Die Reihe der Gastbeiträge in dieser Rubrik wird in diesem Monat fortgesetzt von Ulf Schönheim. Landwirtschaft und Lebensmittel sind sein Leib- und Magenthema. Er ist Mitgründer und Vorstand der Regionalwert AG Hamburg – das Schweizer Taschenmesser der Ernährungswende, wie er sagt. Der 45-jährige Diplom-Soziologe ist in Schleswig-Holstein aufgewachsen und lebt mit seinen zwei Töchtern in der Winsener Elbmarsch. Er führt den Spitznamen „Regionalulf“, an dem ein gewisser GLS-Blogger nicht ganz unschuldig ist. Künftig will er auch unter www.regionalulf.de öfter bloggen.Und hier ist seine Linksammlung mit seinen Kommentare:
“Irgendwie ist es ja komisch mit der Landwirtschaft. Jahrzehntelang haben Verbände und Politik gepredigt: Produziert für den Weltmarkt! Wachst oder weicht!
Die Ergebnisse: Billige Lebensmittel auf der einen Seite. Und Höfesterben und Artenschwund auf der anderen. Das erkennt inzwischen sogar eine Organisation, die bislang vermutlich nur wenigen als Akteurin der Agrarwende begegnet ist: die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft.
Das Grundproblem: Die Landwirtschaft steht in der finanziellen Nahrungskette ganz am Ende. Kunden kaufen günstige Lebensmittel. Der Handel wirbt mit billigen Preisen. Lebensmittel-Verarbeiter wie etwa Molkereien stehen im globalen Wettbewerb.
Nur der Landwirt hat keinen anderen Marktteilnehmer, an den er den Preisdruck weitergeben kann. Kein Wunder, dass viele Betriebe aufgeben. Oder versuchen, die Kosten doch irgendwie weiterzureichen, an Böden oder Tiere – oder gleich an alle.
Der letzte Link enthält auch ein paar Ideen für Politik und Verbraucher. Aber auch die Bauern selbst können was tun. Sich mit den Verbrauchern verbünden, zum Beispiel über solidarische Landwirtschaft, Einkaufsgemeinschaften oder in einer frisch umbenannten Marktschwärmerei. Oder sie können sich eine Nische basteln, in der niemand mehr wachsen, weichen oder sich am Weltmarkt orientieren muss. Weil mit einem vernünftigen Preis alle gut leben können: Kälber, Kühe, Kunden. Und die Landwirte selbst natürlich.”
Foto: / AugustSieben, CC BY 2.0
Zum 27.09.2026 ist die EmpCo, eine EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbrauchertransparenz in Kraft getreten. EmpCo verpflichtet Unternehmen, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen klar, belegbar und überprüfbar zu formulieren, um Greenwashing zu erschweren. Dieser Beitrag, wurde vor dem Inkrafttreten der EmpCo-Richtlinie veröffentlicht und erfüllt daher u.U. nicht die Anforderungen der EmpCo-Richtlinie.
Die GLS Bank wurde 1974 mit dem Impuls gegründet, gesellschaftlichen Wandel zu fördern und zu einer lebenswerten Zukunft beizutragen. Seit unserer Gründung verfolgen wir das Ziel, eine zukunftsweisende Wirtschaftsweise mitzugestalten. Dass durch die EmpCo-Richtlinie transparente Formulierungen in Bezug auf Umweltaussagen für alle Unternehmen verpflichtend werden, begrüßen wir sehr.


Schreibe einen Kommentar