Die GLS Bank für die Energiewende

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Am 26. April 1986 explodierte der Reaktor von Block vier im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl. Damit zerplatzte die jahrelang gelebte Illusion, dass die zivile Nutzung von Atomkraft harmlos und unbedenklich ist.

Energiewende in Bürgerhand

Die Bürger und auch manche Politiker waren geschockt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit wurde gegründet. Und dann passierte – nichts. Schnell war klar: Die Bürger selbst müssen die Energiewende in die Hand nehmen. Die GLS Bank, die sich die Bewahrung des menschlichen Lebensraumes zum Ziel gesetzt hat, wurde aktiver Mitstreiter im Kampf für die Energiewende und ist es bis heute. Bereits 1987 finanziert sie die erste Windkraftanlage. Anfang der 90er setzte die GLS Bank als Pionierin den ersten regenerativen Energiefonds Deutschlands auf.

Mitte der 90er Jahre unterstütze die GLS Bank die Bürgerinnen und Bürger von Schönau beim Erwerb des Schönauer Stromnetzes. Die Bürgerinitiative, die sich als Reaktion auf Tschernobyl gründete, wollte eine ökologische Stromversorgung realisieren. Mit Beteiligungskapital, Spenden und Bankdarlehen konnte tatsächlich der Kaufpreis von 8,7 Millionen D-Mark bezahlt werden. Nachdem Gerichte entschieden, dass der Preis für die Schönauer Stromnetze zu hoch war und die Rückzahlung von 1,2 Millionen Euro anordneten, wurde die Stiftung Neue Energie gegründet. Die Stiftung setzt sich bis heute für dezentrale und zukunftsfähige Modelle der Energieversorgung ein und wird von der GLS Treuhand verwaltet. Der Ökostromanbieter Elektrizitätswerke Schönau (EWS) ist heute Symbol für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende.

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In guten Händen

Heute sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Experten für die Finanzierung von regenerativen Energien. Im Jahr 2015 gingen mit einer Finanzierungssumme von 764.400.000 Euro 35,9 Prozent unserer Kredite in den Bereich Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und Wasserkraft. „Wir werden die Energiewende weiter finanzieren, insbesondere dezentrale Projekte und Bürgergenossenschaften“ sagt Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank.

Energiegenossenschaften und mehr

Energiegenossenschaften geben Bürgern die Möglichkeit die Energiewende aktiv selbst mitzugestalten. Deshalb machte sich die GLS Bank für eine Prokon-Genossenschaft stark. Mit Erfolg! Mit über 38.000 Mitgliedern gehört die Prokon Regenerative Energien eG zu den größten Energiegenossenschaften in Deutschland.

Das GLS Kreditprojekt Bürgerwerke eG geht noch einen Schritt weiter. Energiegenossenschaften können Mitglied der Bürgerwerke werden. Der von den Genossenschaften erzeugte regionale und saubere Strom, wird durch die Bürgerwerke direkt an die Kunden vertrieben. Auf der Internetseite der Bürgerwerke kann jeder Verbraucher sehen aus welchen Anlagen der Strom stammt und wem die Anlagen gehören.

Wir fördern die Energiewende aber nicht nur über die Kreditvergabe. Mittlerweile besitzt und betreibt die GLS Bank über die GLS Energie AG und die GLS Beteiligungs AG rund 200 Megawatt an Wind- und Solaranlagen.

Hierbei hat die GLS Bank eine Vielzahl von Kundinnen und Kunden an Eigen- und Fremdkapitalangeboten im Bereich der regenerativen Energien beteiligt und somit die Energiewende in Bürgerhand vorangetrieben.

Die Befürworter der Energiewende haben schon viel geschafft. Dennoch müssen noch einige Hürden genommen werden. Das derzeit geplante Ausschreibungsverfahren bedroht die Energiewende. Auch in Zukunft wird sich die GLS Bank auf der Seite der Bürgerinnen und Bürger für den Ausbau von regenerativen Energien und eine erfolgreiche Energiewende einsetzen.

Fotos unter CC Lizenz von Christian Reimer und Kamil Porembiński

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