Tesla und Elon Musk: Ein Kommentar zu aktuellen Vorwürfen

Tesla und Elon Musk: Ein Kommentar zu aktuellen Vorwürfen

Von Autopiloten verursachte Unfälle, Rassismus, schlechte Arbeitsbedingungen, Sieben-Tage-Woche: alles Vorwürfe, denen US-Elektroautobauer Tesla in der Öffentlichkeit ausgesetzt ist. Meist meldet sich Elon Musk lediglich via Twitter zu Wort und streitet ab. Oder er nimmt die geäußerten Bedenken nicht ernst. Schauen wir uns doch einmal genauer an, was da in Sachen Software & Co. nicht gut läuft.

Richten wir unseren Blick zunächst auf die “Full Self-Driving”-Software des amerikanischen Autobauers. Elf Vorfälle durch Autopiloten gab es von 2018 bis 2021 mit Tesla-Fahrzeugen und 17 Verletzte durch Unfälle, bei denen Menschen in haltende Notfallfahrzeuge, Ampeln etc. gefahren sind. Musk korrigierte zwar die zeitliche Planung der Einführung des Self-Driving-Systems, weicht allerdings nicht grundsätzlich von seinem Vorhaben zurück. „Der Autopilot ist lediglich ein Assistenzsystem. Unfälle entstehen dann, wenn Fahrer*innen sich, entgegen der Empfehlung, vollständig auf die Technologie verlassen.“

Im April 2021 verunglückten zwei Männer in einem Tesla Model S tödlich, wobei der mutmaßlich stark alkoholisierte Fahrer während der Fahrt auf der Rückbank Platz nahm und die Steuerung vollständig der Software überließ. Diese ist laut Musk für ein Umfeld ohne Straßenmarkierungen – wie es am Unfallort der Fall gewesen war – nicht aktivierbar. Zudem warnt das Auto mit haptischen und hörbaren Signalen, wenn die Hände zu lange vom Lenkrad entfernt werden.

Die Gigafactory in Grünheide

Wofür wird Tesla in Deutschland noch wahrgenommen? Selbstverständlich für seine „Gigafactory“ in Berlin-Brandenburg, die einige Unsicherheiten bezüglich der Wasserversorgung in der Region aufwirft. Während seines Deutschland-Aufenthalts antwortete Musk auf die Frage einer Journalistin zu der Wasser-Problematik im Trinkwasserschutzgebiet Grünheide, auf dem die Gigafactory entstehen soll: „Das ist vollkommen falsch. Es gibt hier überall Wasser. Sieht das hier für Sie aus wie eine Wüste?“ Der lokale Wasserverband bewertet die Wasserbestände vor Ort als zu knapp für Bau und Betrieb der Fabrik.

Die Gigafactory in Grünheide sorgt anhaltend für Diskussionen in Deutschland. Seit Frühjahr 2020 baut Tesla diesen ersten Produktionsstandort in Europa. Eine endgültige Zusage für das Bauvorhaben gibt es jedoch immer noch nicht. Mehr als 800 Bürger*innen sowie Umweltverbände positionieren sich politisch wirksam gegen den Bau des Werks, fordern eine Neuauslegung der Tesla-Bauunterlagen und die Wiederholung eines Online-Erörterungstermins.

Ergänzend dazu empfehlen wir euch unbedingt das neueste “Wahn & Sinn”-Video von unserem Johannes auf YouTube: Er erklärt euch, warum Tesla trotz Auslieferungsrekorden vom Verkauf von Verbrennern enorm profitiert.


Video wird erst beim anklicken aktiv, Daten werden nicht übermittelt.

Seit 2020 werden im Naturschutzgebiet Wälder gerodet – alles unter Vorabgenehmigung. 92 Hektar fielen dem Bauvorhaben innerhalb weniger Wochen zum Opfer. Weitere Forderungen drangen an die Öffentlichkeit: Die Verantwortlichen für den Bau der Factory forderten von der Brandenburgischen Landesregierung die Verlegung des Bahnhofes „Fangschleuse“ um zwei Kilometer auf das Gebiet der Gigafactory. 50 Millionen Euro, die vollständig die Landesregierung übernimmt. Die EU-Kommission bewertet diese Investition als meldepflichtige Beihilfe. So helfe die Maßnahme nicht der „breiten Allgemeinheit“, sondern lediglich Tesla und sei damit eindeutig eine Subvention.

5,8 Milliarden Euro für die Autofabrik

Hinter dem insgesamt 5,8 Milliarden Euro schweren Investitionsvorhaben scheinen nicht nur moralische, sondern auch ökologische Bedenken zurückzutreten. 40.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erhofft sich Zugriff sowohl auf den deutschen als auch den westpolnischen Arbeitsmarkt. Die brandenburgische Landesregierung erfährt durch die Diskussion um die Factory eine Debatte über Prestige und Neid. Es wirkt fast so, als ob sich die Politiker durch den Kontakt zu Musk profilieren wollen.

Ende November 2021 berichten die Medien, u. a. auch die Süddeutsche, dass Elon Musk auf die staatliche Förderung in Milliardenhöhe für das Werk verzichtet. Auf Twitter begründet Musk diesen Verzicht mit den „belastenden Bedingungen“ des Zuschusses, die den Wert des Geldes überstiegen. Es könnte aber auch sein, dass Tesla schlicht die Förderbedingungen nicht erfüllt.

Elon Musk, reichster Mann der Welt

Wer ist Elon Musk überhaupt? Wer verbirgt sich hinter dem – laut Liste des Forbes-Magazins – reichsten Mann der Welt, dessen Handlungsmaxime durch Innovation und weniger durch Ethik geprägt zu sein scheinen?

Der im Juni 1971 geborene Südafrikaner Elon Musk verfügt über ein geschätztes Vermögen von knapp 244 Milliarden Dollar und lebt in einem 35 qm großen Tinyhouse in Texas. Schon mit zwölf Jahren programmierte er das erste Computerspiel, weitere zwölf Jahre später gründete er sein erstes Start-Up. Paypal und SpaceX sind neben Tesla die wohl bekanntesten Projekte Musks. Tesla jedoch erlebte große Antrittsschwierigkeiten und schrieb erstmalig 2016 schwarze Zahlen. Allerdings läutete Musk mit Tesla wohl die Revolution in der Elektromobilität ein, gleiches erhofft er sich für die Weltraumfahrt mit „SpaceX“.

Dass Musk Kritik ausweicht oder belächelt, zieht sich sowohl durch seine Vita als auch seine Projekte. In Bezug auf SpaceX steht das große Ziel, die Raumfahrt auf den Mars auszuweiten – über sämtliche Bedenken hinweg, die es zu Magnetfeldern und der Strahlung auf dem Mars gibt.

(Ehemalige) Beschäftigte werfen Musk vor, die persönlichen Belange der Mitarbeitenden zu übergehen – vielmehr empfände er diese als „Behinderung der Forschung“. So hinterfragte er wohl die Prioritätensetzung eines Mitarbeiters, der aufgrund der Geburt seines Kindes abwesend war. Dass eben dieser Musk eine Sieben-Tage-Woche für gerechtfertigt und notwendig hält, ist selbsterklärend.

Die Marke Tesla

Die Marke Tesla erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Im Jahr 2021 verkaufte der Elektroautobauer mehr als 900.000 Autos. Schon im 2. Quartal 2021 verdoppelte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 12 Milliarden Dollar. Diese Zahlen sind auf dem Markt nahezu konkurrenzlos, da ähnlich große Automobilhersteller nur einen kleinen Anteil voll-elektrischer Fahrzeuge vertreiben. Die deutsche Automobilindustrie stellt nun die Weichen und investiert bis Ende 2025 etwa 150 Milliarden Euro in den Ausbau von E-Mobilität.

Innovation und Investition

Innovation und Fortschritt sind in der Automobilindustrie ein ebenso wichtiger Teil der Mobilitätswende wie eine Verhaltensänderung bei uns Menschen. Viele von uns sind auf ein Auto angewiesen, in diesen Fällen sollte Elektromobilität eine Alternative mit möglichst geringen Eintrittsbarrieren sein. Tesla geht hier als Pionier voran, setzt Anreize und belebt den Markt durch neue Maßstäbe. Technologische und infrastrukturelle Fortschritte dürfen selbstverständlich nicht auf Kosten der Arbeitnehmer*innen und auf Kosten des Planeten gehen.

Wer sich für einen Tesla interessiert, muss sich eventuell vom umstrittenen Konzernchef abgrenzen. Die Anschaffung muss nicht zwangsläufig als Entscheidung pro Musk und Tesla gesehen werden – vielleicht eher als Investition in Fortschritt oder Ladeinfrastruktur oder klimafreundlichere Fahrzeuge.

