Scope eins, zwei, drei. CO2eq, ökologischer Fußabdruck und Klimatransparenz. Wer versucht, sich aus Finanzsicht dem Thema Klima zu widmen, dem begegnen viele neue Begrifflichkeiten. Nicht nur Unternehmen auch Fonds berichten über den CO2eq-Fußabdruck. Er fasst die Auswirkungen zusammen, mit denen ein Unternehmen – oder das Portfolio eines Fonds – das Klima „prägt“.
Also in welchem Maß es den Klimawandel durch z.B. den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid beeinflusst. Für die Bewertung der Unternehmen im GLS Bank Klimafonds spielen diese Daten eine große Rolle.
Klimatransparenz
Klimatransparenz entwickelt sich langsam zu einem Entscheidungskriterium für oder gegen eine Investition. Die Messung und Bewertung ist jedoch gar nicht so einfach. Noch mangelt es an Daten. Gerade kleinen Unternehmen fehlen häufig die Kapazitäten. Dann bemühen wir Branchendurchschnitte. Vorreiter in der Sammlung und Aufbereitung der Daten ist z.B. das Carbon Disclosure Project (CDP).
Noch existiert kein allgemeingültiger Berichtsstandard. Das Greenhousegas Protocol hat jedoch verschiedene Standards entwickelt, nach denen sich viele Unternehmen und Städte inzwischen richten.
[green_box]Als erste Bank fordert die GLS Bank übrigens eine Abgabe auf CO2 und deren Äquivalente.
Dies ist eine von vier politischen Forderungen [/green_box]
CO2-Äquivalenz
In unserer Atmosphäre tummeln sich neben Kohlenstoffdioxid weitere Gasmoleküle, die den Treibhausgaseffekt begünstigen. Die vier größten Mitverursacher sind Methan (CH4), Lachgas (N2O), Ozon (O3) und Wasserdampf.
Die Wirkung auf das Klima und Verweildauer der einzelnen Treibhausgase in der Atmosphäre variieren stark. Um Daten vergleichbar und aussagekräftiger zu machen werden ihre einzelnen Werte umgerechnet in CO2-Äquivalente. Dieser Wert sagt aus, welches Potential das Gas relativ zu Kohlenstoffdioxid in einem bestimmten Zeitraum entwickelt. Über 100 Jahre betrachtet, entspricht eine Tonne Methan beispielsweise 28 Tonnen CO2.
Unternehmen orientieren sich immer häufiger am Berechnungsstandard Corporate Value Chain. Er betrachtet den gesamten Wertschöpfungskreislauf eines Unternehmens. Warum ist das entscheidend? Rein unsere Geschäftstätigkeit betrachtet, würde die GLS Bank als Dienstleistungsunternehmen verglichen mit produzierenden Unternehmen einen recht niedrigen Wert ausweisen. Beziehen wir Werte wie die Pendelei unser Kollegen*innen mit ein, steigt der Wert. Scope 1, 2, 3 beschreiben den Umfang, in dem ein Unternehmen seine Emissionen erhebt:
- Scope 1 meint direkte, eigene Emissionen eines Unternehmens. Beispielsweise aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe für die Energiegewinnung oder den Betrieb der Fahrzeugflotte.
- Scope 2 beschreibt indirekte Emissionen aus zugekaufter Energie, wie für elektrischen Strom oder Prozesswärme.
- Scope 3 ist die Kür. Es beziffert den Ausstoß der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Geschäftsreisen oder Arbeitswege der Mitarbeitenden. Aber auch Transport von Produkten und Rohstoffen, Müllentsorgung sowie der Lebenszyklus eines Produktes.
Klimatransparenz – Der Fußabdruck eines Fonds
Um den Fußabdruck des Klimafonds zu berechnen, erfassen wir die Daten aller sich im Portfolio befindlichen Titel. Berichtet ein Emittent nicht selbst, bemühen wir den Branchendurchschnitt. Für diese Recherchen greifen wir auf spezialisierte Partner und Daten wie des CDP zurück. Der jeweilige Wert fließt – gewichtet nach Anteil im Portfolio – in das Gesamtergebnis: den CO2eq-Fußabdruck des Fonds.
Doch hier ist wiederum Vorsicht geboten: Einige Unternehmen und Fonds geben ihre Ergebnisse in CO2 / Tonne an, andere wiederum in CO2 / € Umsatz. Manche schließen Kohlendioxid-intensive Branchen aus. Nutzen sie eine Benchmark als Referenz, die diese nicht ausschließt tut, wirkt ihr Ergebnis natürlich viel besser. Das erschwert die Vergleichbarkeit für uns – und euch.
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