Bank trifft auf Bauernhof: Von Kartoffeln, Kürbissen und Körnern

Bank trifft auf Bauernhof: Von Kartoffeln, Kürbissen und Körnern

Es gibt diese Woche im Sommer, von der kehren Auszubildende und Trainees der GLS Bank stets ein klein wenig verändert zurück. Was haben sie gemacht? Sie haben den Schreibtisch in der GLS Bank verwaisen lassen und dafür typische Arbeitsgeräte eines Bauernhofs in die Hand genommen. Willkommen bei der Fortbildung “Nachwuchskräfte vor Ort”!

Die GLS Bank zeichnet sich seit ihrer Gründung 1974 durch die Nähe zu ihren Kund*innen aus und das sollen auch angehende GLSler erleben. Daher hat die Mitarbeiterentwicklung (MEW) das Programm “Nachwuchskräfte vor Ort” aufgelegt: Es ermöglicht den Azubis und Trainees wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt der GLS Kund*innen und gleichzeitig in die Grundwerte der Bank. Wo zum Beispiel wird die Bedeutung biologischer Landwirtschaft spürbar? Auf einem Bauernhof, der im Einklang mit Mensch, Tier und natürlichen Ressourcen wirtschaftet. In diesem Jahr begleitete Ausbildungsleiterin Manuela Zänker 18 angehende Banker*innen zur BioBoden-Genossenschaft in Rothenklempenow.

Bank trifft auf Bauernhof: Von Kartoffeln, Kürbissen und Körnern

Echt durchgetaktet, dieser Tagesablauf

Es ist August 2021, ein Montag. Am Abend zuvor sind die GLSler in Rothenklempenow, einer Gemeinde im äußersten Südosten Mecklenburg-Vorpommerns, eingetroffen, die meisten von ihnen nach sechsstündiger Bahnfahrt. Der Auftrag der 18: auf dem Hof mit anpacken. Ihr Tagesablauf sieht wie folgt aus:

7-9 Uhr: In den frühen Morgenstunden geht es schon mit der Ernte von Gemüse und Obst los. Außerdem werden die Kuhherden auf den Weiden besucht und all die Dinge erledigt, die in der Mittagshitze zu anstrengend wären. 

9:30-12 Uhr: Mit der Kraft des Frühstücks im Körper geht es an Aufgaben wie Stall ausmisten oder auf dem Weltacker mithelfen. Weltacker? Das ist ein Projekt zur Veranschaulichung der Ackerfläche, die rechnerisch jedem Menschen zustehen. Mehr Infos folgen.

12:30-16 Uhr: Die dritte und letzte Arbeitseinheit wird gefüllt mit Unkraut jäten und Lehmarbeiten an der neuen Küche. Generell gilt: Helfende Hände überall dort anbieten, wo sie gerade gebraucht werden.

Apropos helfende Hände: Alle BioBoden-Mitarbeitenden freuen sich über die Unterstützung aus der Bank, denn auf dem BioBoden-Hof gibt es immer viel zu tun. Jeden Morgen werden die Aufgaben neu verteilt und die Arbeitsgruppen gebildet.

Nach der Herdentour auf den Weltacker

Bei der täglichen Herdentour geht es aufs Feld zu den Kuhherden, um nach dem Rechten zu schauen. Dabei ist zu beachten: Sind alle Kühe gesund und munter? Geht es den Kälbern gut, die in der Nacht geboren wurden? Ist der Zaun stabil oder ist er beschädigt worden? Der Banknachwuchs sitzt in der Morgendämmerung zu fünft im Van, der schaukelnd über das unebene Feld fährt, und alle Augen sind auf die Kühe gerichtet.

Kürbisse und Kartoffeln

Was wird im August auf dem Bauernhof geerntet? 2,8 Tonnen Kürbisse zum Beispiel, jeder Kürbis wiegt um die 400g. Kürbisernte ist also harte Arbeit. Auch die Kartoffeln werden frisch vom Feld geholt und in den Hofladen gebracht, wo sie dann direkt weiterverkauft werden. Wer bei der körperlich anstrengenden Ernte mithilft, realisiert wie viel Arbeit in biologischen Lebensmitteln steckt. Fünf Stunden Kürbisse und Kartoffeln einholen: Das Mittagessen aus genau diesen Zutaten schmeckt dann tatsächlich himmlisch.