Was denkt ihr über Tesla und Elon Musk? Schreibt uns gerne – eure Ansichten, Einschätzungen und Gedanken in die Kommentare!

Mehr zur GLS Mobilität und unserer Vision einer enkeltauglichen und verträglichen Mobilität findet Ihr unter: https://gls-mobilitaet.de. Spannende Blogbeiträge zur Mobilitätswende.
  1. Erich Vieser

    In seinen Plänen für SpaceX erscheint mir der Elon Musk entweder als Träumer oder als Ignorant gegenüber den Grenzen, die uns unser Heimatplanet setzt. Zum Letzteren: Um auf den Mars zu gelangen und dort Lebensbedingungen für uns zu schaffen, braucht es sehr viel Energie. Und genau da liegen die ökologischen Grenzen, die Herr Musk offenbar ignoriert.

  2. w. Köhler

    Im Folgenden kommentiere ich einige Aussagen und Grundannahmen der Autorin- im Folgenden in „“ gesetzt, weniger Tesla und Musk.

    „Viele von uns sind auf ein Auto angewiesen“
    KOMMENTAR: Dieser Aussage stimme ich zu – nur: meint die Autorin mit „Auto“ womöglich den Bus, den Wagen des Pflegedienstes, den Lieferwagen für das Einzelhandelsgeschäft, den Krankentransporter, das Auto des/der Handelsreisendenden, den Feuerwehrwagen, den Handwerker-Werkstattwagen usw. oder meint sie den eignen PKW? Da Tesla -soweit mir bekannt- PKWs herstellt vermute ich, dass die Autorin bei obiger Aussage das Eigentum an einem PKW vor Augen hat.

    „In diesen Fällen sollte Elektromobilität eine Alternative mit möglichst geringen Eintrittsbarrieren sein“.
    KOMMENTAR: Zustimmung bei Bus und Lieferwagen usw. (wobei Elektro wohl nur eine von mehreren Möglichkeiten ist)

    Da die Autorin- so meine Vermutung – nun aber den eigenen PKW vor Augen hat, KOMMENTIERE ich: Halten wir zunächst auch einmal fest, dass viele weder ein Auto/PKW besitzen noch über eines verfügen. Dies gilt vor allem für den ärmeren Teil, für den sich anders entschieden habenden, für den noch nicht im Führerscheinalter befindlichen Teil und für den nicht mehr führerscheinhaltenden Teil der Bevölkerung Deutschlands; Bevölkerungsanteil je nach Studie 35 bis 50 %.
    Halten wir auch fest, dass „angewiesen sein“ mir eher als ein „angewiesen fühlen“ daherkommt und dass dies „angewiesen fühlen“ sehr oft ein „ich muss Eigentümer*in eines Autos sein“ nach sich zieht. Wann „fühlt“ mensch sich auf ein eigenes Auto angewiesen/ Wann „ist“ mensch auf ein Auto angewiesen?
    – der/die Stadtbewohner*in für den wöchentlichen Großeinkauf bei einem in der Stadt gelegenen Supermarkt,
    – der/die Rentnerin zum Einkaufen einer Getränkekiste um die Ecke,
    – der/die Angestellte, dessen/deren Arbeitsweg mit dem Auto 27 Minuten anstatt mit dem ÖPNV 40 Minuten beträgt,
    – der/die Handelsreisende, der/die täglich 10 Termine bei unterschiedlichen Kunden wahrnimmt
    – der Sohn, die Tochter, die ein entfernt wohnendes Elternteil gelegentlich besuchen
    – der/die Schichtarbeiterin, der/dem um 5:10 Uhr noch kein ÖPNV zur Verfügung steht
    – der/die Notfallkranke, die dringend zu einem Arzt/Krankenhaus gebracht werden muss
    – die Person, die mit Familie etwas entlegen aufs Land gezogen ist, weil Wohnen in der Stadt zu teuer erscheint
    – usw.; vermutlich kennt ihr selber einige „bin angewiesen“-Aussagen aus eigenem Erleben; die eigene zustimmende oder kritische Einstellung zu einer solchen Aussage hängt meiner Erfahrung nach sehr von dem eigenen Gefühl „bin angewiesen“ oder eben nicht ab. Sie ist daher m. E. höchst subjektiv.
    Die oben zitierte Einleitung der Textpassage lässt mich daher vermuten, dass die Autorin sich zunächst einmal selber „auf einen eigenen PKW angewiesen“ fühlt. Ob sie es ist, …?

    „Tesla geht hier als Pionier voran, setzt Anreize und belebt den Markt durch neue Maßstäbe.“
    KOMMENTAR: Pionier für wen? Pionier für Menschen, die einen PKW ihr Eigentum nennen wollen – ob „wirklich“ erforderlich oder nicht und die sich dies auch leisten können, oder: Pionier für ein Personentransportwesen, das die GESAMTE Bevölkerung im Blick hat und in dem es auch eine (erheblich kleinere als heute) gewisse Zahl an Privat-PKWs gibt? Oder zuvorderst gar Pionier für Erhöhung des eigenen Reichtumes und Einflusses?

    „Technologische und infrastrukturelle Fortschritte dürfen selbstverständlich nicht auf Kosten der Arbeitnehmer*innen und auf Kosten des Planeten gehen“
    KOMMENTAR: Ja „selbstverständlich“! – Und wie denn das, bei obigem Einstieg und keinerlei Hinweis im gesamten Text, wie denn Tesla/ Musk dies so selbstverständlich Geforderte zu verwirklichen gedenken?

    Anmerkung: Ich finde es prima, dass ihr das Thema Tesla/Musk im Blog ansprecht und ich danke auch der Autorin für den Impuls: Ihr Text hat mich zum Nachdenken angestoßen; ich bitte um Nachsicht, dass das etwas lang geworden ist

    • Lieber Herr Köhler,

      Vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung auf den Beitrag. Ich versuche mal, Ihre Punkte aufzugreifen ?

      Erstmal zur Angewiesenheit. Ich stimme Ihnen zu, dass es da wohl eher um ein Gefühl, oder eine Gewohnheit geht, als um tatsächliche Abhängigkeit. Da denke ich besonders an Menschen mit Wohnorten, die schlecht, oder nicht an ÖPNV angebunden sind (was in erster Linie ein Problem der fehlenden Infrastruktur ist, das es zu beheben gilt – und zwar nicht durch mehr Autos, sondern durch besser Anbindung, Radwege, Sicherheit, usw.)
      Ich selber fühle mich tatsächlich überhaupt nicht aufs Auto angewiesen. Ich fahre jeden Tag Rad und besitze selbst kein Auto. In meiner Position in der GLS Mobilität (und auch privat) setze ich mich dafür ein, dass besonders für diejenigen, die diese Abhängigkeit jedoch empfinden, Alternativen entstehen und Denkmuster sich verändern können.

      Zum „Pionier“: Hier greife ich vielmehr Berichterstattung auf, die Tesla in Pionierposition in Sachen Elektromobilität und Technologie sieht. Mittlerweile gibt es aber natürlich noch viele andere Marktteilnehmer. Dass es Pioniere „für ein Personentransportwesen, das die GESAMTE Bevölkerung im Blick hat und in dem es auch eine (erheblich kleinere als heute) gewisse Zahl an Privat-PKWs gibt“ benötigt, unterschreibe ich so.

      Das Wörtchen „selbstverständlich“ bezog ich vielmehr auf das Zukunftsbild der GLS Mobilität das für eine menschengerechte Zukunft innerhalb planetarischer Grenzen steht. Für Mitgestalten, Genügsamkeit, Partizipation. Aber auch für Konnektivität, Digitalisierung und zugängliche und ökologische Mobilität. „Back to the future“ ;-) Informieren Sie sich hier gerne auch über unsere politische Position, die wir im letzten Jahr zusammen mit dem Wuppertalinstitut erarbeitet haben.

      Dass die Marke Tesla mit Autopilot, dem Werk in Brandenburg, etc. kontrovers diskutiert wird liegt natürlich auf der Hand. Dieser Kommentar ist auch keinesfalls der einer Tesla-Jüngerin ;-) Ich persönlich kann die Faszination, die von einem Gegenstand ausgeht, nicht ganz nachvollziehen…

      Vielmehr ist es mir ein Anliegen, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven anzuschauen und vor allem diverse Berichterstattung einzubeziehen. Gerade deshalb bin ich für Kommentare jeglicher Couleur sehr dankbar, umso mehr darüber, dass das Umdenken ja scheinbar schon längst angefangen hat.

      Danke also für Ihre Mühe. Sollten noch Dinge offen, oder Sie an einem weiteren Austausch interessiert sein, melden Sie sich doch gerne hier: kommunikation@gls-mobilitaet.de.

