Kultursaat e.V.: Ökologische Gemüsezüchter erhalten Förderpreis

Saatgut unfruchtbar machen – kann das eine gute Geschäftsidee sein?

Freuen sich über den Preis (v.l.n.r.) : Vera Becher, Sebastian Vornhecke, Johanna Fellner, Thomas Heinze, Petra Boie

Als Hybridsaatgut vor 30 Jahren zunehmend den Markt überschwemmte hatten einige Gärtnerinnen und Gärtner daran zumindest ihre Zweifel. Schließlich muss Hybridsaatgut jedes Jahr neu gekauft werden mit der Folge, dass sich die Abhängigkeit von wenigen Anbieterfirmen verstärkt.

Hybride entstehen durch Kreuzung zweier Inzuchtlinien und können nur schwer nachgebaut werden. Bei dem sogenannten F1-Saatgut sind die gewünschten Merkmale nur in der ersten angebauten Generation vorhanden.

Tatsächlich verdrängten die Hybridsorten die „alten“  Sorten immer mehr. Deshalb taten sich vor 21 Jahren mehrere ökologische Gärtnerinnen und Gärtner, Saatgutvermehrer und Pflanzenzüchter zusammen und gründeten den Verein Kultursaat. Ihr Ziel war und ist die Erhaltung und Zucht von samenfesten, fruchtbaren und angepassten Sorten. Sie sollen sich besonders für den ökologischen Anbau eignen, frei nachgebaut werden können, in allen Generationen die gleichen Merkmale zeigen und eine hohe Nahrungsqualität aufweisen. Seit der Gründung sind mehr als 50 Kultursaat-Gemüsesorten zugelassen worden. Dieses ausdauernde Engagement für Vielfalt und Unabhängigkeit brachte dem Verein jetzt den renommierten Bundespreis Ökologischer Landbau 2015 ein.

Seht dazu auch den Film:

 

Ökologische Saatgutzüchtung braucht Unterstützung

Leider ist auch beim Bio-Anbau das Hybrid-Saatgut allgegenwärtig. Alte Sorten verschwinden, da sie oft nicht mehr ertragreich genug sind. Neue Sorten zu züchten braucht jedoch viel Zeit, Geld und Geduld. Die Entwicklung einer Sorte dauert rund zehn Jahre und kostet pro Jahr rund 60.000 Euro.

Damit Kultursaat weiterhin fruchtbares Saatgut entwickeln kann, braucht der Verein erhebliche finanzielle Mittel. Der Verkauf des Saatgutes kann die Kosten der Züchtungsarbeit nicht decken. Deshalb fördert der Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft den Verein Kultursaat bereits seit fast 20 Jahren. Damit diese erfolgreiche Zusammenarbeit fortgesetzt werden kann, brauchen wir eure finanzielle Unterstützung. Spendet für eine eigenständige ökologische Züchtung, unabhängig von den Agrarkonzernen! Zur Online-Spende

Aktiv könnt ihr den Verein und seine Ziele auch unterstützen, wenn ihr darauf achtet, samenfestes Saatgut zu kaufen. Bezugsquellen dafür findet ihr auf der Website der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Oder fragt einfach im Laden nach ökologischem Saatgut.

Mehr Infos

Erfahrt mehr über die Arbeit des Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.

 

  1. Pingback: Warum Saatgut züchten? | GLS Bank-Blog

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