GLS Kunden im Portrait: Wie das a&o buero die Welt aufrüttelt

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„Die Menschen opfern eine Stunde ihres Lebens. Und die soll sinnvoll gefüllt werden.“ Die a&o buero filmproduktion gmbh spricht in ihren Filmen gesellschaftliche Tabuthemen an. Sie rütteln auf – mit Themen wie dem Bürgerkrieg in Syrien, Musik als Foltermethode oder Missbrauch von Kindern. Ab Februar arbeiten Tristan Chytroschek und seine Kollegen an der nächsten sinnvollen Stunde. „Gambling on Extinction“ (Der letzte Raubzug) heißt ihr neuer Dokumentarfilm. Es geht um Wilderei an Elefanten, Nashörnern und Tigern und die horrenden Geschäfte, die damit gemacht werden.

Chytroschek ist studierter Maschinenbauingenieur, war schon im Studium viel unterwegs. Schaute er sich vor Ort um, beschlich ihn immer wieder ein Gedanke: „Brauchen die Menschen diese Systeme wirklich?“ Nein, sie brauchen andere Werkezuge, glaubt er. Werkzeuge, die ihnen helfen, die Welt besser zu verstehen. Werkzeuge, die Bewusstsein für die Menschen und deren Situationen in anderen Ländern schaffen. Den Fernseher wollte er nutzen als Schaukasten, der zum Denken anregt.

Das ist ihm und seinen Kollegen, Robert Pütz und Jakob Kneser, gelungen. Sehr erfolgreich sogar. 2012 gewannen sie den International Emmy für ihren Film „Musik als Waffe“. Der Film zeigt, wie Musik im Krieg eingesetzt wird, wie melodische Klänge in den falschen Händen zu einer psychologischen Waffe werden können. Die Dreharbeiten nahmen alle Beteiligten stark mit. Sie drehten mit ehemaligen Guantánamo-Häftlingen. „Ursprünglich dachte ich, die Interviews mit den Gefangen würde mich am stärksten berühren“, so Chytroschek. Doch dann sprach er mit einem ex-Soldaten, der in Guantánamo u.a. mit entschied, wie lange die Gefangenen in der „Disco“, dem Raum, in dem sie der ohrenbetäuben Musik ausgesetzt waren, verbleiben mussten. „Er war ein intelligenter Mann, doch diese Erfahrungen haben ihn völlig fertig gemacht. Und diese Erkenntnis, dass dieses System beide Seiten so zerstört, die ging mir richtig an die Nieren“, erzählt Chytroschek.

Unerwartet zu internationaler Anerkennung

Die Emmy Normierung selbst war eine riesige Überraschung. Eine Sekretärin des Senders ZDF reichte den Film ein, hielt mucksmäuschenstill und fuhr in den Urlaub. Die Bekanntgabe der Nominierung sorgte daher kurze Zeit später für große Augen. „Wir waren überzeugt, es sei ein Fehler. Aber da stand es, wir fuhren also nach New York und dann haben wir das Ding tatsächlich gewonnen“, erinnert sich Chytroschek, immer noch überwältigt. Durch den Emmy hat sich einiges verändert. a&o sei nur eine kleine Firma mit vier festen Kollegen und etwa 20 freien Mitarbeitern. Doch durch die internationale Anerkennung wird ihre Arbeit deutlich erleichtert und stärker wahrgenommen.

Und so kam es, dass kein geringer als Jackie Chan im neuen Dokumentarfilm mitwirken wird. Der chinesische Schauspieler setzt sich in seinem Heimatland für die NGO „Wild Aid“ ein. In asiatischen Ländern ist die Nachfrage nach Tigerknochen oder Nashornpulver, dem Ferrari in der Hausapotheke, oder traditionellen teuren Geschenken aus Elfenbein drastisch gestiegen. Der Preis damit natürlich gleich mit. Maßnahmen in Afrika, die die Wilderer direkt tangieren, reichen nicht mehr aus. Deswegen wollen Wild Aid wie auch das a&o buero das Bewusstsein auf dem asiatischen Markt ändern und die Nachfrage an sich eindämmen.

Zur GLS Bank kamen sie, da „es einfach passt. Wie schaut es denn aus, wenn wir in unseren Filmen Flüchtlingselend anprangern oder Welthunger und am Ende um Spenden auf ein Konto bei Banken bitten, die mit Nahrungsmitteln spekulieren? Da sind wir bei der GLS Bank deutlich besser aufgehoben,“ sagt Chytroschek.

Erscheinen soll „Gambling on Extinction“ Ende 2015. Die Produktion und Dreharbeiten könnt Ihr via Facebook und Twitter verfolgen. Bis zum 31. Dezember könnt Ihr das Projekt zudem finanziell unterstützen. Über Indiegogo organisiert das a&o buero ein Crowdfunding-Kampagne für den Film.

 

Dezember 2015

Der Film „Der letzte Raubzug“ wurde Mitte des Jahres fertiggestellt und u.a. auf ARTE ausgestrahlt. Die 50-minütige Dokumentation wurde mit dem Deutschen Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis und dem Deutschen Naturfilmpreis ausgezeichnet.

 

Bilder: a & o büro

Oben: Dreharbeiten in Bolivien

Mitte: Tristan Chytroschek

Unten: Das Logo des neuen Films „Der letzte Raubzug / Gambling on Extinction“

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