Meinungs Bildung Qualitätsjournalismus

Meinungs-Bildung durch Qualitätsjournalismus

Bei allen Nachrichten, die wir online oder gedruckt den Tag über aufnehmen, möchten wir darauf vertrauen, dass sie der Wahrheit entsprechen. Wir möchten auch Medien, die Zusammenhänge darstellen zwischen Ökologie und Sozialem. Qualitätsjournalismus informiert über Relevantes, klärt Missstände auf und ist ein Grundpfeiler für eine funktionierende Demokratie.

Seit einiger Zeit gründen sich neue Medien explizit mit dem Ziel, unabhängige und nachhaltige Nachrichten zu produzieren. Ein Überblick.

Krautreporter

Das Online-Magazin Krautreporter wird von seinen Mitgliedern finanziert und arbeitet werbefrei. Die Mitglieder zahlen einen Jahresbeitrag und erhalten Zugriff auf alle Inhalte. Die Autoren*innen schreiben über Zusammenhänge des gesellschaftlichen und politischen Geschehens. Die Redaktion hat einen außergewöhnlichen Transparenzanspruch. Die Journalisten*innen legen auf Krautreporter.de offen, in welchen Branchen sie nebenbei tätig sind, um Objektivität zu gewährleisten. Dennoch fließt in die Beiträge eine individuelle Meinung mit ein. Diese wird offen gelegt und nicht verschleiert. Zusätzlich haben sich die Reporter*innen dem Deutschen Pressekodex verpflichtet.

Riffreporter

Ganz anders funktionieren die RiffReporter. Die Genossenschaft ist kein Verlag, sondern bietet freien JournalistInnen alles, was sie brauchen, um auf der kooperativen Webseite www.riffreporter.de eigenständige Journalismusprojekte zu Themen aus Umwelt, Kultur, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft zu gründen, die sogenannten „Korallen“ . Den Namen haben die Gründer*innen gewählt, weil Korallenriffe von Vielfalt, Kooperation und Tiefgang geprägt sind und als Nahrungsgründe für viele Lebewesen dienen. Analog sollen „Korallen“-Projekte der Öffentlichkeit kontinuierliche, vielfältige und vertiefte Berichterstattung zu wichtigen und spannenden Themen bieten.

Schon jetzt sind von profilierten JournalistInnen, die für große Verlage und Sender arbeiten, „Korallen“ zu Themen wie Klimawandel, Verfassungsrechten, Zukunft der Museen, Naturschutz, digitalen Technologien, Weltraumforschung und den gesellschaftlichen Veränderungen in Spanien entstanden, kontinuierlich kommen neue hinzu, etwa die „Flussreporter“ und ein Projekt zur Stadt der Zukunft. Jedes Projekt baut sich eine eigene Unterstützer-Community auf, um neue Recherchen zu ermöglichen. Leser*innen bezahlen gezielt für einzelne Beiträge, Themen und Autor*innen. Die Einnahmen gehen an die Autor*innen, diese geben 15 Prozent davon weiter an die Genossenschaft. Die journalistischen Mitglieder bekennen sich zum strengen RiffReporter-Kodex.

agora42

Wer beim Lesen gerne blättert, findet in der agora42 ein philosophisches Wirtschaftsmagazin. Es befasst sich mit ökonomischen und gesellschaftlichen Themen, beispielsweise Wissen, Wachstum, Gerechtigkeit, Fortschritt und Nachhaltigkeit. agora42 regt zum Denken an, überlässt den Leser*innen die Meinungsbildung jedoch selbst. Komplexe Inhalte sind anschaulich erklärt und illustriert. Im Großen und Ganzen bildet die agora42 eine Plattform für Andersdenkende und Wissbegierige. Ergänzend zum Printangebot gibt es das  agora42 Blog.

utopia

Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft ist das Thema von utopia. Die Plattform informiert Verbraucher*innen über Nachhaltigkeit und all ihre Facetten, wo die Politik dies versäumt. Utopia leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Konsumgestaltung. Leser *innen finden Inspirationen zu Ernährung, Gesundheit, Umweltschutz, Kosmetik, Energie, Technik, Reisen, Finanzen, Beruf und vielem mehr.

Die 90.000 Community-Mitglieder können auf utopia nachhaltige Produkte und Dienstleistungen testen und bewerten und werden für einen nachhaltigeren Lebensstil begeistert. Die Schreiber*innen setzen auf vertrauenswürdige Quellen und gewissenhafte Recherche.

enorm

Die Zukunft fängt bei dir an – nach diesem Motto publiziert die enorm-Redaktion. Magazin und Onlineauftritt bieten spannende Geschichten, Reportagen und Bilder zu Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft, Gesundheit, Konsum und Bildung, ergänzt durch Tipps, wie wir einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft leisten können.

info3

Eine Zeitschrift für persönliche und soziale Entwicklung. Sie berichtet jeden Monat neu zum Beispiel über: Waldorf- und Reformpädagogik, alternative Wirtschaftsansätze, gesundes Leben und anthroposophische Medizin, ökologische Landwirtschaft und Ernährung, soziale und politische Gestaltung, spirituelle und religiöse Themen, die großen Fragen von Sinn, Leben und Tod.

Wer bezahlt den Qualitätsjournalismus?

Qualität hat ihren Preis. Wir alle sollten bereit sein, Wertarbeit zu honorieren. Qualitätsjournalismus zählt dazu. Nur wenn wir auch in guten Journalismus investieren, erhalten wir ihn.

Wir, GLS Bank und GLS Treuhand, haben uns zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit anderen Qualitätsjournalismus zu stärken. Lest mehr dazu

  1. Meine Meinung bilde ich mir lieber selbst. Dann weiß ich auch, dass die o.g. Meinungsmacher eben auch einseitig berichten – wie z.B. ‚enorm‘ vor 1,5 Jahren die „Flüchtlingskrise“ als Jobmotor in den Himmel gelobt hatte. Auf meine persönliche Nachfrage bei einer der Interviewten kam dann auch gleich zum Vorschein, dass einige weniger erfolgreiche Aspekte weggelassen worden waren.
    Und wer noch nicht einmal die Zeit hat, das Wort Qualitätsjournalismus korrigieren zu lassen, der sollte sparsam mit seinen hohen, edlen und missionarischen Anliegen sein.

  2. Eine schöne und interessante Auflistung. Fehlt leider noch AudioAgrar, das landwirtschaftliche Fachjournal zum Hören, Downloaden und Teilhaben mit Berichten aus der gesamten landwirtschaftlichen Branche – ökologisch wie konventionell!
    Hier kommen Fachpersonen zu Wort als Vortragende, Interviewpartner, Podiumsteilnehmer kontroverser Debatten ohne den subjektiven Filter des Journalisten zu durchlaufen. Und: Die Berichterstattung ist nicht an Werbebuchung gekoppelt.
    Also, unbedingt mit in die Liste aufnehmen! :)

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