  3. Bettina Bögner-Schönberger

    Leider ist bei einem Bericht über Tesla nie die andere Seite der Medaille zu lesen. Fehler sind natürlich vorhanden bei „autonomisiertem“ Fahren. Aber muss Fahren nicht anders werden?
    Bitte fahrt alle mal einfach zum Test ein E-Auto!
    Es gibt von einigen Herstellern akzeptable Produkte (z.B. EQV und E-Smart, Hyundai Ioniq5 etc.). Allerdings ist dort auch eine ausführliche Mängelliste möglich und vieles wird durch die „Etablierten“ auch unterdrückt.
    Tesla hat bei einer sinnvollen Verwendung des Autos die Nase vorn und v.a. die grössere Sicherheit als der Fahrer.
    Jeder Tesla-Unfall ist weltweit bekannt. Andere Unfälle sind Kollateralschäden. BMWs Batteriefabrik in Grub bei München findet keinerlei Erwähnung zum Thema Wasser, Beton usw..
    Ich hätte der GLS Bank mehr Objektivität zugetraut. Es klingt schon sehr nach den grossen Automobilherstellern und manchen ihrer Zulieferer, die leider aus Überheblichkeit die Software verschliefen.
    Übrigens wir fahren seit fünf Jahren nur elektrisch (Tesla und Smart) mit unserem eigenem Grünstrom und wollen nie mehr einen Verbrenner. Sogar der Hoflader ist elektrisch. Probierts aus: leise, ruhig, Tempo 130, wenig Kosten.

    • Liebe Frau Schönberger,

      In diesem Beitrag habe ich versucht, die Diskussion rund um die Marke Tesla und Elon Musk zu umreißen – so objektiv wie möglich. Der Kommentar folgt keiner Agenda, vor allem dient er nicht der Unterstützung der Autolobby.

      Gerne können Sie sich hier über unsere Arbeit in der GLS Mobilität informieren. In unserem Zukunftsbild geht es insbesondere um verändertes Mobilitätsverhalten, Genügsamkeit, Zugänglichkeit – um’s Mitgestalten.
      Wir setzen uns für eine Zukunft ein, in der Mobilität für alle verfügbar ist: durch besseren ÖPNV, Radwegeinfrastruktur, usw.

      Dass für die motorisierte Individualmobilität der E-Pkw (am liebsten natürlich gemeinschaftlich genutzt, oder öffentlich) das „geringste Übel“ ist, sehen wir genau so und fordern daher auch einen flächendeckenden Ausbau von Ladeinfrastruktur, ebenso wie Digitalisierung in der Mobilitätsbranche.

      Unser Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der Gestaltung von menschengerechten Stadtbildern für eine grüne, verträgliche Zukunft.

      Für weiteren Austausch können Sie gern an kommunikation@gls-mobilitaet.de mailen!

  4. Thomas Diller

    Das Full Self driving System ist noch immer in der Betaphase. Entsprechende Einschränkungen werden im Handbuch deutlich beschrieben…
    Es gibt im Text absolut keinen Hinweis darauf, wieviele Unfälle durch die Assistenzsysteme verhindert wurden …

    • Lieber Herr Diller,

      Danke für diesen Hinweis. In der Tat gibt es einige Berichte darüber, dass Autopilotsysteme Unfälle verhindern konnten. Das zu unterschlagen ist definitiv nicht absichtsvoll so passiert. Konkrete Zahlen zur Menge der verhinderten Unfälle lassen sich so konket leider nicht finden, da ein „verhinderter Unfall“ statistisch natürlich schwer zu erfassen ist…
      Ich stimme Ihnen aber definitv zu, auch was das Entwicklungsstadium dieser Technologie angeht und bin auch der Meinung, dass die Unfälle in erster Linie durch Versäumnisse auf Seiten der Fahrer*innen entstanden.

  5. Leider wird diese Firma von allen hofiert. Dabei gibt es auch in Deutschland ernst zu nehmende Konzepte. Siehe http://www.twike.com oder sono. Vielleicht ist es für diesen Blog eine Empfehlung die Fahrzeuge der Universitäten aus aller Welt zu betrachten. www. wsc.com

  6. NeftLevel

    Ich finde es durchaus wichtig Kritik und Probleme zu äußern, um darüber zu diskutieren.
    Ein vorheriger Kommentar spricht bereits über das Ungleichgewicht der Berichterstattung gegenüber andere Autohersteller. Die neue Fabrik in Berlin-Brandenburg zählt als einer oder die umweltfreundlichste Autofabrik.
    Die gerodeten „Nutzbäume“ sind zum schnellen Wachstum und Ressourcenentnahme gepflanzt worden, um das Holz wirtschaftlich zu nutzen. Als ausgleich pflanzt Tesla in Brandenburg das dreifache der geforderten Menge Misch- und Naturwald auf Ausgleichsflächen.
    Zum Wasser ist es interessant die anderen Industrieabnehmer der Region anzuschauen. Ich habe eine Grafik gesehen, um die es mit der 100fachen Abnahme durch die Kohleindustrie ging. Müsste man natürlich prüfen.
    Über den geschriebenen Unfall wurde in der Zwischenzeit die stark beschädigte „Black Box“ ausgelesen. Diese zeigt eindeutig, dass sich eine Person am Steuer befand.

  7. Hallo liebe GLS Bank,
    Bin schon bald 10 Jahre Kunde.
    Dieser Blogartikel ist mir leider zu kurz gedacht.
    Die LEAG hat in den letzten Jahren 240 Millionen m³ Grundwasser illegal abgepumpt. Das reicht für 170 Jahre Betrieb der Gigafactory, das wäre gut um eine Relation des Tatsächlichen Wasserbedarfs zu erkennen.
    Auch Förster Tesla dreimal so viel Mischwald wieder auf, wie gefällt wurde. Der Wald war auch eine Monokultur Nutzwald und kein Naturschutz Biotop oder gar Urwald und der Schaden ist somit weniger groß als man denkt.

    Ohne Tesla würde es keine guten, beliebten und kommerziell erfolgreichen Elektroautos geben.
    Auch Batteriespeicher, Solar und Co. macht Tesla einfach gut und interessant für die Masse.

    Zum Autopilot Assistenten muss man sagen das Teslas pro 1 Millionen gefahrenen Kilometer extrem sicher und besser als dee Menschen alleine sind. Die Systeme retten aktiv Leben von Verkehrsteilnehmern, warum wird das nicht anerkannt? Klar sind weiterhin Unfälle unvermeidlich und auch Fehler in der Software vorhanden, aber in Summe ist das ist ja nichts negatives sondern das Gegenteil! Muss es erst 100x besser als Mensch werden?! Reichen nicht 2-3x zu Beginn? Verbesserungen sind natürlich trotzdem noch unbedingt notwendig und auch die Kommunikation zwischen Tesla und der Öffentlichkeit muss besser werden.

    Sowas gehört auch in solch ein Artikel.
    Sonst ist es einfach nicht neutral und fair berichtet.
    Schade eigentlich ?
    Grüße
    Niko

    • Lieber Niko,

      Danke für die Hinweise. Ich stimme Ihnen in vielen Punkten zu. Informationen zu unterschlagen war keinesfalls meine Absicht, sondern vielmehr der Tatsache geschuldet, dass dies ein Kommentar mit dem Versuch einer Einordnung ist.
      Sämtliche Argumente und Sichtweisen abzudecken ist offensichtlich schwierig, somit bin ich für jeden Kommentar und jede weiterführende Quelle in diesem Bereich dankbar.

      Ich würde mich über weiteren Austausch unter kommunikation@gls-mobilitaet.de freuen!
      LG Elena Kornettka

  8. Ja, diese GigaFactory in Grünheide… Ich kann von hier aus gar nicht beurteilen, ob Baumfällungen oder Wasserentnahme in diesem Naturschutzgebiet problematisch sind. Mir fällt aber der Giga-Widerspruch auf, dass man einem Unternehmen „vorab“ genehmigt, dort einen solch riesigen Kasten zu bauen, wenn man sich noch gar nicht sicher ist, ob man das alles genehmigen kann. Die Behörden haben sich selbst in eine Lage gebracht, in der es doch völlig undenkbar ist, dass man Tesla die abschließende Genehmigung NICHT erteilt.
    Politik und Verwaltung haben in diesem Fall geltendes Recht schlichtweg ignoriert. Und damit man Ihnen das Offensichtliche nicht vorwerfen kann, heißt es immer, es sei ja noch gar nichts entschieden, man prüfe ja noch. Das ist aber ebenso offensichtlich nur eine dreiste Schmierenkomödie – und seien wir doch mal ehrlich: Wir alle wissen es!
    Am Ende wird Tesla selbstverständlich eine umfassende Genehmigung erhalten. Viele Bürger und Umweltverbände werden wieder Anlass haben, Gerechtigkeit bzw. Rechtsstaatlichkeit in Zweifel zu ziehen. Ministerpräsidenten werden wieder die Politikverdrossenheit und (vor allem in den neuen Bundesländern) das allgemeine Mißtrauen der Bevölkerung gegenüber staatlichen Stellen beklagen. Und so wird diese GigaFactory insbesondere auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit unsere Demokratie weiter schädigen.

