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Durchweg eine grüne Weste? Die Unternehmenskultur der GLS Bank

Corporate Citizenship (CCS), Corporate Social Investment (SCI) und Corporate Social Responsibility (CSR) – oder „Tue Gutes und rede darüber“ – gehört im heutigen Unternehmertum zum guten Ton. Als öffentlichwirksame Werbe- und PR-Maßnahmen verschaffen sich viele Unternehmen einen sozialen oder „grünen“ Anstrich, Stichwort „Greenwashing“. Soziale Verantwortung gilt in dieser Umsetzung als Faktor zu wirtschaftlichem Erfolg. Wie ist das bei der GLS Bank?

Die GLS Bank vergibt ca. 60% ihrer Kredite im sozialen Bereich und erzielt damit seit über 30 Jahren eine große gesellschaftliche Wirkung. Nach außen steht die Bank für starke soziale (und ökologische) Werte. Wie äußern sich diese im Inneren, in der Unternehmenskultur? Was bedeutet es, bei einer sozial-ökologischen Bank zu arbeiten?

In der GLS Bank gehört soziale Verantwortung in der Gesellschaft, aber auch im Unternehmen selbst zum Konzept. Schon im Leitbild der Bank wurde festgehalten: „Unsere Betriebskultur ist von einem offenen und ehrlichen Umgang miteinander geprägt. Wir pflegen einen respektvollen Dialog in sinnvoll gegliederten Funktionshierarchien und einen Führungsstil, der von einem ganzheitlichen Menschenbild ausgeht.“

Die Bank sorgt in vielerlei Hinsicht für ihre Mitarbeiter/innen – z.B. was die Altersvorsorge betrifft: Es gibt eine voll arbeitgeberfinanzierte Säule, d.h. 5% des Vorjahresbruttolohnes fließen automatisch in eine Unterstützungskasse. Wer außerdem in die Betriebliche Altersvorsorge einzahlt, erhält von der Bank bis zu einem Maximalbetrag denselben Betrag noch einmal dazu. Für Vielreisende übernimmt die Bank die BahnCard und für alle Mitarbeiter die Monatstickets des Öffentlichen Nahverkehrs – natürlich auch, um die klimafreundliche Anfahrt zum Arbeitsplatz zu fördern. Darüber hinaus können sich Mitarbeiter aus dem hausinternen Solidaritätsfonds zinslose Darlehen mit frei zu vereinbarenden Rückzahlungen leihen. Auch das sogenannte Sabbatical ermöglicht die GLS Bank: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter höherer Funktionsgruppen erwerben pro vollem Kalenderjahr einen Anspruch auf eine Woche bezahlte Freistellung, die über 4 bis 6 Jahre angespart und dann zusammenhängend genommen werden können.

„Die Unternehmenskultur ist hier etwas ganz besonders“, sagt einer der derzeit elf Auszubildenden. „Die mitarbeiterfreundlichen Strukturen haben auch positiven Einfluss auf die Stimmung – ich erlebe ein sehr kollegiales Arbeiten. Gefördert wird dies sicher auch durch unsere Gemeinschaftsräume wie den Garten, wo wir in der Mittagspause gerne zusammen sitzen.“

Aufgrund des großen Wachstums der letzten Jahre wurde auch die Mitarbeiterentwicklung vor Herausforderungen gestellt. „Ich bin in die Bank gekommen, als alle noch um einen Tisch passten und jeder Geburtstag zusammen gefeiert wurde. Heute geht das schon aufgrund unserer Größe nicht mehr, aber geblieben ist die offene, kooperative Stimmung, die zur täglichen Bewältigung der gemeinsamen Aufgabe gehört“, äußert ein langjähriger Mitarbeiter.

Für ihre Mitarbeiterpolitik wurde die GLS Bank 2007 deshalb auch mit dem Preis „Top Job“ als einer der 12 besten Arbeitgeber im deutschen Mittelstand ausgezeichnet. Letztes Jahr folgte der Preis „Familienfreundliches Unternehmen NRW“. Ausschlaggebend waren dafür die flexible Arbeitszeitgestaltung, der hohe Frauenanteil von knapp 60 % und der Kinderzuschlag, der jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin für jedes Kind und unabhängig von der Höhe des Einkommens zukommt.

Gerade im Moment gibt es aufgrund der großen Nachfrage viel zu tun. Die Bank erwartet natürlich Initiative, Engagement und Leistung, andererseits bietet sie auch viel Selbstverantwortung und Freiheiten.

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