Vom Acker auf die Baustelle

Rollenwechsel, weg vom Acker hin zur Baustelle. Für Koch Polo entsteht derzeit auf dem BioBoden-Hof eine neue freistehende Küche. Sie wird aus nachhaltigen Materialien gebaut, und heute arbeiten alle mit Heu und Lehm. Die Aufgabe für die Bankgruppe lautet: die Fenster abdichten. Das Resultat kann sich sehen lassen: viele schmutzige Hände und ein Koch, der nie wieder im Durchzug stehen wird. Polo ist happy.

Besuch auf dem Weltacker

Auf dem Weltacker in Rothenklempenow wird die Ackerfläche sichtbar, die theoretisch und rein rechnerisch jedem Menschen auf der Welt zur Verfügung stehen würde: etwa 2.000 Quadratmeter. “Darauf muss wachsen, was uns ernährt und versorgt”, so lautet das Motto dieser Sehenswürdigkeit, die regelmäßig Besuch von Neugierigen erhält. Die Banker*innen sind von der interaktiven Freilichtausstellung ebenfalls beeindruckt – sie stehen inmitten von Obst, Gemüse, Soja, Sonnenblumen und Co.

Bis aufs letzte Korn Leinsamen

Kiloweise Leinsamen werden währenddessen an anderer Stelle des Hofes zum Transport vorbereitet. In Aktion sind hier fünf Banker*innen und einige Hofbeschäftigte. Der Leinsamen-Berg befindet sich im Lager und muss bis zum letzten Korn in den Trecker geschippt werden, der wiederum das Saatgut in den Transporter befördert. Die Leinsaat wird für die Herstellung von Bio-Leinöl benötigt. Ist das Lager leer, wird die Hallte gefegt, damit die nächste Ladung eingehen kann.

„Es war begeisternd zu sehen, mit wie viel Offenheit und Spaß sich der GLS Bank Nachwuchs in die Landwirtschaft gestürzt hat. Wir haben gemeinsam gejätet, geerntet, gebaut und überall richtig was geschafft. GLS Bank und BioBoden Genossenschaft arbeiten bei der Förderung der ökologischen Landwirtschaft Hand in Hand. Das große Interesse unserer Besucher*innen hat einmal mehr gezeigt: Das Thema Ökolandbau wird in der Bank gelebt.“

So erfreut äußert sich Jasper Holler (Bild oben), der für die Kommunikation und die Mitgliederbetreuung bei der BioBoden Genossenschaft zuständig ist.

„Solche Erlebnisse schweißen zusammen! Ich bin sehr dankbar für die gemeinsame Zeit und die vielen Eindrücke, die ich mitnehmen durfte. Zu erleben, was Geld als Gestaltungsmittel und eine wirklich nachhaltige Finanzwirtschaft bewirken kann, war sehr bereichernd für meine tagtägliche Arbeit im Büro. Vielen Dank auch an BioBoden und die Menschen vor Ort, die uns über die Woche mitgenommen haben.“

Das sagt Florian Pankowski (Bild oben), einer der Auszubildenden der GLS Bank.

Über die BioBoden Genossenschaft

Diese Genossenschaft dreht sich nicht um Wohnungen oder ums Geld, sondern um Ackerböden in Deutschland – und zwar für den Bio-Anbau. Das Ziel lautet: Öko-Landwirtschaft zukunftsfähig machen. Dafür brauchen Bio-Landwirt*innen Höfe und Flächen, um die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln abzudecken. Um Land zu sichern, muss der Erhalt von Höfen gesichert werden und dafür setzt sich die BioBoden Genossenschaft ein.

Als Mitglied von BioBoden kann jeder etwas für eine zukunftsfähige Gestaltung unserer Landwirtschaft tun. Zwei Mal im Jahr können Mitglieder regionale Bioprodukte aller teilnehmenden Höfe bestellen. Die Nachwuchskräfte der GLS Bank haben beim Verpacken und Versand der Biokisten mitgeholfen. Hier kannst auch du Mitglied werden.

Nicht nur für Nachwuchskräfte

Die GLS Bank bietet nicht nur ihren Nachwuchskräften, sondern allen interessierten Kolleg*innen die Möglichkeit, ein Mal im Jahr nach Rothenklempenow zum BioBoden-Hof zu fahren.

Hast auch du Interesse, Teil der GLS Bank zu werden? Dann schau dir unsere Stellenangebote auf unserer Karriere-Seite an! Weitere spannende Blogbeiträge zur BioBoden Genossenschaft gibt es „hier“.

BioBoden: Gemeinsam für zukunftsfähige Landwirtschaft

 

  1. Coole Story, war sicher ein tolles Erlebnis

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