  9. Ich halte diese ganze E-Mobilität nur für einen bequemen Vorwand, damit wir unser Verhalten nicht ändern müssen. Wie bisher kaufen wir einfach ein Produkt, sind plötzlich nachhaltig und können alles so weiter machen, wie vorher auch…

    Bei Tesla kommt aber noch hinzu, dass das ja nicht nur ein Auto ist, sondern auch eine Überwachungsanlage. Ein Tesla im Standard-Modus filmt während der Fahrt und während des Parkens kontinuierlich seine Umgebung (bis zu 250 Meter!) und sendet diese Daten laufend an Server, die auch z.B. in den USA stehen. Dabei werden also massenhaft personenbezogene Daten erfasst und verarbeitet. Da es keine Einwilligung der vielen Betroffenen gibt, sind sowohl Datenerhebung als als Datenübermittlung ein Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und damit illegal. Ein Tesla darf also in der gesamten EU überhaupt nicht betrieben werden. Wenn man es doch tut, macht man sich bußgeldpflichtig. Wenn ich Tesla-Fahrerin wäre, würde mir das Sorgen bereiten.

    Aus demselben Grund kann ein Tesla Auto auch nicht nachhaltig sein. Denn bei der Nachhaltigkeit geht es ja nicht nur um Ökologie, sondern auch um Soziales – also um die Frage, wie wir alle miteinander umgehen sollten. Wer jeden Tag mit seinem Auto unzählige Menschen gegen ihren Willen filmt und deren personenbezogene Daten in andere Länder sendet, damit diese dort zu einem Zweck ausgewertet werden, den wir alle nicht kennen, der verhält sich meiner Meinung nach alles andere als nachhaltig.

    • Hallo Simone,

      Ja sie haben teilweise recht. Aber viele Details stimmen so nicht.
      Ja ein Elektroauto ist natürlich ein Gegenstand der versucht die Individualmobilität weiter zu rechtfertigen.
      Aktuelle neue Elektroautos werden in ihrem Lebenszyklus etwa 70% weniger CO2 ausstoßen als ein vergleichbarer Verbrenner. Somit ist hiermit schon etwas gewonnen. Das Potenzial ist auch noch groß dies weiter zu senken.
      https://ecomento.de/wp-content/uploads/2021/07/ICCT-Analyse-Elektroauto-Emissionen.png

      Ja Tesla hat Kameras, die aber nicht automatisch und ungefragt aufzeichnen.
      Sowohl die „Dashcam“ als auch den „Wächter-Modus“ muss manuell angeschaltet werden, dabei wird man mehrmals mit großen Hinweisen und Warnmeldungen darauf hingewiesen das man sich informieren muss ob dies erlaubt ist. Also darf man selbst entscheiden.

      Auch werden nur bei Unfällen ein(!) 30 Sek. Video an Tesla geschickt. Ansonsten verlässt das Auto kein Video.
      Ebenfalls kann man auch die gesamte Kommunikation mit Tesla unterbinden und alle Daten bei Tesla löschen lassen. Das führt natürlich zu Nachteilen in der Bedienung (Kein Fernzugriff mehr), aber es geht.
      Hier muss der Gesetzgeber klarer werden und technischen Fortschritt nicht aufhalten aber ihm auch beim Thema Datenschutz klare(!) vorgaben machen. Heute ist es nur ein Wirrwarr an Regeln aus dem letzten Jahrtausend die Niemanden helfen.

      Grüße
      Niko

    • Liebe Simone,

      Dass E-Mobilität nicht „die Lösung“, oder per se nachhaltig ist, sehen wir in der GLS Mobilität ganz genau so. Sie sollte lediglich eine Alternative darstellen, für die (in einem perfektem Zukunftsszenario) letzten, wenigen Autos in den Straßen. Vielmehr sehen wir eine ganzheitliche Verkehrswende als überfällig – Parks anstatt Parkflächen, grün statt grau.
      Lesen Sie mehr zu unserem Zukunftsbild gerne hier! Ich freue mich auch, mit jeder*m interessierten*m über kommunikation@gls-mobilitaet.de in den Austausch zu kommen.
      LG Elena Kornettka

  10. Lieber Niko,

    Danke für Ihre Antwort, die ich auch noch einmal kommentieren möchte.

    Ein großes Problem der Elektro-Autos sprechen Sie selbst an, wenn Sie sagen: „Elektroautos werden *in ihrem Lebenszyklus* etwa 70% weniger CO2 ausstoßen als ein vergleichbarer Verbrenner.“ Denn wenn Sie sich so isoliert nur *den Lebenszyklus* anschauen, blenden Sie völlig aus, dass auch ein Elektro-Auto erst einmal gebaut werden muss. Ich bin weder Ingenieurin noch Wissenschaftlerin, lese aber immer wieder, dass gerade bei der Herstellung eines E-Autos und insbesondere der Batterie unverhältmäßig viel Energie eingesetzt und problematische Materialien genutzt werden. Das soll dazu führen, dass ein E-Auto *in der Gesamtschau* erst dann ökologischer ist, wenn man knapp 100.000 km gefahren ist. Und dann hat man immer noch nicht das Entsorgungsproblem der Batterie berücksichtigt. Wenn man nun auch noch bedenkt, dass ein E-Auto in Deutschland in aller Regel ein relativ junges und daher völlig funktionsfähiges Auto ersetzt, dass ein E-Auto also nur die Menge der vorhandenen Autos weiter vergrößert, dann kommen manche Experten ja schon zu dem Ergebnis, dass es vermutlich ökologischer ist, einen kleinen oder sogar mittleren Benziner bis zur Funktionsuntüchtigkeit weiterzufahren statt ihn vorher durch ein neues E-Auto zu ersetzen.

    Zu Tesla als Überwachungsmaschine: Die Bürgerrechtler von Digitalcourage haben Tesla den Big Brother Award 2020 verliehen, nachdem Sie die Überwachungselemente technisch und rechtlich geprüft hatten. Dabei kamen Sie zu einem gänzlich anderen Ergebnis als Sie. Im Detail nachlesen können Sie es hier: https://bigbrotherawards.de/2020/mobilitaet-tesla
    Ihren Hinweis, dass ein Besitzer/Fahrer eines Tesla über die Überwachung selbst entscheiden muss und die Kommunikation mit Tesla unterbinden kann, halte ich für abwegig und praxisfern. Lesen Sie etwa die gesamten 60 Seiten einer Lizenzvereinbarung, wenn Ihr Smartphone mal wieder ein Update machen will? Und falls Sie das tatsächlich tun – verstehen Sie diese Vereinbarung denn auch? Und wie viele Tesla-Fahrer werden, nachdem sie viel Geld für ein Tesla Auto ausgegeben haben, wohl die Kommunikation mit Tesla unterbinden, wenn Tesla damit droht, dass in diesem Fall „eine lediglich eingeschränkte Funktionalität, ernsthafte Schäden oder Funktionsunfähigkeit eintreten“ können?

    Ihre Aussage, dass „der Gesetzgeber klarer werden“ müsse, weil es heute nur „ein Wirrwarr an Regeln aus dem letzten Jahrtausend“ gäbe, kann ich nicht nachvollziehen. Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist doch gerade erst im Mai 2018 in Kraft getreten und in ihren Aussagen sehr klar. Wenn Sie z.B. mal einen Blick in Art. 6 („Rechtmäßigkeit der Verarbeitung“) werfen, werden Sie sehen, dass bei einer Überwachung durch ein Tesla Auto keine der dort aufgeführten Bedingungen erfüllt ist und diese Überwachung somit ganz eindeutig rechtswidrig ist.

    Und dann will ich Ihnen noch deutlich widersprechen, dass „der Gesetzgeber […] technischen Fortschritt nicht aufhalten“ soll. Wenn mit einem technischen Fortschritt mehr Nachteile als Vorteile verbunden sind, dass muss der Gesetzgeber dies *selbstverständlich* aufhalten, weil das schließlich seine Aufgabe ist.
    Ich kann nicht verstehen, warum technischer Fortschritt immer wieder als per se positiv dargestellt wird. Meines Erachtens kommt das aus einem Irrglauben heraus, dass alle Probleme unserer Zeit durch Technik gelöst werden können. (Ich glaube, das nennt man „solutionism“.) Dagegen frage ich mich manchmal, ob diese ganze Technisierung nicht vielleicht sogar dazu geführt hat, dass wir uns vom echten Leben so weit entfernt und entfremdet haben, dass wir gar nicht mehr sehen, dass weniger Technik oft der bessere Fortschritt wäre.

