Blätter

Die Zukunft liegt in unserer Hand

Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 ist faktisch gescheitert. Ergebnis war ein vages Zwölf-Punkte-Papier, das weder endgültige Zieldefinitionen für Klimaschutzmaßnahmen enthält, noch rechtlich verbindlich ist. Wir haben mit Stephan Schunkert, dem geschäftsführenden Gesellschafter von KlimAktiv und Erfinder des CO2-Rechners der GLS Bank, über Zukunftsperspektiven und die Verantwortlichkeiten des Einzelnen gesprochen.

Herr Schunkert, in einem Interview vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen sagten Sie, dass man sich ein Scheitern der Verhandlungen dort nicht erlauben dürfe. Genau dies ist jedoch eingetreten – wie geht es jetzt weiter?

Die notwendige verpflichtende politische Entscheidung ist war ausgeblieben, dennoch wurden durch die Konferenz in Kopenhagen viele Menschen weltweit sensibilisiert. Der Klimaschutz hat in der Bevölkerung einen neuen Stellenwert bekommen – dies ist nicht zu unterschätzen. Wie sich das politisch auswirkt, bleibt eine spannende Frage.


Es gibt eine kleine Gruppe von „Klimaskeptikern“, die keinen Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von CO2 und der Erderwärmung sieht – ist diese Skepsis aus wissenschaftlicher Perspektive berechtigt?

Der vierte Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC besagt ganz deutlich, dass der Mensch durch den Ausstoß von Treibhausgasen die Erderwärmung verursacht. Dieser Bericht st kein Horrorszenario einiger Wissenschaftler, sondern eine weltweite wissenschaftliche Übereinkunft. Letzte Zweifel am menschengemachten Klimawandel dürfen meiner Meinung nach aus ethischen Gründen keinesfalls dazu führen, jetzt nicht zu handeln.


Braucht die Lösung des Klimaproblems neue Ansätze und welche könnten dies sein?

Um den globalen Temperaturanstieg möglichst auf zwei Grad zu begrenzen, dürfen wir nur noch eine limitierte Menge CO2 ausstoßen, die 2,5 Tonnen pro Jahr nicht überschreiten sollte. Der Budgetansatz besagt, dass dieses CO2-Budget klimagerecht auf alle Erdenbürger verteilt werden muss. So müssen wir uns alle der Verantwortung stellen, und dies bedeutet, dass wir nicht ausschließlich auf neue klimaschonende Techniken oder auf Vorgaben der Gesetzgebung bauen können, sondern unser Bewusstsein schärfen und selbst handeln müssen.


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