Hände halten 2 Handys, auf denen die Bezahlfunktion Wero zu sehen ist.

Wero: Schnell und sicher Geld senden

Über 30.000 Kund*innen der GLS Bank nutzen inzwischen das europäische Zahlungssystem Wero. Insgesamt sind es in Deutschland mehrere Millionen. Der Vorteil gegenüber anderen Zahlungsdiensten: Die Daten bleiben in Europa und sind sicher.

Autor: Lothar Schmitz

Illustration mit einer Hand, die ein Handy hält

„We“ und „Euro“ ergibt das Kunstwort Wero

Man geht mit Freund*innen essen oder zu einem spontanen Konzert. Eine*r streckt den Gesamtbetrag vor. Und die anderen? Greifen rasch zum Smartphone und gleichen ihren Anteil aus. In Sekunden. Ganz ohne Eingabe der IBAN. Und trotzdem sicher.

Lange Zeit hatten wir Europäer*innen, wenn wir schnell und unkompliziert Geld zwischen Privatpersonen versenden wollten, keine echte Alternative: Wir mussten das entweder umständlich per Online-Banking und IBAN erledigen – oder Paypal nutzen. Doch inzwischen gibt es eine Alternative: Wero. Das Kunstwort setzt sich aus „We“ und „Euro“ zusammen. Wero versteht sich als europäische Antwort auf US-Finanzdienstleister. Wer einer Privatperson Geld senden möchte, benötigt – wenn beide sich einmalig bei Wero registriert haben – lediglich die E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer. Genau wie bei Paypal. Die IBAN-Eingabe ist nicht erforderlich. Die Transaktion ist innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen – ohne Umweg über einen Drittanbieter.

Wie verbreitet ist Wero?

Schon jetzt ist Wero in Deutschland, Frankreich und Belgien verfügbar, bald kommen die Niederlande und Luxemburg hinzu. Weitere europäische Länder sollen folgen. Je nach Quelle nutzen in Deutschland aktuell zwischen drei und sechs Millionen Menschen den europäischen Bezahldienst. Noch liegt Paypal in Deutschland mit rund 30 Millionen Nutzenden vorne, doch die Wero-Nutzungszahlen steigen kontinuierlich.

Europaweit liegen die Nutzungszahlen je nach Quelle schon bei 40 Millionen oder darüber. Es könnten bald deutlich mehr sein, denn das europäische Bankenkonsortium hinter Wero will sich mit vier weiteren Zahlungsdienstleistern zusammenschließen: mit Bancomat aus Italien, Bizum aus Spanien, SIBS aus Portugal und Vipps Mobilepay aus Skandinavien. Dadurch bekäme Wero Anschluss an gut 70 Prozent der Bevölkerung Europas.

Je nach Quelle nutzen in Deutschland aktuell zwischen drei und sechs Millionen Menschen den europäischen Bezahldienst.

Wer steckt hinter Wero?

Ins Leben gerufen wurde Wero von der European Payments Initiative (EPI). Das ist eine Partnerschaft europäischer Banken und Finanzinstitute aus sieben Ländern mit Sitz in Brüssel. Das gemeinsame Ziel – Stichwort „We“: ein einheitliches europäisches System für ein digitales Bezahlverfahren aufzubauen. Eine starke und insbesondere von US-Konzernen unabhängige Lösung. Digitale Zahlungen innerhalb Europas sollen gleichzeitig stark vereinfacht werden und zugleich allen Nutzenden größere Sicherheit bieten.

Wo landen die Daten?

Wero gilt als sehr sicher, es unterliegt den strengen europäischen Standards der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Zudem erfolgt die Abwicklung direkt über das Bankkonto, es ist kein Drittanbieter zwischengeschaltet und auch kein zusätzliches Abwicklungskonto erforderlich.

Wie läuft Wero bei der GLS Bank?

Die GLS Bank ist seit dem zweiten Halbjahr 2025 beim neuen europäischen Zahlungssystem Wero dabei. Über 30.000 Menschen haben sich bereits für Wero registriert, das sind knapp zehn Prozent aller GLS Kund*innen. Mit dieser Quote ist die Bank innerhalb kürzester Zeit zur Vorreiterin in der genossenschaftlichen Welt geworden.

Was sagt die Verbraucherzentrale?

