#glskoop:: Besuch in einem Kindergarten-Garten

Anja Klein vom Blog „Kleiner Horrorgarten“ hat das GLS Kreditprojekt amares Kindergarten in Köln besucht.

Vor einer ganzen Weile hat die GLS Bank zu einer Blog-Kooperative aufgerufen. Gesucht wurden Blogs mit:

  • spannender Zielgruppe (Achtung, Ihr seid gemeint!:-))
  • und einem ehrlichen Interesse an sozialen und ökologischen Fragestellungen,
  • die in sozialen Netzwerken präsent und regelmäßig aktiv sind.

Seid Ihr, habe ich, bin ich – dachte ich mir da nur, habe mich beworben und bin tatsächlich ausgewählt worden. Deshalb war ich letztens zu Besuch im amares Kindergarten in Köln. Die GLS Bank hat die Finanzierung für das Projekt übernommen. Ich soll die Geschichte dahinter erzählen. Und das mache ich wirklich gerne. Selten hat mich ein Projekt so begeistert wie dieser Kindergarten und wenn unsere Kinder nicht schon längst aus dem Kita-Alter raus wären, würde ich sie sofort dort anmelden.

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Gegründet wurde der Kindergarten von Pina Gliozzo und Vanda Perez Bessone. Die eine kommt aus der Millionenstadt Buenos Aires, die andere aus einem kleinen sizilianischen Bergdorf. Zu Freundinnen wurden die beiden in Köln. Was sie verbindet ist eine Idee. Eine ziemlich große – eine großartige Idee.

(Frei-)Räume schaffen für Kinder. Eine soziale Werkstatt, in der sich große und kleine Menschen immer wieder aufeinander einlassen: Eine Art Baustelle auf der Neues entsteht, Bestehendes gewürdigt und gepflegt wird, und Vergessenes oder Verlassenes wieder entdeckt werden kann. Orte des Vertrauens und Zutrauens. (Lebens-)Räume für Kinder und Erwachsene. Weil Zuwendung und liebevolle Pflege (Selbst-)Bildung ermöglichen und weil das Kleine von größter Bedeutung ist.

Die beiden fangen an mit einem Startkapital von 200 Euro – erwirtschaftet durch den Verkauf von Würstchen. Freunde und Verwandte geben was dazu. Die GLS Bank übernimmt den Rest. Sie starten im Dezember 2006 mit vier Kindern auf einem verlassenen Gelände im Stadtwald. Gebäude werden saniert, eine U3 Gruppe kommt dazu und kurz danach auch eine Waldgruppe für Kinder von 3 bis 6 Jahren. Alles läuft prima. Es gibt mehr Anmeldungen als Plätze. Und deshalb auch bald den Plan noch ein Gebäude zu finden. Noch einen Kindergarten zu eröffnen. Es dauert eine Weile bis sie fündig werden. Und noch ein bisschen länger bis sie anfangen dürfen. 

Eröffnet wurde die neue Kita dann im November 2014. Ein 3.000 Quadratmeter großes Gelände mit einer schönen Hofanlage. Mitten im Wald und nahe am Fühlinger See. Als ich im Mai 2015 zu Besuch komme spielen hier bereits die ersten Kinder. Alles sieht noch ein wenig unfertig aus, aber ich bin trotzdem verzaubert von dem Ort und dem Geist, der überall zu spüren ist.

„amares“ ein spanisches Wort welches in sich ein wunderbares Wortspiel birgt:

… mar…  das ist das Meer
… mares…das sind die Meere, die Mehrzahl von Meer
… amar…ist auch ein Verb und bedeutet „lieben“
… amares… die Mehrzahl davon d.h. so etwas wie die Vielfältigkeit des Liebens
… amar a mares d.h.  „in Strömen Lieben“ …so viel, so tief, so weit wie ein Meer

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Die alten Gebäude haben einen schicken Umbau aus Holz erhalten, der aus den einzelnen Häusern ein zusammenhängendes Zuhause macht. Das Außengelände ist riesig. Von dem Garten, der hier schon bald entstehen soll, ist noch nicht viel zu sehen. Ein paar erste Kisten wurden mit Erde gefüllt und bepflanzt. Es gibt einen Komposthaufen und jede Menge Freiraum zum spielen.

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Im Sommer kommen zwei Studenten, die hier ein Praktikum absolvieren. Dabei soll ein (Kinder-)Gartenplan entstehen und am liebsten auch noch umgesetzt werden. Ganz schön ambitioniert. Einerseits. Andererseits ist es traumhaft so ein großes Gelände zu gestalten. Ich stelle gerne meinen Pflanzen Überschuss zur Verfügung und dokumentiere den Verlauf.  Das lässt sich gut einrichten – in der Nähe gibt es einen großen Gartenmarkt bei dem ich öfter einkaufe. In Zukunft führt mich mein Weg dann eben noch ein Stückchen weiter. Zum Kindergarten-Garten.

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Anja Klein

anja_kleinAnja Klein ist die Gärtnerin aus dem kleinen Horrorgarten. Unter dem Motto „Blumen, Kohl und Rock’nRoll“ wächst dort eine wilde Mischung aus Essbarem und Schönen heran. Nicht immer behält die Gärtnerin die Oberhand: der Salat wird von Schnecken gefressen, die Möhren bekommen Besuch von der Möhrenfliege und der Phlox trägt einen weißen Pelz, statt rosaroter Blüten. Trotzdem macht ihr die Gartenarbeit riesigen Spaß und das merkt man ihren Texten auch an. Die findet man übrigens auch in dem Gartenmagazin Frisch aus dem Garten (www.frischausdemgarten.com), das sie als Chefredakteurin betreut und in verschiedenen Zeitungen für die sie schreibt.

Weitere Infos

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