    Viele Grüße
    Simone

    • Hallo Simone,
      Hier ein paar Sätze zu den von Ihnen angesprochenen Punkten:

      Thema Nachhaltigkeit:
      Ja alles was gebaut werden kann, verbraucht Ressourcen und schadet der Umwelt, deshalb geht es ja darum möglichst etwas für die Mobilität zu nutzen, was wenig Energie und Ressourcen nutzt.
      Wie ich schon an einer E-Mail geschrieben habe, sind es ca.70% CO2 Einsparung gegenüber einem Verbrenner, Stand heute in Deutschland. Länder wie Norwegen oder die Schweiz, schneiden besser ab, da sie fast 100% EE im Stromnetz haben.
      Siehe die Studie: https://theicct.org/publications/global-LCA-passenger-cars-Jul2021
      Die 70%-80% bezieht, nochmals verdeutlicht, sowohl die Produktion als auch den Betrieb ein.
      Recycling und Second-Life:
      Was in der Studie nicht beachtet wird ist „Not included: second-life use and recycling“.
      Das heißt ein Elektroautoakku kann noch über die Lebenszeit des Autos hinaus genutzt werde. Ein Second-Life heißt, die Batterie kann nochmals 5-15 Jahre als Speicher für zuhause, Schulen, Fabriken (wie BMW in Leipzig) oder das Stromnetz (Tesla Megapacks in Hornsdale in Australien) verwendet werden können.
      Hier auch mit Bildern:
      https://www.mein-elektroauto.com/2017/10/bmw-setzt-alte-elektroauto-akkus-im-stationaeren-energiespeicher-ein/22970/
      https://cleantechnica.com/2019/12/10/93-mwh-tesla-powerpack-coming-to-alaska-to-save-customers-cash/
      https://mobility-talk.com/second-life-anwendungen-fuer-alte-elektroauto-akkus/
      https://ecomento.de/2022/01/05/rwe-elektroauto-akkus-von-audi-fuer-second-life-batteriespeicher-in-herdecke/
      https://edison.media/erklaeren/co2-das-bedeutet-der-bau-eines-autos-fuer-das-klima/22654280.html
      Dort werden wir so oder so viele von brauchen, wenn wir 100% Windkraft und auf PV setzen (was anderes geht nicht). Das heißt man muss das zum Lebenszyklus und den Nutzen, CO2 einzusparen, noch dazu rechnen. Einige Experte gehen davon, aus das dies sogar, solange wie nicht 100% EE sind, mehr CO2 einspart, durch die bessere Nutzung von Wind und Sonne, dass der CO2 „Rucksack“ der Akkus, netto negativ ist. (Das gilt es aber noch zu Beweisen)
      Dann kommt noch das Recycling hinzu das VW, Düsenfeld oder Redwood Materials inzwischen gut beherrschen und ohne Feuer/Hitze die Rohstoffe zu über 90% zurückgewinnen, mit dem klaren Ziel 100% schon in wenigen Jahren zu erreichen.
      https://www.duesenfeld.com/recycling.html
      https://www.volkswagenag.com/de/news/stories/2021/01/from-old-to-new-battery-recycling-in-salzgitter.html
      Es gibt also kein technisches Problem die Akkus zu Recyclen, da es heute schon geht, in Zukunft besser wird und es sich auch finanziell lohnen wird. So große Akkus werden auch nicht aus Versehen im Restmüll landen, wie es leider AA Batterien gerne tun. AA Batterien (nicht Akkus) sollte zum Beispiel mal verboten werden, solch ein Einwegprodukt ist absolut unnötig!
      Das Fazit der Studien sagt das sich Elektroautos eher schon nach 9000 bis 45.000km gegenüber Vergleichbaren Verbrennern rechnen (siehe verschiedene Studien). Daten zeigen das Akkus aus Elektroautos der zweiten Generation deutlich mehr als 250.000km halten, einige Akkus haben schon über 650.00km überlebt, und dann noch 70-80% Restkapazität haben, um dann außerhalb des Fahrzeuges weiter genutzt werden zu können.
      https://www.youtube.com/watch?v=PLS9zRylNvg
      https://www.watson.ch/digital/energiewende/338031375-tesla-stellt-einen-weltrekord-auf-model-s-faehrt-eine-million-kilometer
      https://www.tagesspiegel.de/wissen/schwedische-forscher-korrigieren-sich-elektroautos-sind-viel-umweltfreundlicher-als-angenommen/25298932.html
      https://www.youtube.com/watch?v=E9oiP_EGv-U
      https://www.heise.de/autos/artikel/E-Auto-CO2-Belastung-durch-Akkuproduktion-sinkt-4600575.html
      https://theicct.org/publications/global-LCA-passenger-cars-Jul2021

      Ihre 100.000km sind allen mir vorliegenden Studien, Rechnungen nach falsch, bitte geben Sie eine Quelle an und ich schaue Sie mir gerne an. Oft gibt es so halbherzige Versuche mit alten oder falschen Werten, die auf solche Zahlen kommen.
      Auch die Aussage einen aktuell Verbrenner weiterzufahren wäre ökologischer ist falsch. Vielleicht sind Sie da der Verbrennerautolobby auf den Leim gegangen. Der Akku erzeugt bei der Herstellung heute noch circa. 5,5 Tonnen (für einen Durchschnittlichen 60kWh Akku) Ein Verbrenner stößt circa. 19 Tonnen CO2 auf 100.000km aus, selbst wenn er nur 6 Liter je 100km verbraucht. Jeder Liter erzeugt in etwa 3,14 Kilogramm CO2, inkl. Herstellung aber OHNE die Anlagen.
      https://innovationorigins.com/de/die-herstellung-von-benzin-und-diesel-verursacht-mehr-co2-emissionen-als-wir-dachten/
      https://theicct.org/publications/global-LCA-passenger-cars-Jul2021
      Was man auch nicht vergessen darf. Die Herstellung eines Elektroautoakkus lässt sich theoretisch auf beinahe 0 senken. Da die Herstellung vom lokalen Strommix für die Minen, Fabriken und Transportmittel abhängig ist. Wenn der EE Anteil immer höher wird, sinkt auch der CO2 Rucksack immer weiter. Dieses Potenzial gibt es bei einem Verbrenner nicht. Nein e-Fuels sind nicht die Lösung, die brauchen in etwa 5-8-mal mehr Energie als ein Elektroauto mit Akku je 100 Kilometer.
      https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/co2-wasserstoff-stahlproduktion-co2-ersparnis-brennstoffzellenfahrzeug-elektroauto/
      https://www.youtube.com/watch?v=PLS9zRylNvg
      https://www.zeit.de/mobilitaet/2020-03/e-fuels-treibstoff-synthetik-nachhaltigkeit-umweltschutz
      https://amp2.wiwo.de/technologie/mobilitaet/high-voltage-nachgerechnet-wann-elektroautos-sauberer-sind-als-verbrenner/25218614.html

      Tesla als Überwachungsmaschine:
      Der Artikel ist nicht beleidigend, reißerisch und enthält Fehler. Außerdem wird nicht aufgezeigt, wofür diese Daten verwendet werden „müssen“, um gewisse Funktionen zu gewährleisten.
      Tesla hält sich nach mehreren Prüfungen an die DSGVO, man kann widersprechen und die Daten löschen lassen.
      Ohne die Verbindung zu den Tesla Servern ist kein Fernzugriff (Vorheizen/Klimatisieren, Standort ermitteln, Adressen vorab schicken usw.) möglich und keine Fehleranalyse aus ferne. Das heißt wenn das Auto einen Fehler meldet, muss man in die Werkstatt, anstatt das Tesla das Problem aus der Ferne lösen oder zumindest analysieren kann und einen Vor-Ort Wartungsfahrzeug vorbei schickt. Das mindert natürlich auch die Sicherheit des Fahrzeuges, auf ein Niveau ähnlich alter Fahrzeuge, die das eben nicht können.
      Siehe auch Datenschutzerklärung: https://www.tesla.com/de_de/legal/privacy
      Fehler im Artikel:
      Die Dashcam speichert 60 Minuten, nicht 10 Minuten. Die Dashcam und den Wächter-Modus muss man auch manuell(!) aktivieren und diese Daten bleiben lokal auf dem Fahrzeug auf einen USB Stick gespeichert. Auch hier weißt Tesla einen mit gleich zwei Warnmeldungen darauf hin, das man sich über die Örtlichen Gesetze informieren muss, vor der Verwendung.
      Nur bei Unfällen/Sicherheitskritischenereignissen behält sich Tesla vor bis zu 30 Sekunden vor und während des Unfalls auf ihren Servern zu speichern. Gerichte dürfen bei Bedarf darauf zugreifen. Tesla darf die Daten zur Verbesserung des Produktes, anonymisiert verwenden. So kann einen das Auto natürlich „verpetzen“ wenn man schuld ist, genauso kann es aber einen auch bei Unschuld „verteidigen“. Also ggf. nicht für jeden etwas. Dafür kann Tesla via Updates die Sicherheit der Autos über die Zeit verbessern, was auch schon mehrmals geschehen ist (ABS und Airbag Verbesserungen z.B.)
      Genauso so ist es sogar im Artikel gefordert: „Eine Datenweitergabe und eine externe Speicherung muss auf definierte Situationen, z.B. auf das Auslösen des Airbags, beschränkt werden.“

