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Die Aufgabe von INAISE ist es, seine Mitglieder zusammen zu bringen.

Anfang Mai findet in Bochum das Jahrestreffen von INAISE statt. Wir haben mit Dominique Lesaffre, dem Präsidenten von INAISE über das Netzwerk seine Aufgaben und Herausforderungen gesprochen.

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Dominique, bitte beschreibe INAISE in wenigen Sätzen.

Dominique Lesaffre: INAISE (International Association of Investors in the Social Economy) ist ein weltweites Netzwerk. Es vereint heute etwa 50 Finanzinstitutionen, die sozial und ökologisch ausgerichtet sind. Als INAISE im Jahr 1989 gegründet wurde, stammten die Mitglieder ausschließlich aus Europa, doch schon bald kamen Mitglieder aus anderen OECD-Staaten hinzu. Im Jahr 2008 öffnete sich INAISE für Organisationen aus Südamerika und Afrika und das Netzwerk wurde schnell größer. Das steigende Bewusstsein für alternative Wirtschaftsformen sorgt für das stetige Wachstum von INAISE. INAISE besteht aus Mitgliedern mit sehr unterschiedlicher Ausrichtung. Dazu gehören sozial orientierte Banken, Mikrofinanzunternehmen, Kooperativen, Stiftungen oder das Institute for Social Banking (ISB) als Bildungseinrichtung. Damit unterscheidet INAISE sich von anderen Netzwerken, die in der Regel nur eine Art von Institutionen vertreten. Die GABV (Global Alliance for Banking on Values) ist beispielsweise ein Netzwerk, das ausschließlich für Banken gedacht ist.

INAISE vereint also sehr unterschiedliche Institutionen. Was haben diese gemeinsam?

Die Mitglieder von INAISE investieren in Vorhaben mit ethischer, ökologischer, kultureller und selbstverwaltender Ausrichtung – über Kulturen und Geschlechter hinweg. Sie setzen sich für einen fairen Zugang zu Finanzen ein und unterstützen Entwicklungs- und Schwellenländer hinsichtlich einer sozialen Weltwirtschaft. Die Vielfalt von INAISE birgt auch Herausforderungen: Einige Mitgliedsorganisationen sind in ihren jeweiligen Ländern – zum Beispiel in Mittelamerika oder Afrika – stark verwurzelt und erfüllen wichtige Aufgaben, aber die Mitarbeiter sprechen kein Englisch. Das ist natürlich schwierig, denn INAISE lebt von der Kommunikation untereinander. Indem wir unsere Materialien oder auch die Internetseite in drei Sprachen – Englisch, Französisch und Spanisch – anbieten, versuchen wir die sprachlichen Barrieren zu überwinden. Auch die Jahresversammlung wird vom Englischen direkt ins Französische und Spanische übersetzt.

Was ist die Hauptaufgabe von INAISE?                                                                                                        

Die Hauptaufgabe von INAISE ist es, seine Mitglieder zusammen zu bringen, damit diese sich austauschen und Erfahrungen weiter gegeben können. Jedes Jahr findet eine Versammlung statt, zu der alle Mitglieder eingeladen sind. Außerdem treffen sich die Mitglieder etwas vier bis fünf Mal im Jahr zu Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Themen.

Kooperieren die Mitglieder untereinander?                                                                                                

Ich bin mir nicht sicher, ob man von Kooperationen sprechen braucht, da die Mitglieder schon gestandene Organisationen sind. Aber es gibt mehrere Mitglieder, die gemeinsam Projekte verwirklichen. Mitglieder von INAISE im Senegal und in Mali haben zum Beispiel mit der Merkur Bank aus Dänemark oder mit SIDI aus Frankreich verschiedene Projekte in Bereich Zugang zu Nachhaltige Energie verwirklicht. Die Kooperation der Mitglieder ist aber auch nicht oberstes Ziel von INAISE, uns geht es darum, dass die Mitglieder sich treffen und austauschen.

Was sind deine Aufgaben als Präsident von INAISE?

Als Präsident bemühe ich mich, bei möglichst vielen Organisationen präsent zu sein und sie vor Ort kennen zu lernen. So nehme ich an Treffen der Arbeitsgruppen teil oder besuche die Organisationen zu ihren eigenen Jahrestreffen. Nächste Woche fahre ich zum Beispiel nach Haiti, um bei einem Treffen von KNFP (Conseil National de Financement Populaire) und  ANACAPH (Association Nationale des Caisses Populaires de Haiti) dabei zu sein. Letztes Jahr war ich bei der Tagung der GABV in Berlin, um dort INAISE zu repräsentieren. Ich reise also viel für INAISE durch die ganze Welt.

Die nächste Jahresversammlung findet Anfang Mai in Bochum statt. Welche Themen stehen an?

Für INAISE ist die Jahresversammlung das jährliche Schlüsselerlebnis, das jedes Jahr von einem anderen Mitglied organisiert wird. Dieses Jahr lädt die GLS Bank zusammen mit Oikocredit und dem ISB ein. Wir hoffen, dass alle Mitglieder daran teilnehmen können. Zusätzlich zur Jahresversammlung gibt es eine offene Konferenz, zu der wir Gäste willkommen heißen. INAISE hat beispielsweise eine Datenbank mit über 3.000 Menschen, die sich für unsere Themen interessieren und die wir zu der offenen Konferenz einladen. Das Thema der diesjährigen Versammlung in Bochum lautet „Mobilising social finance globally – learning from each other“. Wir werden uns über Genossenschaften, Landwirtschaft, erneuerbare Energien aber auch über finanzielle Inklusion und grüne Investitionen austauschen. Bei jeder Jahresversammlung geht es aber in erster Linie darum, dass alle Mitglieder zu wichtigen Themen auf den neusten Stand gebracht werden. Das diesjährige Treffen in Bochum ist ein ganz besonderes, da gleich mehrere Jubiläen gefeiert werden können: INAISE feiert dieses Jahr seinen 25., der Westdeutsche Förderkreis von Oikocredit seinen 35. und die GLS Bank ihren 40. Geburtstag!

Mehr zu INAISE unter: www.inaise.org

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