weitergeben (Kleiderspenden, Bücherschränke, Kleinanzeigen)
  • Haltung zeigen: Demonstrationen besuchen
  • Gesellschaftliches Engagement sichtbar machen (z.B. langfristig)

Zeitaufwand

  • Kleine Hilfeleistungen: 2-10 Minuten
  • Aussortieren größerer Mengen: mehrere Stunden (einzelne Abgaben auch wenige Minuten)
  • Demonstrationen: mehrere Stunden

Spenden und finanzielle Hilfe

    • Geld spenden an Organisationen oder Projekte
    • GLS Projektsparbrief (Zinsen spenden, Kapital bleibt erhalten)
    • Passiv Gutes tun: nachhaltiges Girokonto / Geldanlage bei einer sozial-ökologischen Bank

    Zeitaufwand

    • Einzelspende: 2-5 Minuten
    • Projektsparbrief: ca. 15 Minuten einmalig
    • Kontowechsel: ca. 60 Minuten einmalig
    • Danach: kein laufender Zeitaufwand

    Nachhaltigkeit und Umwelt

    • Nachhaltig mobil sein (Rad, ÖPNV, Fahrgemeinschaft)
    • Weniger und bewusster konsumieren (Fair Fashion, Secondhand)
    • Ökostrom nutzen / Bürgerenergieprojekte unterstützen
    • Müll aufheben und Einweg vermeiden
    • Nachhaltiger essen (regional, bio, fair)

    Zeitaufwand

    • Umstellung / Recherche: 10-30 Minuten
    • Einzelhandlungen (Müll aufheben, Mehrweg): ca. 1 Minute
    • Danach: kein zusätzlicher Zeitaufwand, teils Zeitersparnis

    Kleine Gesten im Alltag

    • Freundlich sein („Random Acts of Kindness“)
    • Wertschätzung zeigen, danken, loben
    • Einen Kaffee spendieren („Pay it forward“)
    • Digitale Unterstützung (Post teilen, Petition unterschreiben)

    Zeitaufwand

    • Einzelne Gesten: 10 Sekunden bis 2 Minuten
    • Digitale Aktionen: 2-5 Minuten

    Unsere Autorin

    Julia Felicitas Allmann ist freie Journalistin und Buchautorin. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in den Themen Nachhaltigkeit, Ernährung, Familie und bewusstes Leben. Sie ist Mutter von zwei Kindern und lebt in Köln.

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    4 Antworten zu „Gutes tun in wenigen Minuten: 12 Ideen, die immer gehen“

    1. Avatar von Daniel
      Daniel

      Bzgl. Ernährung auch einfach mal schauen, ob es in der Nähe eine Solidarische Landwirtschaft gibt: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/karte/

      Grüße aus dem Kartoffelkombinat 🙂
      Daniel

    2. Avatar von Frank
      Frank

      Danke für die guten Gedanken, Dank auch für deine Ernsthaftigkeit im freundlichen Gewand

    3. Avatar von Oliver Schmitt
      Oliver Schmitt

      Danke für die tollen Anregungen. Vieles kannte und mache ich schon, aber immer wieder ein Schubs ist schon gut. Und für viele Menschen ist evtl. doch was Neues dabei. Danke.

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