      Warum wird eigentlich immer die Verantwortung weg vom angeblich „mündigen“ Bürgern, hin zu den Firmen geschoben? Mit einem Smartphone, Drohne oder Überwachungskamera am Haus oder Auto, kann ich für wenig Geld alles Mögliche anstellen und keinen interessiert es? Aber wenn Tesla es Kameras, wie jeder andere Hersteller, verbaut, die mit Einwirken des Nutzers, die Umgebung aufzeichnen, ist es ein Skandal?
      Warum gibt es keine Gerichtsurteile die Tesla verbieten sowas einzubauen, wenn es doch laut dem Artikel „Für uns ist offensichtlich: Die Tesla-Autos sind schlicht und einfach unzulässig.“ Ist?
      Das würde ich akzeptieren.

      Paar weitere Fakten zur Einordnung:
      Eine Blackbox/Fahrtenschreiber wie sie Tesla und viele andere Autos haben ist ab Juli 2022 Plicht für jedes neue Auto auf dem Markt.
      Kameras haben darüber hinaus fast alle neuen Autos. Auch das wird ab Juli 2022 Plicht (für den AEB/Notbremsassistent) zum Beispiel)
      Dass die Kameras immer(!) bei der Fahrt an sein müssen ist auch logisch, viele Funktionen wie der Spurhalteassistent, Totwinkelwarnung usw. gehen ohne ja gar nicht…

      Beleidigend und reißerisch und unpassend:
      Es wird herablassend von „Ökos“ und „Reiche“ gesprochen. Ein Tesla ist teuer ja, mit der 6000€ BAFA Prämie ist er aber ab 37.000€ zu erhalten. Damit liegt das Model 3 relativ genau im Mittelfeld, was ein Neuwagen in Deutschland kostet. Also nichts Besonderes.
      Dieser Artikel ist schlecht gemacht, einfach nicht sachlich und mit wenig Niveau.
      Er tut wirklich weh so etwas zu lesen und es macht mich sehr traurig das Sie das teilen oder vielleicht sogar als gut/richtig empfinden :‘(

      „Nein, nicht für das Abholzen eines Forstes in Brandenburg, um eine neue Fabrik zu bauen, und auch nicht für die Unfälle wegen unaufmerksamer Fahrerinnen und Fahrer, die zu sehr auf die Tesla-Assistenzsysteme vertrauten.“
      Unterschlägt mal wieder das Tesla mit den sichersten Autos der Welt sind. Wenn man den Zahlen Glauben schenkt und auch sonst die aktive und passive Sicherheit von Tesla Fahrzeuge bewertet, dann sagen die Fakten: Tesla macht fast alles besser in diesen Bereichen als alle anderen. Insassenschutz, Fußgängerschutz, Brandrisiko usw.
      https://www.tesla.com/impact-report/2020

      Wenn man sagt Tesla fällt 92 Hektar Wald, MUSS man meiner Meinung aber auch sagen das die dreifache Menge wo anders mit viel Mühe neu aufgeforstet wird:
      https://twitter.com/nfg_brandenburg/status/1313518520592986113
      und
      https://twitter.com/nfg_brandenburg/status/1467850118569336835

      „Nummernschild-Erfassung und Gesichtserkennung – alles ist möglich“ aber nur in dem man das Auto manipuliert. Man kann auch Verkehrskameras der Autobahnbetreiber hacken oder fast jede beliebige Kamera auf der Welt nutzen, um Kennzeichen oder Gesicht zu erkennen. Hier braucht es strenge Regeln und eine funktionierende Strafverfolgung, sollte es zu Verstößen kommen.

      Die Webseite https://www.tesla.com/de_DE/about/legal hat einen Zeitstempel. Als Käufer erhält man diese Webseite als Dokument vor der Bezahlung. Was stimmt ist das nur mit mehreren Klicks alles gelesen werden kann und auch das Tesla sich vorbehält jeder Zeit die Bedingungen zu ändern, soweit dies das lokale Recht erlaubt.
      Die Datenweitergabe ist auch umfangreich, unbestritten. Hier muss wie bei jedem Konzern kontrolliert werden und Gesetzte ggf. angepasst werden, um die Nutzer und Nutzerinnen vor Schaden zu schützen.

      Zu Ihren den letzten drei Abschnitten (Innovation, Unsicherheiten, wie stark soll der Statt eingreifen etc.) kann ich nur sagen, dass ich nicht genug und auch nicht deutlich genug geschrieben habe. Da fehlte und fehlt mir die Zeit das auszuformulieren.
      Wie eben auch bei den Themen die ich in diesem Kommentar geschrieben habe. Mein Text kratzt noch nicht einmal ansatzweise an der Oberfläche. Die Komplexität ist einfach zu hoch.
      Es sei noch gesagt das Fortschritt immer Vor- und Nachteile hat und nicht jeder Fortschritt gut ist. Nur ein Beispiel: Militärische Kampfdrohnen
      Auch halte ich von Technologieoffenheit wenig. Wenn es klar ist, was besser ist, dann sollte nur das gefördert werden und Alternativen ggf. sogar verboten, besser einfach unnötig, gemacht werden. Wie zum Beispiel ein Verbrenner PKW oder ein batterieelektrischer PKW.
      Hier ist denke ich nur ein einem sehr langen Gespräch, am besten mehrere Tage jeweils 2-3 Stunden, möglich alle Themen zu besprechen und zu verknüpfen :) Gerne bin ich dazu bereit.
      Auch fehlt das Zwischenmenschliche, in Kommentaren und keiner weiß so Recht wie jeweils der andere etwas gemeint hat.

      Freundlichste Grüße
      Niko

  11. Ich habe mir jetzt mal den Text der Big Brother Awards zu Tesla angeschaut. Ich finde den nicht „beleidigend“. Dass Elon Musk sehr schnell beleidigt ist (und dann ausfallend wird) ist ja bekannt, aber hier bekommt die deutsche Tesla GmbH den Award, die mit Kritik ja vielleicht doch ein bisschen besser umgehen kann. Ob der Text „reißerisch“ ist, ist natürlich Geschmackssache. Ich glaube, da wollte man unterhaltsam Informationen vermitteln. Schließlich war das ja kein Artikel, sondern eine Laudatio bei einer Samstagabend-Preisverleihung. Und was die „Fehler“ angeht – naja, wenn wir mal ehrlich sind, können wir Nicht-Experten das doch alle nicht beurteilen. Stattdessen müssen wir entscheiden, wem wir glauben wollen. Und wenn ich mir anschaue, was in den letzten Jahren von den US-Techfirmen so alles behauptet, versprochen oder verheimlicht wurde, dann ist für mich persönlich klar, dass ich eine NGO aus Bielefeld für weitaus vertrauenswürdiger halte.

    Danke, dass Sie so viele Quellen hier verlinkt haben, Niko – aber haben Sie bitte auch Verständnis, dass ich in die meisten nicht reinschaue. Schließlich ist das hier der GLS Bank Blog und kein mehrtägiger Kongress. Auf jeden Fall haben Sie sich bewundernswert viel Mühe gemacht. Davon könnte sich die Marketingabteilung von Tesla eine Scheibe abschneiden. – Oder arbeiten Sie dort etwa?

    • Hallo Herbert,

      ha, nein ich arbeite nicht für Tesla oder ein anderen Automobilhersteller oder Zulieferer ;)

      Bin Ingenieur aus der IT-Branche und einfach Naturgemäß an (Informations-)technik interessiert und da trifft das Konzept von Tesla und ähnlichen, schon gut ins Schwarze.

      Trotzdem gibt es viel auszusetzen an Tesla. Die Produktionsqualität war noch bis vor kurzem eher mittelmäßig, der Service schwankt zwischen gut und mangelhaft, die Kommunikation zum Kunden ist sehr überschaubar, Elon Musk ist ein komischer Kautz, den man oft missversteht, aber auch mal schnell eingeschnappt wird, also so richtig das Gegenteil aller CEOs anderer ähnlicher Firmen. Er polarisiert und ich finde viele Aussagen unpassend oder einfach falsch. Man darf aber auch nicht abstreiten was er erreicht hat, er das gute in den Menschen sehen möchte und die Klimakrise als die größte Gefahr überhaupt schon seit 10+ Jahren ehrlich anerkennt.

