Notebook

Bildungsserie: Ökonomische Bildung auf dem Prüfstand

In den Analysen rund um die Finanz- und Wirtschaftskrise wurde immer wieder die (finanz-)wirtschaftliche Ausbildung an den Hochschulen in Frage gestellt und die mangelhafte Vermittlung von nachhaltigen Werten kritisiert. Auch die in der breiten Bevölkerung defizitäre ökonomische Bildung wurde in der Öffentlichkeit diskutiert.Wir fragen uns in einer neuen Serie, wie in Deutschland ökonomisches Wissen vermittel wird, das nachhaltigen Ansprüchen genügt.

An der Wichtigkeit ökonomischer Bildung wird wenig gezweifelt. Sie wird seit Jahren betont – von Wissenschaftlern, Lehrern, Politikern, Eltern, aber auch von Unternehmern und Bankern, die die wirtschaftlichen Kenntnisse von Kindern und Jugendlichen und auch von vielen erwachsenen Bürgerinnen und Bürgern bemängeln. Nachhaltig sollte ökonomisches Wissen und Handeln sein. Nur so versetzt es Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt.

Viele aktuelle Krisen, allen voran die Finanzmarktkrise, lassen diesen Blick jedoch oftmals vermissen. Das konstatiert auch Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission: „Ursachen der Krise waren auch kurzfristiges Denken und Verkennen der Komplexität. Wir benötigen sicher neue Regeln für das Finanzsystem. Wir brauchen aber vor allem einen Mentalitätswandel, der wegführt von kurzfristiger Gewinnorientierung. Wir brauchen einen Mentalitätswandel durch Bildung.“

Wie aber sollte ökonomische Bildung beschaffen sein, die diesen Ansprüchen gerecht wird? Die Staaten der Vereinten Nationen haben diese Frage unter dem Titel „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ins Zentrum ihrer UN-Dekade für die Jahre 2005 bis 2014 gesetzt. In diesem Jahr hat die Dekade das Thema „Geld“ als Jahresthema. Auf ihrer Internetseite finden sich viele Beispiele dafür – Veranstaltungen und Projekte, Materialien und Meldungen, bei denen es um Finanzkompetenz, fairen Handel, Konsum und Unternehmensverantwortung, aber auch um finanzielle Verbraucherbildung geht.

Wie kommt es, trotz der hohen Relevanz ökonomischer Bildung, dass viele Schülerinnen und Schüler wenig darüber lernen und wissen? Welche Inhalte sind wichtig – auch mit Blick auf ihre Nachhaltigkeit?

Wir freuen uns auf Anregungen!

  1. Übernommener Kommentar*

    Mein Budget, Dein Budget

    Inhalte einer ökonomischen Bildung:

    * Eine einfache Ein- Ausgabenrechnung erstellen
    * Preise und echte Kosten (Abos!, Folgekosten für Betrieb, Entsorgung) gegenüberstellen
    * das eigene Budget tauschen mit anderen, interessant auch ein Vergleich mit Budgets aus anderen Ländern.
    * Eine Relation herstellen: wie lange muss ich arbeiten, um z.B. ins Kino gehen zu können?
    * Die Frage „ist mir dieses produkt das wert?“ beantworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.