Es kommt Leben in die Bude – vom alten Bauernhaus zum Kindergarten

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Der Biobauernhof Wilkenshoff ist mehr als ein gewöhnlicher landwirtschaftlicher Betrieb. Hinter den altehrwürdigen Gemäuern aus dem 19. Jahrhundert tummelt sich mehr Leben, als sich die Altvorderen wohl jemals hätten träumen lassen.

Emilia hat Geburtstag. 22 Kinder, die hier wochentags von 7.30 Uhr bis 15 Uhr zu Hause sind, schlüpfen deshalb in ihre Gummistiefel und stapfen gemeinsam mit ihrer Erzieherin durch das feuchte Gras. Im Gänsemarsch geht es zwischen den Salatreihen hindurch zum Gemüsegarten. Dort steht, noch von der morgendlichen Stunde mit Tautropfen übersät, der Rhabarber mit seinen großen grünen Blättern. Die Kinder schneiden die rosa Stangen knapp über dem Boden ab und bringen die gesammelte Ernte in die Küche. Mit der Hilfe vieler emsiger kleiner Hände entsteht daraus ein leckerer Geburtstagskuchen für Emilia. Nicht nur sie freut sich darüber, sondern auch die Schweine im Freigehege, die von den Kindern mit den frischen Rhabarberblättern gefüttert werden.

Freitags nehmen die Kinder sogar der Köchin, die für sie normalerweise das Mittagessen zubereitet, den Löffel aus der Hand. Ob selbstgemachte Nudeln oder Gemüsesuppe: Die Kinder lernen fast alles. Nur nicht die Zubereitung von Fast Food, Tütensuppen und Tiefkühl-Fischstäbchen.

Den Bauernhofkindergarten Wilkenshoff e.V. gründete 2008 die Agraringenieurin und Sozialpädagogin Karin Toma zusammen mit der Landwirtin und Besitzerin des Biohofs, Ulrike Cohrs. Die beiden hatten sich während ihres Studiums der Ökologischen Agrarwissenschaften an der Universität Witzenhausen kennengelernt und sich schon damals dafür entschieden, ein gemeinsames Bauernhofprojekt auf die Beine zu stellen. Heute arbeitet Ulrike Cohrs gemeinsam mit dem Kindergartenteam und engagierten Eltern für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Einrichtung.

Bentheimer Schweine, Charolaiser Mutterkühe, Hühner und Pferde: Die Kinder erleben auf „ihrem“ Bauernhof jeden Tag aufs Neue und ganz alltäglich das Zusammenwirken von Mensch, Tier und Natur. Sie lernen die verschiedenen Arbeiten während der Jahreszeiten und den Ursprung ihrer Nahrungsmittel kennen. Gemeinsam wird gesät, gepflanzt, geerntet, gekocht und bei der Fütterung und Pflege der Tiere geholfen. Erzieherin Maria Borgwardt sieht darin auch die Besonderheit des Kindergartens: „Die Kinder haben hier jeden Tag den Kontakt zur Landwirtschaft und den Tieren – nicht nur während eines kurzen, eintägigen Besuches mit ihrer Kindergartengruppe“.
Das Gelände des seit 2001 ökologisch bewirtschafteten Hofes bietet dabei nicht nur Raum für wirklichkeitsnahes, aktives Lernen und Erleben, sondern auch viel Platz zum Rennen, Klettern, Toben und Verstecken.

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft  unterstützte den Verein bereits 2008 in der Aufbauphase. 2011 halfen weitere 4.000 Euro bei der Renovierung der alten Bauernküche.  Über 50 weitere gemeinnützige Projekte aus Forschung, Bildung und Praxis des ökologischen Landbaus wurden 2011 durch die Zukunftsstiftung Landwirtschaft gefördert – mit Schwerpunkt auf der ökologischen Pflanzenzüchtungsforschung.

Zudem engagierte sich das Berliner Büro der Zukunftsstiftung Landwirtschaft mit „Save our Seeds“ und der Aktion „Bantam Mais“ für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und setzte sich in der Kampagne „Meine Landwirtschaft“ tatkräftig für eine ökologischere Ausrichtung der EU-Agrarpolitik ein. Für den Tierzuchtfonds gewann Schirmherrin  Sara Wiener kürzlich 5.000 Euro: Sie beantwortete in einer Quiz-Show erfolgreich einige knifflige Wissens-Fragen und stellte ihre Geschicklich unter Beweis. Etwas einfacher läuft eine Unterstützung verschiedenster Projekte über das GLS Spendenportal ab.

Johanna Zellfelder, Trainee Zukunftsstiftung Landwirtschaft

 

Bilder: Zu Besuch auf dem Biobauernhof Wilkenshoff.

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