      Ich finde es auch gut das Tesla, Microsoft, Apple, Meta, Google und Co. auf die Finger geschaut wird.
      Vielleicht habe ich vom Big Brother Award Artikel auch einfach mehr erwartet, ich kenne mich mit IT-Sicherheit und Datenschutz ganz okay aus (Kein Profi, aber erfahren wegen des Jobs). Ich lese viele Analysen vom CCC, heise security und einigen einzelnen Experten in diesem Bereich. Da wird nicht mit solchen „abwertenden“ Begriffen wie „diese Reichen“, „hippen Kultgegenstände“ oder „Ökos“ umhergeschmissen. Auch so superlative wie „offensichtlich illegal“ etc.
      Aber eine Laudatio ist halt auch keine Doktorarbeit oder Fachartikel.

      Autonomes Fahren kann außerdem nur lernen wenn Eingriffe/Korrekturen der Fahrer und Fahrerinnen aufgezeichnet und ausgewertet werden können und zusätzlich das Fahrzeug Situationen mit denen es nicht klar kommt an Tesla schickt. (Machine Learning, Big Data) Natürlich darf dabei nichts personenbezogenes erfasst werden, bzw. eben anonymisiert werden. Diese Verbesserungen schützen schon heute Menschenleben. Natürlich darf man damit nicht alles rechtfertigen und erlauben.

      Wie ich sehe folge ich sogar „Digitalcourage e.?V.“ auf Twitter und die wiederum supporten die „bigbrotherawards.de“. Ich hoffe das sie einfach besser und sachlicher geworden sind in den letzten 2 Jahren.
      Auch wünsche ich mir natürlich kompetente Datenschutzbehörden mit richtig guten Fachpersonal und Gerichten und Gesetzgebern die sich diese Themen zu Herzen nehmen und am Ball bleiben um schlimmes zu verhindern.

      PS: Ich bin immer froh wenn ich auch nur einen einzigen Menschen pro Jahr, mit einen einzigen Fakt überraschen und überzeugen kann, das es da mehr gibt und die Mobilitätswende nicht schwarz/weiß ist. Elektroautos gehören dazu, das zu verweigern wäre fatal. Lieber wäre es man könnte auf gemeinsame Nenner aufbauen darüber reden wo, wie und welche Elektroautos Sinn ergeben. Das passiert aber nur sehr selten :(

      Grüße
      Niko

  12. Bodo Schubert

    Niemand, der ein Auto kauft, muss nachweisen, dass er es auch wirklich braucht. Ich kann also, vorausgesetzt, ich verfüge über die finanziellen Mittel, ein Auto kaufen, das allein durch seine Herstellung schon einen CO2- Fußabdruck von 8 bis 15 t hat. Beim Kauf eines Tesla oder anderen E-Mobils werde ich für diese „Umweltfreundlichkeit“ zudem mit bis zu 9000€ unterstützt. Staatlicher Anteil: 6000€! Gut, es gibt Menschen, die können ihre Miete nicht bezahlen und kämpfen mühsam um ihr Wohngeld. Aber wer hat, dem wird gegeben. Wer kann sich schon ein Töff für 50000 bis 60000€ leisten?
    Das Auto übrigens wird 23 von 24 Stunden am Tag rumstehen. Das ist der traurige Schnitt. Meinetwegen sind da die 120 Stunden pro Jahr, die hier in Berlin jeder Autofahrer durchschnittlich im Stau steht, schon eingerechnet. Auch die Parkplatzsuche, die manche Statistik mit 1/3 aller zurückgelegten Wege errechnet hat, von mir aus. Mögen es weniger sein. In der Stadt beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit eines PKW 24 km/h. Weil es zu viele sind! Wie dumm, dass auch der Antriebsvorteil beim Tesla daran nichts ändert.
    In Grünheide werden die Modelle 3 und Y gebaut. Ersteres wiegt knappe zwei Tonnen, hat zwischen 300 und 500 PS und beschleunigt in 3,3 sec (!) von 0 auf 100. Nur am Rande: Ich bin 67 Jahre alt, bewege mich seit mehr als 50 Jahren mit dem Rad durch die Stadt. Mir macht dieses Auto Angst! Witzigerweise wird die Höchstgeschwindigkeit, die doch alle Kinder interessiert, vor allem die großen ab Führerscheinempfang, auf der Website nicht genannt. Vielleicht haben die Diskussionen um das Tempolimit eine gewisse Scham über das Thema gelegt?
    Modell Y reißt die zwei Tonnen, auch die 500er PS-Schwelle und bleibt wie der S unter vier Sekunden bei der Beschleunigung von 0 auf 100. Für die Umgebung ist auch dieses Fahrzeug leider eher eine Kriegserklärung! E-Autos sind vornehmlich Zweitwagen und schlimmer noch: zum allergrößten Teil Stadtwagen! Weiß der Staat das eigentlich? Natürlich, aber es ist ihm egal! Es geht ja auch in Wirklichkeit nicht darum, mit einem innovativen Produkt die Welt zu retten. Das ist nur die Botschaft. Es geht um die Wirtschaft, um Arbeitsplätze, um den Standort Deutschland, um die heimische Autoindustrie, um Konsum und Wachstum. Der Kunde soll seinen Fahrspaß haben und ein gutes Gewissen!
    An der Verkehrssituation wird Herr Musk mit seinen tolldreisten Kisten jedenfalls nichts ändern. Und dass er den Ertrag seines Weltenrettervereins in Form von Kerosin wieder in die Atmosphäre bläst, macht die Sache leider auch nicht besser. Ich könnte mir so ein Auto locker kaufen. Aber Pech gehabt: Ich tu’s nicht! Mein Geld darf währenddessen bei der GLS Bank bessere Dienste leisten….hoffe ich ;-)

  13. Bodo Schubert

    Niemand, der sich ein Auto egal welcher Größe kauft, wird gefragt, ob er es wirklich braucht. Dabei wäre die Frage durchaus berechtigt. Schließlich kommt ein Mittelklassewagen, ob Verbrenner oder Elektro, schon mit einem Co2-Abdruck von knappen 10 t daher. Dieses Auto wird, unabhängig vom Antrieb, um die 23 Stunden am Tag irgendwo (das meistens auch noch kostenfrei!) rumstehen, im Weg stehen, die Sicht für andere behindern, Lebensraum bzw. öffentlichen Raum okkupieren! In Berlin angemeldet wird es obendrein 120 Stunden im Jahr im Stau stehen. Und da es einen großen Teil der Fahrzeit mit ätzender Parkplatzsuche verbringt, wird es lediglich mit durchschnittlich nur 24km/h in der Stadt von A nach B schaffen. Nur! Warum? Weil es zu viele sind! Eine Verkehrswende findet nicht statt. Sie würde nämlich verlangen, dass man Autos aus dem Verkehr zieht. Doch die Zahlen steigen, als würden Ressourcen keine Rolle spielen. Mehr als 48 Mio Autos sind in Deutschland angemeldet, Tendenz steigend! Wo sind eigentlich die verkehrswissenschaftlichen Expertengremien, die doch genau diese Aufgabe hätten, die Politik darüber aufzuklären, dass eine nachhaltige Verkehrsentwicklung nur mit einem Paradigmenwechsel zu erreichen ist, der, wenn schon auf Autos, auf langsamere, kleinere, weniger voluminöse und (stadt-)verträglich motorisierte Fahrzeuge ausgerichtet ist?
    Und wer heute ein emissionsfreies Auto kauft, wird finanziell massiv unterstützt. Gut, es gibt Menschen, die müssen sich für den Erhalt von Wohngeld nackt machen. Aber jemand, der sich’s leisten kann, mal eben über einen Tesla für 60000€ nachzudenken, bekommt 9000€ einfach geschenkt, die er wahrscheinlich auch aus eigener Tasche bezahlen könnte. Da guckt keiner in die Gehaltsliste oder aufs Konto, da heißt es: Datenschutz! Bankgeheimnis!
    Denn der Autofahrer der gehobenen Klasse will nur Fahrspaß haben. Das muss er ja keinem verraten. Der Mob in der Tram ist ihm vielleicht zuwider! Vielleicht gehört er sogar zu den 50%, die sich schon für eine Strecke unter 5 km ins Auto setzen. Auch das wird ihm nicht übel genommen. Er muss deswegen nicht mehr bezahlen. Rebound-Effekt: Auch der emissionsfreie 500m-Trip muss niemanden mehr stören. Sein gutes Werk besteht allein darin, dass er ein Auto der Zukunft gekauft hat. Er darf also ein gutes Gewissen haben und sich zu denen zählen, die das Klima schützen. Er darf auch alleine fahren, die ganze Zeit, und die meisten tun das ja auch. Die durchschnittliche Auslastung von PKW liegt in Deutschland bei 1,3 Personen!
    Und der Fahrspaß ist ihm natürlich beim Erwerb eines Teslas garantiert. Immerhin fahren beide Modelle, die in Grünheide gebaut werden, das Modell S und Y, Tempolimitforderungen zum Trotz mehr als 200km/h in der Spitze, bei einer PS-Zahl, die das 10-15fache von dem ausmacht, was mein alter Käfer damals hatte. Klar, bei rund zwei Tonnen Gewicht ist das wohl auch nötig! Und die Beschleunigungszeit von 0 auf 100km/h beträgt knapp 4 sec! Das wird ein Spaß beim Spurenhopping im Stau!
    Nur ich werde dann keinen Spaß haben! Ich habe schon jetzt keinen, wenn ich unterwegs bin, denn ich fahre Fahrrad! Seit über 50 Jahren! Mein letztes Auto habe ich 1975 abgemeldet. Dafür gibt es leider keine Umweltprämie, denn ich unterstütze das System zu wenig. Es entstehen keine Arbeitsplätze, ich sichere den Wirtschafts- und Autostandort Deutschland damit nicht, ich konsumiere zu wenig, ich sorge auch nicht für grenzenloses Wachstum, und dann repariere ich mein Rad auch noch selbst. Mit anderen Worten: Ich brauche das Geld auch gar nicht, aber ich würde es gerne im Ausbau von Fahrradwegen und öffentlichen Verkehrsanlagen sehen!
    Ich könnte mir locker so einen Tesla leisten. Mach ich aber nicht! Ich lass mein Geld lieber bei der GLS-Bank und hoffe, dass es dort eine sinnvolle Verwendung findet ;-)
    Bitte investiert nicht in ein Unternehmen, dass sich nicht um die Zukunft schert, sondern lediglich um den eigenen Profit, der obendrein dafür eingesetzt wird, dass der Weltraumtourismus expandiert! Und der funktioniert garantiert auch in hundert Jahren noch nicht ohne fossile Energie und massive Ressourcenverschwendung!
    Und übrigens, weil ich noch einmal nachgelesen habe: Musk wohnt nach eigenen Angaben in einem 35m2 kleinen Tinyhaus! Auch die BILD weiß nicht mehr! Boxabl, der Hersteller dieser katastrophensicheren Wohnboxen, hat inzwischen Aufträge in Milliardenhöhe. Das Unternehmen wird diese Form von Unterstützung dem Tesla-Chef schon danken…

