Sieben Wochen ohne – Über das Fasten

Heute am Aschermittwoch ist die Karnevalszeit mit ihrer ausgelassenen Heiterkeit und ihrem bunten Treiben vorbei, es beginnt die christlich geprägte Fastenzeit. Doch auch Menschen, die nicht religiös geprägt sind, setzen sich in diesen Tagen verstärkt mit dem Gedanken des Fastens auseinander.

Viele verzichten bewusst auf Konsum, sei es von Süßigkeiten, Fleisch, Alkohol oder Kaffee. Andere wiederum nehmen sich vor, mehr Sport zu treiben oder anderen Menschen gute Dinge zu tun. Die evangelische Kirche stellt ihre Fastenaktion „Sieben Wochen ohne“ in diesem Jahr unter das Motto „Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen“. Hier geht es um ein neues Bewusstsein von Schönheit, das Hinterfragen gängiger Ideale und darum, sich und seinen Körper anzunehmen, wie er ist. Ein spannendes Thema. Ich selbst habe mich in diesem Jahr wieder für das „Empörungsfasten“ entschieden. Einfach mal sieben Wochen weniger aufregen, empören und echauffieren. Eine echte Herausforderung, doch sehr wohltuend für das eigene seelische Gleichgewicht.

Natürlich ist mit sieben Wochen im Jahr noch nicht viel gewonnen. Besser wäre es, wenn es uns allen dauerhaft gelingen würde, Dinge zu ändern, Verhaltensweisen abzulegen oder Konsum zu verringern. Aber vielleicht entstehen ja in diesen Wochen Impulse, die über die Fastenzeit hinaus tragen und Veränderungen bewirken.

Wie haltet ihr es mit dem Fasten? Worauf verzichtet ihr, was wollt ihr ändern? Oder haltet ihr Fasten für überflüssig und ändert euer Leben lieber gleich grundsätzlich? Welche Strategien habt ihr, damit ihr in den sieben Wochen nicht „rückfällig“ werdet? Spannende Fragen, die wir gern mit euch diskutieren würden.

Vielleicht inspiriert euch ja auch unser Gastbeitrag von „enorm“ zum Thema „Raus aus der Routine“.

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5 Antworten zu „Sieben Wochen ohne – Über das Fasten“

  1. Avatar von Hans-Joachim Ebel
    Hans-Joachim Ebel

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    Klingt gut was Jule schreibt, aber es muss ja nicht in der Fastenzeit sein, sonst wird der Wille zum Verzicht sogleich mit den kleinen süßen Teufelchen bombardiert: Du darfst; Gönn dir was; morgen …

  2. Avatar von jule
    jule

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    gerade beim lesen gedacht: wieso eigentlich fasten? warum nicht gönnen?
    ich habe viele jahre meines lebens gefastet. zigaretten vorallem, süsses – das war echte protestantische selbstkasteiiung und trug mitunter durchaus radikale züge bei mir (in einem fastenjahr versagte ich auf ganzer fastenlinie, weil ich am vorabend des letztes fastentages auf einer party einen zug von einer kippe nahm.) irgendwann kippte das ganze bei mir und ich habe mich gefragt: ist etwas sich gönnen nicht eigentlich die andere seite der selben medaille? warum in einer gesellschaft, die ich durchaus stark geprägt von restriktion und verzicht geprägt sehe (s. alleine das gesellschaftliche essverhaltensdiktat) sich noch zusätzlich auf etwas zu stürzen worauf zu verzichten sei? und warum nicht einfach eine andere haltung einnehmen die fragt: und was kann ich mir mal ganz explizit in diesen 7 wochen gönnen und gutes tun? das eine kuchenstück zum kaffee. die eine kippe zum rotwein obwohl ich aufgehört habe zu rauchen ich aber dennoch jetzt gerade lust dazu habe? die fertigpizza die mich aber gerade jetzt anmacht? die stunde mittagschlaf obwohl es so viel zu tun gibt? die stunde fernsehen am hellichten tag den kindern erlauben damit ich in ruhe in einem buch lesen kann? wo kann ich, können wir, in diesen 7 wochen 5 grade sein lassen und uns etwas gönnen?

    das ist die haltung, die zur ruhe bringt, die gnädig sich selbst und anderen gegenüber ist, ohne wettbewerb, ohne vergleich, ohne mangel.
    das ist die haltung, die wir alle so dringend bräuchten.

    1. Avatar von Frederic
      Frederic

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      Hallo Jule!
      Ich stimme Dir voll zu. Viele Menschen sollten viel öfter diese protestantisch-anthroposophische Verzichtskultur bei sich selbst und anderen hinterfragen und, wie Du schon geschrieben hast, „fünfe gerade sein lassen“.
      Schöne Grüße!
      Frederic

  3. Avatar von Birgit Stegemann
    Birgit Stegemann

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    Bis Ostern vegan essen. Ich bin gespannt!

    1. Avatar von Johannes Korten
      Johannes Korten

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      Viel Erfolg dabei! Das klingt spannend. Und vielleicht steht dabei ja gar nicht Verzicht sondern viel mehr Genuss im Vordergrund.

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