Metropoltheater München

10 Jahre später: Die Finanzkrise geht wieder über die Bühne

Im Jahr 2008, genau genommen am 15. September 2008, markierte der Zusammenbruch der viertgrößten Investment-Bank Lehman Brothers den Höhepunkt der Finanzkrise. Die Immobilienblase in den USA war geplatzt. 10 Jahre ist das mittlerweile her. Und immer noch sind Folgen und Konsequenzen spürbar. Nun geht sie wieder über die Bühne und zwar als Theaterstück im Metropoltheater München.

Im Dschungel des Finanzmarktes

Aber was genau ist damals geschehen? Wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass mit Fonds gehandelt wurde, deren Zusammensetzung kaum noch nachvollziehbar war und die man als „faul“ bezeichnete?

Henry Ford hat einmal gesagt:

„Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

Impliziert dieses Statement doch, so wie es auch immer wieder repetiert wird, dass wir kaum eine Möglichkeit haben, hinter dem wildernden Dickicht der Informationen auf eine klare Lichtung des Wissens zu blicken. Zu verschleiert scheint der Weg dorthin, zu viele Akteure spielen eine Rolle auf der Finanzmarkt-Bühne. Genug Gründe, um die Thematik von dieser auf die des Theaters zu verlagern und eine Veranschaulichung umzusetzen.

Eine satirisch heitere, minimalistische Collage

Gelungen ist das, wie die Auszeichnung bei den 10. Wasserburger Theatertagen mit dem Preis für die beste Inszenierung und bei den Bayerischen Theatertagen in Bamberg mit dem Publikumspreis beweisen, dem Metropoltheater München mit „Schuld und Schein. Ein Geldstück.“ von Ulf Schmidt, das ab Donnerstag, den 08.02.2018, wieder ins Programm aufgenommen wird. Jochen Schölch, Intendant des Theaters, mit dem wir bereits ein Interview geführt haben, hat Regie geführt.

Metropoltheater München - 10 Jahre später: Die Finanzkrise geht wieder über die Bühne
Butz Buse, Hubert Schedlbauer, Philipp Moschitz, Marc-Philipp Kochendörfer, Paul Kaiser

Stimmen aus der Presse loben das Stück besonders dafür, dass es „satirisch heiter“ (Münchner Merkur) sei, eine „lebendige Collage“ (Deutsche Bühne) oder „minimalistisch“, jedoch „anbetungswürdig fantasiesatt“ (AZ). „So gelingt ihnen [den Schauspielern] eine herrlich unterhaltsame Karikatur auf die Erklärungsmodelle im Abendprogramm, man lacht mindestens genauso viel wie man grübelt“, schreibt die SZ.

Geld-Geschichte ersteigern lassen?

Die Rechte für die Uraufführung einer Geschichte über Geld auf Ebay von einem professionellen Theater ersteigern zu lassen – ein besonders gelungener Marketinggag von Autor Ulf Schmidt, der mit dieser Idee ins Schwarze traf und mit dem Metropoltheater München einen würdigen Uraufführer bekam. 2012 hat er das Stück fertiggestellt und im November desselben Jahres wurden dessen Uraufführungsrechte vom Metropol ersteigert. Im Juli 2013 war es dann soweit. Seitdem wurde das Stück mehrfach ausgezeichnet, ist immer wieder auf Gastspiel und am Metropoltheater München selbst ein wahres Kultstück geworden, das sich die Leute auch mehrfach anschauen.

Metropoltheater München
Marc-Philipp Kochendörfer, Hubert Schedlbauer, Paul Kaiser

Money, money, money – Die Finanzkrise

Das Stück stellt in kurzen, fast schon kabarettartigen Szenen die Entwicklung des Geldes bis hin zur Entwicklung der großen Finanzkrise dar. Dabei werden die Szenen immer wieder durch unterhaltsam-ironische Gesangs- und Tanzeinlagen unterbrochen, die unterschiedlichste Musikstücke von Cro über ABBA bishin zu den Prinzen einbeziehen. Langweilig wird es dem Zuschauer/der Zuschauerin jedenfalls nicht – auch, wenn er/sie manchmal wohl nicht weiß, ob er/sie lachen oder weinen soll. Folgende Termine stehen für den Theaterbesuch zur Verfügung:

Do., 08.02.2018, 20 Uhr
Fr., 09.02.2018, 20 Uhr
Mi., 14.02.2018, 20 Uhr
Do., 15.02.2018, 20 Uhr
So., 11.03.2018, 19 Uhr
Di., 13.03.2018, 20 Uhr
Mi., 14.03.2018, 20 Uhr
Do., 15.03.2018, 20 Uhr

Weitere Informationen und Kartenbuchung

Metropoltheater München
Paul Kaiser, Butz Buse, Marc-Philipp Kochendörfer, Philipp Moschitz

Transparenz im ethischen Bankgeschäft

Nicht transparente Geschäfte von Banken lassen Kunden und Kundinnen an deren Glaubwürdigkeit zweifeln. Sein Vertrauen einer nachhaltigen Bank wie der GLS Bank, deren Finanzgeschäfte transparent gestaltet ist zu schenken, macht Sinn. Auch das Metropoltheater München, das die Finanzkrise satirisch an den Pranger stellt, ist Kunde der GLS Bank – und das aus gutem Grund: Die GLS Bank investiert nur in nachhaltige und soziale Projekte. Wo dein Geld wirkt, zeigen wir dir regelmäßig in den Kundenporträts. Wer einen Kredit von der GLS Bank erhält, muss nicht nur den festgelegten, ethischen Ansprüchen genügen, sondern wird auch ausgiebig auf seine Bonität geprüft. Damit distanziert sich die GLS Bank von undurchsichtigen Geschäften. Weitere Informationen findest du hier.

Fotos: Hilda Lobinger

Lies auch das Interview mit Jochen Schölch, Intendant des Metropoltheaters München, auf dem GLS Bank-Blog:

Sinnlich-poetisches Erzählen im Metropoltheater München

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