BS 2019 / 1 - Eine für alles - Futopolis

Eine für alles – Futopolis

Wo treffen sich eigentlich Menschen, die einen Traktor suchen, um in ihr Tiny House zu ziehen, eine freie Schule gründen möchten oder auch nur ein Lastenrad leihen wollen? Von einer Plattform, die das alles zusammenbringen kann.

Von Lisa Neal, Journalistin

Jeden Morgen bringe ich mein Kind zur Kita. Das Kleine ist glücklich und versorgt, ich dagegen bin ungefrühstückt, genauso wie die anderen Eltern. Statt am Parkplatz oder beim Fahrrad Aufschließen würden wir unseren anschließenden Morgenplausch lieber in einem gemütlichen Café halten. Schnell müsste es gehen, vielleicht ein Müsli und Kaffee. Wie aber finde ich andere, die auch Lust haben, so einen Ort zu schaffen? Wo finden wir einen Raum, Personal, Händler und Menschen, die uns von ihren Erfahrungen berichten können? Dabei helfen soll die Plattform Futopolis.

Das ist die neue Online-Community der GLS Bank. Auf Wunsch vieler Mitglieder und Kund*innen entwickelten die Banker in den letzten zwei Jahren diesen virtuellen Raum. Hier soll ein reger Austausch untereinander entstehen.

Mit dabei zu sein ist schnell erledigt: Im Onlinebanking-Postkorb finde ich meinen Erstzugang, um mich zu registrieren und ein Profil anzulegen. Dort kann ich auch meine Interessen und Projekte für andere sichtbar machen. Schon bin ich Futopolist*in. In der Projektschmiede, dem Herzstück, geben wir uns gegenseitig einen Überblick über unsere verschiedenen Vorhaben. Für die Kita-Eltern-Frühstücksbar gebe ich die ersten Ideen ein und was ich suche, und plötzlich nimmt meine Idee Gestalt an. Sogar Namensvorschläge kommen aus der Community, eine andere Mutter führte ein Restaurant und sucht nun nach einer neuen Aufgabe. Sie hat bei Futopolis auch gleich einen alten Schulfreund entdeckt, der ist Milchbauer. So nimmt alles seinen Lauf. Ohne eine solche Community würde das viel länger dauern.

Es muss aber nicht gleich um eine Gründung gehen. In der denkBar kann ich einfach nur meine Ideen mit anderen diskutieren und Tipps einholen. Etwa, ob es für einen ausgebauten Bauwagen auf einem Dach in einer Großstadt bereits Beispiele gibt. Oder ich kann mich über alternative Wohnmöglichkeiten bei mir in der Gegend erkundigen. Und dann gibt es noch etwas für unterwegs: Im GLS Bank-Navi sehe ich als Futopolist auch per App, wo es in meiner Umgebung Ökomode gibt, einen Bioladen, ein veganes Café oder andere Kreditnehmer der GLS Bank.

Ein klickbarer Handabdruck unterteilt verschiedene Inhalte. Interessiere ich mich beispielsweise für Wohnen, dann bin ich direkt mit Gleichgesinnten verbunden. Dabei bleibt es nicht nur bei der virtuellen Gemeinschaft: Wenn ich zur nächsten Demonstration gegen Mietwahnsinn gehen möchte, kann ich hier ein Event erstellen und andere Mitglieder finden, die mitkommen.

Alle Diskurse werden manuell betreut, Trolle fliegen raus. Wer Qualitätsdebatten sucht, wird hier fündig. Es geht um Inhalte ohne den Profilierungsdruck von sozialen Medien, und jedes Mitglied kann die Community mitformen. Es geht darum, geteilte Interessen als gemeinsame Energie zu nutzen.

Ich erlebe Futopolis als eine Einladung, mich einzubringen: Es geht um eine Neuauflage der Vertrauensgemeinschaft, die sich in der GLS Bank vor über 40 Jahren zusammenfand. Ich sehe um mich herum Menschen und Initiativen, mit denen ich etwas zu tun haben will. — Und das sind erfreulich viele!

Hier mitmachen: futopolis.gls.de

Ihren Zugang zu Futopolis finden Sie in Ihrem Onlinebanking-Postkorb. Oder Zugangsdaten bestellen auf gls.de/futopolis

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Ein Artikel aus dem GLS Kundenmagazin Bankspiegel. Diesen und viele andere spannenden Artikel finden Sie im Blog. Alle Ausgaben des GLS Bankspiegel als PDF finden Sie unter: https://www.gls.de/bankspiegel/.

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