Umbau der Freien Aktiven Schule in Wülfrath

Ein Projektbesuch in Wülfrath bei Wuppertal – aus der Sicht unseres Schülerpraktikanten Leon Bartling.

Eines der vielen Projekte, die die GLS Bank mit einem Kredit unterstützt, ist die Sanierung bzw. der Neubau der Freien Aktiven Schule in Wülfrath. Aufwändig saniert wird die Realschule, welche in einem ehemaligen Krankenhaus untergebracht wurde. Außerdem wird das Gebäude der Grundschule neu gebaut, die bisher in den Räumlichkeiten des Dienstleistungszentrums in Wülfrath untergebracht war.

Im Rahmen meines zweiwöchigen Schülerpraktikums war ich bei einem Termin vor Ort dabei, um ein Bild davon zu gewinnen, wie das Projekt voranschreitet. Geplant waren Gespräche mit dem Geschäftsführer der Schule, Robert Freitag, und einem der Zimmermann-Gesellen sowie eine Besichtigung der Baustelle. Unterstützt wird der Bau von derzeit etwa 50 Handwerksgesellen, die im Rahmen der „Sommerbaustelle 2012“ ausschließlich für Verpflegung und Unterkunft arbeiten. Die Wandergesellen haben jeden Sommer die Möglichkeit, zwei Monate auf einer selbst gewählten Sommerbaustelle zu verbringen, dort zu arbeiten und voneinander zu lernen.

Wir trafen Robert Freitag und ich konnte ihm zum Konzept der freien Schule, den Motiven ihrer Gründung sowie zur ökologischen Bauweise und der Zusammenarbeit mit der GLS Bank meine Fragen stellen. In dem Gespräch wurde deutlich, dass eine freie Schule den Kindern ab der ersten Klasse vermittelt, selbstständig zu arbeiten und Sachverhalte zu erarbeiten. Die Kinder sollen frei entscheiden, wie sie lernen möchten. Es gibt keinen Klassenverband, die Schüler dürfen ihren Klassenlehrer auf eigenen Wunsch wählen. Diese Art des Lernens spiegelt sich auch in der Bauweise des Gebäudes wider. So wurden keine gewöhnlichen quadratischen Räume gebaut, sondern kreisförmige. Desweiteren gibt es ausschließlich Fachräume, die den Kindern ein gezielteres Lernen ermöglichen sollen.

Das Gespräch führten wir in einer Sitzecke, welche die Gesellen neben anderen Projekten, wie zum Beispiel einer selbst entworfenen Bar, für die Zeit der Sommerbaustelle gezimmert hatten. Anschließend führte uns Robert Freitag durch den Neubau, welcher durch tatkräftige Unterstützung der Wandergesellen rasch voran schreitet. Die Bauweise ist sehr ökologisch gestaltet. So wird zum Beispiel für die Dämmung der Wände Stroh und Lehm verwendet. Desweiteren wird viel mit Holz gearbeitet.

Während der Führung fotografierte und filmte ich die Baustelle, um den Baufortschritt festzuhalten. Anschließend stand ein nächstes Gespräch mit einem der Wandergesellen auf dem Plan. Dieser berichtete von der dreijährigen Zeit, in der er durch das Land zieht und mit seinem handwerklichen Können, Projekte wie die Sommerbaustelle 2012 in Wülfrath unterstützt. Während dieser Zeit, dürfen die Wandergesellen ihre Heimat, in einem Umkreis von 50 Kilometern nicht betreten. In den drei Jahren, sollen sie Neues kennenlernen und neue Erfahrungen machen.

Auf der Großbaustelle herrscht eine sehr gute Stimmung im Team. Die aus ganz Deutschland angereisten Wandergesellen sind motiviert ihr Handwerk auszuleben und ein ökologisches und zukunftsweisendes Projekt zu unterstützen. Ich war nach dem Besuch der Schule beeindruckt, mit welcher Kreativität und Freude die Wandergesellen ihre Arbeit verrichteten und das Gemeinschaftsprojekt Stück für Stück entsteht.

  1. Samuel Knorpp

    echt vorbildlich! unterstuetzt die gls denn diesen sommer 2014 auch so eine sommerbaustelle?! und wenn ja wo findet die statt? bin zimmerergeselle und wuerde gern teilnehmen!

    • Bettina Schmoll

      Hallo Samuel,
      danke für Dein Interesse. Wir von der GLS Bank unterstützen in diesem Jahr keine Sommerbaustelle. Wo es welche gibt, erfährst du wahrscheinlich im Internet oder über die Innungen.
      Viele Grüße
      Bettina Schmoll
      Online Redaktion

  2. von solchen Projekten müsste es viel mehr geben, finde ich Super :-)

  3. Sehr schönes Projekt, weiter so!

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