    • Herbert RottsteggeClemens

      Ich möchte mich bei allen für die sich ergänzenden Kommentare bedanken.
      Vor allem Bodo Schubert spricht mir aus der Seele.
      In meinem knappen Worten:
      diese Teslas made in Brandenburg sind viel zu groß und unerschwinglich für normal und wenig Verdienende.
      Bei-Autos müsste es eine Leistungsbegrenzung geben, sonst wird im Gebrauch sehr viel Energie verschleudert.
      Herbert Clemens

  14. Bodo Schubert

    Hallo Elena,
    es tut mir Leid, dass hier zwei wesens- und ziemlich inhaltsgleiche Mails von mir im Chat sind. Die erste hatte ich vom Tablet aus gesendet und keine Empfangsbestätigung erhalten. Deswegen dachte ich, sie hätte sich im Datenkosmos aufgehängt, und ich habe eine neue vom Rechner aus verfasst. Eine von beiden und diese hier kann also wieder raus. Für den Fall, dass das hier überhaupt jemand liest…
    LG Bodo

    • Lieber Bodo,

      Eine Person liest die Kommentare definitiv ;-)

      Ich habe beide gelesen und freue mich über die Bewegung, die hier in der Diskussion ist.
      Vielen Dank für deine Mühe, sogar zweimal solche ausführlichen Beiträge zu verfassen.
      Ich denke, dass wir uns in unseren Ansichten bzgl. MIV und der Absurdität mancher Maßnahmen und Gegebenheiten sehr einig sind.

      Daher arbeiten wir in der GLS Mobilität an der Veränderung, die wir uns wünschen, um eine menschen- und nicht autogerechte(!) Zukunft mitzugestalten.

      Es freut mich daher zu lesen, dass wir mit unserem Anliegen nicht allein dastehen! ;-)

      Danke und herzliche Grüße,
      Elena

      PS.
      Wo genau das Geld in der GLS Bank wirkt, kannst du hier nachschauen.

  15. Liebe Elena,
    erstmal danke für diesen Artikel, der versucht verschiedene Perspektiven auf dieses Thema zu liefern. Natürlich entspricht das was Tesla macht in vielen Punkten nicht der Philosophie der GLS Bank. Der einzige Autohersteller, der da drankommt wäre Sono Motors (Solarauto, ShareEconomy, GridToHome, leichte Reparierbarkeit, Community-Ansatz), den die GLS Bank – nach meinem Wissen – aber nur wenig unterstützt hat: https://sonomotors.com/

    Mit den Verletzten des „Autopiloten“ zu beginnen finde ich allerdings mehr als fraglich. Man kann künstlichen Intelligenz eben nicht im Labor trainieren, weil es Echtweltdaten braucht, um in der echten Welt sicher agieren zu lernen.

    Natürlich ist das ethisch nicht einfach, aber: Wenn es wirklich gelingt, dass Fahrzeuge aller Art alleine fahren, weniger Energie verbrauchen und wir die Innenstädte endlich von parkenden Autos befreien könnten, wäre das ein unermesslicher Wert für die Menschen und die Lebensqualität. Zumal jeden Tag laut WHO gut 820 Menschen weltweit von anderen Menschen tot gefahren werden. Den Menschen hier pauschal als ein geringeres Sicherheitsrisiko darzustellen, ist fraglich: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Verkehrstoten

    Mal ganz davon abgesehen, dass irgendwie niemand moralische Bedenken hat, wenn man VW ID3 oder e-BMWs kauft, die nachweislich von Konzernen stammen, die den Staat und die Bürger*innen mehrfach betrogen haben und mit Ihren Produkten und deren Luftverschmutzung zum frühzeitigen Tod von tausenden von Menschen seit ihrer Firmengründung beigetragen haben.
    Vgl.: https://www.mdr.de/wissen/umwelt/luftverschmutzung-fordert-mehr-tote-als-rauchen-100.html

    Ich finde mir fehlt das irgendwie die Verhältnismäßigkeit im kritischen Blick auf Tesla. Elon Musk polarisiert halt. Aber den großen Schaden samt Profit über die letzten 100 Jahre Automobil haben andere angerichtet und eingesteckt. Und bis heute machen alle anderen weiter ihre Gewinne mit Verbrennungsfahrzeugen.

    Liebe Grüße,
    Patrick (hier privat)

  16. Bodo Schubert

    Um die Innenstädte von parkenden Autos zu befreien, brauche ich keine autonomen Fahrzeuge (zumindest keine Pkw), sondern in erster Linie politisch Verantwortliche, die den Mut haben, entsprechende Entscheidungen zu treffen. Das geht! Das tun die meisten aber nicht, weil sie Angst davor haben, nicht wiedergewählt zu werden. Darüber hinaus wird an dem Genehmigungsverfahren für Tesla mehr als deutlich, dass die Brandenburger Politriege, und nicht nur die, eigentlich gar keine Verkehrswende will. Sie drücken das durch, um einer Antriebswende willen, die sonst aber alles beim Alten lässt: jedem sein Auto, wer sich’s leisten kann, auch eins mit 800 PS! Ich habe da als Nichtmehrautofahrer nicht so sehr das Vertrauen, dass in diesen Autos die besseren Menschen sitzen, schon gar nicht, wenn ich mir die Beschleunigungskapazitäten ansehe! Und an der Stelle frage ich mich: Warum gibt es keine Produktstandards? Höchstgeschwindigkeit 130 km/h! 30 Sekunden von Null auf Hundert! Ganz klar! Weil es beim Automobil nicht um irgendwelche Notwendigkeiten geht, sondern in erster Linie um den Fahrspaß!
    Im Übrigen mache ich auch keine Unterscheidungen, ob auf der Motorhaube ein Sternchen, was Blau-Weißes Rundes, zwei weiter hinten im Alphabet stehende Buchstaben oder sonst ein schickes Logo prankt. Immerhin spielen sich deutsche Herstellerbonzen noch nicht damit auf, dass sie den Umweltgewinn und sich selbst in Form eines Irrsinnstourismus‘ in den Weltraum schießen!
    Und die Gnade der späten Geburt für Herrn Musk…naja…

    Viele Grüße
    Bodo Schubert (nur noch privat :-))

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