Die Verbraucherzentrale lobt das neue Bezahlsystem: „Das europäische Bezahlsystem Wero könnte ein erster Schritt zu einem eigenständigen europäischen Zahlungsverkehrsmarkt sein und eine Alternative zu den US-amerikanischen Zahlungsdiensten werden. Voraussetzung dafür ist, dass Wero zügig umfassende Zahlungsfunktionen zu wettbewerbsfähigen Konditionen anbietet. Wir begrüßen den Start von Wero und werden dessen Entwicklung aufmerksam verfolgen“, heißt es auf deren Website.

Wero – So funktioniert’s

Die Registrierung geht ganz einfach über die GLS Banking App. Zuerst Wero auswählen und die Vertragsbedingungen lesen und akzeptieren. Dann die eigene Handynummer hinzufügen und das Girokonto auswählen, das man für Zahlungen mit Wero nutzen möchte. Über die App SecureGo Plus schließt man die Einrichtung ab. Wero ist sofort einsatzbereit. Nun kann man selbst per Wero Geld an andere Personen senden – und empfangen, denn andere Wero-Nutzende finden einen ebenfalls über die eigene Handynummer oder E-Mail-Adresse.

Das Versprechen: Online-Shopping wird mit Wero noch einfacher, schneller und sicherer.

Mit Wero im Onlinehandel bezahlen

Beim reinen Echtzeit-Geldsenden zwischen Personen bleibt es nicht. Wero wird schrittweise erweitert. Als nächstes bezahlen Nutzende mit Wero im Onlinehandel – immer mehr Onlinehändler*innen nehmen die Zahlungsmethode auf. Mit dabei ist zum Beispiel Ticketanbieter Eventim, Paketversandhändler DPD, der Hansa-Park bei Lübeck und die Machsport GmbH. Laut Medienberichten folgen aber auch weitere große Händler wie etwa Lidl und Kaufland und weitere Zusagen, zum Beispiel von Rossmann, Decathlon etc., sollen vorliegen. Das heißt: Laufend kommen neue Anbietende hinzu.

Das Versprechen: Online-Shopping wird mit Wero noch einfacher, schneller und sicherer. Mit Wero zahlt man direkt vom Bankkonto – keine Karten, keine IBAN-Eingabe, keine Drittanbieter wie Mastercard oder Visa. Man benötigt lediglich die GLS Banking App mit aktivierter Wero-Funktion.

Wero für stationären Handel nutzen

2026/2027 soll Wero als Bezahloption im stationären Handel Einzug halten und an den Kassen funktionieren. Bei der EPI arbeitet man mit Hochdruck daran. Damit würde Wero zum umfassenden digitalen Zahlungsdienst werden und hätte durchaus das Potenzial, großen US-Anbietern Marktanteile wegzunehmen.

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4 Kommentare zu „Wero: Schnell und sicher Geld senden“

  1. Avatar von Ulrich Staets
    Ulrich Staets

    Wozu gehört Norwegen, wenn nicht zu Europa, wie durch „Europa? und Norwegen“ behauptet?
    Hinterindien oder Lateinamerika? Oder wie?

    1. Avatar von Silke Bender
      Silke Bender

      Berechtigte Frage, lieber Ulrich Staets … und Danke für Dein aufmerksames Auge, da ist uns beim Redigieren des Textes ordentlich was durchgerutscht bzw. von einer früheren Fassung etwas stehengeblieben, was da nicht mehr hingehört. Wir beheben den Fehler!
      Nochmals Danke!
      Herzliche Grüße aus Bochum

  2. Avatar von Elfriede Harth
    Elfriede Harth

    UND WAS IST MIT DEN MENSCHEN VON VORGESTERN, WIE MICH, DIE KEIN HANDY NUTZEN, SONDERN ALLES PER LAPTOP ERLEDIGEN? KANN ICH WERO AUCH NUTZEN?

    1. Avatar von Silke Bender
      Silke Bender

      Liebe Elfriede Harth,
      Wero kann bis jetzt nur über die App genutzt werden, das stimmt (wobei nicht App-Nutzer*innen ganz bestimmt nicht Menschen von vorgestern sind!). Wir geben den Wunsch bzw. die Kritik, dass dem so ist, aber auf jeden Fall immer als Feedback an die EPI weiter. Mehr können wir leider momentan selbst nicht machen. Wir bleiben zuversichtlich: Das Projekt „Europäisches Zahlungssystem“ wird sich bestimmt weiterentwickeln!
      Viele Grüße aus Bochum!

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